Diese Arbeit soll ihren Schwerpunkt auf die Gruppe der pflegenden Angehörigen setzen. Es soll erklärt werden, warum gerade für diese Personengruppe die Fähigkeit der Gesundheitskompetenz besonders wichtig ist. Im Anschluss wird in einer Untersuchung geprüft, inwieweit das SGB XI die Gesundheitskompetenz der pflegenden Angehörigen in seinen Leistungen mit einschließt.
Das soziale Gesetzbuch Teil 11 beziehungsweise die Pflegeversicherung wurde als Zweig der Sozialversicherung gegründet, um eine soziale Absicherung der Versicherten im Eintritt einer Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen. Doch sind im Eintritt einer Pflegebedürftigkeit nicht nur die pflegebedürftigen Personen einer belastenden Situation ausgesetzt. Das ganze persönliche Umfeld ist betroffen. Insbesondere die Personengruppe, die im SGB XI als Pflegeperson beziehungsweise als pflegende Angehörige, angesprochen wird. Das SGB XI definiert in § 3 „Vorrang der häuslichen Pflege“ deutlich, dass der häuslichen Pflege Vorrang vor der stationären Pflege gegeben wird.
Pflegende Angehörige und Nachbarn sollen unterstützt werden, um die Pflegebereitschaft zu erhöhen. § 4 „Art und Umfang der Leistungen“ bestimmt, dass die Pflegeversicherung die familiäre, nachbarschaftliche oder sonstige ehrenamtliche Pflege und Betreuung in der häuslichen Pflege ergänzt. Daraus lässt sich ableiten, dass das SGB XI einen gesellschaftlichen Auftrag ausspricht, dass Angehörige von pflegebedürftigen Menschen die Pflege leisten übernehmen sollten.
Inhaltsverzeichnis
1 Präambel
2 Der gesellschaftliche Auftrag vom SGB XI
3 Belastungen für pflegende Angehörige
4 Was ist Gesundheitskompetenz?
5 Was haben die „Gesundheitskompetenz“, die „pflegenden Angehörigen“ und das SGB XI miteinander zu tun?
6 Methodik:
6.1 Ziel der Untersuchung:
6.2 Anpassung der Matrix der Subdimensionen der Gesundheitskompetenz an die Untersuchung:
6.3 Durchführung der Inhaltsanalyse
7 Ergebnisse:
8 Diskussion:
9 Anhang “Untersuchung des SGB XI auf die Gesundheitskompetenz“
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit das SGB XI Leistungen für pflegende Angehörige bereitstellt, die deren Gesundheitskompetenz fördern und erhalten, um die Pflegesituation adäquat zu bewältigen.
- Gesundheitskompetenz als zentrales Konzept für pflegende Angehörige.
- Analyse der gesundheitlichen Belastungen pflegender Angehöriger.
- Untersuchung des SGB XI hinsichtlich leistungsorientierter Unterstützung für pflegende Angehörige.
- Anwendung einer Matrix zur Einordnung der SGB XI-Leistungen in Gesundheitsdimensionen.
- Ableitung von Empfehlungen für eine stärkere gesundheitskompetenzorientierte Förderung.
Auszug aus dem Buch
Was haben die „Gesundheitskompetenz“, die „pflegenden Angehörigen“ und das SGB XI miteinander zu tun?
Eine gute Gesundheitskompetenz sollte gerade für pflegende Angehörige politisch gewollt sein. Denn sie sind durch die Übernahme der Pflege eines Angehörigen vermehrt belastet, das einen erfolgreichen Einsatz von Bewältigungsstrategien zum Erhalt der eigenen Gesundheit wünschenswert werden lässt. Wird nämlich der pflegende Angehörige ins Krankenhaus eingewiesen, ist eine adäquate Vertretungspflege für den Pflegebedürftigen oft nur schwer sehr schnell zu organisieren. Hohe Kosten entstehen.
Der zweite Grund, warum die Förderung der Gesundheitskompetenz für die pflegenden Angehörigen relevant sein sollte ist, dass sie nicht nur für sich selbst sorgen und bestimmen, sondern oft auch stellvertretend für den Pflegebedürftigen. Der Grad des sich Sorgens und Fremdbestimmens für den Pflegebedürftigen nimmt natürlich bei dessen kognitiver Beeinträchtigung noch zu. Im SGB XI wurde, wie bereits beschrieben, ein gesellschaftlicher Auftrag erklärt, dass Pflegebedürftige weitestgehend in der Häuslichkeit durch deren Angehörige, Nachbarn und Ehrenamtliche versorgt werden sollen. Doch sollte damit aus Sicht des Autors den pflegenden Angehörigen eine besondere Förderung zustehen, und zwar die stärkere Ausprägung der Gesundheitskompetenz. Zum einen um präventiv eigene gesundheitliche Probleme zu reduzieren, welche letztendlich auch die Versorgungssicherheit der Pflegebedürftigen erhöht.
Zum anderen kann nur jemand, der sich selbst gut pflegen kann auch andere gut pflegen. Das heißt die Ausbildung einer guten Gesundheitskompetenz bei pflegenden Angehörigen ist essentiell, um die betreffenden pflegebedürftigen Menschen qualitativ gut zu versorgen. Die Arbeit soll sich mit dieser einseitigen Sicht auf den pflegenden Angehörigen konzentrieren. Selbstverständlich soll das Selbstbestimmungsrecht und die gesundheitliche Eigenverantwortung der pflegebedürftigen Menschen nicht negiert werden. Es stellt sich die Frage, ob das SGB XI Leistungen hinterlegt hat, die die Gesundheitskompetenz der pflegenden Angehörigen fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
Präambel: Einführung in die Thematik der Pflegeversicherung, die Belastungssituation pflegender Angehöriger und die Bedeutung von Gesundheitskompetenz.
Der gesellschaftliche Auftrag vom SGB XI: Erläuterung des gesetzlichen Rahmens der Pflegeversicherung und der Bedeutung des Vorrangs der häuslichen Pflege.
Belastungen für pflegende Angehörige: Darstellung der psychischen und physischen Belastungen pflegender Angehöriger anhand qualitativer Studien.
Was ist Gesundheitskompetenz?: Definition und theoretische Einordnung des Begriffs Gesundheitskompetenz sowie dessen Dimensionen.
Was haben die „Gesundheitskompetenz“, die „pflegenden Angehörigen“ und das SGB XI miteinander zu tun?: Begründung der Relevanz der Gesundheitskompetenz für pflegende Angehörige im Kontext des SGB XI.
Methodik:: Beschreibung der Inhaltsanalyse des SGB XI und der Kriterien zur Kategorisierung der Leistungen.
Ergebnisse:: Zusammenfassung der Analyseergebnisse bezüglich der Zuordnung der SGB XI-Leistungen zu den Dimensionen der Gesundheitskompetenz.
Diskussion:: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige Verbesserungen im SGB XI zur Förderung der Gesundheitskompetenz pflegender Angehöriger.
Anhang “Untersuchung des SGB XI auf die Gesundheitskompetenz“: Detaillierte Analyse ausgewählter Paragraphen des SGB XI hinsichtlich der Gesundheitskompetenz.
Schlüsselwörter
SGB XI, Gesundheitskompetenz, pflegende Angehörige, Pflegeversicherung, Krankheitsbewältigung, Prävention, Gesundheitsförderung, Informationsmanagement, Pflegebelastung, Pflegealltag, Versorgungsqualität, Pflegeberatung, Unterstützung im Alltag, Pflegekurse, Selbsthilfeförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob das SGB XI pflegende Angehörige dabei unterstützt, ihre eigene Gesundheitskompetenz zu stärken, um die Belastungen durch die Pflege besser zu bewältigen.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer Inhaltsanalyse herauszufinden, ob im SGB XI Leistungen verankert sind, die pflegende Angehörige in ihrer Gesundheitskompetenz fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine Inhaltsanalyse durch, bei der relevante Paragraphen des SGB XI deduktiv nach Kategorien der Gesundheitskompetenz und des Informationsmanagements untersucht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Belastungssituation pflegender Angehöriger, das theoretische Konzept der Gesundheitskompetenz sowie die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Belastung pflegender Angehöriger und der Gesundheitskompetenz die konkreten SGB XI-Leistungen analysiert und bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe SGB XI, Gesundheitskompetenz, pflegende Angehörige, Pflegebewältigung und Prävention charakterisieren.
Welches Ergebnis zeigt sich bei der Dimension der Gesundheitsförderung?
Die Untersuchung ergibt, dass im SGB XI keine Leistungen hinterlegt sind, die gezielt die Dimension der Gesundheitsförderung für pflegende Angehörige betreffen.
Was schlussfolgert der Autor aus der Untersuchung?
Der Autor schlussfolgert, dass das SGB XI primär auf die Krankheits- und Pflegebewältigung fokussiert ist und Leistungen zur Prävention sowie Gesundheitsförderung für Angehörige ausbaufähig sind.
- Arbeit zitieren
- Robbin Hansen (Autor:in), 2020, Untersuchung des SGB XI mit einer Inhaltsanalyse. Ist es den pflegenden Angehörigen gegenüber gesundheitskompetent?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1145427