Der amerikanische Soziologe Erving Goffman untersucht in seinem Werk „Wir alle spielen Theater – Die Selbstdarstellung im Alltag“ die Struktur und Besonderheit zwischenmenschlicher Interaktionen. Er bedient sich dabei Metaphern aus dem Feld des Theaters, um das menschliche Verhalten in sozialen Interaktionen mit anderen zu beschreiben. Seine Grundannahme besteht dabei in der Perspektivierung der sozialen Welt als eine Theateraufführung, auf der jeder Mensch ein Stück inszeniert. Diese Inszenierung ist geprägt von unterschiedlichen Rollen, die der Mensch in der Interaktion mit anderen einnimmt, um ein Bild von sich zu vermitteln und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Seine Identität passt sich dabei der jeweiligen Situation an, d. h. sie drückt sich durch Selbstdarstellung nach außen aus und ist situativ verankert.
Inhaltsverzeichnis
1. Goffman: Wir alle spielen Theater (S. 5 – 18 und S. 217 – 233)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziologische Grundannahme von Erving Goffman, dass menschliches Verhalten in sozialen Interaktionen als theatralische Inszenierung verstanden werden kann. Ziel ist es, das Konzept der Vorder- und Hinterbühne auf den Lebensbereich Schule zu übertragen und zu analysieren, wie Lehrkräfte und Schüler innerhalb dieser Strukturen ihre sozialen Rollen gestalten und bewältigen.
- Theatralische Metaphorik in der Soziologie
- Dramaturgische Analyse sozialer Interaktion
- Strukturen von Vorder- und Hinterbühnen
- Rollenverhalten in Bildungsinstitutionen
- Umgang mit gesellschaftlichen Normen und Erwartungen
Auszug aus dem Buch
Goffman: Wir alle spielen Theater (S. 5 – 18 und S. 217 – 233)
Der amerikanische Soziologe Erving Goffman untersucht in seinem Werk „Wir alle spielen Theater – Die Selbstdarstellung im Alltag“ die Struktur und Besonderheit zwischenmenschlicher Interaktionen (vgl. Goffman 1956). Er bedient sich dabei Metaphern aus dem Feld des Theaters, um das menschliche Verhalten in sozialen Interaktionen mit anderen zu beschreiben (vgl. Goffman 1956, S. 230 ff.). Seine Grundannahme besteht dabei in der Perspektivierung der sozialen Welt als eine Theateraufführung, auf der jeder Mensch ein Stück inszeniert. Diese Inszenierung ist geprägt von unterschiedlichen Rollen, die der Mensch in der Interaktion mit anderen einnimmt, um ein Bild von sich zu vermitteln und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Seine Identität passt sich dabei der jeweiligen Situation an, d. h. sie drückt sich durch Selbstdarstellung nach außen aus und ist situativ verankert (vgl. Krause 2018, S. 111).
Die inszenierten Rollen werden auf einer Hinterbühne vorbereitet und auf der Vorderbühne dargestellt (vgl. Goffman 1956, S. 217). Die Hinterbühne stellt dabei den geschützten privaten Bereich dar, der für die restlichen Interaktionsteilnehmer/-innen (hier: das Publikum) unzugänglich ist. In diesem Bereich findet jenes, was auf der Vorderbühne unterdrückt wird, seinen Ausdruck. Die vorherrschenden Werte und Normen der Gesellschaft verlieren auf der Hinterbühne ihren verpflichtenden Charakter (vgl. Vochsen 2018, S. 103). Die Vorderbühne hingegen kann als Ort bezeichnet werden, an dem das Schauspiel resp. das öffentliche Leben stattfindet (vgl. Feichter 2015, S. 35). Es ist für das Publikum (hier: die Öffentlichkeit) einsichtig, d. h. das Publikum ist für die jeweiligen Darsteller/-innen auch körperlich präsent (vgl. Goffman 1956, S. 233).
Zusammenfassung der Kapitel
Goffman: Wir alle spielen Theater (S. 5 – 18 und S. 217 – 233): Dieser Abschnitt erläutert die dramaturgische Theorie Erving Goffmans und wendet diese beispielhaft auf die schulischen Interaktionsstrukturen zwischen Lehrkräften und Schülern an.
Schlüsselwörter
Erving Goffman, Wir alle spielen Theater, Selbstdarstellung, Interaktion, Vorderbühne, Hinterbühne, Rollenverhalten, soziale Normen, Institution Schule, Lehrkräfte, Schüler, Peer-Groups, Inszenierung, Soziologie, Alltagshandeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Übertragung der soziologischen Theorie Erving Goffmans über die „Selbstdarstellung im Alltag“ auf spezifische soziale Kontexte, insbesondere das schulische Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen das Konzept der dramaturgischen Rolleninszenierung, die räumliche Trennung von Vorder- und Hinterbühne sowie die Dynamik zwischen den Akteuren in Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu verdeutlichen, wie die Grundannahmen Goffmans – etwa die Identitätsbildung durch situative Selbstdarstellung – genutzt werden können, um das komplexe Zusammenspiel von Lehrenden und Lernenden zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die soziologische Grundlagentexte mit empirischen Erkenntnissen aus der Bildungsforschung verbindet, um das Schulgeschehen analytisch zu deuten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie Unterricht als „Vorderbühne“ und Bereiche wie das Lehrerzimmer oder der Pausenhof als „Hinterbühne“ für die Akteure funktionieren und welche Rollen dort jeweils eingenommen werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie „Vorderbühne“, „Hinterbühne“, „Inszenierung“, „Soziale Rolle“ und „Subkultur“ beschreiben.
Inwiefern unterscheiden sich die Hinterbühnen von Lehrkräften und Schülern?
Während für Schüler der Pausenhof als Ort der freien Entfaltung ihres „Unterlebens“ dient, ist die Hinterbühne der Lehrkräfte primär das Lehrerzimmer, welches jedoch aufgrund seiner begrenzten Privatsphäre weniger Freiraum bietet.
Welche Rolle spielen „Peer-Groups“ bei der Selbstdarstellung der Schüler?
Peer-Groups fungieren als Orte der Hinterbühne, an denen Schüler sich von den offiziellen Anforderungen lösen können, um ihre eigenen Normen zu leben und das im Unterricht Erlebte zu verarbeiten.
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- Anonym (Author), 2021, Zu Erving Goffmans "Wir alle spielen Theater", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1144707