Die Arbeit befasst sich exemplarisch mit drei filmischen Darstellungen des Motivs des Fallens. Die ausgewählten Szenen stammen aus dem animierten Serienintro der US-amerikanischen Fernsehserie "Mad Men" (2007), dem Walt-Disney-Zeichentrickfilm "Alice in Wonderland" (1951) und aus dem Science-Fiction-Film "The Matrix" (1999).
In Anlehnung an Filmwissenschaftlerinnen wie Bach und Heiß setzt sich diese Arbeit sowohl auf der medialen als auch auf der narrativen Ebene mit den Untersuchungsgegenständen auseinander. Forschungsgeschichtlich gesehen werden Konzepte der Filmanalyse mit Konzepten der literaturwissenschaftlichen Erzähltheorie angewendet. Nach Einführung in die zugrundeliegenden Theorien werden die Filmsequenzen auf visueller, auditiver und narrativer Ebene analysiert. Die Ergebnisse werden in Einstellungsprotokollen festgehalten und zur besseren Vergleichbarkeit in eine Einstellungsgrafik übertragen. Die Analyse auf narrativer Ebene soll nicht nur anhand der bildlogischen Perspektive auf der Mikroebene der einzelnen Einstellungen, sondern auch anhand der narrativen Handlungslogik auf der Makroebene beschrieben werden.
Die Untersuchung der drei Filmszenen mit Hinblick auf das Motiv des Fallens verfolgt verschiedene Ziele. Vor dem filmwissenschaftlichem Hintergrund wird gefragt, ob es typische Darstellungsweisen für das Motiv des Fallens in Film gibt. Aus dem Blickwinkel der Narratologie fragen wir, welche Erzählperspektiven wir im Motiv des Fallens finden. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, ob das Motiv des Fallens besondere Erzählfunktionen erfüllen kann. Abschließend wird der Wert dieser Arbeit in Bezug auf den schulischen Deutschunterricht herausgearbeitet. Dafür wird gezeigt, wie die Erkenntnisse dieser Hausarbeit mit Bezug auf die im Rahmenlehrplan genannten Ziele und Kompetenzen im Deutschunterricht eingesetzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Filmanalyse
2.1 Visuellen Ebene
2.2 Auditive Ebene
2.3 Narrative Ebene
3. Analyse
3.1 Motiv des Fallens in Mad Men
3.2 Motiv des Fallens in Matrix
3.3 Motiv des Fallens in Alice in Wonderland
3.4 Vergleich der Fall-Szenen
4. Didaktisches Potential
Fazit
Bibliographie
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Motiv des Fallens in drei ausgewählten Filmszenen (Mad Men, The Matrix, Alice in Wonderland), um typische filmische Darstellungsweisen und deren narrative Funktionen zu identifizieren. Dabei wird analysiert, wie visuelle, auditive und narrative Mittel eingesetzt werden, um das Fallen als Ausdruck innerer Gefühlszustände oder Kontrollverlust zu inszenieren.
- Filmanalytische Untersuchung visueller, auditiver und narrativer Ebenen
- Anwendung von Konzepten der Erzähltheorie (Point of View, Fokalisierung)
- Vergleichende Analyse filmischer Gestaltungsmittel bei Fall-Szenen
- Übertragung der Analyseergebnisse auf das didaktische Potential im Deutschunterricht
- Untersuchung der Bedeutung des Motivs als Visualisierung abstrakter Gefühle
Auszug aus dem Buch
3.1 Motiv des Fallens in Mad Men
Dieser Filmausschnitt ist den opening credits (Intro) der Erfolgsserie Mad Men entnommen. Die Serie beleuchtet das Leben der Mad Men, Männern aus der Werbebrache, in deren Mittelpunkt die Hauptfigur Don Draper steht, der von Jon Hamm portraitiert wird. Das Intro besteht allerdings aus Illustrationen, einer schwarzen Silhouettenfigur und After-Effects 3D. Die Darstellungsform der schwarzen Figur könnte die Hauptfigur Don Draper symbolisieren, lässt aber auch eine generische, repräsentative Deutung zu.
Die extrahierte Filmszene beginnt mit dem freien Fall der Silhouettenfigur. Zuvor hatte der Büroraum begonnen in seine Einzelteile zu zerfallen, nun wird dem Rezipienten als Detailaufnahme der Rücken der Figur gezeigt, wie diese in einen strukturlosen leeren Raum stürzt. Durch die Detailaufnahme des schwarzen Jacketts wird eine schwarze Aufblendung spielerisch umgesetzt. Diese quasi Aufblende bildet eine Klammer mit dem Übergang zur letzten Einstellung des Intros, denn hier wird die Detailaufnahme der schwarzen Anzugjacke wie eine Aufblendung von einem schwarzen Bildschirm eingesetzt, der den Rezipienten zu einem anderen diegetischen Raum überleitet. Auffällig an dieser ersten Einstellung ist ebenfalls die extreme Obersicht, die bei anderen Filmhandlungen selten Verwendung findet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Motiv des Fallens ein, begründet die Auswahl der drei Filmszenen und benennt die Zielsetzung sowie die theoretische Basis der Untersuchung.
2. Grundlagen der Filmanalyse: Dieses Kapitel erläutert die drei analytischen Ebenen – visuell, auditiv und narrativ – und stellt die verwendeten fachspezifischen Analysewerkzeuge und Methoden vor.
3. Analyse: Die Analyse untersucht exemplarisch das Fallen in den drei Filmen Mad Men, The Matrix und Alice in Wonderland und vergleicht anschließend die gewonnenen Erkenntnisse.
4. Didaktisches Potential: Hier wird aufgezeigt, wie die Filmanalyse und die Arbeit mit den Protokollen im schulischen Deutschunterricht der neunten und zehnten Klasse zur Kompetenzentwicklung beitragen können.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass typische filmische Darstellungsweisen des Fallens existieren und das Motiv häufig als Ausdruck für die Innenansicht von Figuren genutzt wird.
Schlüsselwörter
Filmanalyse, Motiv des Fallens, Erzähltheorie, Point of View, Fokalisierung, Didaktik, Mediale Ebenen, Narrative Struktur, Zeitdeckung, Kameraeinstellung, Mad Men, Matrix, Alice in Wonderland, Rezeption, Deutschunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Darstellung des Motivs des Fallens anhand von drei ausgewählten Beispielen aus verschiedenen Genres.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die mediale und narrative Filmanalyse, der Einsatz erzähltheoretischer Konzepte im Film sowie die didaktische Einsetzbarkeit der Filmanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Identifizierung typischer Darstellungsweisen des Fallens und die Beantwortung der Frage, ob das Motiv als Visualisierung für innere Gefühlszustände dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt Einstellungsprotokolle und vergleichende Analysen auf Basis filmwissenschaftlicher und literaturwissenschaftlicher Theorien wie Point of View und Fokalisierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Einzelanalyse der Filmszenen aus Mad Men, The Matrix und Alice in Wonderland sowie ein systematischer Vergleich der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Filmanalyse, Motiv des Fallens, Erzähltheorie, Fokalisierung und didaktisches Potential.
Warum wird gerade das Motiv des Fallens untersucht?
Das Motiv bietet laut Autorin eine spannende Möglichkeit, zeitliche Dehnung und geistige Prozesse einer Figur filmisch darzustellen.
Was ist das Ergebnis in Bezug auf die narrative Funktion?
In zwei der drei untersuchten Beispiele dient das Fallen als Visualisierungsform für eine Innenschau oder den Wechsel der Erzählebene in die Traum- oder Gedankenwelt der Figur.
Wie unterscheidet sich die Darstellung in Matrix?
Im Gegensatz zu den anderen Beispielen wird Neo während des Fallens primär aus der Perspektive eines third-person-narrators gezeigt und nicht aus einem subjektiven POV der Figur.
Welche Rolle spielt die Zeitdeckung im narrativen Tempus?
Die Zeitdeckung lässt die Szenen realistischer wirken und ermöglicht eine genaue Analyse der Fallbewegung in Echtzeit, besonders deutlich im Beispiel aus Matrix.
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- Anonym (Author), 2019, Das Motiv des Fallens im Film. Mediale und narrative Ebenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1141925