Ende 2020 wurden ca. 11,4 Millionen Ausländer/innen im Ausländerzentralregister Deutschlands erfasst. Diese Arbeit befasst sich mit der Ursache dieser Entwicklung und klärt die Frage, wie sich die Integration der ersten Arbeitsmigranten Generation in der Bundesrepublik Deutschland Ende der 1950er Jahre gestaltete. Dabei wird zunächst der Begriff "Integration" definiert. An-schließend folgt eine Einführung in die Thematik, in der die drei Phasen der Ausländerbeschäftigung der Bundesrepublik Deutschland näher betrachtet werden. In diesem Teil der Arbeit wird die Ausländerbeschäftigung der Bundesrepublik Deutschland exemplarisch an den Immigranten aus den Staaten Italien und Türkei verdeutlicht. Dies geschieht vor allem unter der Berücksichtigung der Biographie des italienischen "Gastarbeiters" Signore Guardavascio.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Definition Integration
Phasen der Ausländerbeschäftigung der Bundesrepublik Deutschland
Nachkriegszeit (1945 bis 1959/60)
Hochkonjunktur/Wirtschaftswunder (1960 bis 1966)
Rezession (1967/68)
Portrait eines Gastarbeiters
Erneuter wirtschaftlicher Aufschwung bis hin zum Anwerbestopp (1973)
Fazit
Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Ausländerbeschäftigung in der Bundesrepublik Deutschland ab Ende der 1950er Jahre und analysiert, wie sich die Integration der ersten Generation von Arbeitsmigranten in diesem Kontext gestaltete.
- Phasen der deutschen Ausländerbeschäftigung zwischen 1945 und 1973
- Die Rolle der Arbeitsmigration für das „Wirtschaftswunder“
- Biografische Einblicke in die Lebensrealität von Gastarbeitern
- Sozioökonomische Faktoren und die Entwicklung der Ausländerpolitik
- Kritische Analyse der fehlenden aktiven Einwanderungspolitik
Auszug aus dem Buch
Portrait eines Gastarbeiters
Signore Guardavascio ist in Italien geboren und kam 1961 nach Deutschland (BRD). Er war zu diesem Zeitpunkt arbeitslos und machte sich auf den Weg nach Deutschland, um Arbeit zu finden. In Köln war er ein Jahr lang im Baugewerbe als Hilfsarbeiter und vier Jahre bei der Müllabfuhr beschäftigt, ehe er aufgrund der Erkrankung seiner Frau nach Italien zurückkehrte. 1965 kam er zurück nach Deutschland (BRD), allerdings nicht nach Köln sondern nach Frankfurt. Die Unterkünfte waren dreckige Holzbaracken, in denen bis zu zehn Personen in Zimmern mit Hochbetten lebten. Aufgrund des Platzmangels und der Zeitersparnis wurde oft gemeinsam gekocht. Die Stimmung untereinander empfand Herr Guardavascio als sehr angespannt, allerdings wurde nach der Arbeit die Zeit gemeinsam verbracht, sie gingen spazieren, spielten Karten oder unterhielten sich.
Als Herr Guardavascio begann bei der Müllabfuhr zu arbeiten, ist er in ein normales sauberes Haus gezogen, allerdings wohnten sie zu zweit oder zu viert in einem Zimmer. Die Miete der Unterkünfte wurden nicht vom Arbeitgeber übernommen, sondern wurden vom Lohn abgezogen. Seine Arbeit bei der Müllabfuhr beschrieb Herr Guardavascio als sehr anstrengend. „Wir mussten die Mülltonnen in den LKW ausleeren und damit den Müll zur Mülldeponie transportieren. Das war eine sehr harte Arbeit, ich war mit dieser Tätigkeit nicht vertraut und musste daher sehr aufpassen.“ Unter seinen Kollegen waren sowohl Deutsche als auch „Gastarbeiter“ verschiedener Nationalitäten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Integration der ersten Arbeitsmigranten-Generation in der Bundesrepublik Deutschland.
Definition Integration: Theoretische Abgrenzung und Definition des Begriffs Integration im Kontext von Akkulturation und gesellschaftlicher Teilhabe.
Phasen der Ausländerbeschäftigung der Bundesrepublik Deutschland: Überblick über die drei Hauptphasen der Zuwanderung zwischen 1945 und 1973 sowie die Verschiebung der Herkunftsnationalitäten.
Nachkriegszeit (1945 bis 1959/60): Analyse des Arbeitskräftemangels nach dem Zweiten Weltkrieg und der Bedeutung der Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen.
Hochkonjunktur/Wirtschaftswunder (1960 bis 1966): Betrachtung der Anwerbeabkommen und des wirtschaftlichen Bedarfs an ausländischen Arbeitskräften unter dem Rotationsprinzip.
Rezession (1967/68): Untersuchung der Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Beschäftigungssituation der Gastarbeiter und deren soziale Lebensbedingungen.
Portrait eines Gastarbeiters: Fallbeispiel zur persönlichen Erfahrung eines italienischen Arbeitsmigranten und seiner Lebensrealität in Deutschland.
Erneuter wirtschaftlicher Aufschwung bis hin zum Anwerbestopp (1973): Dokumentation des Wendepunkts in der Ausländerpolitik und des offiziellen Stopps der Anwerbung von Arbeitskräften.
Fazit: Kritische Reflexion über das rein ökonomisch motivierte Handeln der Bundesrepublik und das Scheitern einer frühzeitigen Einwanderungspolitik.
Ausblick: Einschätzung zukünftiger Herausforderungen durch demografischen Wandel und Fachkräftemangel in Deutschland.
Schlüsselwörter
Arbeitsmigration, Gastarbeiter, Bundesrepublik Deutschland, Wirtschaftswunder, Integration, Rotationsprinzip, Anwerbestopp, Rezession, Ausländerpolitik, Arbeitskräftemangel, Familiennachzug, Akkulturation, Wohnverhältnisse, Soziale Teilhabe, Einwanderungsland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Ausländerbeschäftigung in der Bundesrepublik Deutschland ab Ende der 1950er Jahre und beleuchtet die Integrationsbedingungen der ersten Gastarbeiter-Generation.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Im Zentrum stehen die Phasen der Arbeitsmigration, die ökonomischen Beweggründe der Bundesregierung, die Lebensbedingungen der Migranten sowie die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen der damaligen Zeit.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Dokuments?
Die Arbeit klärt die Frage, wie sich die Integration der ersten Arbeitsmigranten-Generation in der Bundesrepublik Deutschland Ende der 1950er Jahre tatsächlich gestaltete.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung, die auf einer Auswertung historischer Daten, Anwerbevereinbarungen und einer biografischen Fallstudie basiert.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Betrachtung der Beschäftigungsphasen, eine Untersuchung der ökonomischen und politischen Hintergründe sowie die Darstellung der Lebensrealität anhand eines Zeitzeugenportraits.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind das Rotationsprinzip, das Wirtschaftswunder, der Anwerbestopp von 1973, die ökonomische Kosten-Nutzen-Abwägung und die verspätete Anerkennung als Einwanderungsland.
Welche Rolle spielte das "Rotationsprinzip" für die deutsche Politik?
Das Rotationsprinzip sollte sicherstellen, dass ausländische Arbeitskräfte nur temporär in Deutschland tätig sind und anschließend in ihre Heimat zurückkehren, um eine dauerhafte gesellschaftliche Integration zu vermeiden.
Warum wird im Text der Begriff "Ölboykott" im Zusammenhang mit dem Anwerbestopp erwähnt?
Der Ölboykott wurde von der Bundesregierung offiziell als Grund für den Anwerbestopp 1973 genannt, um diplomatische Konflikte mit den Entsendeländern zu minimieren, während die eigentliche Entscheidung stark durch Kosten-Nutzen-Abwägungen geprägt war.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Arbeitsmigration. Die Integration der ersten Arbeitsemigrantengeneration in der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1141503