Die vorliegende Transferarbeit beschäftigt sich mit der zentralen Frage, anhand welcher elementaren Methoden eines modernen Innovationsmanagements den vorgenannten Aspekten bestmöglich entsprochen werden kann. Dahingehend findet zunächst eine grundlegende Beschreibung des offenen Innovationsmanagement-Ansatzes, die Vorstellung seiner wesentlichen Kernprozesse und anschließende Betrachtung von potenziellen Methoden zur Steigerung des Innovationspotenzials in Unternehmen statt.
Anschließend wird der Bezug zur Immobilienwirtschaft hergestellt und die Schnittstellen zum bestehenden Innovationsbedarf identifiziert. In diesem Kontext werden die Open-Innovation-Prozesse mit branchenspezifischen Innovationsaktivitäten der Unternehmenspraxis verknüpft und ihre Ausgestaltungsmöglichkeiten betrachtet. Anhand des Beispiels eines Smart-Commercial-Building-Konzeptes (=SCB Konzept) wird der Mehrwert im Sinne eines gesteigerten Innovationspotenzials für Projektentwickler aufgezeigt. Das letzte Kapitel beinhaltet die Ableitung einer Handlungsempfehlung unter Berücksichtigung der gewonnenen Erkenntnisse.
Die derzeitige Corona-Krise verstärkt das herrschende Maß an Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (= VUKA), welches die ökologische, ökonomische, technologische sowie gesellschaftliche Unternehmensumwelt kennzeichnet. Obwohl der Bausektor im gesamtwirtschaftlichen Vergleich geringeren Negativwirkungen unterliegt, werden zahlreiche Entwicklungen innerhalb der Immobilienbranche beschleunigt und neue Trends hervorgebracht.1 Diese wirken sich maßgeblich auf die Nachfragepräferenzen im Hinblick auf die entstehenden Gebäudeflächen aus. Die Realisierung von nutzergerechten Konzepten unter Berücksichtigung der vorgenannten Einflüsse erhöhen wiederum die Anforderungen an die jeweiligen Innovationsprozesse von Immobilienentwicklern.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Der Open-Innovation-Ansatz
2.1. Grundlegende Beschreibung
2.2 Wesentliche Kernprozesse
3. Open Innovation in der Entwicklung von Immobilien
3.1 Ausgangslage innerhalb der Immobilienwirtschaft
3.2 Beispielhafte Outside-in und Inside-out-Aktivitäten
4. Ableitung Handlungsempfehlung
Zielsetzung & Themen
Die Transferarbeit untersucht, wie moderne Methoden des Innovationsmanagements, insbesondere der Open-Innovation-Ansatz, genutzt werden können, um auf die durch VUKA-Einflüsse veränderten Anforderungen in der Immobilienwirtschaft zu reagieren und das Innovationspotenzial bei Projektentwicklern zu steigern.
- Grundlagen und Kernprozesse des Open-Innovation-Modells
- Herausforderungen und Innovationsbedarf in der Immobilienbranche
- Anwendung von Outside-in und Inside-out-Aktivitäten bei Immobilienprojekten
- Praxisbeispiel: Smart-Commercial-Building (SCB)-Konzepte
- Strategische Handlungsempfehlungen für Immobilienprojektentwickler
Auszug aus dem Buch
2.1. Grundlegende Beschreibung
In der Literatur findet sich eine Vielzahl an verschiedenen Ansätzen und Modellen zur Abbildung eines gesamtheitlichen Innovationsmanagements in Unternehmen. Hierbei steht oftmals der Vergleich zwischen geschlossenen und offenen Strategien im Vordergrund. Der konventionelle, geschlossene Ansatz geht von einer vertikalen Integration von Innovationen aus. Dabei führen interne Innovationsaktivitäten zur ebenfalls-internen Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, welche durch das betreffende Unternehmen eigenständig vertrieben werden.3
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Henry Chesbrough beschreibt den Open-Innovation-Grundsatz als entsprechende Antithese, die von einem offenen und verteilten Innovationsprozess ausgeht. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Bereitstellung von Knowhow und Technologie in Abhängigkeit zu dem zukünftig anvisierten Geschäftsmodell des jeweiligen Unternehmens.4 Open Innovation gilt als moderner Methodenansatz, anhand dessen Unternehmen über die Öffnung ihres Innovationsprozesses hinaus das Innovationsökosystem außerhalb der eigenen Organisation einbeziehen und in der Folge ihr eigenes Potenzial maßgeblich steigern können. Zur Förderung der Innovationsideen mit der höchsten Wirkungsfähigkeit werden Informationsflüsse über die Unternehmensgrenzen hinaus zielgerichtet gesteuert und mit finanziellen und nicht finanziellen Anreizen kontrolliert.5 Dafür werden unabhängige Akteure als Ideengeber, Konzeptentwickler und sogar Innovationsumsetzer in die Gestaltung des Innovationsprozesses integriert.
Henry Chesbrough hebt in seinem häufig zitierten Werk „Open Innovation“ außerdem die Verbindung von Front-End-Quellen und Back-End-Wertschöpfungsergebnissen im Sinne der Kombination von internen Ressourcen, Kompetenzen und Fähigkeiten des Unternehmens mit der Einbindung von Kunden und Wertversprechen hervor.6
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Das Abstract erläutert die Relevanz von Innovationsmanagement in Zeiten von VUKA und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich moderner Methoden in der Immobilienwirtschaft.
2. Der Open-Innovation-Ansatz: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen von Open Innovation im Vergleich zu geschlossenen Ansätzen und beschreibt die Kernprozesse zur Wissensintegration.
3. Open Innovation in der Entwicklung von Immobilien: Hier wird der Transfer auf die Immobilienwirtschaft vollzogen, der Bedarf für Innovationen analysiert und die Anwendung durch SCB-Konzepte sowie Outside-in/Inside-out-Methoden illustriert.
4. Ableitung Handlungsempfehlung: Das Kapitel schließt mit konkreten Empfehlungen zur Verknüpfung von Innovationsaktivitäten mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und der Etablierung unternehmenseigener Innovationslandschaften.
Schlüsselwörter
Open Innovation, Immobilienwirtschaft, Innovationsmanagement, VUKA, Projektentwicklung, Outside-in, Inside-out, Smart Commercial Building, Innovationspotenzial, Wissensmanagement, Immobilien, Innovationsökosystem, Geschäftsmodell, Nachhaltigkeit, Marktakzeptanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Transferarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung des Open-Innovation-Ansatzes innerhalb der Immobilienwirtschaft, um den Anforderungen einer durch VUKA (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) geprägten Umwelt zu begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen moderne Innovationsstrategien, die spezifischen Anforderungen der Immobilienbranche, digitale Gebäudekonzepte (Smart Commercial Building) und die methodische Steigerung des Innovationspotenzials.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Immobilienprojektentwickler durch moderne Innovationsmethoden ihre Innovationskraft stärken und durch eine bessere Vernetzung mit externen Akteuren den Markterfolg sichern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung des Open-Innovation-Konzepts nach Henry Chesbrough, kombiniert mit einer Analyse branchenspezifischer Studien und Praxisbeispiele aus der Immobilienwirtschaft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Open-Innovation-Ansatzes, die Analyse der Ausgangslage in der Immobilienwirtschaft und die praxisbezogene Anwendung von Innovationsaktivitäten anhand von Smart-Building-Konzepten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Open Innovation, Immobilienwirtschaft, Smart Commercial Building, VUKA, Innovationspotenzial und Projektentwicklung.
Warum ist das SCB-Konzept für Immobilienentwickler besonders relevant?
Das SCB-Konzept dient als praxisnahes Beispiel, wie durch technische Funktionalitäten und die Einbindung von Nutzerwissen ein Mehrwert geschaffen wird, der zur Optimierung von Immobilien und zur Erschließung neuer Ertragsquellen beiträgt.
Welche Rolle spielen Inside-Out-Aktivitäten bei Immobilien laut der Arbeit?
Neben den verbreiteten Outside-In-Methoden gewinnen Inside-Out-Aktivitäten an Bedeutung, etwa durch die Verwertung von Daten aus Smart-Building-Funktionalitäten oder den Verkauf von geistigem Eigentum, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Open Innovation in der Entwicklung von Immobilien. Beispiel anhand eines Smart-Commercial-Building-Konzeptes, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1140989