Ziel dieser Arbeit ist es, das AGIL-Schema zu analysieren und auf dieser Grundlage zu untersuchen, ob es neben den Syntax-Gemeinsamkeiten durch das Wort „agil“ weitere Parallelen zwischen dem Konzept des agilen Projektmanagements und dem AGIL-Schema zu erkennen gibt.
Sobald das Wort "agil" fällt, wird dieses in der heutigen Zeit mit einer neuen Form des Arbeitens, dem agilen Projektmanagement, assoziiert. Hierbei passt sich das gesamte Unternehmen dem schnellen globalen Wandel beziehungsweise den schnell wechselnden Umweltbedingungen an.
Als historische Basis dieser Managementmethode klingt es im ersten Moment logisch, sich auf das „AGIL“-Schema von Talcott Parsons innerhalb der Systemtheorie zu beziehen. Dabei wird das Wort „agil“ beim AGIL-Schema lediglich als Buchstabenfolge verwendet, welche für die Begriffe „Adaption“, „Zielverfolgung“, „Eingliederung“ und „Aufrechterhaltung“ stehen. Mit dem Schema versucht Talcott Parsons die Stabilität sozialer Systeme zu erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung des Strukturfunktionalismus nach Talcott Parsons und dem AGIL-Schema
2.1 Grundlegende Einführung in Systeme, Komplexität und Agilität
2.2 Strukturfunktionalismus nach Parsons
2.3 Das AGIL-Schema nach Parsons
3. Agiles Projektmanagement
4. Gemeinsamkeiten zwischen dem Konzept des AGIL-Schemas und einem agilen Projektmanagement
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das AGIL-Schema nach Talcott Parsons zu analysieren und zu prüfen, inwieweit neben oberflächlichen Namensähnlichkeiten substantielle Parallelen zum Konzept des agilen Projektmanagements existieren.
- Analyse der systemtheoretischen Grundlagen des Strukturfunktionalismus.
- Detaillierte Vorstellung der vier Funktionen des AGIL-Schemas (Adaption, Zielverfolgung, Integration, Latency).
- Darstellung des Konzepts des agilen Projektmanagements und seiner Ursprünge.
- Vergleichende Untersuchung zur Identifikation von Gemeinsamkeiten in Philosophie und Anwendung.
- Erörterung der Relevanz des AGIL-Schemas im modernen Unternehmenskontext.
Auszug aus dem Buch
2.3 Das AGIL-Schema nach Parsons
Der Soziologe Talcott Parsons begründete die Weiterentwicklung zum Systemfunktionalismus damit, dass die Systeme und insbesondere die moderne Gesellschaft immer komplexer werden und damit eine ausdifferenziertere Betrachtung der Funktionen notwendig wird. Die benannten Komplexitätssteigerungen entstehen beispielsweise durch stärkere Arbeitsteilung, verschiedene Arten der sozialen Ordnung durch die Organisation in Gruppen, Familien, innerhalb des Betriebes und durch die wachsende Unterteilung in Sozialebenen. Parson stellt somit fest, dass es für das System nicht mehr nur auf die Selbsterhaltung ankommt.
Innerhalb des Systemfunktionalismus entwickelt Talcott Parsons das AGIL-Schema. Hierbei stehen die Struktur und die Funktion des zu untersuchenden Systems im Vordergrund, indem das Zusammenwirken der vier Subsysteme eines jeden Gesellschaftssystems untersucht wird. Bei den vier Subsystemen handelt es sich um das Sozialsystem, das Kultursystem, das Persönlichkeitssystem und das Verhaltenssystem (siehe auch Abbildung 1). Jedes dieser Teilsysteme hat für sich selbst die vier Funktionen des AGIL-Schemas zu erfüllen, um den Systembestand zu sichern und Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Bedeutung von Agilität ein und legt die Zielsetzung dar, das historische AGIL-Schema von Parsons mit dem modernen agilen Projektmanagement zu vergleichen.
2. Vorstellung des Strukturfunktionalismus nach Talcott Parsons und dem AGIL-Schema: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, definiert zentrale Begriffe wie Komplexität und System und führt in die Struktur und Funktion des AGIL-Schemas ein.
3. Agiles Projektmanagement: Hier wird das Konzept des agilen Projektmanagements, seine Ursprünge im Softwarebereich und die zentrale Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse und interdisziplinäre Zusammenarbeit dargestellt.
4. Gemeinsamkeiten zwischen dem Konzept des AGIL-Schemas und einem agilen Projektmanagement: In diesem Kapitel werden die beiden Ansätze verglichen, wobei insbesondere der interdisziplinäre Charakter und die Bedeutung der Adaption (A-Funktion) als Schnittmengen identifiziert werden.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das agile Projektmanagement zwar keine Wurzeln im AGIL-Schema hat, beide Konzepte jedoch eine gewisse inhaltliche Schnittmenge aufweisen.
Schlüsselwörter
Strukturfunktionalismus, Talcott Parsons, AGIL-Schema, Agiles Projektmanagement, Systemtheorie, Komplexität, Adaption, Zielverfolgung, Integration, Latency, Handlungstheorie, Soziale Ordnung, Interdisziplinarität, Systembestand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem soziologischen AGIL-Schema von Talcott Parsons und modernen Konzepten des agilen Projektmanagements in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die soziologische Systemtheorie (Strukturfunktionalismus), die Definition von sozialen Systemen und die moderne agile Management-Methodik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, wissenschaftlich zu prüfen, ob es über die Namensgleichheit des Begriffs "agil" hinaus inhaltliche oder philosophische Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Konzepten gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen analytischen Literaturvergleich, bei dem systemtheoretische Grundlagen mit den Prinzipien des agilen Projektmanagements konfrontiert und auf Parallelen hin analysiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen des AGIL-Schemas, die Erläuterung agiler Projektmanagement-Methoden und eine abschließende vergleichende Analyse der beiden Ansätze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Charakteristisch sind Begriffe wie Strukturfunktionalismus, Adaption, Systemgleichgewicht, Komplexität und Interdisziplinarität.
Warum spielt die A-Funktion (Adaption) eine so wichtige Rolle im Vergleich?
Die Adaption beschreibt die Anpassung eines Systems an seine Umwelt; da auch agiles Projektmanagement maßgeblich auf die Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen setzt, stellt dies eine zentrale Schnittmenge dar.
Findet das agile Projektmanagement seinen Ursprung im AGIL-Schema?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das agile Projektmanagement seine Wurzeln nicht im AGIL-Schema findet, obwohl bei der Analyse der Funktionen eine gewisse Schnittmenge erkennbar ist.
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- Anonym (Author), 2021, Strukturfunktionalismus nach Talcott Parsons und das AGIL-Schema, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1138945