Diese Arbeit widmet sich der Frage, wie sich die Partizipation von Kindern und Jugendlichen auf die Demokratie auswirkt, die Partizipation mit der Demokratie untrennbar zusammenhängt und wie weit die Institution Schule an der Gestaltung dieser eingreifen und mitwirken kann. Die Schule ist ein Raum, in welchem sich viele Schüler und Schülerinnen auf engstem Raum gemeinsam einigen und miteinander fair, tolerant, solidarisch und selbstorganisiert leben und agieren müssen. Aufgrund der vorherrschenden hierarchischen Strukturen im staatlichen Schulsystem gibt es allerdings ein weitreichendes Verbesserungspotential in Bezug zur Partizipation, welches es gilt zu nutzen, denn Demokratie im kleinen Maß erlernt sich besonders gut im Klassenzimmer und bildet so eine der Voraussetzungen für die Kinder, sich später in die bestehende demokratische Ordnung einzufügen, aber sie auch durch Engagement und Teilhabe gemeinsam zu verbessern. Da es nun also essenziell für Kinder und Jugendliche ist, die Demokratie gerade durch Partizipation im schulischen Kontext zu erfahren, bildet der Ort Schule einen wichtigen Entwicklungsbaustein und gehört besonders in dieser Hinsicht genauer betrachtet.
Weil das Thema Partizipation so wichtig geworden ist und sich von einer demokratischen Gesellschaft kaum trennen lässt, ist es umso wichtiger, dass bereits Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird, sich selbst als teilnehmend und teilhabend in einem festen System zu verstehen und dabei zu erkennen, dass sie ein wichtiger Teil der Gesellschaft sind, der auch Einfluss ausüben und somit aktiv am gemeinschaftlichen Leben mitbestimmen und schlussendlich sogar etwas ändern kann. Als einen nicht zu unterschätzenden Aspekt der schon vorangegangenen Gesellschaftsentwicklung kann man beispielsweise die Wahlbeteiligung an den Bundestagswahlen junger Erwachsener von 18 bis 30 Jahre heranziehen. Diese ist seit dem Jahr 2002 stetig gefallen und hat im Jahr 2009 einen neuen Tiefstand von unter 60%.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Demokratie und Partizipation in Gesellschaft und Schule
2.1 Begriff der Demokratie
2.2 Der Begriff Partizipation
2.3 Das Recht der Schüler und Schülerinnen auf Partizipation
2.4 Untrennbarkeit von Partizipation und Demokratie und daraus resultierende Bedeutung für Jugendliche, Kinder und die demokratische Gesellschaft
3. Partizipation und Demokratie in Schule
3.1 Partizipationsmöglichkeiten an Schulen allgemein
3.2 Bedeutung der Partizipation für Schüler und Schülerinnen
3.3 Das Prinzip der Freien Demokratische Schulen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Partizipation im schulischen Kontext als entscheidendes Instrument zur Vorbereitung auf ein demokratisches Leben und zur Stabilisierung gesellschaftlicher Ordnung, wobei insbesondere das Verhältnis zwischen Schülerschaft und Institution Schule kritisch hinterfragt wird.
- Die enge Wechselbeziehung zwischen Demokratie und Partizipation.
- Rechtliche Grundlagen der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen.
- Praktische Umsetzungsmöglichkeiten der Mitbestimmung im Schulalltag.
- Die Auswirkungen von Partizipation auf das Selbstkonzept und die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler.
- Das Modell der Freien Demokratischen Schulen als Gegenentwurf zum staatlichen Schulsystem.
Auszug aus dem Buch
3.1 Partizipationsmöglichkeiten an Schulen allgemein
Obwohl Partizipation absolut notwendig ist, wird es immer noch nicht selbstverständlich in der Institution Schule praktiziert. Das Demokratieverständnis beginnt jedoch bereits sehr früh im Kindesalter und findet einen ihrer ersten Höhepunkte im Schulalter. Als staatliche Institution gilt es den Schülern und Schülerinnen besonders eine ‚echte Partizipation‘ zu ermöglichen, die nicht nur passive Anteilnahme beinhaltet, sondern aktive Teilhabe erfordert und fördert. Dies kann beispielsweise durch diverse schulpraktische Anwendungen stattfinden.
Dafür bietet sich das Aufstellen eines Klassenrates, sowie das Erschaffen eines Schülerrats, die Wahlen zum Klassensprecher und auch das Beteiligen an Planungen zu Wissenschaftswochen, Projektwochen, Festveranstaltungen oder Schüler AGs an. Dabei haben die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit Selbstwirksamkeit, Mitbestimmung und Teilhabe zu erlernen, sowie für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Auch verbessert es Kompetenzen wie die Kommunikationsfähigkeit, die Selbständigkeit und das kritische Denken. Sie spüren in einer Gemeinschaft einen Zusammenhalt und lernen den respektvollen, friedlichen Umgang und entwickeln eine Einigungsbereitschaft. Wichtig ist bei all diesen Möglichkeiten, dass die Jugendlichen, sowie Kinder auch Konsequenzen aus ihrem Handeln erleben und somit die Sinnhaftigkeit ihres Handelns spüren. Freiwilligkeit und Fairness sollten hierbei Grundpfeiler bilden (Gerhartz-Reiter et al. 2020: 188-190).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die abnehmende Wahlbeteiligung junger Erwachsener und leitet daraus die Notwendigkeit ab, Partizipationserfahrungen bereits in der Schule zu ermöglichen.
2. Demokratie und Partizipation in Gesellschaft und Schule: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen von Demokratie und Partizipation und verknüpft diese mit den rechtlichen Ansprüchen von Kindern und Jugendlichen.
3. Partizipation und Demokratie in Schule: Hier werden konkrete Methoden der Mitbestimmung im schulischen Alltag analysiert und die Vorbildfunktion alternativer Schulmodelle hervorgehoben.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine echte Demokratiebildung im starren Schulsystem eine Neuausrichtung der hierarchischen Strukturen und eine demokratiepädagogische Ausbildung der Lehrkräfte erfordert.
Schlüsselwörter
Partizipation, Demokratie, Schule, Demokratiebildung, Mitbestimmung, Schülerrechte, Zivilgesellschaft, Teilhabe, Selbstwirksamkeit, Inklusion, politisches Selbstkonzept, Demokratische Schule, Schulpädagogik, soziale Partizipation, politische Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz der schulischen Partizipation als notwendiges Fundament für ein demokratisches Miteinander und die Entwicklung politischer Kompetenzen bei jungen Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Partizipation, die rechtliche Verankerung der Kinderrechte, der Nutzen für das individuelle Selbstkonzept sowie die praktische Umsetzung in Regelschulen und demokratischen Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass Schule ein zentraler Lernort für Demokratie ist und dass eine stärkere Einbindung der Schülerinnen und Schüler zur Stabilisierung der demokratischen Ordnung unerlässlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse relevanter Fachliteratur und pädagogischer Konzepte, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit bildungspolitischen und gesellschaftstheoretischen Diskursen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsdefinition, die Analyse der Partizipationsrechte und die praktische Betrachtung von Mitbestimmungsmöglichkeit an Schulen, einschließlich eines Vergleichs mit dem Modell der Freien Demokratischen Schulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Partizipation, Demokratiebildung, Selbstwirksamkeit und Teilhabe im Kontext der Institution Schule.
Wie unterscheiden sich Regelschulen von Freien Demokratischen Schulen in Bezug auf Partizipation?
Während in staatlichen Schulen oft hierarchische Strukturen vorherrschen, leben Freie Demokratische Schulen die Partizipation durch eine komplette Selbstverwaltung der Schüler, bei der auch Budgets und Regeln gemeinsam demokratisch beschlossen werden.
Welchen Einfluss hat Partizipation auf die Schulleistung?
Die Arbeit führt an, dass hohe Partizipationsmöglichkeiten das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern verbessern und durch eine höhere Identifikation mit dem Lernprozess langfristig zu besseren Ergebnissen führen können.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Partizipation in der Schule als Vorbereitung für ein Leben in der Demokratie. Die Bedeutung von Kindern für die Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1134066