Die hier vorgestellte Arbeit befasst sich mit der Gründungsphase eines Monte in der Stadt Neapel.
Zunächst soll in einem ersten Kapitel das Phänomen dieser für das spätmittelalterliche Italien so charakteristischen Kreditinstitute nähergebracht werden. Fragen nach der Legitimität kirchlichen Kreditgeschäftes sind dabei genauso entscheidend, wie der Wandel im Umgang mit der Auseinandersetzung mit dem Wucherbegriff und dem kanonischen Zinsverbot. Daran anschließend sollen die Anfänge der Monti di Pietà im Königreich Neapel nachgezeichnet werden, bevor die Statutensammlung vorgestellt werden soll.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Pfandleihe im Dienste der Pietas
- 2. Die Entstehung des Monte di Pietà in Neapel
- 3. Analyse einer Statutensammlung aus dem Primo Libro De Conclusioni Del Sac(ro) Monte Dila Pieta von 1578
- 3.1. Einführende Anweisungen
- 3.2. Über die guardarobba
- 3.3. Über den cassiero
- 3.4. Über den apprezzatore
- 3.5. Über den scrivano
- 3.6. Über die agiutanti
- 3.7. Allgemeine Kapitel
- Fazit
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Gründungsphase des Monte di Pietà in Neapel im 16. Jahrhundert. Die Analyse der verfügbaren Quellen, insbesondere der Statutensammlung aus dem Primo Libro De Conclusioni Del Sac(ro) Monte Dila Pieta, soll ein besseres Verständnis der Funktionsweise dieses Kreditinstituts in der pulsierenden Metropole Neapel ermöglichen.
- Die Rolle des Monte di Pietà als eine Form des kirchlichen Kreditwesens
- Die Entwicklung des Zinsverbots in der christlichen Lehre und die Entstehung der Monti di Pietà
- Die Organisation und Struktur des Monte di Pietà in Neapel
- Die Bedeutung des Monte di Pietà für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Neapels
- Die Beziehung des Monte di Pietà zu anderen städtischen Institutionen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit dem Phänomen der Monti di Pietà in Italien, wobei die Legitimität kirchlichen Kreditgeschäftes und der Wandel im Umgang mit dem Wucherbegriff im Vordergrund stehen. Anschließend werden die Anfänge der Monti di Pietà im Königreich Neapel nachgezeichnet. Das dritte Kapitel präsentiert die Statutensammlung aus dem Primo Libro De Conclusioni Del Sac(ro) Monte Dila Pieta von 1578, welche Einblicke in die Organisation und Funktionsweise des Monte di Pietà in Neapel bietet.
Schlüsselwörter
Monte di Pietà, Pfandkredit, Zinsverbot, Kirche, Neapel, Italien, 16. Jahrhundert, Statutensammlung, Primo Libro De Conclusioni Del Sac(ro) Monte Dila Pieta, Wirtschaftsgeschichte, Sozialgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Was war ein Monte di Pietà?
Ein Monte di Pietà war ein kirchliches Leihhaus, das bedürftigen Bürgern gegen Pfand zinsgünstige oder zinslose Kredite gewährte, um sie vor Wucherzinsen zu schützen.
Wie rechtfertigte die Kirche das Kreditgeschäft trotz Zinsverbot?
Die Kirche argumentierte, dass geringe Gebühren zur Deckung der Verwaltungskosten (pro indemnitate) kein sündhafter Wucher seien, sondern ein Dienst an der christlichen Nächstenliebe (Pietas).
Wann entstand der Monte di Pietà in Neapel?
Der Monte di Pietà in Neapel wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet und entwickelte sich schnell zu einer zentralen sozialen und wirtschaftlichen Institution der Stadt.
Welche Aufgaben hatten die Mitarbeiter des Monte?
Es gab spezialisierte Rollen wie den cassiero (Kassierer), den apprezzatore (Schätzer der Pfänder) und den scrivano (Schreiber), die in den Statuten genau geregelt waren.
Welche Bedeutung hatten die Statuten von 1578?
Die Statuten regelten die interne Organisation, die Verwaltung der Pfänder (guardarobba) und stellten sicher, dass das Institut seinen karitativen Zweck erfüllte.
- Quote paper
- Fabio Freund (Author), 2021, Pfandkredit im Dienste der Pietas. Die Arbeit des Monte di Pietà von Neapel in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1133628