Die Robo Advisor Plattform Scalable Capital, als Marktführer in diesem Segment, betitelt sich selbst als „Die Vermögensverwaltung der Zukunft“ und spricht damit aus, was Statistiken nur vermuten lassen. Aber, wird der klassische Anlagegeschäft tatsächlich durch den Robo-Advisor-Markt und die darin agierenden digitalen Vermögenverwalter, bedroht?
Bankgeschäfte sind unerlässlich, Banken sind es nicht.“ Dieses Zitat von Bill Gates aus dem Jahr 1994 führt uns direkt zu der ursprünglichen Problematik, welche in dieser Arbeit behandelt werden soll. Dieser Gedanke ist aktueller denn je, denn das Bankwesen richtet sich neu aus und es strömen immer mehr sogenannte FinTechs auf den Markt, die den traditionellen Banken, unter anderem im Bereich der Vermögensverwaltung, in Bedrängnis bringen. Auf dem Bereich der Vermögensverwaltung, liegt in dieser Arbeit auch der Fokus, genauer gesagt auf sogenannte Robo Advisors. Ein Robo Advisor ist eine Software, welche auf Algorithmen basiert Portfoliovorschläge für den Kunden macht.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
2 FINTECH GESCHÄFTSMODELLE
3 ANLAGEBERATUNG
3.1 TRADITIONELLE ANLAGEBERATUNG
3.2 DIGITALE VERMÖGENSVERWALTUNG
4 ROBO ADVISORY
4.1 THEORETISCHE UND RECHTLICHE GRUNDLAGEN
4.2 WERTPAPIER – COMPLIANCE
5 ERGEBNIS/FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Robo Advisors als digitale Form der Anlageberatung und analysiert, inwieweit diese technologischen Innovationen das traditionelle Bankgeschäft sowie die bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen herausfordern.
- Definition und Funktionsweise von FinTech-Geschäftsmodellen
- Vergleich zwischen traditioneller Anlageberatung und digitaler Vermögensverwaltung
- Analyse der aufsichtsrechtlichen Grundlagen für Robo-Advisory-Plattformen
- Bedeutung der Compliance-Anforderungen im Wertpapiergeschäft
- Zukunftsperspektiven für das Zusammenspiel zwischen FinTechs und etablierten Banken
Auszug aus dem Buch
3.2 Digitale Vermögensverwaltung
Im Gegensatz zum traditionellen Beratungsprozess wird die robotergestützte Anlageberatung in drei Prozessphasen zusammengefasst, die aber alle sechs Phasen der traditionellen Anlageberatung beinhalten.17 Die erste Phase ist die Produktkonfiguration, die eine Fusion aus Initiierung, Profil und Konzept darstellt. Die digitale Vermögensverwaltung ist, ebenso wie die klassische Anlageberatung, an regulatorische Vorgaben gebunden. Daher ist auch, gem. § 32 KWG die schriftliche Erlaubnis der BaFin, zum Angebot einer digitalen Vermögensverwaltung nach dem Bank- oder Gewerberecht zwingend erforderlich. Die Eigenschaften von Robo Advisory eine „digitale Dienstleistung für Geldanlageberatung und automatisierte Vermögensverwaltung“, lässt uns über Digitalisierung18 der traditionellen Anlageberatung sprechen. Letztlich muss unterschieden werden, ob der Robo-Advisor eine Empfehlung ausspricht, oder nur als Informant dient. Wenn der Robo-Advisor also nur neutral das Produkt anbietet, liegt nicht der Tatbestand der Anlageberatung19 vor. Werden Empfehlungen ausgesprochen und diese dann auch laufend in einem Portfolio verwaltet, gelten dieselben regulatorischen Anforderungen, wie bei der klassischen Anlageberatung. Es besteht aber die Möglichkeit das Angebot eines Robo Advisors in Kombination mit einer optionalen Beratung und auf Algorithmen basierende Anlageempfehlung, das Mindestvolumen einer Anlage zu senken. Digitale Vermögensverwalter treffen Entscheidungen für den Anleger aufgrund Computeralgorithmen, ohne von Emotionen beeinflusst zu werden.20
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung von FinTechs und Robo Advisors im Kontext des sich wandelnden Bankwesens dar.
2 FINTECH GESCHÄFTSMODELLE: Das Kapitel erläutert den Begriff FinTech sowie die aufsichtsrechtlichen Voraussetzungen für technologiebasierte Geschäftsmodelle im Finanzbereich.
3 ANLAGEBERATUNG: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen der Anlageberatung definiert und die Unterschiede zwischen klassischer und digitaler Vermögensverwaltung aufgezeigt.
4 ROBO ADVISORY: Dieser Teil analysiert die rechtliche Einordnung von Robo-Advice-Angeboten sowie die regulatorischen Anforderungen an Compliance im Wertpapierhandel.
5 ERGEBNIS/FAZIT: Das Fazit fasst die Rolle der FinTechs im aktuellen Marktumfeld zusammen und identifiziert regulatorischen Handlungsbedarf sowie Zukunftschancen für Banken.
Schlüsselwörter
Robo Advisor, FinTech, Anlageberatung, Vermögensverwaltung, KWG, BaFin, Digitalisierung, Compliance, WpHG, Finanzdienstleistung, Algorithmen, Finanzmarktrichtlinie, Wertpapierhandel, Bankgeschäfte, Regulierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der digitalen Transformation in der Finanzbranche, insbesondere mit dem Aufstieg von Robo Advisors als automatisierte Anlageberater.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von FinTech-Modellen zur traditionellen Bankberatung, die rechtliche Einstufung digitaler Vermögensverwaltung und die regulatorischen Compliance-Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die rechtliche und funktionale Rolle von Robo Advisors zu untersuchen und deren Einfluss auf die traditionelle Anlageberatung und die Bankenregulierung zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine juristische Literaturanalyse, die Auswertung von Gesetzestexten (wie KWG und WpHG) sowie die Betrachtung aktueller Rechtsprechung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Prozessphasen der digitalen Anlageberatung sowie die spezifischen regulatorischen Herausforderungen, denen Anbieter von Robo-Advice-Plattformen unterliegen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Robo Advisor, FinTech, Anlageberatung, Compliance und Regulierung durch die BaFin.
Welche regulatorischen Hürden bestehen für Robo-Advisory-Plattformen?
Anbieter benötigen in der Regel eine Erlaubnis nach § 32 KWG für Anlageberatung oder Finanzportfolioverwaltung, sofern sie nicht unter spezifische Bereichsausnahmen fallen.
Wie unterscheidet sich die digitale von der traditionellen Vermögensverwaltung rechtlich?
Rechtlich unterliegen beide Modellen ähnlichen regulatorischen Anforderungen, sobald eine Anlageberatung oder kontinuierliche Portfolioverwaltung vorliegt.
Warum spielt die Compliance im Wertpapiergeschäft eine so große Rolle?
Aufgrund von Finanzkrisen und strengeren Vorgaben durch die BaFin sowie EU-Richtlinien ist Compliance essenziell, um Transparenz und Verbraucherschutz zu gewährleisten.
- Quote paper
- Mihaela Stratinszky (Author), 2021, Robo Advisor als digitale Anlageberatung. Hat das klassische Anlagegeschäft noch Zukunft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1132263