In der Arbeit wird zunächst eine definitorische Bestimmung der Interjektion als Wortart erfolgen. Hierbei wird sowohl die geschichtliche Entwicklung der Interjektionen als auch eine Differenzierung zu anderen Wortarten dargestellt. An dieser Stelle werden Interjektionen mit den Wortarten der Partikeln und Routinen verglichen.
Eine genauere Beschreibung der Klassifikation von Interjektionen wird im nachfolgenden Kapitel vorgenommen. Es wird folglich zwischen der morpho-phonologischen und der semantischen Einteilung differenziert. Hierbei werden sowohl die primären als auch die sekundären Interjektionen genauer definiert und analysiert. Anschließend findet eine Beschreibung der Funktion der Intonation bei Interjektionen in Kapitel 4 statt. Die zentralen Begriffe Tonverlauf, Tonhöhenniveau und Tondehnung werden in diesem Abschnitt erläutert und genauer betrachtet.
Interjektionen stellen einen integralen Bestandteil unserer Sprache dar. Sie werden in der deutschen Sprache, aber auch in allen anderen nahezu ununterbrochen meist unbewusst genutzt. In der Linguistik wurden Interjektionen jedoch lange vernachlässig. Bis in die 90er Jahre gab es kaum Veröffentlichungen über diese Wortart, in der heutigen Zeit wird jedoch zunehmend ihre Bedeutung hervorgehoben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interjektionen als Wortart
2.1 Geschichtliches und Definitionen
2.2 Differenzierung zu anderen Wortarten
2.2.1 Interjektionen und Partikeln
2.2.2 Interjektionen und Routinen
3. Klassifikation von Interjektionen
3.1 Morpho-phonologische Einteilung
3.1.1 Primäre Interjektionen
3.1.2 Sekundäre Interjektionen
3.2 Semantische Einteilung
3.2.1 Expressiv
3.2.2 Konativ
3.2.3 Phatisch
4. Funktion der Intonation bei Interjektionen
4.1 Tonverlauf
4.2 Tonhöhenniveau
4.3 Tondehnung
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Interjektion als integralen Bestandteil der deutschen Sprache, definiert ihre Rolle als Wortart und analysiert die entscheidende Bedeutung der Intonation für die pragmatische Funktion dieser Ausdruckswörter.
- Historische Entwicklung und definitorische Bestimmung der Interjektion
- Abgrenzung von ähnlichen Wortarten wie Partikeln und Routinen
- Morpho-phonologische und semantische Klassifikationsmodelle
- Funktionale Bedeutung von Tonverlauf, Tonhöhenniveau und Tondehnung
- Empirische Betrachtung von Interjektionen im Kommunikationsverlauf
Auszug aus dem Buch
3. Klassifikation von Interjektionen
Seit Wundt (1900) wird zwischen primären und sekundären Interjektionen unterschieden (vgl. Reisigl 1999:13). Im Folgenden soll eine definitorische Bestimmung erfolgen.
Primäre Interjektionen sind aus tierischen beziehungsweise menschlichen Naturlauten entstanden. Sie stellen für Wundt (1900:302) in der Sprache die „stehengebliebenen Reste reiner Naturlaute beziehungsweise vereinzelte Trümmer einer vorsprachlichen Stufe[...]“ dar. Sie gehören keiner anderen Wortart an, sind meist kürzere Wörter oder auch sogenannte Nicht-Wörter.
Ameka beschreibt primäre Interjektionen als „[...] those little words, or ‘non-words’, which can constitute utterances by themselves - are another word class found in all languages“ (Ameka 1992:101).
Als „primär“ bezeichnet Wundt (1900) diese Ausdrucksklasse deshalb, da sie die ursprünglichsten Reste reiner Naturlaute sind und „weil sie den Charakter von Naturlauten vollständig bewahrt haben“ (Reisigl 1999:13-14). Beispiele für diese primären Interjektionen sind oh!, au!, ha! und ei!
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Interjektionen in der Linguistik und skizziert das Ziel der Arbeit, die definitorische Bestimmung sowie die funktionale Analyse von Intonationsmustern bei Interjektionen.
2. Interjektionen als Wortart: Dieses Kapitel behandelt die geschichtliche Entwicklung des Interjektionsbegriffs und grenzt diese Wortart von Partikeln und Routinen ab.
3. Klassifikation von Interjektionen: Die Klassifikation erfolgt hier nach morpho-phonologischen Kriterien in primäre und sekundäre Formen sowie nach semantischen Funktionen in expressive, konative und phatische Kategorien.
4. Funktion der Intonation bei Interjektionen: Das Kapitel erläutert, wie Tonverlauf, Tonhöhenniveau und Tondehnung massiv die Bedeutung einer Interjektion beeinflussen können.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Komplexität der Wortart zusammen und betont die Notwendigkeit, Intonationsmerkmale zur Vermeidung von Fehlkommunikation stärker zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Interjektion, Sprachwissenschaft, Intonation, Tonverlauf, Tonhöhenniveau, Tondehnung, Partikel, Routine, Kommunikation, Semantik, primäre Interjektionen, sekundäre Interjektionen, Sprachanalyse, Ausdrucksweise, Linguistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Interjektionen als einen integralen Bestandteil der menschlichen Sprache und beleuchtet deren morphologische, semantische und insbesondere intonatorische Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die historische Definition, die Abgrenzung zu verwandten Wortarten, die Klassifizierung und die detaillierte Untersuchung der prosodischen Parameter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Komplexität der Interjektion als Wortart aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass Intonation eine entscheidende Rolle für die semantische und pragmatische Bedeutung von Interjektionen spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch linguistische Literaturanalyse und nutzt systematische Matrizen und grafische Analysen zur Veranschaulichung der Intonationsfunktion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die definitorische Abgrenzung (Partikeln/Routinen), die Einteilung (primär/sekundär) und die funktionale Analyse der Intonationsmerkmale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Interjektion, Intonation, Tonverlauf, Tondehnung, Sprachkommunikation und die Differenzierung von Wortarten.
Was unterscheidet primäre von sekundären Interjektionen?
Primäre Interjektionen sind direkte, oft instinktive Lautäußerungen ("Nicht-Wörter"), während sekundäre Interjektionen aus der Sprache abgeleitete Begriffe sind, die anderen Wortarten nahestehen.
Warum spielt die Intonation bei Interjektionen eine so große Rolle?
Da Interjektionen syntaktisch oft isoliert stehen, ist die Intonation der primäre Träger ihrer kommunikativen Funktion; bereits kleine Veränderungen können die Bedeutung ins Gegenteil verkehren.
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- Anne Hamburger (Author), 2015, Interjektionen. Ein integraler Bestandteil unserer Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1129098