Ziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen von Gewinnverschiebungen sowie die Maßnahmen zur Vermeidung dieser im Rahmen des BEPS-Projektes darzulegen und zu erläutern. Dazu werden zu Beginn theoretische Grundlagen der Besteuerung gelegt. Zudem werden die Problemfelder der internationalen Besteuerung und Kanäle aggressiver Steuergestaltungen beschrieben. Aufbauend darauf erfolgt ein Überblick über Zielsetzungen und Maßnahmen des BEPS-Projekts der OECD. Anschließend wird auf verfügbare Daten und empirische Studien zum Thema Gewinnverschiebung eingegangen. Eine Zusammenfassung beendet diese Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Internationale Steuerplanung – Möglichkeit der Gewinnverschiebung
2.1 Steuerplanung und Steuerhoheit
2.2 Problemfelder in der internationalen Besteuerung
2.2.1 Entwicklung zu globalen Geschäftsmodellen
2.2.2 Mangelnde Harmonisierung internationaler Steuersysteme
2.2.3 Staatlicher Wettbewerb um Steuergelder
2.2.4 Minderbesteuerung der Unternehmensgewinne
2.3 Kanäle der Gewinnverschiebung
2.3.1 Finanzierungsstrukturen
2.3.2 Preisgestaltung und Verrechnungspreise
2.3.3 Lizenzierungsmodelle und Patentboxen
2.3.4 Treaty Shopping
2.4 Zwischenfazit
3 BEPS-Projekt des OECD
3.1 Hintergründe und Zielsetzung
3.2 Überblick über die Maßnahmen des BEPS-Aktionsplans
4 Verfügbare Daten und Empirische Studien
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Ursachen für Gewinnverschiebungen durch international tätige Unternehmen sowie die Gegenmaßnahmen im Rahmen des BEPS-Projektes der OECD zu analysieren und kritisch zu erläutern.
- Theoretische Grundlagen der internationalen Steuerplanung und Steuerhoheit.
- Identifikation und Analyse von Problemfeldern und Kanälen aggressiver Steuergestaltung.
- Detaillierter Überblick über die 15 Aktionspunkte des OECD BEPS-Projekts.
- Bewertung empirischer Daten und Studien zur Wirksamkeit der Maßnahmen.
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Finanzierungsstrukturen
Unternehmen bedienen sich an Kapitalzuflüssen zur Aufrechterhaltung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Man unterscheidet dabei zwischen Fremd- und Eigenkapital. Im Rahmen der steuerlichen Betrachtung kommen den Kapitalformen unterschiedliche Bedeutungen zu. Das Fremdkapital wird als von außen kommende Ressource angesehen, die nicht dem Unternehmen gehört. Aus diesem Grund dürfen daraus entstehende Zinszahlungen als Betriebsausgaben (ohne Betrachtung von Ausnahmefällen) in Abzug gebracht werden. Auf der anderen Seite können gezahlte Dividenden an die Aktionäre nicht steuerlich geltend gemacht werden. Diese Konstellation führt letztendlich dazu, dass die Fremdfinanzierung von Unternehmen präferiert wird. Zudem entsteht der Anreiz gewisse Zahlungen im Staat des Zahlenden als Zinsaufwand und im Empfänger-Staat als Dividende auszuweisen. Die Quellensteuerfreiheit von grenzüberschreitenden Zinszahlungen bildet das Grundgerüst der steueroptimierenden Finanzierungsstrukturen. Dabei kommt es im Staat der Kapitalnutzung zu keiner Besteuerung. Erst im Staat der Finanzierungsgesellschaft kommt es zu dieser. Im Allgemeinen ist zwar eine Quellensteuer von 10% vorgesehen durch Art. 11 Abs. 2 des OECD-Musterabkommen (OECD-MA), doch reduzieren viele getroffene DBA die Steuer auf 0%. Zudem ist innerhalb der EU eine Quellensteuerfreiheit durch die EU-Zins- und Lizenzrichtlinien vorgeschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der aggressiven Steuerplanung mittels Strategien wie dem "Double Irish with a Dutch Sandwich" und Darstellung der Problematik für das globale Steuersystem.
2 Internationale Steuerplanung – Möglichkeit der Gewinnverschiebung: Theoretische Herleitung der Steuerhoheit und Analyse der Mechanismen, durch die multinationale Unternehmen steuerliche Diskrepanzen zur Gewinnverschiebung nutzen.
3 BEPS-Projekt des OECD: Ausführliche Beschreibung des OECD-Aktionsplans zur Bekämpfung von Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung sowie Erläuterung der 15 spezifischen Aktionspunkte.
4 Verfügbare Daten und Empirische Studien: Untersuchung der vorhandenen Datenbasis und wissenschaftlicher Studien zur Bewertung der Größe des BEPS-Problems und der Effektivität politischer Gegenmaßnahmen.
5 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Ergebnisse, welche festhält, dass die vollständige Eliminierung von BEPS zwar schwierig bleibt, aber durch das OECD-Projekt ein bedeutender Startschuss für eine fairerere internationale Steuerpolitik gegeben wurde.
Schlüsselwörter
BEPS, Gewinnverschiebung, Gewinnverkürzung, OECD, Internationale Steuerplanung, Steuerhoheit, Verrechnungspreise, Doppelbesteuerung, Finanzierungsstrukturen, Patentboxen, Treaty Shopping, Multinationale Unternehmen, Steuerwettbewerb, Steueroasen, Gewinnverlagerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den legalen, aber aggressiven Steuerplanungsstrategien multinationaler Unternehmen und den daraus resultierenden Auswirkungen auf nationale Steuersysteme.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung (BEPS), internationale Steuergesetzgebung, Möglichkeiten der Steueroptimierung und die Lösungsansätze der OECD.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen für Gewinnverschiebungen darzulegen und die Maßnahmen des BEPS-Projekts der OECD zu erläutern, um deren Beitrag zur Eindämmung dieser Praxis zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die durch die Auswertung von OECD-Berichten, empirischen Studien und praktischen Fallbeispielen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der steuerlichen Problemfelder (Standortwettbewerb, mangelnde Harmonisierung) sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den 15 Aktionspunkten des BEPS-Projekts.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind BEPS, Gewinnverlagerung, Verrechnungspreise, internationale Besteuerung und Steuerhoheit.
Was genau ist ein "Double Irish with a Dutch Sandwich"?
Es handelt sich um eine komplexe Steuerplanungsstrategie, bei der Tochtergesellschaften in Irland und den Niederlanden genutzt werden, um Gewinne in Steueroasen zu verschieben und die Steuerlast zu minimieren.
Warum ist das BEPS-Projekt der OECD aktuell so relevant?
Das Projekt ist relevant, da multinationale Unternehmen durch die Ausnutzung internationaler Steuergefälle jährlich Steuereinnahmen in Milliardenhöhe verursachen, was den fairen Wettbewerb verzerrt.
Welche Rolle spielen "Patentboxen" bei der Steuervermeidung?
Patentboxen ermöglichen es, Erträge aus immateriellen Wirtschaftsgütern wie Patenten in bestimmten Ländern niedriger zu besteuern, was von Unternehmen zur gezielten Gewinnverlagerung ausgenutzt wird.
Sind die beschriebenen Steuerpraktiken illegal?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass die meisten der beschriebenen Praktiken als legale Steuergestaltung gelten, wenngleich sie als unethisch oder aggressive Steuerpolitik eingestuft werden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Maßnahmen zur Vermeidung von Gewinnverschiebungen im Rahmen des BEPS-Projekts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1128226