Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen politischer Wirksamkeit und dem Ausbilden von politischem Vertrauen gegenüber dem politischen Parlament unter der Berücksichtigung der individuellen Wahlentscheidung. Hierbei wird nach den zwei Dimensionen der individuell eingeschätzten internen und externen politischen Wirksamkeit unterschieden. Theoretisch wird erwartet, dass sowohl höhere Gefühle der internen als auch der externen politischen Wirksamkeit einen positiven Einfluss auf das individuelle Vertrauen in das Parlament ausüben. Zusätzlich wird bei der Wirkung von politischer Wirksamkeit die Wahlentscheidung bei der zuletzt vorausgegangenen Bundestagswahl für eine Regierungs- oder Nichtregierungspartei in die Untersuchung durch Interaktionseffekte miteinbezogen. Dabei wird angenommen, dass eine hohe subjektive interne sowie externe politische Wirksamkeit kombiniert mit der Wahl einer Regierungspartei zu mehr politischem Vertrauen führt und eine gering eingeschätzte politische Wirksamkeit im Zusammenspiel mit der Wahl einer Nichtregierungspartei zu weniger politischem Vertrauen führt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung
2. Das Verhältnis von politischem Vertrauen und politischer Wirksamkeit im Literaturüberblick
3. Theoriebildung und Hypothesenableitung
3.1. Begriffsdefinition politisches Vertrauen und politische Wirksamkeit
3.2. Theoretische Annahmen und Hypothesenbildung
3.2.1. Zusammenhang zwischen politischer Wirksamkeit und Vertrauen
3.2.2. Moderation durch Wahlentscheidung
3.2.3. Fallauswahl und der Einfluss der Kontrollvariablen
4. Empirische Analyse
4.1. Daten
4.2. Operationalisierung
4.3. Methodik
4.4. Statistische Analyse
5. Der Einfluss von politischer Wirksamkeit auf politisches Vertrauen - Diskussion und Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern die subjektive interne und externe politische Wirksamkeit das Vertrauen der Bevölkerung in das Parlament beeinflusst, wobei insbesondere die Rolle der individuellen Wahlentscheidung (Regierungs- vs. Nichtregierungspartei) als moderierender Faktor analysiert wird.
- Zusammenhang zwischen politischer Wirksamkeit und Vertrauen
- Moderationseffekte durch das Wahlverhalten
- Untersuchung des deutschen Falls auf Basis von ESS-Daten
- Vergleich der Dimensionen interne vs. externe Wirksamkeit
- Bedeutung der politischen Repräsentation für das Systemvertrauen
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Zusammenhang zwischen politischer Wirksamkeit und Vertrauen
In dieser Hausarbeit wird entsprechend vorausgegangener Literatur vermutet, dass interne und externe politische Wirksamkeit auf verschiedenen Wegen das Ausbilden von politischem Vertrauen in das Parlament beeinflussen (Craig 1979). Für die Dimension der internen politischen Wirksamkeit gilt für diejenigen Personen, welche sich eine ausgeprägte politische Kompetenz hinsichtlich ihrer politischen Einflussmöglichkeiten zuschreiben, dass sie eher die Überzeugung pflegen, dass das Parlament die allgemeinen Bedürfnisse der Bevölkerung in die Politikgestaltung miteinbezieht und generell ausreichend Optionen zur Einflussausübung existieren. Dadurch entwickelt das Individuum eine positivere evaluative Orientierung gegenüber dem Parlament und subjektive Einschätzungen werden gestärkt, welche die Auffassung bekräftigen, dass das Parlament auf adäquate Weise nach den Erwartungen des Volkes handelt. So können sich höhere individuelle Vertrauenslevel gegenüber dem Parlament entwickeln. Demzufolge kann die folgende Hypothese formuliert werden: H1: Je höher eine Person ihre interne politische Wirksamkeit einschätzt, desto größer ist ihr politisches Vertrauen in das Parlament.
Für externe politische Wirksamkeit gilt theoretisch, dass eine stärker ausgeprägte Wahrnehmung, dass das Parlament für die Interessen der Bevölkerung offen ist und auf diese angemessen reagiert, in einer positiven Responsivitätsbewertung des Parlaments resultiert. Dies wirkt sich positiv auf die Gesamtevaluation des Parlaments aus, wodurch die subjektiven Erwartungen, dass es entsprechend der Bedürfnisse des Volkes handelt, verstärkt werden. Darauf können höhere politische Vertrauenslevel gegenüber dem Parlament wurzeln. Dementsprechend kann die zweite Hypothese davon abgeleitet werden: H2: Je höher eine Person ihre externe politische Wirksamkeit einschätzt, desto größer ist ihr politisches Vertrauen in das Parlament.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Hinführung zur Bedeutung von politischem Vertrauen und Wirksamkeit für die demokratische Stabilität sowie Definition der Forschungsfrage.
2. Das Verhältnis von politischem Vertrauen und politischer Wirksamkeit im Literaturüberblick: Systematisierung des aktuellen Forschungsstandes und Identifikation der Forschungslücke hinsichtlich der Kombination mit der Wahlentscheidung.
3. Theoriebildung und Hypothesenableitung: Theoretische Begriffsbestimmung der zentralen Konzepte sowie Herleitung von sechs testbaren Hypothesen.
4. Empirische Analyse: Vorstellung des Datensatzes, der Operationalisierung der Variablen und der statistischen Methode (OLS-Regression) zur Überprüfung der Hypothesen.
5. Der Einfluss von politischer Wirksamkeit auf politisches Vertrauen - Diskussion und Konklusion: Synthese der Ergebnisse, kritische Reflexion der methodischen Schwächen und Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter
Politisches Vertrauen, Politische Wirksamkeit, Interne Wirksamkeit, Externe Wirksamkeit, Wahlentscheidung, Parlament, Systemvertrauen, Regierungs- vs. Nichtregierungspartei, Repräsentation, Politische Partizipation, European Social Survey, OLS-Regression, Responsivität, Demokratie, Politische Kompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der individuell eingeschätzten politischen Wirksamkeit (intern/extern) und dem Vertrauen in das Parlament unter Berücksichtigung der Wahl einer Regierungs- oder Nichtregierungspartei.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die politische Vertrauensforschung, das Konzept der politischen Wirksamkeit sowie die Auswirkungen von Wahlergebnissen auf die politische Einstellung der Bürger.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern beeinflusst die subjektive politische Wirksamkeit das politische Vertrauen in das Parlament unter Berücksichtigung der individuellen Wahlentscheidung?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative statistische Analyse in Form einer multivariaten Ordinary-Least-Squares (OLS) Regression auf Basis des European Social Survey (2018) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Literaturübersicht, die Operationalisierung der Variablen, die methodische Vorgehensweise und eine detaillierte statistische Analyse der Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Politisches Vertrauen, politische Wirksamkeit, Wahlentscheidung, Systemstabilität und Repräsentativität des Parlaments.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen interner und externer Wirksamkeit eine wichtige Rolle?
Die Arbeit differenziert zwischen der persönlichen Überzeugung der eigenen Einflussmöglichkeit (intern) und der Wahrnehmung des Systems hinsichtlich seiner Responsivität (extern), um deren unterschiedliche Einflüsse auf das Vertrauen isoliert zu betrachten.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Bedeutung der Wahlentscheidung?
Die Autorin stellt fest, dass die Parteiwahl einen moderierenden Einfluss hat; insbesondere externe Wirksamkeit führt bei Wählern unabhängig von der parteipolitischen Ausrichtung tendenziell zu mehr Vertrauen, während die interne Wirksamkeit weniger eindeutige Ergebnisse liefert.
- Arbeit zitieren
- Maren Weiß (Autor:in), 2021, Politische Wirksamkeit und das Vertrauen in das Parlament. Einfluss der individuellen Wahlentscheidung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1127976