Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit liegt auf der Frage danach, wie Demokratiebildung im schulischen Kontext gelingen kann und welche Problemfelder beachtet werden müssen. Dass der schulischen Demokratiebildung in Deutschland ein hoher Stellenwert zugeschrieben wird, geht zudem aus einem mit dem Schuljahr 2019 /2020 in Kraft getretenen Leitfaden des baden-württembergischen Kultusministeriums hervor. "Schule hat die Aufgabe, junge Menschen zu selbstverantwortlichem und demokratischem Handeln in der Gesellschaft zu befähigen."
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Demokratie-Lernen
3. Partizipation in einer demokratischen Schulkultur
4. Schulische und politische Partizipation
5. Grundschulkinder und Demokratie/Politik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Umsetzung der Demokratiebildung im schulischen Kontext, wobei ein besonderer Fokus auf der Grundschule liegt. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie schulische Partizipation dazu beitragen kann, demokratische Kompetenzen bei Kindern zu fördern und welche Herausforderungen sowie Potenziale sich daraus ergeben.
- Grundlagen des Demokratie-Lernens und der Demokratiebildung
- Bedeutung von Partizipation für eine demokratische Schulkultur
- Zusammenhang zwischen familiärer und schulischer Partizipation
- Politisches Verständnis und Kompetenzen bei Grundschulkindern
Auszug aus dem Buch
3. Partizipation in einer demokratischen Schulkultur
Im bereits zitierten Beschluss der Kultusministerkonferenz heißt es: „Schülerinnen und Schüler sollen so früh wie möglich an die Grundprinzipien unserer demokratischen Staats- und Gesellschaftsordnung herangeführt und mit ihnen vertraut gemacht werden.“ (S. 5). Partizipation kann als erweitertes demokratisches Grundprinzip verstanden werden, denn die wörtliche griechische Übersetzung von Demokratie lautet Herrschaft des Volkes (vgl. https://www.bpb.de/ nachschlagen/lexika/pocket-politik/16391/demokratie). Da dem Partizipationsbegriff keine einheitliche Definition zu Grunde liegt, kann eine begriffliche Annäherung über Synonyme erfolgen, die das online Wörterbuch des Dudens aufführt: das Teilhaben, Teilnehmen und Beteiligtsein (vgl. https://www.duden.de/rechtschreibung/Partizipation).
Das Konzept von Partizipation in Schule und Unterricht resultiert aus einem modernisierten Verständnis von Bildung und Lernen als eigenaktiver Prozess, bei dem die Eigenbeteiligung der Kinder und Jugendlichen als „Voraussetzung für gelingende Bildungs- und Entwicklungsprozesse“ (Alt et al. 2005, S. 25) gesehen wird. Partizipation im Rahmen einer demokratischen Schulkultur bedeutet infolgedessen, dass die Schülerinnen und Schüler am Schulleben und an der Schulentwicklung beteiligt sind (vgl. Reinhardt 2010b, S. 86). Winklhofer (2008, S. 61) stellt einen common sense in Pädagogik und Politikdidaktik darüber fest, dass die Schülerinnen und Schüler an sie betreffenden Entscheidungen und der Gestaltung ihres Alltags zu beteiligen sind. Die Ausgestaltung von Partizipation kann auf Ebene der Schule und der Klasse sowie auf außerunterrichtlicher und individueller Ebene erfolgen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den hohen Stellenwert der Demokratiebildung in der Schule basierend auf Beschlüssen der Kultusministerkonferenz und formuliert die Leitfrage der Arbeit zur Umsetzung im schulischen Alltag.
2. Demokratie-Lernen: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des Demokratie-Lernens, betont die Notwendigkeit, Demokratie als Lebensform erfahrbar zu machen, und thematisiert Herausforderungen bei der Operationalisierung demokratischer Kompetenzen.
3. Partizipation in einer demokratischen Schulkultur: Hier wird Partizipation als zentrales Prinzip für eine demokratische Schulkultur definiert, wobei auf die Bedeutung echter Teilhabe eingegangen und vor der Gefahr einer Scheinpartizipation gewarnt wird.
4. Schulische und politische Partizipation: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen familiärer und schulischer Partizipation sowie die Frage, ob soziale Partizipation im Nahraum automatisch zu politischer Bildung führt.
5. Grundschulkinder und Demokratie/Politik: Dieses Kapitel widerlegt Vorurteile gegenüber dem Politikverständnis von Grundschulkindern anhand empirischer Studien und plädiert für einen frühzeitigen Beginn der Demokratiebildung.
Schlüsselwörter
Demokratiebildung, Partizipation, Demokratie-Lernen, Grundschule, Demokratiekompetenz, Schulkultur, Politische Bildung, Mitbestimmung, Verantwortungslernen, Schulalltag, Schülerbeteiligung, Politikbewusstsein, Sozialisation, Demokratische Lebensform, Kindheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Demokratiebildung im schulischen Umfeld und untersucht, wie demokratische Kompetenzen und Partizipationsmöglichkeiten insbesondere in der Grundschule gefördert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören das Demokratie-Lernen, die Bedeutung von Partizipation in der Schulkultur, der Zusammenhang von familiärer und schulischer Mitbestimmung sowie das Politikverständnis von Kindern im Grundschulalter.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Herausforderungen der Demokratiebildung sowie der schulischen Partizipation kritisch zu beleuchten und deren Beitrag zur Entwicklung demokratischer Kompetenzen zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Fachliteratur und pädagogischer Diskurse sowie der Einbeziehung und Reflexion empirischer Studienergebnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Demokratie-Lernens, diskutiert das Konzept der Partizipation sowie deren praktische Umsetzung in der Schule und stellt empirische Studien zur politischen Orientierung von Grundschulkindern vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Demokratiebildung, Partizipation, Demokratiekompetenz, Schulkultur, Politische Bildung und Mitbestimmung gekennzeichnet.
Warum wird vor einer Scheinpartizipation gewarnt?
Scheinpartizipation führt zu einer Demotivation der Lernenden und widerspricht dem Ziel der Demokratiebildung, da Kindern die verbindliche Entscheidungskompetenz vorenthalten wird, obwohl der Anschein einer Mitwirkung erweckt wird.
Welche Rolle spielt die Familie für die schulische Partizipation?
Die Forschung zeigt einen positiven Zusammenhang: Kinder, die im Elternhaus an Entscheidungen beteiligt werden, nehmen Partizipationsmöglichkeiten in der Schule stärker wahr, weshalb die Familie als Übungsfeld für Demokratie fungieren kann.
Wie stehen Kinder im Grundschulalter zu Politik?
Entgegen der verbreiteten Annahme, Politik sei erst für ältere Schüler zugänglich, belegen die vorgestellten Studien, dass bereits Grundschulkinder über ein grundlegendes Politikbewusstsein verfügen und für demokratisches Lernen empfänglich sind.
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- Anonym (Author), 2020, Wie kann Demokratiebildung in der Schule gelingen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1127142