Dieses Paper untersucht die Wirkungsweise zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation. In einer sich rapide verändernden Arbeitswelt sehen sich Unternehmen zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert und benötigen motivierte Arbeitskräfte, um diese zu meistern.
Motivation kann die Arbeitsleitung erhöhen und das Fehlverhalten am Arbeitsplatz reduzieren. Darüber hinaus hat Arbeitsmotivation einen positiven Einfluss auf die Profitabilität eines Unternehmens. Um die Potenziale von Motivation möglichst gewinnbringend auszuschöpfen, muss eine Organisation ein tiefergehendes Verständnis über dieses psychologische Konstrukt entwickeln.
Ältere Literatur zeigt, dass extrinsische Motivation, die intrinsische Motivation korrumpieren kann. Dieses Phänomen hat als „Korrumpierungseffekt“ Eingang in die Wissenschaft gefunden.
Inhaltsverzeichnis
Die Wirkungsweise zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation
Motivation
Intrinsische vs. Extrinsische Motivation
Eigenschaften von extrinsischer und intrinsischer Motivation
Die Selbstbestimmungstheorie
Theorie der organismischen Integration
Theorie der Basisbedürfnisse
Kognitivie Bewertungstheorie
Der Korrumpierungseffekt
Metaanalyse
Methode und Ergebnisse
Lemos & Verissimo, 2014
Etkin, 2016
Kuvaas, Buch, Weibel, Dysvik, & Nerstad, 2017
Pedersen, Andersen, Jensen, Waldroff, & Jacobsen, 2018
Berdud, Cabases, & Nieto, 2016
Diskussion
Limitation und Kritik
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wirkungsweise zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation in der heutigen Arbeitswelt mit dem Fokus auf die Aktualität des sogenannten „Korrumpierungseffekts“, bei dem extrinsische Anreize die intrinsische Motivation untergraben können.
- Grundlagen der Motivationspsychologie und Arbeitsmotivation
- Die Selbstbestimmungstheorie (SDT) nach Deci und Ryan
- Analyse aktueller empirischer Studien zum Korrumpierungseffekt
- Vergleich von monetären und nicht-monetären Anreizsystemen
- Diskussion der Auswirkungen von Leistungs- und Outputmessungen auf das Mitarbeiterverhalten
Auszug aus dem Buch
Der Korrumpierungseffekt
In der wissenschaftlichen Literatur scheint eine große Mehrheit einen Konsens darüber gefunden zu haben, dass Belohnungen (extrinsische Anreize) die intrinsische Motivation unter bestimmten Bedingungen unterminieren (z.b. Deci E. S., 1971; Lepper, Greene, & Nisbett, 1973) . Der beschriebene Effekt wird „verborgene Kosten der Belohnung“ (Lepper & Greene, 1978) oder „Korrumpierungseffekt der extrinsischen Motivation“ (Deci E. L., 1975) tituliert. Durch Frey wurde dieses Phänomen als „Verdrängungs-Effekt“ in die moderne Ökonomik eingeführt (Frey, 1997). In dieser Arbeit wird dieses Phänomen nachfolgend einheitlich als Korrumpierungseffekt gemäß der Selbstbestimmungstheorie bezeichnet. Der Korrumpierungseffekt erklärt sich dadurch, dass der wahrgenommene Ort der Verursachung des eigenen Handelns von innen nach außen verschoben wird (Deci, Koestner, & Ryan, 2001; Rummel & Feinberg, 1988). Ältere Studien zeigten, dass eine freiwillige und nicht vergütete Aktivität, die von einer Personengruppe ausgeführt wurde, einen bestimmten Output erzielte. Wurde die gleiche Aktivität erneut von derselben Personengruppe durchgeführt, die dieses Mal jedoch im Gegenzug eine Vergütung für das Durchführen erhielten, fiel der Output unter der vergüteten Kondition im Vergleich signifikant ab. Kinder malen weniger (Lepper, Greene, & Nisbett, 1973), Erwachsene puzzeln weniger (Deci E. L., 1975) und Schüler lösen keine mathematischen Aufgaben mehr (Greene, Sternberg, & Lepper, 1976).
Zusammenfassung der Kapitel
Motivation: Dieses Kapitel definiert Motivation als Prozess der Intensität, Richtung und Ausdauer und grenzt die intrinsische von der extrinsischen Motivation im Arbeitskontext ab.
Die Selbstbestimmungstheorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, insbesondere die Teiltheorien der organismischen Integration, der Basisbedürfnisse und der kognitiven Bewertungstheorie.
Der Korrumpierungseffekt: Dieses Kapitel beschreibt das Phänomen, bei dem externe Belohnungen die ursprüngliche intrinsische Motivation schwächen können.
Metaanalyse: Dieses Kapitel leitet die Untersuchung ein, indem es die Notwendigkeit einer aktuellen Analyse der Korrumpierungsthese in der modernen Wissensgesellschaft begründet.
Methode und Ergebnisse: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen bei der Auswahl und Vorstellung der fünf empirischen Vergleichsstudien.
Diskussion: Dieses Kapitel kritisiert die vorgestellten Studien hinsichtlich ihrer Validität, Stichprobengröße und Generalisierbarkeit sowie ihrer kulturellen Kontexte.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Metaanalyse zusammen und stellt fest, dass die Korrumpierungsthese nur teilweise bestätigt werden kann.
Schlüsselwörter
Motivation, extrinsische Motivation, intrinsische Motivation, Korrumpierungseffekt, Selbstbestimmungstheorie, Arbeitspsychologie, Anreizsysteme, Arbeitsleistung, Autonomie, Bedürfnisfrustration, Leistungsbeurteilung, empirische Metaanalyse, Mitarbeiterverhalten, Arbeitskontext, Verdrängungseffekt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem psychologischen Konstrukt der Motivation und der speziellen Wirkungsweise zwischen extrinsischen Anreizen und intrinsischer Motivation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Selbstbestimmungstheorie, dem sogenannten Korrumpierungseffekt sowie der empirischen Analyse von Studien, die untersuchen, wie externe Einflüsse die Arbeitsfreude beeinflussen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob extrinsische Motivation die intrinsische Motivation untergräbt und ob der Korrumpierungseffekt in der heutigen Arbeitswelt nach wie vor beobachtbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und einer Mini-Metaanalyse von fünf ausgewählten empirischen Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Motivation und zur Selbstbestimmungstheorie sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion von fünf empirischen Studien zu diesem Thema.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen extrinsische/intrinsische Motivation, Korrumpierungseffekt, Selbstbestimmungstheorie und Arbeitsleistung.
Warum spielt die Selbstbestimmungstheorie eine so zentrale Rolle für die Argumentation?
Sie dient als theoretisches Gerüst, um zu erklären, wie die Befriedigung grundlegender psychologischer Bedürfnisse (Autonomie, Kompetenz, soziale Eingebundenheit) Voraussetzung für intrinsische Motivation ist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Gültigkeit des Korrumpierungseffekts?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Effekt nur teilweise bestätigt werden kann, da die Ergebnisse der untersuchten Studien widersprüchlich sind und kulturelle sowie kontextuelle Faktoren eine große Rolle spielen.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Motivation in der modernen Wissensgesellschaft im Vergleich zu früheren Modellen?
Während frühere Modelle oft von einer starren Industrie-Arbeitswelt ausgingen, betont die moderne Perspektive die Bedeutung von Flexibilität, Autonomie und der Wahrnehmung von Arbeit als sinnstiftend.
Welche Rolle spielt die Autonomie der Mitarbeiter bei der Vermeidung des Korrumpierungseffekts?
Die Arbeit deutet darauf hin, dass die Beschneidung von Autonomie durch zu starke externe Kontrollen (wie Dokumentationspflichten) intrinsische Motivation schwächt, während nicht-monetäre Anreize, die Autonomie fördern, diese sogar stärken können.
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- Leonard Groß (Author), 2020, Extrinsische und intrinsische Motivation. Ihre Wirkungsweise untereinander, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1119324