Im Rahmen dieser Arbeit werden die Auswirkungen des Terroranschlages vom 11. September auf das Hollywoodkino untersucht. Der folgenden Untersuchung liegen dabei zwei verschiedene Fragen zugrunde: Zum einen wird der Fragestellung nachgegangen, inwieweit filmische Fiktion die geistige Urheberschaft für verheerende Terror- und Gewaltanschläge trägt. Zum anderen wird herausgearbeitet, ob sich durch das Flugzeugattentat auf das World Trade Center (WTC), Veränderungen bezogen auf das Selbstverständnis Hollywoods und die Machart der Filme im Sinne einer Zäsur ergeben haben.
Im zweiten Kapitel geht es um eine grundlegende Typisierung des Genres des Katastrophenfilms. Es werden die Bezugspunkte des Katastrophenfilms dargestellt und die charakteristischen Merkmale des Genres aufgezeigt. Im Anschluss daran wird demonstriert, welche Kriterien es sind, die die Faszination des Katastrophenfilms für das Publikum bewirken.
Im dritten Kapitel dieser Arbeit wird vor dem Hintergrund des theoretischen Basiswissens um den Katastrophenfilm dargelegt, inwieweit möglicherweise fiktive Katastrophenszenarien im Film dem realen Terror als Vorbild dienen. Der Anschlag auf das WTC, der einer filmischen Inszenierung eines gigantischen Katastrophenfilmes gleichkam, lässt derartige Rückschlüsse zu.
Das vierte Kapitel setzt sich mit der Schockwirkung der Ereignisse vom 11. September auseinander und stellt sich der Frage, inwieweit sich das Kino nach diesen Attentaten dauerhaft verändern wird. Zum einen werden die unmittelbaren Konsequenzen der Anschläge auf Hollywood dargestellt, und zum anderen werden die langfristigen Auswirkungen auf das Filmgeschäft angesprochen.
Abschließend wird zusammenfassend dargestellt welche Auswirkung auf das Hollywoodkino zu erwarten sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Katastrophenfilm
2.1 Das Genre des Katastrophenfilms
2.2 Bezugspunkte des Katastrophenfilms
2.3 Charakteristika des Katastrophenfilms
2.4 Faszination des Katastrophenfilms
3 Filmische Fiktion als Quelle der Inspiration für realen Terror
4 Hollywood nach dem 11. September
4.1 Die unmittelbare Reaktion Hollywoods auf die Terroranschläge
4.2 Langfristige Auswirkungen auf das Filmgeschäft
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September auf das Hollywoodkino, wobei insbesondere die Rolle filmischer Fiktion als mögliche Inspirationsquelle für realen Terror sowie eine mögliche Zäsur im Selbstverständnis Hollywoods analysiert werden.
- Typisierung des Katastrophenfilm-Genres und dessen Faszinationsfaktoren
- Analyse der Parallelen zwischen filmischer Inszenierung und realem Terror
- Unmittelbare Reaktionen der Filmindustrie auf die Anschläge (z. B. Verschiebung von Filmstarts)
- Untersuchung langfristiger Trends und ökonomischer Prioritäten in Hollywood
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Genre des Katastrophenfilms
Kaum ein anderes Genre erlaubt es Einbrüche in die „heile Welt“ dergestalt kontrastiert darzustellen, wie der Katastrophenfilm (Vgl. Seeßlen, Georg 2001: 24). Das Bild der Katastrophe präsentiert sich dabei in ständig veränderter Darstellungsweise, so dass man in diesem Zusammenhang von einer permanenten Transformation des Genres sprechen kann. (Vgl. Seeßlen, Georg 2001: 22) Doch so differenziert und scheinbar voneinander losgelöst sich die Katastrophenphantasien in ihrer äußeren Erscheinung auch dem Publikum darstellen, so gilt es dennoch festzuhalten, dass sie in ihrem inneren Wesen in wesentlichen Aspekten miteinander verknüpft sind. „Und so unterschiedlich sich diese cineastischen Katastrophenphantasien auch zeigen mögen, sie sind verbunden miteinander durch eine innere Dramaturgie, in der eine sehr reale, sehr materielle Furcht sich auflöst in einem biblischen Gleichnis oder einer melodramatischen Metapher. Gewonnen werden kann, wenn nicht das Leben, so doch das Symbol. Oder umgekehrt.“ (Seeßlen, Georg 2001: 18)
Was schafft aber tatsächlich die Voraussetzungen für den Facettenreichtum des Genres des Katastrophenfilms? Zum einen ist die Vielgestaltigkeit des Genres sicherlich auf die grenzenlose Kontingenz beim Produzieren des Mediums Film zurückzuführen. Dadurch ergibt sich eine unbegrenzte Vielfalt an Wirklichkeitskonstruktionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Untersuchung der Auswirkungen des 11. Septembers auf das Hollywoodkino und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Rolle der Fiktion und zu einer möglichen Zäsur in der Filmbranche vor.
2 Der Katastrophenfilm: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Typisierung des Genres, analysiert dessen Bezugspunkte, Merkmale und die Gründe für die Faszination, die es auf das Publikum ausübt.
3 Filmische Fiktion als Quelle der Inspiration für realen Terror: Hier wird untersucht, ob fiktive Katastrophenszenarien im Film als Vorbild für reale Terrorereignisse gedient haben könnten und wie das Verhältnis zwischen Inszenierung und Realität zu bewerten ist.
4 Hollywood nach dem 11. September: Dieses Kapitel befasst sich mit den kurz- und langfristigen Konsequenzen der Terroranschläge für Hollywood, einschließlich der Reaktionen der Filmstudios und der Frage nach einer nachhaltigen Veränderung der Filmproduktion.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz der Schockwirkung keine dauerhafte Trendwende zu erwarten ist, da ökonomische Zwänge und Publikumspräferenzen weiterhin den Erfolg des Katastrophenfilms sichern.
Schlüsselwörter
Hollywood, Katastrophenfilm, 11. September, Terroranschläge, Filmproduktion, Faszination, Ästhetik des Grauens, Inszenierung, Filmgeschäft, Zuschauer, Gewalt, Rezeptionsmuster, Zäsur, Fiktion, Wirklichkeitskonstruktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie die Terroranschläge vom 11. September das Hollywoodkino beeinflusst haben und ob diese Ereignisse eine langfristige Zäsur in der Art und Weise, wie Filme produziert werden, markieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Genese und Faszination des Katastrophenfilms, die Debatte um fiktive Inszenierungen als Inspiration für realen Terror sowie die kommerziellen Strategien der großen Filmstudios nach Krisensituationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob Hollywood sein Selbstverständnis und seine filmischen Entwürfe dauerhaft verändert hat oder ob das Profitstreben weiterhin die dominierende Kraft bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch filmwissenschaftliche und kommunikationswissenschaftliche Literatur sowie der Analyse von Diskursen und Berichterstattungen aus der Zeit nach den Anschlägen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition des Katastrophenfilms, die Untersuchung der Wirkung von filmischer Fiktion auf die Realität und die Darstellung der unmittelbaren Reaktionen der Filmindustrie auf die Anschläge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Kritische Begriffe sind hierbei Hollywood, Katastrophenfilm, Faszination, Ästhetik des Grauens, Inszenierung sowie die Spannungsfelder zwischen Kunst, Kommerz und medialer Gewalt.
Wie bewertet der Autor die Rolle des "Superhelden" im Katastrophenfilm?
Der Autor konstatiert, dass der Superheld als identifikationsstiftende Figur fungiert, die in Filmen einspringt, wenn staatliche Institutionen in Katastrophenszenarien versagen.
Gibt es eine Übereinstimmung zwischen Hollywood-Produzenten und Kritikern bezüglich der Zukunft der Gewalt im Film?
Nein, es zeigt sich ein Kontrast: Während einige Filmemacher nach dem 11. September eine radikale Abkehr von Gewalt forderten, betonten andere (wie Robert Redford) den Vorrang des kommerziellen Geschäfts, an dem sich kaum etwas grundlegend ändern wird.
- Arbeit zitieren
- Oliver Kreft (Autor:in), 2002, Katastrophenfilm und Hollywood nach dem 11. September, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/10729