Methoden und Tools zur Bewältigung von Erziehungsherausforderungen bei dem Umgang von Kindern mit ADHS.
Ich werde mich im Folgenden mit Erziehungsstrategien auseinandersetzen, die Eltern bei Kindern mit der Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Störung Symptomatik, kurz ADHS, anwenden können. Im kommenden Verlauf werden zunächst im Allgemeinen die Ansätze der Erziehungsmaßnahmen kurz angeschnitten. Darauf folgt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Token System, welches bei Erziehungsstrategien bei ADHS Kindern häufiger genannt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erziehungsmaßnahmen
3. Kritische Beurteilung des Token- Systems
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich mit wirksamen Erziehungsstrategien für Eltern von Kindern mit ADHS auseinander und untersucht insbesondere die Rolle sowie die kritischen Aspekte von Token-Systemen in der alltäglichen Erziehungspraxis.
- Grundlegende Ansätze der Erziehungsberatung bei ADHS
- Strukturelle Maßnahmen im familiären Alltag
- Neuropsychologische Grundlagen der Selbstregulation bei Kindern
- Methodische Anwendung und Grenzen des Token-Systems
Auszug aus dem Buch
3. Kritische Beurteilung des Token- Systems
Das Token- System beruht auf der operanten Konditionierung, die 1935 von Skinner etabliert wurde. Ziel dieser ist, dass die Häufigkeit bestimmter Verhaltensweisen, mit der Hilfe von diversen Verstärkern, hier Komplexe Verstärkung indem gewünschtes Verhalten mit Tokens belohnt werden, verstärkt wird, sodass diese in Zukunft öfter auftreten (vgl. Maercker 2000, S. 541f.).
Sprich funktioniert ein Token- System folgendermaßen; das Kind zeigt, aufgrund dessen, dass es von dieser Motivation weiß, bei einer bestimmten Situation ein gewünschtes Verhalten. Da eine Belohnung durch ein Token (im Idealfall zusätzlich mit einer Belobigung) direkt erfolgt, wird das Kind das gezeigte Verhalten in Zukunft öfter zeigen.
Das Token- System bringt viele Vorteile mit sich; zum Beispiel deckt sich dieses mit der bereits Familieninternen etablierten Strukturierung, die im besten Falle bis zu diesem Zeitpunkt konsequent eingehalten wird. Ein Token- System ist zusätzlich neutraler Natur, sprich kann die Belohnung oder Bewertung durch eventuelle Launen der Eltern nicht variieren. Und dadurch, dass diese Pläne über mehrere Wochen hinweg geführt werden, können alle Beteiligten in die Ergebnisse dieses Plans stets einsehen. Das ist sowohl für die Eltern relevant, da diese sich immer wieder die positiven Aspekte ihres Kindes vor Augen führen können, als auch für die betroffenen Kinder, da deren Selbstbewusstsein meistens gekränkt ist, weil sie sich oftmals ihrer „Schwierigkeit“ bewusst sind (vgl. Döpfner; Schürmann, Frölich 2002, S. 274f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Thema der Erziehungsstrategien bei ADHS und kündigt die Untersuchung von allgemeinen Ansätzen sowie eine kritische Analyse des Token-Systems an.
2. Erziehungsmaßnahmen: Dieses Kapitel stellt konkrete Alltagshilfen für Eltern vor, diskutiert die Bedeutung von Strukturen und Selbstregulation und stellt etablierte Elternleitfäden wie das THOP-Programm vor.
3. Kritische Beurteilung des Token- Systems: Hier wird das Token-System theoretisch fundiert und kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die Chancen, die Anwendungsrisiken bei familiärer Vorbelastung und die Bedeutung der Konsistenz beleuchtet werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst das Potenzial von Token-Systemen zusammen, weist auf die Notwendigkeit sensibler Anwendung hin und ergänzt das Konzept um die Variante des Response-Cost-Systems.
Schlüsselwörter
ADHS, Erziehung, Token-System, Selbstregulation, operante Konditionierung, Elternleitfaden, Verhaltenstherapie, Familienalltag, Verhaltensauffälligkeiten, Verstärkung, Erziehungsstrategien, THOP, Psychologie, Kindheitspädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von Eltern, die Kinder mit ADHS-Symptomatik erziehen, und untersucht hierbei insbesondere den Einsatz von Erziehungsstrategien und Belohnungssystemen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der familiäre Umgang mit ADHS, der Aufbau von Alltagsstrukturen sowie die kritische Reflexion des Token-Systems als erzieherisches Instrument.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Eltern Strategien an die Hand zu geben, um Verhaltensauffälligkeiten bei ADHS konstruktiv zu begleiten, ohne dabei den Anspruch auf eine „Heilung“ zu erheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Standards (wie etwa von Döpfner et al.) sowie verhaltenstherapeutische Konzepte wie die operante Konditionierung nach Skinner angewandt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung allgemeiner Erziehungsmaßnahmen (Struktur, Lob, Sport) und eine tiefgehende kritische Analyse der Wirksamkeit und Problematik von Token-Systemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie ADHS, Token-System, Selbstregulation, Elternberatung und operante Konditionierung definiert.
Warum ist die Selbstregulation bei ADHS so bedeutsam?
Da die Selbstregulation eine Funktion des Frontallappens ist, der bei ADHS-Betroffenen verzögert entwickelt sein kann, ist sie ein zentraler Faktor für den zukünftigen sozialen und schulischen Erfolg des Kindes.
Welche Schwachstellen weist das Token-System laut Autor auf?
Die größte Schwachstelle ist die notwendige Konsequenz der Durchführung; bei familiärer Vorbelastung oder mangelnder Kommunikation der Zielsetzungen kann der emotionale Wert des Systems verloren gehen, was zu Frustration führt.
- Quote paper
- Marc- Robin Wunder (Author), 2018, Entwicklungsstörung. Zur Rolle des Erziehungsverhaltens bei ADHS-Symptomatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1064556