Im Rahmen dieser Hausarbeit soll sich mit der Frage auseinandergesetzt werden, ob mit Schülerleistungen anders umgegangen werden muss und wie Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderung aussehen könnten. Zu Beginn soll aufgezeigt werden, was sich aus lernkultureller Perspektive in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Danach wird sich mit der Frage beschäftigt, was heutzutage aus pädagogischer Sicht unter schulischer Leistung verstanden wird. Danach werden Ansätze eines neuen Umgangs mit Schülerleistungen in ihren Grundzügen skizziert und auf dieser Basis das herkömmliche Notengebungssystem kritisch beleuchtet. Abschließend werden auf der Grundlage der vorangegangenen Kapitel alternative Formen von Leistungsbeurteilung und -erfassung vorgestellt. Da es bei dieser Ausarbeitung eher um eine verallgemeinerte Darstellung des Umgangs mit Schülerleistung geht, werden konkrete Schulkonzepte hier nicht thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 kultureller Wandel im Schulsystem– eine neue Lernkultur?
2.2 Der schulische Leistungsbegriff – eine Definition
2.3 Reformaufgaben der Schulen – Schaffung eines Lerndialogs
2.4 Das Problem der Ziffernnote
3. Praxistransfer
3.1 Ansätze zu einer notenunabhängigen Leistungserfassung und -beurteilung
3.1.1 alternative Leitungserfassung
3.1.2 alternative Leistungsbeurteilung
4. Reflexion
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit das traditionelle Notensystem im Kontext einer sich wandelnden Lernkultur noch zeitgemäß ist und ob alternative Ansätze zur Leistungsbewertung und -erfassung dazu beitragen können, Bildungsgerechtigkeit und eine prozessorientierte Rückmeldung zu fördern.
- Wandel des schulischen Leistungsbegriffs
- Die Rolle der "Neuen Lernkultur" in der Schulentwicklung
- Kritische Analyse des Ziffernnotensystems
- Methoden der notenunabhängigen Leistungserfassung (Portfolio, Lerntagebuch)
- Implementierung eines pädagogischen Lerndialogs
Auszug aus dem Buch
2.1 Kultureller Wandel im Schulsystem – eine neue Lernkultur?
Um zu verstehen, warum die Schulen heutzutage vor neuen Reformaufgaben stehen, muss man sich zunächst den Werdegang und die Veränderung des Zusammenspiels von Lehrenden und Lernenden in den letzten Jahren anschauen. In den letzten Jahren hat aufgrund dieser Wandlungen der Gebrauch des Ausdrucks „Neue Lernkultur“ stark zugenommen. Jedoch sei dieses noch offene Konzept noch nicht abgeschlossen und somit lasse sich es auch nicht genau definieren. Man kann jedoch festhalten, dass diese neue Form der Lernkultur im Rahmen einer Suche nach neuen Lehr- und Lernformen für das Schulwesen entstanden ist. Ziel dabei sei das Lehren und Lernen in einer neuen Kausalität mit größerem Fokus auf das Lernen neu aufzurollen.
Dieser gesamte Prozess sei somit auch immer an eine institutionelle und gesellschaftliche Sichtweise gebunden und stünde deshalb auch immer in Verbindung mit der Schulentwicklung an sich. Und aus gesellschaftlicher Perspektive kann festgehalten werden, dass sich die Anforderungen an das Individuum in Bezug auf Wissensproduktion und Wissensspeicherung sehr stark verändert haben. Genau aus diesem Grund versucht sich die neue Lernkultur auch von traditionellen Leistungsbewertungen und Lehrerzentriertem Unterricht zu distanzieren, um durch das entstehende Spannungsverhältnis der „alten“ und „neuen“ Lernkultur Reformaufgaben für die Zukunft der Schulen ableiten zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Defizite des deutschen Schulsystems im internationalen Vergleich und formuliert die Forschungsfrage nach dem Umgang mit Schülerleistungen in einer modernen Lernkultur.
2. Theorie: Dieses Kapitel analysiert den kulturellen Wandel des Lernens, definiert den schulischen Leistungsbegriff neu und übt Kritik an der traditionellen Ziffernnote als ausschließliches Bewertungsinstrument.
3. Praxistransfer: Hier werden konkrete, notenunabhängige Instrumente wie Portfolios, Lerntagebücher und Beurteilungsraster vorgestellt, die eine prozessorientierte Leistungsbeurteilung ermöglichen.
4. Reflexion: Der Autor reflektiert die Inhalte der Lehrveranstaltung und den Mehrwert der erlernten Analysetools für die zukünftige berufliche Praxis als Lehrkraft.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Ziffernnoten zwar aufgrund selektiver gesellschaftlicher Anforderungen bestehen bleiben, aber durch den Lerndialog und alternative Diagnoseinstrumente sinnvoll ergänzt werden sollten.
Schlüsselwörter
Neue Lernkultur, Leistungsbewertung, Ziffernnote, Schülerleistung, Lerndialog, Leistungserfassung, Portfolio, Lerntagebuch, Beurteilungsraster, Prozessorientierung, Schulentwicklung, Bildungsgerechtigkeit, Pädagogik, Selbstständigkeit, Leistungsgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der schulischen Lernkultur und der Frage, wie man in diesem Zusammenhang gerechter und transparenter mit Schülerleistungen umgehen kann, ohne ausschließlich auf traditionelle Ziffernnoten zu setzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des modernen Leistungsbegriffs, der Kritik am klassischen Notensystem, der Förderung von Eigenständigkeit bei Lernenden sowie der Vorstellung alternativer Instrumente zur Leistungsdokumentation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die traditionelle Benotung noch zeitgemäß ist und welche Ansätze für eine lerndienliche, prozessorientierte Leistungsbeurteilung im Schulalltag implementiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch bildungswissenschaftliche Fachliteratur, welche kritisch analysiert und in den Kontext schulpraktischer Anwendung (Praxistransfer) übertragen wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (neue Lernkultur, Leistungsbegriff) erarbeitet, Probleme des Notensystems dargelegt und anschließend praxistaugliche Methoden wie Portfolios oder Lernentwicklungsgespräche erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Neue Lernkultur, Leistungsbewertung, Ziffernnote, Lerndialog, Portfolioarbeit und Prozessorientierung.
Was unterscheidet ein "Entwicklungsportfolio" von einem "Arbeitsportfolio"?
Das Entwicklungsportfolio dient der Selbstreflexion der Schüler über ihren Fortschritt, während das Arbeitsportfolio primär für die Lehrperson gedacht ist, um Stärken und Schwächen für die Unterrichtsplanung besser identifizieren zu können.
Warum wird die Ziffernnote in der Arbeit kritisiert?
Sie wird als fehleranfällig, subjektiv und zu stark ergebnisorientiert kritisiert. Zudem biete sie den Schülern keine ausreichenden Informationen über ihren individuellen Lernprozess und könne eine negative psychische Belastung erzeugen.
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- Anonym (Author), 2020, Der Umgang mit Schülerleistung in einer neuen Lernkultur und Reformansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1059931