In Paulo Coelhos Roman „Brida“ erweist sich Liebe als Erfüllung der Sinnsuche. Er beschreibt in seinem Roman den Weg der Sinnsuche einer jungen Frau Brida. Dabei werden Aspekte aufgegriffen, die mit Liebe im direkten Zusammenhang stehen wie die Seele, der Kampf gegen die eigenen Ängste, Reinkarnation, Sexualität und Weltenseele. Hierbei ist festzustellen, dass der untersuchte Roman einige platonische Motive aufweist.
Das Ziel der Arbeit ist die Herausarbeitung dieser Gemeinsamkeiten in Coelhos Roman „Brida“. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass einige platonischer Motive, die im Roman zu finden sind, viele Begriffe von Coelho anders aufgefasst und konstruiert sind. Der zeitliche Unterschied zwischen Platons Werken und dem in der Moderne geschriebenen Roman muss bedacht werden. Dies ist keinesfalls als Versuch zu werten, das platonische Verständnis von bestimmten Begriffen mit den von Coelho verwendeten Begriffen in ihrer Bedeutung gleichzusetzen.
Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung des Romans. Als nächstes erfolgt die Ausarbeitung des Begriffs Eros und seiner Abstammung sowie des Konstrukts seines Wesens. Im selben Kapitel wird der Begriff „Liebe“ in Brida beschrieben sowie dabei auf platonische Motive Bezug genommen unter der Berücksichtigung des vorher beschriebenen Eros. Im nächsten Teil wird der Mythos vom Seelenwagen erläutert und auf dessen Motive in Brida verwiesen. Abschließend werden weitere platonische Motive in Bezug auf Themen wie Reinkarnation, Sexualität und Ideenschau im Roman genannt. Das darauffolgende Kapitel setzt sich mit Bridas Suche nach ihrer zweiten Hälfte auseinander. Dabei wird auf Aristophanes, eine Figur aus Platons Werk Symposion, und den von ihm erwähnten Mythos der Kugelmenschen Bezug genommen. Hiernach wird der Aufstieg zur Idee des Schönen behandelt. Im Weiteren wird die Hausarbeit mit dem Kapitel über die Weltseele fortgesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung
2. Kurzfassung des Romans Brida
3. Liebe
4. Der Mythos vom Seelenwagen
5. Der andere Teil
6. Die vollkommenen und höchsten Weihen der Liebe
7. (Welt-) Seele
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophischen Gemeinsamkeiten zwischen Paulo Coelhos Roman Brida und zentralen Motiven der platonischen Philosophie, insbesondere im Hinblick auf das Verständnis von Liebe, Seele und Inkarnation.
- Die Analyse der platonischen Eros-Lehre und deren Reflexion im Roman.
- Die Bedeutung des "Mythos vom Seelenwagen" für die Selbstbeherrschung der Protagonistin.
- Die Untersuchung des Konzepts der "Weltseele" und der Reinkarnation bei Coelho im Vergleich zu Platon.
- Die kritische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Streben nach Unsterblichkeit und dem Wunsch, den "anderen Teil" zu finden.
- Die philosophische Bewertung der körperlichen versus der geistigen Liebe.
Auszug aus dem Buch
3. Liebe
Im Folgenden erfolgt eine Begriffsklärung von Eros im platonischen Verständnis. Eros ist im ein Dämon, welcher nicht im negativen Sinne, sondern als Vermittler zwischen Gott und Mensch zu verstehen ist.30 Im Symposion findet sich eine nähere Beschreibung und Erklärung vor, weshalb Eros als Vermittler oder Zwischenwesen gilt. In seiner Rede berichtet Sokrates, als vom Platon eingeführte Figur und zugleich als Gesprächsteilnehmer, dass er von einer weisen Priesterin namens Diotima über das Wesen des Eros aufgeklärt wurde.31 Eros strebt nach dem Schönen und Guten.32 Wenn Eros nach diesen Gütern strebt, besitzt er diese nicht.33 Da Götter glücklich sind, besitzen sie bereits das Schöne und Gute.34 Wenn Eros nach diesen Gütern strebt, kann er weder schön noch gut sein.35 Dies hat zur Folge, dass Eros kein Gott sein kann.36 Da dieser aber auch kein Mensch ist, handelt es sich bei ihm um ein Zwischenwesen, welches zwischen Menschen und Göttern steht.37 Eros ermöglicht somit durch seine Vermittlerfunktion eine Art Kommunikation zwischen Menschen und Göttern. Durch ihn sind Magie, Wahrsagekünste, das Erhören der Gebete und Weiteres möglich.
Die Abstammung von Eros ist ebenfalls ungewöhnlich. Dieser ist bei einem Festmahl von Aphrodite gezeugt worden.39 Von seinem Vater Poros, erbt Eros positive Eigenschaften, wie die Liebe zur Weisheit, das Streben nach dem Schönen und Guten und seine Tapferkeit.40 Seine Mutter Penia ist bedürftig und arm.41 Die Bedürftigkeit des Eros ist entsprechend von seiner Mutter geerbt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung: Einführung in die Thematik der Sinnsuche und Darlegung der Zielsetzung, platonische Motive in Paulo Coelhos Roman Brida zu identifizieren.
2. Kurzfassung des Romans Brida: Eine prägnante Darstellung der Handlung des Romans, von Bridas Suche nach Magie bis hin zur Initiation und der Erkenntnis ihrer Seele.
3. Liebe: Begriffsklärung des Eros im platonischen Sinne und Anwendung dieser Konzepte auf die Liebe im Roman, insbesondere als Erfüllung der Sinnsuche.
4. Der Mythos vom Seelenwagen: Erläuterung des platonischen Mythos und Analyse von Bridas innerem Kampf zwischen Ängsten und Vernunft mittels dieser Metaphorik.
5. Der andere Teil: Darstellung des Kugelmenschen-Mythos und Vergleich mit dem im Roman zentralen Motiv der Suche nach der anderen Seelenhälfte.
6. Die vollkommenen und höchsten Weihen der Liebe: Analyse der von Diotima beschriebenen Erkenntnisstufen zur Idee des Schönen und deren Entsprechung im Roman.
7. (Welt-) Seele: Untersuchung des Konzepts der Weltenseele nach Platon und dessen direkte Thematisierung sowie symbolische Verwendung im Roman.
8. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Parallelen und Unterschiede zwischen dem platonischen Denken und den Motiven in Coelhos Roman.
Schlüsselwörter
Platon, Paulo Coelho, Brida, Eros, Seele, Weltenseele, Symposion, Reinkarnation, Sinnsuche, Liebe, Philosophie, Unsterblichkeit, Inkarnation, Kugelmenschen, Ideenschau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, inwiefern Paulo Coelhos Roman Brida klassische platonische Motive aufgreift und in eine moderne Erzählung einbettet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Liebe (Eros), die Konzeption der Seele, der Mythos des Seelenwagens, der andere Seelenteil sowie das Konzept der Weltseele.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die philosophischen Gemeinsamkeiten zwischen dem Roman und Platons Werken wie Symposion und Timaios herauszuarbeiten, ohne dabei die Konzepte von Coelho und Platon fälschlicherweise gleichzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der primäre Textpassagen aus Coelhos Roman mit ausgewählten philosophischen Werken Platons in Bezug gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Liebe, dem Seelenwagen-Mythos, der Suche nach der anderen Hälfte, den Stufen der Liebe nach Diotima und dem kosmologischen Konzept der Weltseele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Platonismus, Eros, Seele, Inkarnation und Sinnsuche charakterisieren.
Wie spielt das Hexenritual im Roman in die platonische Seelenlehre hinein?
Das Ritual dient im Roman als Initiation, in der Brida ihren Körper als "sichtbaren Teil der Seele" begreift, was in der Arbeit mit dem platonischen Dualismus von sterblichem Körper und unsterblicher Seele verglichen wird.
Warum wird im Fazit betont, dass Coelho und Platon unterschiedliche Hintergründe haben?
Die Autorin hebt hervor, dass Begriffe bei Platon einen streng philosophischen, oft kosmologischen Hintergrund haben, während sie bei Coelho mystisch und subjektiv-erfahrungsorientiert konstruiert sind.
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- Anonym (Author), 2019, Platonische Motive im Roman "Brida" von Paulo Coelho, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1045110