Absicht dieser Hausarbeit ist es, die chinesisch-malaysischen Beziehungen in Hinblick auf die Chinapolitik Malaysias zu untersuchen. Einleitend wurde bereits deutlich, dass in der Partnerschaft eine nicht unerheblich Machtasymmetrie herrscht. Daher soll der Fragestellung nachgegangen werden, welchen Einfluss China auf Malaysia hat und ob es sich bei dieser Macht um eine strukturelle Macht handelt.
Zu Beginn werden die theoretische und methodische Vorgehensweise erläutert. Die theoretische Grundlage bildet hierbei der realistische Konstruktivismus, welcher die Außen- und Sicherheitspolitik analysierbar macht. Der mit dem Realismus verknüpfte Konstruktivismus zieht das Konzept der Macht hinzu. Hierauf wird in Zusammenhang mit den internationalen Beziehungen näher eingegangen. Im zweiten Teil wird ein Einblick in die chinesisch-malaysischen Beziehungen gegeben. Da diese eine große Veränderung vollzogen haben, wird die historische Entwicklung dieser Partnerschaft nachgezeichnet und bildet damit die Ausgangslage für die weitere Analyse. Aufgrund der historischen Entwicklung der Länder erfolgt eine Aufteilung in die innerstaatlichen und bilateralen Entwicklungen.
Im nächsten Punkt wird die malaysische Außen- und Sicherheitspolitik untersucht. Damit zusammenhängend erfolgt die Betrachtung der bilateralen Zusammenarbeit, des Außenhandels und der chinesischen Investitionen in Malaysia. Ein Blick auf die ASEAN erscheint in diesem Zusammenhang ebenfalls sinnvoll. Abschließend werden die Ergebnisse im Fazit analysiert und zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Theorie und Methodik
1. Realistischer Konstruktivismus als Ansatz
2. Macht in den Internationalen Beziehungen
3. Allgemeine Methodik
III. Beziehungen zwischen Malaysia und China
1. Innerstaatliche Entwicklung
2. Bilaterale Entwicklungen
IV. Malaysische Außen- und Sicherheitspolitik
1. Bilaterale Zusammenarbeit
1.1 Außenhandel
1.2 Chinesische Investitionen
2. ASEAN
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die chinesisch-malaysischen Beziehungen vor dem Hintergrund der malaysischen Chinapolitik. Dabei wird analysiert, inwiefern China einen maßgeblichen Einfluss auf Malaysia ausübt und ob es sich bei diesem Einfluss um eine Form struktureller Macht handelt, um das komplexe Machtgefüge zwischen beiden Staaten zu verstehen.
- Anwendung des realistischen Konstruktivismus auf die Außen- und Sicherheitspolitik.
- Historische Analyse der innerstaatlichen und bilateralen Entwicklungen der Beziehungen.
- Untersuchung von Außenhandel und chinesischen Investitionen (insb. Belt and Road Initiative).
- Bewertung der Rolle Malaysias innerhalb der ASEAN im Kontext der chinesischen Präsenz.
Auszug aus dem Buch
1. Realistischer Konstruktivismus als Ansatz
Grundlage für den Orientierungsrahmen bildet der Konstruktivismus nach Alexander Wendt. In seiner Studie verstand Wendt seine Social Theory als Ergänzung zum Neorealismus von Kenneth Waltz. Das Ziel war, die liberal-realistische und die rationalistisch-reflexive Debatte in den IB zu vereinbaren. Dazu entwickelte Wendt einen eigenen Konstruktivismus. Diese gewonnenen Erkenntnisse versuchte er in seinem Werk Social Theory of International Politics großtheoretisch einzubetten. Dieser Versuch ist viel kritisiert und seinem Schlüsselkonzept häufig widersprochen worden. Ein realistischer Konstruktivismus soll die Diskrepanzen von Wendts Ausarbeitung überbrücken und sich thematisch ebenfalls mit Konflikten beschäftigen. Ferner wird der Faktor Macht mit einbezogen, wodurch die Okkupation von Theorien differenter Ausschnittsgrößen möglich wird. Um die Positionierung eines solchen realistischen Konstruktivismus im Theoriefeld der IB auszumachen, muss beachtet werden, dass die Theoriebildung immer zweckgeleitet, gleichzeitig aber bemüht sein muss, die Realität, mit der sie konfrontiert ist zu begreifen.
Der realistische Konstruktivismus impliziert verschiedene Positionen, die voneinander abgegrenzt werden müssen, um eine Einordnung vornehmen zu können. Es wird unterschieden zwischen: dem konventionellen Konstruktivismus, dem kritischen Konstruktivismus und dem postmodernen Konstruktivismus. Der realistische und der konventionelle Konstruktivismus stimmen dahingehend überein, dass sie davon ausgehen, dass die Anarchie ein soziales Konstrukt ist. Abweichungen gibt es hier hinsichtlich der Bedeutung von Macht in der IB. Ferner ermöglicht der realistische Konstruktivismus den Anschluss von Theorien unterschiedlicher Abstufungen. Dabei verfolgt er den verstehenden Anspruch, mit dem Akteursverständnis des Homo Sociologicus. Da der realistische Konstruktivismus den Machtfaktor bei sozialer Interaktion und Identitätsformation aufzudecken vermag, profitiert er vom Realismus.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Annäherung Malaysias an China und führt in die Fragestellung ein, ob es sich bei Chinas Einfluss auf Malaysia um eine strukturelle Macht handelt.
II. Theorie und Methodik: Dieses Kapitel erläutert den realistischen Konstruktivismus als theoretisches Fundament und beschreibt die qualitative, induktive Vorgehensweise der Arbeit.
III. Beziehungen zwischen Malaysia und China: Es wird die historische Genese der Beziehungen nachgezeichnet, wobei sowohl innerstaatliche Entwicklungsprozesse als auch die bilateralen diplomatischen Beziehungen betrachtet werden.
IV. Malaysische Außen- und Sicherheitspolitik: Der Fokus liegt hier auf der sicherheitspolitischen Strategie Malaysias, dem Außenhandel sowie den Auswirkungen chinesischer Großprojekte und der Rolle innerhalb der ASEAN.
V. Fazit: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung und konstatiert, dass Chinas Einfluss auf Malaysia als strukturelle Macht eingestuft werden kann.
Schlüsselwörter
Malaysia, China, realistischer Konstruktivismus, Internationale Beziehungen, Machtasymmetrie, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Außenhandel, Belt and Road Initiative, ASEAN, strukturelle Macht, Diplomatie, Investitionen, regionale Integration, Wirtschaftskooperation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der chinesisch-malaysischen Beziehungen und der Frage, wie die malaysische Außenpolitik auf den wachsenden Einfluss Chinas reagiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Theorie des realistischen Konstruktivismus, die historische Entwicklung der bilateralen Beziehungen sowie die Untersuchung aktueller wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Verflechtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss Chinas auf Malaysia zu analysieren und zu prüfen, ob es sich dabei um eine Form struktureller Macht handelt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz mit induktiver Vorgehensweise gewählt, wobei die Datenerhebung durch eine systematische Literaturrecherche und die Anwendung der Schneeballmethode erfolgte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine historische Analyse der Beziehungen sowie eine detaillierte Untersuchung der Außenhandelsbeziehungen und der chinesischen Infrastrukturinvestitionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die wichtigsten Schlagworte sind Malaysia, China, Machtasymmetrie, strukturelle Macht, Außenpolitik, ASEAN und die Belt and Road Initiative.
Wie bewertet der Autor die Rolle der ASEAN in diesem Kontext?
Der Autor sieht die ASEAN als eine Plattform, durch die Malaysia als schwächerer Staat seine Interessen besser artikulieren und Rückhalt gegenüber einer Supermacht finden kann.
Welche Rolle spielt die Belt and Road Initiative für Malaysia?
Die BRI wird als wichtiges, aber auch kontroverses Investitionsinstrument Chinas beschrieben, das Malaysia einerseits wirtschaftlich stützt, andererseits jedoch auch Abhängigkeiten und politische Neuaushandlungen hervorruft.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die chinesisch-malaysischen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1037265