Die Praxisarbeit behandelt Lösungsansätze zur Steigerung der Teilnahmebereitschaft von Protagonist*innen an Reality TV Formaten.
Im ersten Teil der Arbeit wird anhand von themenspezifischer Literatur ein Ansatz für die Begriffsdefinition von „Reality TV“ dargelegt und die verschiedenen Formen des Genres sowie einige Stilmittel werden beschrieben. Zudem werden Kritikpunkte am Reality-TV beleuchtet, wobei ein Medienskandal des West-deutschen Rundfunks (WDR) als aktuelles Beispiel dient. Im letzten Punkt wird anhand von Fachliteratur der Beruf der Caster*innen beschrieben. In dem Zusammenhang wird zudem ein Beispiel für den Ablauf eines Castings beleuchtet. Als finaler Punkt im Literaturteil der Arbeit werden Hypothesen passend zur Fragestellung aufgestellt.
Auf den wissenschaftlichen Teil folgt der empirische Teil der Arbeit, in welchem zunächst die gewählte Forschungsmethode beschrieben und begründet wird. Abschließend werden die Forschungsergebnisse zusammengefasst und mit den Erkenntnissen aus dem wissenschaftlichen Teil verglichen.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1. Reality TV
1.1. Reality TV- Ansatz einer Begriffsdefinition und Merkmale
1.2.Formen des Reality TV
1.3 Über Caster*innen und den Ablauf von Castings
2 Kritik am Reality TV
2.1 Argumente für Kritik am Reality TV
2.2 Ein Medienskandal beim Westdeutschen Rundfunk
2.3 Rezipient versus Akteur
2.4 Überleitung zum empirischen Teil
3 Die Methode qualitatives Interview
3.1.1 Auswahl der Methode
3.1.2 Quantitative Sozialforschung
3.2 Umgebung der Interviews
3.3 Aufnahme der Interviews
3.4Konzeption der Befragung
4 Ablauf der Interviews
4.1 Die Proband*innen
4.2 Über den Fragebogen
4.3 Auswertung der Interviews
4.3.1 Suche nach Protagonist*innen und Casting-Ablauf
4.3.2 Castingablauf bei Reality-Formaten
4.3.3 Höhe der Teilnahmebereitschaft von Protagonist*innen
4.3.4 Schwierige Formate
4.3.5 Steigerung der Teilnahmebereitschaft
4.4 Ergebnisdiskussion
4.5 Herausforderung Interview
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation in der Casting-Szene für Reality-TV-Formate in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, Lösungsansätze zu identifizieren, mit denen die Teilnahmebereitschaft potenzieller Protagonistinnen und Protagonisten an solchen Formaten trotz zunehmender öffentlicher Kritik und Marktsättigung gesteigert werden kann.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung von Reality-TV-Formaten
- Analyse der Casting-Prozesse und Herausforderungen bei der Protagonistensuche
- Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Medienkritik und Teilnahmeinteresse
- Evaluierung von Strategien zur Steigerung der Teilnahmebereitschaft
Auszug aus dem Buch
1.1 Reality TV- Ansatz einer Begriffsdefinition und Merkmale
Seit mittlerweile rund 30 Jahren findet sich in der breiten Medienlandschaft eine Begrifflichkeit, die nicht nur bei Medienwissenschaftlern, sondern auch bei der breiten Öffentlichkeit auf reges Interesse trifft. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit eben dieser Begrifflichkeit – Reality TV.
Den Ursprung findet Reality TV in den USA und tauchte 1992 erstmalig in Deutschland auf. Zunächst wurden Unfälle und Naturkatastrophen dargestellt oder zufällig aufgenommene Originalaufnahmen gezeigt. Die nächsten aufkommenden Sendeformate waren eine Reihe von Gerichtsübertragungen, welche ebenfalls aus den USA herüber schwappten. In Deutschland durften im Gegensatz zur USA keine Live-Videoaufnahmen in Gerichtssälen erstellt werden, wodurch man sich entschied, Gerichtsverfahren nachzustellen. (vgl. Lücke, 2002: 21ff)
Diese Technik des Nachstellens ist auch heute (Stand 2019) in Form von Scripted-Reality Formaten noch sehr verbreitetet.
Als Beispiel für diese Formate lässt sich beispielsweise Hilf mir auf RTL II benennen, wo die Dialoge zwischen den Darsteller*innen zwar improvisiert- das Drehbuch jedoch vorgegeben ist.
In dem Buch „Skandalisierung im Fernsehen. Strategien, Erscheinungsformen und Rezeption von Reality TV Formaten.“, geben die Autoren an, es fehle bislang an einer anerkannten Definition für das Genre. (vgl. Lünenborg, Martens, Köhler et al, 2011: 17) Sie begründen dies mit der „breiten Differenzierung der Themen und Formen des Reality TV in den vergangenen Jahren“. (ebd.)
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Reality-TV ein, benennt die Forschungsfrage zur Steigerung der Teilnahmebereitschaft und erläutert das methodische Vorgehen.
1. Reality TV: Dieses Kapitel definiert Reality-TV als Hybridgenre, beleuchtet seine historische Entwicklung und charakterisiert die verschiedenen Sendungsformen sowie deren typische Merkmale.
2 Kritik am Reality TV: Hier werden die medialen und gesellschaftlichen Kritikpunkte am Reality-TV diskutiert, inklusive eines Medienskandals beim WDR und der parasozialen Beziehung zwischen Rezipient und Akteur.
3 Die Methode qualitatives Interview: Es wird die Entscheidung für qualitative Leitfadeninterviews mit drei Casterinnen und Castern begründet und die Durchführung sowie die Analyse der Interviews beschrieben.
4 Ablauf der Interviews: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse, ordnet sie in Kategorien wie Casting-Ablauf und Teilnahmebereitschaft ein und diskutiert die Erkenntnisse kritisch.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die gewonnenen Impulse zur Steigerung der Teilnahmebereitschaft und vergleicht die Ergebnisse mit den aufgestellten Hypothesen.
Schlüsselwörter
Reality TV, Realitätsfernsehen, Casting, Protagonisten, Teilnahmebereitschaft, Scripted Reality, Medienkritik, Qualitative Sozialforschung, Casting-Agentur, Soziale Netzwerke, Zuschauerbindung, Inszenierung, Authentizität, Recruiting, TV-Produktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Casting-Prozessen für Reality-TV-Formate in Deutschland und untersucht, wie die Bereitschaft von Personen zur Teilnahme an solchen Sendungen unter Berücksichtigung von Marktfaktoren und Medienkritik gefördert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Definition und Merkmale des Reality-TV, die Kritik an diesem Genre, die Rolle von Casterinnen und Castern bei der Suche nach Darstellern sowie Strategien zur Motivationssteigerung für eine Teilnahme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erstellung von Lösungsansätzen, um die Teilnahmebereitschaft potenzieller Protagonisten an Reality-TV-Formaten zu erhöhen, da diese Formate zunehmend mit einem Mangel an Bewerbern für bestimmte Formate zu kämpfen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Konkret wurden Experteninterviews (Leitfadeninterviews) mit drei erfahrenen Casterinnen und Castern aus dem Fernsehbereich geführt und transkribiert ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen wissenschaftlichen Literaturteil, der das Genre und seine Kritik beleuchtet, sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Interviews präsentiert und analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reality TV, Casting, Teilnahmebereitschaft, Scripted Reality, Medienkritik und qualitative Sozialforschung charakterisieren.
Warum sind gerade "schwierige Formate" ein besonderes Hindernis?
Formate, die sehr intime Lebensbereiche berühren oder Nacktheit verlangen, stoßen bei potenziellen Bewerbern auf geringeres Interesse, da die Teilnehmer hierbei stärkerer öffentlicher Beobachtung und Kritik ausgesetzt sind.
Welche Bedeutung haben soziale Netzwerke für das Casting?
Soziale Medien wie Instagram und Facebook spielen eine zentrale Rolle bei der aktiven Suche nach Protagonisten, da sie eine hohe Reichweite bieten und es ermöglichen, gezielt Personen anzusprechen, die bereits eine gewisse Affinität zur Selbstdarstellung zeigen.
Inwiefern beeinflusst ein Preisgeld die Teilnahmebereitschaft?
Die Befragung ergab, dass monetäre Anreize wie Preisgelder oder höhere Gagen ein effektives Mittel sein können, um die Attraktivität einer Teilnahme an einem Reality-Format zu steigern.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Steigerung der Teilnahmebereitschaft von Protagonist*innen an Reality-TV-Formaten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1033199