Im ersten Teil befasst sich die vorliegende Arbeit daher mit dem
Entscheidungsfindungsprozess in der Regierung Bush während der kritischen Phase vom Zeitpunkt der Invasion bis zum Ende des Monats Oktober. Dabei soll insbesondere herausgearbeitet werden, wie es zur Artikulierung amerikanischer Ziele kam und wie Washington im Verlauf der Krise vom passiven zum aktiven Akteur wurde. Zudem sollen in
einem zweiten Abschnitt die eigenen, spezifischen Interessen der wichtigsten regionalen Mächte Ägypten, Saudi-Arabien und Syrien beleuchtet werden.
Erst nach der entscheidenden Resolution des Weltsicherheitsrates vom 29. November 1990 und dem demokratischen Sieg bei den Zwischenwahlen zum Kongress, setzte eine umfassende, inneramerikanische Debatte über Krieg oder Frieden ein. Der dritte Teil der Arbeit soll die Schwierigkeiten der Bush-Administration aufzeigen, ihre offensive
Militärstrategie zur Lösung des Konflikts der eigenen Bevölkerung zu kommunizieren und sich gegen die Argumentation des Kongresses durchzusetzen. Vornehmlich gestützt auf die Quellen-Texte von George Bush, Brent Scowcroft, James Baker und General Norman Schwarzkopf und die Monographien von Gordon/Trainor - „The Generals´ War“ und Tucker/Hendrickson - „The imperial Temptation“ liegt das
Hauptaugenmerk der Arbeit auf einer kritischen Untersuchung der politischen und militärischen Ziele Washingtons während des Golfkonfliktes.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung:
II. Das Krisenmanagement der Regierung Bush:
1. Vitale Interessen der USA:
2. Bush ergreift die Initiative:
III. Die arabischen Partner:
1. Saudi-Arabien: Partner hinter dem Horizont
2. Ägypten: Hegemon vom Nil
3. Syrien: Damaszener Realpolitik
IV. Der Einfluss der amerikanischen Innenpolitik:
1. Problematische Legitimation:
2. Die Rolle des Kongresses:
V. Alte Politik im Gewand der Neuen Weltordnung:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Entscheidungsfindungsprozess der US-Regierung unter George Bush während der Golfkrise von der irakischen Invasion Kuwaits im August 1990 bis zur militärischen Eskalation. Dabei wird analysiert, wie Washington seine nationalen und internationalen Interessen definierte, das Krisenmanagement gestaltete und die Einbindung regionaler arabischer Partner sowie des eigenen Kongresses forcierte, um eine militärische Lösung trotz erheblicher innenpolitischer Widerstände zu legitimieren.
- Analyse des Krisenmanagements der Bush-Administration und der internen Entscheidungsprozesse
- Untersuchung der geostrategischen Interessen und der amerikanischen Irak-Politik
- Bewertung der Rolle und Motivation der regionalen Partner Saudi-Arabien, Ägypten und Syrien
- Erörterung des Einflusses der amerikanischen Innenpolitik und der Legitimationsproblematik
- Kritische Reflexion der "Neuen Weltordnung" im Kontext realpolitischer Machtinteressen
Auszug aus dem Buch
II. Das Krisenmanagement der Regierung Bush:
Nachdem man über Jahre die politischen Realitäten in der Golfregion vernachlässigt und die Militanz Saddam Husseins unterschätzt hatte, fehlte es am Tage der Invasion innerhalb der amerikanischen Regierung vor allem an klaren strategischen Konzepten, wie auf die expansive Politik des Irak zu antworten sei. Die amerikanische Reaktion vollzog sich daher stufenweise und läßt sich in zwei Phasen einteilen: Entscheidend waren zunächst die ersten sechs Tage nach dem irakischen Einmarsch, in denen sich der Präsident nach langen Diskussionen mit seinen engsten Beratern auf die vier großen amerikanischen Ziele festlegte. Danach folgte der Machtkampf innerhalb der Regierung, welche politischen und militärischen Mittel zur Durchsetzung der amerikanischen Ziele zu ergreifen seien.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Golfkrise ein, skizziert das Scheitern der bisherigen Irak-Politik des "constructive engagement" und stellt das Ziel der Arbeit vor, den Entscheidungsprozess der Bush-Administration während der kritischen Anfangsphase zu beleuchten.
II. Das Krisenmanagement der Regierung Bush: Dieses Kapitel beschreibt, wie die US-Regierung in einer ersten Phase nach der Invasion ihre strategischen Ziele definierte und wie die "Gang of Eight" unter Bush die Krisenführung übernahm, um amerikanische Interessen am Golf zu sichern.
III. Die arabischen Partner: Dieses Kapitel analysiert die Rollen von Saudi-Arabien, Ägypten und Syrien, die trotz unterschiedlicher innenpolitischer Herausforderungen und nationaler Interessen als wichtige Partner für die US-geführte Koalition gewonnen wurden.
IV. Der Einfluss der amerikanischen Innenpolitik: Dieses Kapitel befasst sich mit der schwierigen Legitimationsarbeit der Regierung gegenüber der eigenen Öffentlichkeit und dem Kongress, die nach der Truppenaufstockung skeptisch gegenüber einer militärischen Option blieben.
V. Alte Politik im Gewand der Neuen Weltordnung: Das Fazit bilanziert, dass Bush trotz effizienten Krisenmanagements keine zukunftsgewandte Vision jenseits realpolitischer Machtinteressen entwickeln konnte und die "Neue Weltordnung" somit inhaltlich leer blieb.
Schlüsselwörter
Golfkrise, Bush-Administration, Saudi-Arabien, Ägypten, Syrien, Krisenmanagement, US-Außenpolitik, nationale Interessen, Realpolitik, militärische Option, Kongress, Legitimation, Saddam Hussein, Koalition, Neue Weltordnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das politische und militärische Handeln der US-Regierung unter George Bush während der Golfkrise 1990/91.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen das amerikanische Krisenmanagement, die Einbindung regionaler arabischer Mächte sowie die inneramerikanische Debatte über Krieg und Frieden.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie Washington seine nationalen Ziele definierte, die Koalition schmiedete und die militärische Eskalation gegenüber dem US-Kongress und der eigenen Bevölkerung legitimierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Untersuchung und Analyse primärer Quellen-Texte von George Bush und seinen Beratern sowie wissenschaftlicher Fachliteratur zur Außenpolitik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Entscheidungsfindung in der US-Regierung, die diplomatische Einbindung arabischer Partner sowie die kritische Auseinandersetzung mit der innenpolitischen Legitimationsstrategie Bushs.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Golfkrise, Realpolitik, strategische Interessen, internationale Koalition und innenpolitischer Legitimationsdruck.
Wie schätzte die US-Administration die Rolle der arabischen Staaten ein?
Die USA erkannten, dass ein Krieg gegen den Irak kein reiner "Westen gegen Islam"-Konflikt sein durfte, weshalb die Einbindung von Saudi-Arabien, Ägypten und Syrien essenziell für die Legitimität der Koalition war.
Warum gestaltete sich die Innenpolitik für Präsident Bush als schwierig?
Trotz der Eskalation war die amerikanische Öffentlichkeit durch die Erinnerungen an den Vietnamkrieg verunsichert, was den Kongress dazu veranlasste, die Regierung unter Druck zu setzen und eine parlamentarische Kontrolle zu fordern.
- Quote paper
- Stefan Brost (Author), 2000, Amerikanische Kriegszielpolitik während der Golfkrise - unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Interessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/102700