Ziel dieser Arbeit ist es, die kurz- und längerfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gleichstellung der Geschlechter auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu untersuchen.
Um dies zu erreichen, stellt sich folgende Forschungsfrage: Wie ausgeprägt ist diese Gleichstellung zum heutigen Zeitpunkt im Vergleich zu den Verhältnissen vor der Corona-Pandemie? Dazu wurde die Hypothese aufgestellt, dass durch die Corona-Pandemie eine größere Ungleichheit für die Gleichstellungsverhältnisse der Geschlechter herbeigeführt wird.
Für die Beantwortung von Forschungsfrage und Hypothese werden Ergebnisse veröffentlichter quantitativer und qualitativer Studien und andere Inhalte der im Vorfeld durchgeführten Literaturrecherche dargestellt. Dabei werden die zu vergleichenden Zeiträume hinsichtlich der Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern und der von den Geschlechtern eingenommenen Rollenverteilung innerhalb der Familie untersucht.
Das Kapitel „Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse“ vereint abschließend alle herausgearbeiteten Zwischenergebnisse. Es ist festzustellen, dass sich die bereits vor der Krise bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern auf dem deutschen Arbeitsmarkt durch die Krise verstärkt haben. Dies liegt zum einen daran, dass Frauen vermehrt in Branchen arbeiten, die durch die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung besonders betroffen sind. Zum anderen übernehmen aufgrund der Schließungen von Kindertagesstätten und Schulen Frauen zum Großteil die Betreuung der Kinder in den Familien. Dem gegenüber stehen vereinzelte Entwicklungen, die die Gleichstellung fördern könnten, wie z. B. vermehrt Sorgearbeit übernehmende Väter oder Anpassungen von Unternehmen hinsichtlich der wahrscheinlich langfristig bestehenden Flexibilität von Arbeitszeitregelungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Gleichstellungsverhältnis auf dem deutschen Arbeitsmarkt unter Einfluss der Corona-Pandemie
2. 1 Die Begriffe der Gleichberechtigung und der Gleichstellung
2. 2 Gleichstellungsverhältnis der Geschlechter vor Ausbruch der Corona-Pandemie
2. 2. 1 Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern
2. 2. 2 Rollenverteilung innerhalb der Familie
2. 2. 3 Zwischenergebnis
2. 3 Gleichstellungsverhältnis der Geschlechter nach Ausbruch der Corona-Pandemie
2. 3. 1 Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern
2. 3. 2 Rollenverteilung innerhalb der Familie
2. 3. 3 Zwischenergebnis
3. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kurz- und längerfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die geschlechtsspezifische Gleichstellung auf dem deutschen Arbeitsmarkt, um zu prüfen, ob die Krise bestehende Ungleichheiten verstärkt hat.
- Analyse der Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern vor und während der Pandemie.
- Untersuchung der Rollenverteilung innerhalb der Familie und der Verteilung unbezahlter Sorgearbeit.
- Bewertung der Auswirkungen von Kurzarbeit und Homeoffice-Optionen auf verschiedene Branchen.
- Diskussion der langfristigen Folgen für die Karrierechancen und die Gleichstellung der Geschlechter.
Auszug aus dem Buch
Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern
Betrachtet man die ersten Wochen nach Ausbruch der Corona-Pandemie, so stellt man fest, dass keine Form der Erwerbstätigkeit (siehe 2.1.1) von Veränderungen unberührt bleibt. Im Zeitraum März und April 2020 wurden für 10,1 Millionen Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet (vgl. BA, 2020). Zweck der Kurzarbeit ist die Weiterbeschäftigung von Arbeitnehmern bei einem vorübergehenden Arbeitsausfall. Damit sollen Entlassungen vermieden werden (vgl. Möhring, K. / Naumann, E. / Reifenscheid , M. / Blom, A. G., / Wenz, A. / Rettig, T. / Lehrer, R. / Krieger, U. / Juhl, S. / Friedel, S. / Fikel, M. / Cornesse, C., 2020, S. 4). Neben Selbstständigen, die keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, gibt es andere Beschäftigte, die nicht von dem Beschluss der Bundesregierung profitieren, nämlich die ausschließlich geringfügig Beschäftigten (vgl. WSI, 2020). Da vermehrt Frauen einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen (siehe 2.2.1), ist es für sie wahrscheinlicher als für Männer, kein Kurzarbeitergeld zu erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Corona-Pandemie als globale Krise ein und stellt die Forschungsfrage zur Auswirkung auf die Gleichstellung der Geschlechter auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
2. Das Gleichstellungsverhältnis auf dem deutschen Arbeitsmarkt unter Einfluss der Corona-Pandemie: Dieses Hauptkapitel analysiert zunächst die theoretischen Begriffe der Gleichstellung und vergleicht die Situation von Männern und Frauen vor und nach Ausbruch der Pandemie hinsichtlich Erwerbs- und Sorgearbeit.
3. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Zwischenergebnisse zusammen und schlussfolgert, dass sich Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern kurzfristig verstärkt haben, während langfristige Folgen noch zu beobachten sind.
Schlüsselwörter
Corona-Pandemie, Gleichstellung, Arbeitsmarkt, Geschlechtergerechtigkeit, Sorgearbeit, Gender Care Gap, Erwerbstätigkeit, Kurzarbeit, Homeoffice, Rollenverteilung, Vereinbarkeit, Familie und Beruf, Teilzeitbeschäftigung, Ungleichheit, Gender Pay Gap
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem deutschen Arbeitsmarkt ausgewirkt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Erwerbstätigkeit, die Rollenverteilung innerhalb der Familie, unbezahlte Sorgearbeit und die Auswirkungen branchenspezifischer Krisenfolgen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, wie ausgeprägt die Gleichstellung zum aktuellen Zeitpunkt im Vergleich zu den Verhältnissen vor der Corona-Pandemie ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Arbeit, die Ergebnisse veröffentlichter quantitativer und qualitativer Studien im Rahmen einer umfassenden Literaturrecherche analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Situation vor der Krise und eine Untersuchung der Veränderungen nach dem Ausbruch der Pandemie hinsichtlich Erwerbsarbeit und familiärer Arbeitsteilung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Corona-Pandemie, Gleichstellung, Sorgearbeit, Gender Care Gap und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Warum sind Frauen stärker von der Kurzarbeit-Problematik betroffen?
Frauen arbeiten häufiger in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, die keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld gewähren, und erhalten zudem seltener Aufstockungen durch Arbeitgeber.
Welche Rolle spielt das Homeoffice für die Geschlechterverteilung?
Homeoffice verstärkt bei Frauen tendenziell die Sorgearbeit stärker als bei Männern, was die traditionelle Rollenverteilung bei vielen Paaren während der Krise zementiert hat.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Gleichstellungsverhältnis der Geschlechter vor Ausbruch der Corona-Pandemie und danach. Erwerbstätigkeit von Frau und Mann sowie Rollenverteilung innerhalb der Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1011732