Diese Arbeit untersucht die Frage: "Inwiefern entscheiden Konsumenten nach ethischen Standards bei Labeln?"
Ethischer Konsum ist populär. Die boomende Bewegung wird assoziiert mit einer modernen, Umwelt schonenden und altruistischen Weltanschauung. Durch diese ´Mainstream´ Bewegung, die von der raschen Globalisierung angetrieben wurde, gründeten sich gegen das Jahr 1950 Fair-Trade und weitere Öko Label, deren Ziel es ist benachteiligten Arbeitern und Produzenten faire Löhne für ihre Arbeit zu zahlen. Zudem wird beabsichtigt, sichere Arbeits- und bessere Handelsbedingungen zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Thesen
2. Extrinsische Motivation: Eco-label effect und Social desirability
3. Intrinsische Motivation und ethische Grundwerte: theory of planned behaviour
4. Tatsächliches ethisches Kaufverhalten: ethical consumption intention-behavior gap
5. Fazit und Limitationen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren das ethische Kaufverhalten von Konsumenten beeinflussen und warum eine Diskrepanz zwischen ethischen Absichten und dem tatsächlichen Kaufverhalten existiert. Dabei wird analysiert, inwieweit extrinsische Motive wie soziale Anerkennung oder intrinsische Werte das Konsumverhalten prägen.
- Einfluss von Eco-Labels auf die Produktwahrnehmung
- Bedeutung der "Theory of Planned Behavior" für den ethischen Konsum
- Analyse der Lücke zwischen Kaufabsicht und tatsächlichem Verhalten (Intention-Behavior Gap)
- Rolle intrinsischer Motivation und persönlicher Wertvorstellungen
- Möglichkeiten zur Förderung ethisch ausgerichteten Konsumverhaltens
Auszug aus dem Buch
4. Tatsächliches ethisches Kaufverhalten: ethical consumption intention-behavior gap
In Grafik 5 lässt sich ein weiter interessanter Vergleich ziehen. Der relativ hohe Index der Intention (4.28) ist unproportional zu dem relativ niedrigen Index des nachfolgenden Kaufverhaltens (1.36). Diese Diskrepanz zwischen ethischen Absichten und dem tatsächlichen Verhalten wird Intention-behavior gap bezeichnet (vgl. Carrington, Michal J./ Neville, Benjamin A./ Whitwell, Gregory J. 2014: 2759).
„89% der britischen Verbraucher geben an, um ethische Probleme besorgt zu sein (Lazzarini & de Mello, 2001). Eine Studie aus dem Jahr 2005 berichtet jedoch, dass nur 30% der britischen Verbraucher diese Bedenken in ethische Kaufabsichten umwandeln und nur 3% tatsächlich ethische Produkte kaufen (Futerra Sustainability Communications Ltd, 2005)“ (Carrington, Michal J./ Neville, Benjamin A./ Whitwell, Gregory J. 2014: 2759).
Anhand der bisherigen Argumentation lässt sich schließen, dass die Thesen eins und zwei durch dieses Beispiel bestätigt werden. Da bei den Autoren und Herausgebern Lazzarini & de Mello, 200 und Futerra Sustainability Communications Ltd, 2005 keine Erhebungsweisen dieser Daten angegeben werden, wäre eine mögliche Erhebungsmethode folgende: zunächst könnten die Testpersonen zu ihrer Haltung gegenüber Umweltproblemen zu interviewt werden, dabei würden die Interviewer zunächst von bisherigen ethischen Problemen und Krisen berichten, durch diese zusätzliche Bedingung der Moral ist wiederum der gefragte eher dazu gewillt, zu behaupten, ethische Besorgnisse zu hegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Thesen: Die Einleitung führt in das Thema des ethischen Konsums ein, benennt die historische Entwicklung von Fair-Trade und stellt drei zentrale Thesen zur Untersuchung der Konsumentenmotivation auf.
2. Extrinsische Motivation: Eco-label effect und Social desirability: Dieses Kapitel untersucht, ob der Wunsch nach sozialer Anerkennung (Social Desirability) den sogenannten "Eco-label Effect" erklärt und ob Konsumenten durch moralische Unterweisungen kurzfristig beeinflusst werden können.
3. Intrinsische Motivation und ethische Grundwerte: theory of planned behaviour: Es wird die "Theory of Planned Behavior" angewandt, um zu zeigen, dass moralische Normen und Selbstidentität als intrinsische Motive einen wesentlichen Einfluss auf Kaufentscheidungen haben.
4. Tatsächliches ethisches Kaufverhalten: ethical consumption intention-behavior gap: Dieses Kapitel analysiert die Diskrepanz zwischen erklärten Kaufabsichten und dem tatsächlichen Konsumverhalten und identifiziert fehlende Priorisierung als Hauptursache für diese Lücke.
5. Fazit und Limitationen: Zusammenfassend wird festgestellt, dass sowohl extrinsische als auch intrinsische Motivationen wirken, wobei für dauerhaften ethischen Konsum der persönliche Wille und die Fokussierung auf wenige Prioritäten entscheidend sind.
Schlüsselwörter
Ethischer Konsum, Fair-Trade, Ökolabel, Theory of Planned Behavior, Kaufabsicht, Intention-Behavior Gap, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, soziale Anerkennung, soziale Erwünschtheit, moralische Norm, ethische Selbstidentität, Konsumentenverhalten, Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, durch welche Faktoren Konsumenten bei der Auswahl von Produkten mit ethischen Standards oder Labels motiviert werden und warum es oft eine Lücke zwischen dieser Absicht und dem tatsächlichen Kauf gibt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Wirkung von Ökolabeln auf Konsumenten, die Rolle von intrinsischer versus extrinsischer Motivation, sowie psychologische Modelle zur Verhaltensvorhersage und die Analyse der Intention-Behavior Gap.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: "Inwiefern entscheiden Konsumenten nach ethischen Standards bei Labeln?" Ziel ist es, die Beweggründe für ethischen Konsum zu identifizieren und die Diskrepanz zwischen Absicht und Handeln zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien, experimenteller Daten (z.B. zu Reaktionszeiten und Umfragen) sowie die Anwendung der "Theory of Planned Behavior" als theoretischen Entscheidungsrahmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von extrinsischen Faktoren (soziale Anerkennung), intrinsischen Faktoren (moralische Grundwerte) und die detaillierte Analyse, warum Kaufabsichten oft nicht in tatsächliches Kaufverhalten münden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ethischer Konsum, Fair-Trade, Intention-Behavior Gap, intrinsische Motivation, soziale Erwünschtheit (Social Desirability) und moralische Normen.
Welche Bedeutung haben moralische Schuldgefühle für das Kaufverhalten?
Laut den angeführten Studien können Schuldgefühle und innere Konflikte ein Faktor sein, der Menschen dazu veranlasst, sich ethisch korrekter zu verhalten, da sie moralisch verpflichtet sind, diesen Spannungszustand aufzulösen.
Warum spielt die Priorisierung von Themen für Konsumenten eine Rolle?
Die Arbeit zeigt, dass Konsumenten, die ihre ethischen Anliegen auf wenige Kernprioritäten reduzieren, ihr Verhalten konsistenter an ihren Werten ausrichten können, da sie ansonsten von der Vielzahl der Möglichkeiten überfordert werden.
Welche Rolle spielt die "social desirability" bei der Produktwahl?
Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Absicht, durch den Konsum von Ökolabel-Produkten vor anderen gut dazustehen (Impression Management), zwar existiert, aber nicht der primäre Treiber für ein dauerhaftes, tatsächliches Kaufverhalten ist.
- Quote paper
- Tamilla Javadi (Author), 2020, Kaufentscheidung mit ethischen Grundwerten. Wonach entscheiden Konsumenten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1011718