Die vorliegende Arbeit fokussiert sich daher auf den Machtbegriff und dessen Verständnis von Norbert Elias, Heinrich Popitz und Hannah Arendt. Nach der Analyse versucht die Arbeit, diese Machttheorien in Beziehung zu setzen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich zu machen und dem Leser auf wenigen Seiten die zentralen Elemente näher zu bringen.
Für diese Aufgabe werden zunächst in Kapitel zwei die Machttheorien von Elias, Popitz und Arendt vorgestellt und daraufhin in Kapitel drei miteinander verglichen. Abschließend folgt eine Einordnung in die Machttheorienmatrix von Brunkorst (2017), welche das vorher analysierte strukturieren und auf den Punkt bringen soll. Für diese Arbeit wird hauptsächlich Primärliteratur der Autoren verwendet. Ein besseres Verständnis wird durch die Hinzunahme ausgewählter Sekundärliteratur erzielt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorievorstellung
2.1 Norbert Elias
2.2 Heinrich Popitz
2.3 Hannah Arendt
3 Theorievergleich
3.1 Der Machtbegriff
3.2 Gemeinsamkeiten
3.3 Unterschiede
3.4 Einordnung in die Machttheorienmatrix
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit verfolgt das Ziel, die Machttheorien von Norbert Elias, Heinrich Popitz und Hannah Arendt systematisch zu vergleichen, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und sie in die Machttheorienmatrix von Brunkhorst (2017) einzuordnen.
- Analyse und Vorstellung der Machtbegriffe von Elias, Popitz und Arendt.
- Kontrastierung der theoretischen Ansätze hinsichtlich ihrer normativen Einordnung.
- Untersuchung der Differenzierung zwischen Macht und Gewalt bei den Autoren.
- Strukturierung der Machttheorien innerhalb einer wissenschaftlichen Matrix.
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Machtbegriff
Bei Arendt ist Macht, im Gegensatz zu Elias und Popitz keine Eigenschaft oder universelles Element einer Beziehung, sondern muss sich erst durch Kommunikation und Anhängerschaft konstituieren. Individuelle Macht ist bei ihr ausgeschlossen. Wohingegen Popitz und Elias von Machtbeziehungen zwischen Menschen ausgehen und zunächst individuelle Macht erklären. Auch wenn keine Macht erwünscht oder angestrebt wird, ist Macht in sozialen Beziehungen vorhanden. Sie ist kontextunabhängig und auf die bloße Interaktion bei Popitz und auf eine Interdependenz bei Elias gegründet. Arendt stellt dem Machtbegriff den Begriff der Gewalt gegenüber und begründet ausdrücklich, dass Gewalt keine Form von Macht sei, sondern Gewalt die vorhandene Macht zerstört. Bei Popitz und bei Elias ist Gewalt eine von vielen Machtquellen und kann benutzt werden, um die eigenen Ziele zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Machtbegriffs ein und definiert den Fokus der Arbeit auf die Theorien von Norbert Elias, Heinrich Popitz und Hannah Arendt.
2 Theorievorstellung: In diesem Kapitel werden die drei soziologischen Machttheorien individuell vorgestellt, wobei insbesondere die Grundannahmen und Machtbegriffe der Autoren dargelegt werden.
3 Theorievergleich: Hier erfolgt eine systematische Gegenüberstellung der Theorien hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie eine Einordnung in die Machttheorienmatrix von Brunkhorst.
4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse des Vergleichs zusammen und hebt die unterschiedlichen Schwerpunkte der Autoren hervor.
Schlüsselwörter
Macht, Gewalt, Machttheorien, Norbert Elias, Heinrich Popitz, Hannah Arendt, Interdependenz, Machtbalance, Aktionsmacht, Figuration, Handlungsmacht, Legitimität, Machttheorienmatrix, Sozialwissenschaften, Soziologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Überblick über die unterschiedlichen machttheoretischen Ansätze von Norbert Elias, Heinrich Popitz und Hannah Arendt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Macht, das Verhältnis von Macht zu Gewalt sowie die Frage, wie Macht in menschlichen Interaktionen entsteht und legitimiert wird.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die teilweise stark divergierenden Machtverständnisse der drei Soziologen in einen wissenschaftlichen Kontext zu setzen und ihre Einordnung in eine systematische Machttheorienmatrix zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine komparative Analyse unter Verwendung der Originalwerke der drei Autoren sowie ergänzender Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Theorien einzeln skizziert, um anschließend im direkten Vergleich Unterschiede in der Zweck-Mittel-Zuordnung und der normativen Bewertung von Macht zu identifizieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Interdependenz, Figuration, Aktionsmacht, kommunikative Macht und Machttheorienmatrix charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das Machtverständnis bei Hannah Arendt von dem bei Popitz?
Während Popitz Macht oft als Instrument zur Durchsetzung von Zielen und als freiheitsbegrenzend versteht, begreift Arendt Macht als produktives Element gemeinsamen Handelns, das keine Gewalt benötigt.
Warum ordnet der Autor Elias der "strukturellen Repressionstheorie" zu?
Dies begründet sich durch Elias' Konzept der Figurationen; diese wirken unabhängig von den Handlungen der Individuen und können somit als repressive Strukturen verstanden werden.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Rongen (Autor:in), 2020, Norbert Elias, Heinrich Popitz, Hannah Arendt. Machttheorien und ihr Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1011239