In der Arbeit wird das Kapitel 17 der "Germania", in dem Tacitus eine Beschreibung der Kleidung der germanischen Männer und Frauen bietet, einer inhaltlichen Analyse unterzogen. Stilistische Auffälligkeiten wie die Verknüpfung mit vorangehendem und nachfolgendem Kapitel sollen einbezogen werden. Für die inhaltliche Deutung werden die Kommentare von Rudolf Much, Georg Ammon und J. G. C. Andersen herangezogen. An geeigneter Stelle soll der Blick auch auf ausgewählte Werke anderer römischer und griechischer Autoren, die Referenzstellen zum behandelten Kapitel liefern, gerichtet werden. Ein Übersetzungsvorschlag des Kapitels 17 findet sich im Anhang und soll den Abschluss der Arbeit bilden.
Inhaltsverzeichnis
1 Biografisches zu Tacitus. Generelles zur Germania
2 Die Tracht der Germanen in Tacitus’ Germania
2.1 Kleidung der Männer
2.2 Kleidung der Frauen
2.3 Materialkunde der germanischen Tracht
3 Bedeutungspotenzial des Kapitels 17 und der gesamten Germania
4 Bibliografie
5 Anhang: Übersetzung des Kapitels 17
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das 17. Kapitel der „Germania“ von Tacitus inhaltlich zu analysieren, wobei der Schwerpunkt auf der Beschreibung der germanischen Männertracht sowie der Frauenkleidung liegt. Durch den Abgleich mit archäologischen Funden und wissenschaftlichen Kommentaren soll geklärt werden, inwieweit Tacitus’ ethnografische Darstellung als verlässliche Quelle für die germanische Kleidungskultur der Antike dienen kann.
- Analyse der männlichen Tracht und der Bedeutung von sagum und Untergewand
- Untersuchung der Frauenkleidung und des Wissensstandes zu den archäologischen Befunden
- Materialkunde und die Verwendung von Pelzen und Leinen bei den Germanen
- Die Funktion der Germania als ethnografisches Werk im römischen Kontext
- Kritische Einordnung des Textes anhand moderner archäologischer Forschung
Auszug aus dem Buch
2.1 Kleidung der Männer
Ging es im vorangehenden Kapitel 16 der Germania noch um germanische Siedlungsformen, für den Hausbau verwendete Materialien und das Wesen unterirdischer Gruben, so findet Tacitus einen gekonnten Übergang zu Kapitel 17, wie es so typisch für dieses sein Werk ist: Die einzelnen Kapitel sind durch ihren inhaltlichen Zusammenhang mal mehr, mal weniger eng miteinander verknüpft und bilden so eine Einheit ohne überraschende Zäsuren. Verbindendes Element zwischen diesen beiden Kapiteln kann in der Darstellung von bloßen Äußerlichkeiten bestehen, die von der Behausung nun auf die Kleidung fokussiert.
Da Tacitus die zweite Sinneinheit des Kapitels 17 mit den Worten nec alius feminis quam viris habitus einleitet, kann davon ausgegangen werden, dass es sich beim Text zuvor vordergründig um eine Beschreibung der Eigenarten der Männertrachten handelt, genauer „der Germanen im Frieden“. So tragen also alle Männer ein sagum (σάγος), worunter aus römischer Sicht ein „viereckiges Stück groben Wolltuches“ als „deckenartiger Umhang“ zu verstehen ist. Dieses Stück Stoff wird wie ein Mantel gebraucht und muss – ähnlich der römischen Toga, nur nicht so lang – um den Körper gewickelt und mit einer Spange (Fibel) oder einem Dorn befestigt getragen worden sein. Der Begriff selbst ist keltischen Ursprungs und bezeichnet in Rom den Soldatenmantel als Zeichen des Krieges im Unter- schied zur Toga als Zeichen des Friedens. Somit liegt hier ein weiterer Verweis auf den ausgesprochen kriegerischen Wesenszug der Germanen vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Biografisches zu Tacitus. Generelles zur Germania: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über das Leben von Tacitus, die Entstehung der Germania und die Bedeutung des Werks als ethnografische Quelle.
2 Die Tracht der Germanen in Tacitus’ Germania: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Kleidungsmerkmale von Männern und Frauen sowie die verwendeten Materialien im antiken Germanien.
2.1 Kleidung der Männer: Hier wird die Rolle des sagum und die Frage nach Untergewändern als Ausdruck germanischer Schlichtheit und kriegerischer Natur untersucht.
2.2 Kleidung der Frauen: Dieser Abschnitt bewertet Tacitus’ Behauptung zur Gleichheit der Geschlechterkleidung kritisch vor dem Hintergrund archäologischer Erkenntnisse.
2.3 Materialkunde der germanischen Tracht: Das Kapitel befasst sich mit den Rohstoffen der germanischen Bekleidung, insbesondere der Verarbeitung und Nutzung von Pelzen und Leinen.
3 Bedeutungspotenzial des Kapitels 17 und der gesamten Germania: Die abschließende Betrachtung würdigt den Wert der Germania für die moderne Forschung und reflektiert ihren historischen Einfluss auf das deutsche Nationalbewusstsein.
4 Bibliografie: Auflistung der im Text zitierten Fachliteratur und Kommentarwerke.
5 Anhang: Übersetzung des Kapitels 17: Eine präzise deutsche Übersetzung des analysierten Quelltextes.
Schlüsselwörter
Tacitus, Germania, Germanische Tracht, Sagum, Pelzkleidung, Archäologie, Historische Ethnografie, Kleidungskultur, Antike, Antike Quellen, Männerkleidung, Frauenkleidung, Simplizitas, Römische Geschichte, Leinen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das 17. Kapitel der Germania von Tacitus und dessen Aussagen zur Kleidung der germanischen Stämme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die männliche und weibliche Tracht, die Materialkunde (Pelze, Leinen) und die Verlässlichkeit von Tacitus als historischem Berichterstatter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine inhaltliche Analyse des Kapitels 17 unter Einbeziehung archäologischer Funde, um die Differenz zwischen Tacitus’ Bericht und dem tatsächlichen Wissensstand zu klären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine inhaltliche Analyse der antiken Textquelle durchgeführt, die durch den Abgleich mit archäologischen Befunden und Kommentaren renommierter Althistoriker ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Männertracht, die Frauentracht und eine detaillierte Materialkunde zu den verwendeten Textilien und Fellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Germania, Tacitus, antike Kleidung, Sagum, archäologische Trachtenfunde und die Simplizitas der Germanen.
Warum wird die Aussage „nec alius feminis quam viris habitus“ kritisiert?
Die Aussage, dass Frauen die gleiche Kleidung wie Männer trugen, widerspricht den archäologischen Befunden, da Hosen als reine Männertracht gelten.
Welche Rolle spielt die „simplicitas“ in Tacitus' Darstellung?
Tacitus betont die Schlichtheit der Kleidung, um einen bewussten Kontrast zur aus seiner Sicht dekadenten und genussorientierten römischen Kultur des 1. Jahrhunderts zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- René Dietzsch (Autor:in), 2007, Die germanische Tracht in "Germania" von Publius Cornelius Tacitus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1010550