Der Begriff der Generezität benennt in der Linguistik die Ausdrucksmöglichkeit generalisierender Prädikation über eine Gattung, Sorte oder Art. Bereits die uneinheitliche Definition zeigt die Komplexität der Thematik und hat daher in dieser Arbeit den Zweck
Generezität verständlich zu machen. DasThemengebiet ist im deutschsprachigen Raum noch relativ unerforscht. Bisherige Werke stammen größtenteils aus dem englischsprachigen Raum und dienen dementsprechend nachfolgend als Hauptquellen.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist eine Analyse von Dokumentarfilmen über die Gattung Löwe, die zweierlei Fragen beantworten soll.
1. Welche Konstruktion wird wie häufig verwendet, um eine verallgemeinernde Aussage über Löwen zu treffen?
2. Ist die Verteilung der Konstruktionen in irgendeiner Art kontextgebunden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was bedeutet Generezität?
2.1 Gattungsreferenz vs. generische Sätze
2.2 Generische Nominalphrasen
2.3 Gattungsprädikate und episodische Prädikate
2.4 Die Lesart
3. Korpusanalyse
3.1 Doku 1
3.2 Doku 2
3.3 Doku 3
4. Gesamtauswertung
4.1 Singular vs. Plural
5. Verwendung der unterschiedlichen NPs
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Realisierung von Generezität in deutschen Tierdokumentationen, wobei der Fokus auf der Verwendung verschiedener Nominalphrasen im Kontext von Gattungsreferenz am Beispiel des Löwen liegt.
- Analyse der Häufigkeit unterschiedlicher generischer Konstruktionen
- Untersuchung der Lesarten (generisch vs. spezifisch) in Filmkorpora
- Einfluss von Kontextfaktoren auf die Interpretation generischer Aussagen
- Syntaktische und semantische Besonderheiten im Bereich der Gattungsprädikate
- Vergleich der Produktivität von Singular- und Pluralformen bei Generalisierungen
Auszug aus dem Buch
2 Was bedeutet Generezität?
Generezität benennt ein linguistisches Phänomen, bei dem verallgemeinernde Aussagen, meist über eine Gattung, Sorte, Art oder sonstige geläufige Klassifikationen im weitesten Sinne getroffen werden.
(1) „Die Banane enthält viel Fruchtzucker.“
Die Verwendung des Singulars in Kombination mit einem definiten Artikel weist auf eine spezifische Referenz hin. Dennoch erscheint uns die generische Lesart plausibler und wir verstehen den Satz als charakterisierende Beschreibung von Bananen im Allgemeinen und nicht einer bestimmten Banane.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das linguistische Feld der Generezität ein und formuliert die Forschungsfragen zur Verwendung generischer Konstruktionen in Dokumentarfilmen.
2. Was bedeutet Generezität?: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Gattungsreferenz, generischer Sätze und verschiedener Nominalphrasen sowie deren Lesarten erläutert.
2.1 Gattungsreferenz vs. generische Sätze: Dieser Abschnitt differenziert anhand linguistischer Konzepte zwischen charakterisierenden Sätzen und Gattungsreferenz durch Nominalphrasen.
2.2 Generische Nominalphrasen: Es werden die vier Möglichkeiten zur Bildung generischer Nominalphrasen im Deutschen (bere Plural, definiter Plural, definiter Singular, indefiniter Singular) vorgestellt.
2.3 Gattungsprädikate und episodische Prädikate: Das Kapitel behandelt die Unterscheidung zwischen Prädikaten, die eine generische Lesart erzwingen, und solchen, die episodisch sind.
2.4 Die Lesart: Es wird die Ambiguität von Ausdrücken thematisiert, bei der eine Disambiguierung zwischen spezifischer und generischer Referenz oft vom Kontext abhängt.
3. Korpusanalyse: In diesem Teil werden drei Dokumentarfilme systematisch auf ihre generischen Konstruktionen hin untersucht.
3.1 Doku 1: Die Analyse des Films „Der Löwe“ zeigt die Verteilung der verschiedenen Nominalphrasen und deren generische bzw. spezifische Verwendung auf.
3.2 Doku 2: Hier wird der Film „Killerinstinkt der Löwen“ untersucht, wobei insbesondere der Einfluss von Sprecherkommentaren und Animationen auf die Generezität betrachtet wird.
3.3 Doku 3: Dieser Abschnitt analysiert den Film „Das leise Sterben der Löwen“ und vergleicht die Ergebnisse mit den vorangegangenen Dokumentationen.
4. Gesamtauswertung: Die verschiedenen Einzelergebnisse werden zusammengeführt, um ein Gesamtbild über die Verwendungshäufigkeit der generischen Konstruktionen zu erhalten.
4.1 Singular vs. Plural: Dieser Unterpunkt vergleicht die Produktivität von Singular- und Pluralformen bei der Generierung allgemeiner Aussagen.
5. Verwendung der unterschiedlichen NPs: Eine abschließende Zusammenfassung der Charakteristika der vier untersuchten Nominalphrasen und deren Einsatzgebiete.
6. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Grenzen der kleinen Korpusauswahl und schlägt Möglichkeiten für weiterführende linguistische Studien vor.
Schlüsselwörter
Generezität, Gattungsreferenz, Nominalphrasen, generische Sätze, Korpusanalyse, Dokumentarfilm, Linguistik, Sprachgebrauch, Singular, Plural, Referenz, Ambiguität, Gattungsprädikate, Semantik, Syntax
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung, wie verallgemeinernde Aussagen (Generezität) über Tierarten in deutschen Dokumentarfilmen sprachlich konstruiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Bildung generischer Nominalphrasen, die Abgrenzung von generischen und spezifischen Lesarten sowie der Einfluss des Kontextes auf das Verständnis generischer Aussagen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es herauszufinden, welche nominalen Konstruktionen (z. B. Plural oder Singular) am häufigsten verwendet werden, um generische Aussagen über Löwen zu treffen, und ob diese Verteilung kontextabhängig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine Korpusanalyse von drei verschiedenen Dokumentarfilmen durchgeführt, um die Verwendungshäufigkeit und semantische Funktion der Nominalphrasen quantitativ und qualitativ zu bestimmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der drei Filmkorpora sowie eine Gesamtauswertung der ermittelten Sprachdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Generezität, Gattungsreferenz, Nominalphrasen, Korpusanalyse, Ambiguität und linguistische Semantik.
Warum ist der "bere Plural" für die Untersuchung so relevant?
Der bare Plural erweist sich als die universellste und unproblematischste generische Konstruktion, die in fast jedem syntaktischen Kontext ohne große Ambiguitätseffekte verwendet werden kann.
Welche Rolle spielt die visuelle Ebene in den Dokumentarfilmen?
Die visuelle Ebene (Bilder, Animationen) dient oft zur Unterstützung oder Disambiguierung der Aussage, um beispielsweise zwischen der kompletten Gattung und einem spezifischen Individuum im Bild zu unterscheiden.
Warum lassen sich generische Aussagen im Singular oft schwerer bilden als im Plural?
Singularformen erfordern oft spezifischere Kontexte oder bestimmte Prädikate, da sie bei abstrakten Verben wie „aussterben“ semantisch weniger kompatibel sein können als die Pluralformen.
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- Anonym (Author), 2020, Generische Nominalphrasen in Tierdokus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1009897