Die Trennung der Gesellschaft in zwei Geschlechter ist omnipräsent und in allen Lebensbereichen relevant, egal um welche Situation es sich handelt, sei es bei den Toiletten oder sei es bei amtliche Dokumenten, schließlich durchzieht es alle gesellschaftlichen Bereiche, gesellschaftlichen Strukturen, Institutionen, Interaktionen und Identitäten.
Die Geschlechtlichkeit in Bezug auf Normen ist einen wesentlichen Aspekt, denn Körper und Geschlecht, sind immer mit Ansehen, Erfolg und Macht verbunden und beeinflussen die sozialen Regeln und Werte, sowie die Körperpraxis, die sich in der Gesellschaft in verschieden Schichten unterschiedlich darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.Männerkörper-Frauenkörper
3. Körper und Kultur
4. Das körperliche Kapital
5. gesellschaftliche Trennung in Mann und Frau
6. Die Agnes Studie/ Transsexualität
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit und analysiert, inwiefern Körperlichkeit, soziale Normen und Identitätszuschreibungen die Trennung zwischen Mann und Frau in der Gesellschaft prägen und aufrechterhalten.
- Die soziologische Bedeutung des Körpers und seiner Darstellung
- Die Rolle von Geschlechterrollen in soziokulturellen Kontexten
- Das Konzept des „körperlichen Kapitals“ nach Pierre Bourdieu
- Die Dynamik von „Doing Gender“ und gesellschaftliche Grenzziehungen
- Transsexualität als Herausforderung für binäre Geschlechterordnungen
Auszug aus dem Buch
3. Körper und Kultur
In Sozialisationsprozessen werden dem Körper die vorherrschenden Normen und Werte der Gesellschaft zugeschrieben. Die gesellschaftliche Konstruktion des Körpers ist das Abbild sozialer Verhältnisse, die von diesem hervorgebracht und geprägt werden. Meußer und Hahn beziehen sich auf die Materialität des Körpers in Bezug auf die soziale Repräsentation, sowohl im sozialen Umfeld als auch in soziale Bedeutung, als Geschlechterkörper, von den Lebensbedingungen zeichneter Körper usw. erkennbar.
Zeitgleich dient der Körper als Träger bestimmter Zeichen und vermittelt immer eine Nachricht. Alles am Körper ist sozial und kulturell bestimmt, seinen es Verhaltensweisen in spezifischen Situationen oder Körperverwendungen, oder für sanktionierte Körperdarstellungen bis zur sozialen Konstruktion des Geschlechts. Der Körper bestimmt die Ausdrucksfähigkeit und er übermittelt Signale und Botschaften, so spielen Körpergestiken, Mimiken, Körperhaltungen usw. im Sozialisationsprozess, die nicht nur einer geschlechtspezifischen Zuschreibung, sondern auch auf einer körperlichen Zuschreibung beruhen, einen wichtigen Aspekt.
Gesellschaftliche Umgangsformen werden durch die sozialen Schicht, der man angehört, beeinflusst und prägen, wie man sich sitautiv kleidet, verhält und dargestellt um eine Partizipation in Gewohnheiten, Sitte, Moral und Körperlichkeit zu ermöglichen. Kulturen beeinflussen die habituellen Eigenschaften, denn so hat die Kultur Einfluss auf Sitten und Gebräuche, die wiederum einen Einfluss auf die Körperlichkeit hat, die bestimmte Verhaltensweisen, Gestiken des Körpers darstellen. (Hahn/Meußer 2002, S.8ff)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie die gesellschaftliche Zweigeschlechtlichkeit durch körperliche Zuschreibungen und soziale Strukturen aufrechterhalten wird.
2.Männerkörper-Frauenkörper: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung der Körperdeutung und wie Körperlichkeit als vermeintlicher Beweis für eine biologische Trennung der Geschlechter instrumentalisiert wurde.
3. Körper und Kultur: Es wird analysiert, wie Sozialisationsprozesse den Körper mit gesellschaftlichen Werten aufladen und wie soziale Schichtung das Verhalten und die körperliche Ausdrucksweise beeinflusst.
4. Das körperliche Kapital: Anhand des Konzepts von Pierre Bourdieu wird aufgezeigt, wie der Körper als Machtmittel und Kapitalform zur Erlangung von sozialem Ansehen eingesetzt wird.
5. gesellschaftliche Trennung in Mann und Frau: Dieses Kapitel behandelt das Konzept des „Doing Gender“ und die soziologische Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (sex) und sozialem Geschlecht (gender).
6. Die Agnes Studie/ Transsexualität: Durch die Analyse der Agnes-Studie wird aufgezeigt, wie die binäre Geschlechterordnung durch Transsexualität infrage gestellt wird und welche sozialen Ausgrenzungsmechanismen bei Grenzüberschreitungen wirken.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bekräftigt, dass Geschlechtertrennung nicht nur biologisch, sondern primär kulturell und klassenspezifisch konstruiert ist.
Schlüsselwörter
Soziologie, Geschlechterkörper, Körperlichkeit, Doing Gender, Bourdieu, Habitus, Transsexualität, Agnes-Studie, soziale Konstruktion, Geschlechterrolle, Sozialisation, Körperdarstellung, Identität, Zweigeschlechtlichkeit, Macht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die soziologische Perspektive auf den menschlichen Körper und wie dieser zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Trennung in Mann und Frau genutzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die soziale Konstruktion von Geschlecht, die Rolle des Körpers in der Kultur, das Konzept des körperlichen Kapitals sowie die Herausforderungen, die transsexuelle Identitäten für das binäre Geschlechtersystem darstellen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Die Arbeit möchte beantworten, wie es zu einer gesellschaftlichen Trennung aufgrund der Körperlichkeit kommt und wie mit Identitäten umgegangen wird, die diese binäre Ordnung infrage stellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf soziologischen Literaturanalysen basiert, insbesondere auf den Theorien von Pierre Bourdieu, Michael Meußer und der Ethnomethodologie nach Harald Garfinkel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Geschlechterkörper-Konstruktion, die kulturelle Prägung von Körperpraxen, die Bedeutung des Habitus als Kapital sowie Fallbeispiele zu „Doing Gender“ und Transsexualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Doing Gender“, soziale Konstruktion, Habitus, körperliches Kapital, Geschlechterordnung und Identitätszuschreibung definiert.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen biologischem und sozialem Geschlecht?
Die Arbeit reflektiert die soziologische Unterscheidung zwischen „sex“ als biologische Basis und „gender“ als das sozial und kulturell geprägte Geschlecht, wobei betont wird, dass das „gender“ für die soziale Interaktion primär ist.
Was zeigt die Analyse der Agnes-Studie auf?
Die Analyse verdeutlicht, dass die Annahme einer rein biologisch begründeten Geschlechteridentität ein soziales Konstrukt ist, das durch Normen und Alltagspraktiken aufrechterhalten wird, um die binäre Ordnung zu sichern.
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- Stefan Mario Haschke (Author), 2019, Geschlechterkörper im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1007057