Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Chancen und Risiken von Predictive Maintenance (PM) herauszuarbeiten. Damit soll Transparenz über die wirtschaftliche und technologische Lage von PM geschaffen werden. Zusammen mit der Einleitung besteht die Arbeit aus fünf Kapiteln. Im zweiten Kapitel werden zunächst theoretische Grundlagen im Bereich der Instandhaltung behandelt. Das dritte Kapitel befasst sich hauptsächlich mit dem technischen Einsatz von PM. Die Gegenüberstellung von Nutzen und Herausforderungen dieser Technologie, mit ergänzenden Praxisbeispielen, soll im vierten Kapitel ermitteln, ob der Einsatz aktuell empfehlenswert ist. Darauf folgt das letzte Kapitel, in dem dann die Ergebnisse dieser Arbeit abschließend zusammengefasst werden.
In einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini wurde zum Thema IT-Trends eine Umfrage mit 121 Experten, aus Unternehmen vom deutschsprachigen Raum durchgeführt. Aus dieser Studie ist zu entnehmen, das Unternehmen mit einem Anteil von 45,5 % den größten Anteil des IT-Budgets in die Instandhaltung des Unternehmens investieren. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und die dazugehörige Einführung von industrieller Produktionsinfrastrukturen, führte zur Bündelung von verschiedenen und komplexen technischen Anlagen in Fertigungshallen. Die Anlagen wurden meistens von Menschen mit nicht ausreichenden Qualifikationen bedient. Diese Arbeiter waren in der Regel nicht in der Lage, aufgrund fehlender Werkzeuge oder einer fehlenden Ausbildung, die Anlagen wieder Instand zu setzen. Zur Instandsetzung dieser Anlagen wurden qualifizierte Handwerker beauftragt. Diese wurden meist nach einem ungeplanten Stillstand der Anlagen eingesetzt, um die Verluste eines Unternehmens durch den Ausfall der Anlagen so gering wie möglich zu halten. Diese unerwarteten Anlagenausfälle wiesen stets ein hohes Risikopotential für Unternehmen auf. Im Zuge der Industrialisierung stieg deswegen das Interesse an einer effizienteren Gestaltung der Instandhaltungsstrategie weiter an. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Historie
2.1 Instandhaltung
2.2 Entwicklung der Instandhaltung
3 Predictive Maintenance
3.1 Begriffserklärung
3.2 Erfassung von Daten
3.3 Analyse und Auswertung
4 Wirtschaftliche Betrachtung
4.1 Herausforderungen
4.2 Nutzen
4.3 Praxisbeispiele
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Chancen und Risiken von Predictive Maintenance (PM) in Unternehmen. Ziel ist es, Transparenz über die wirtschaftlichen und technologischen Aspekte dieser vorausschauenden Instandhaltungsstrategie zu schaffen und den aktuellen Mehrwert durch Praxisbeispiele zu belegen.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Instandhaltung
- Technischer Aufbau und die vier Phasen von Predictive Maintenance
- Datenerfassung mittels Sensortechnik und Analyse-Verfahren
- Wirtschaftliche Herausforderungen wie IT-Sicherheit und Datenschutz
- Erfolgreiche Praxisbeispiele in der Industrie (z. B. Luftfahrt, Schienenverkehr)
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffserklärung
PM wird als vorausschauende Instandhaltung beschrieben und ist eine Erweiterung der zustandsabhängigen Instandhaltung. Es hat die Aufgabe Anlagenfehler zu prognostizieren. Genau wie die zustandsabhängige Instandhaltung verfolgt auch PM das Ziel, Anlagen oder Anlagenteile möglichst weit auszuschöpfen und dabei Fehler zu beheben, sodass Ausfälle verhindert werden können. An den Anlagen angebrachte Sensoren sammeln die relevanten Informationen ein und senden diese an eine Datenbank weiter. Anhand dieser gewonnen Daten werden dann durch verschiedene Verfahren Ausfälle oder Probleme prognostiziert.
Moderne Produktionsanlagen haben z.B. die Möglichkeit Informationen über Auslastung, Maschinenzustände oder die Umgebung der Anlage zu erfassen. Bei älteren Anlagen besteht die Möglichkeit Sensoren nachzurüsten. Mit dem Einsatz der gesammelten Daten über einen längeren Zeitraum kann damit das Ausfallverhalten von Anlagen und Anlagenteilen prognostiziert werden. Bevor eine Störung auftritt können Wartungspläne erstellt und dazu benötigte Ersatzteile im Voraus angeschafft werden. Die Reduzierung und Vermeidung von Produktionsausfällen werden dadurch positiv beeinflusst.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Notwendigkeit effizienter Instandhaltung und definiert Predictive Maintenance als moderne, digital gestützte Strategie zur Ausfallprävention.
2 Grundlagen und Historie: Das Kapitel definiert den Begriff der Instandhaltung nach DIN-Norm und beschreibt die Evolution von der ereignisorientierten Feuerwehrstrategie bis hin zu strukturierten, technologiegestützten Ansätzen.
3 Predictive Maintenance: Hier werden der technische Kern und die vier Phasen von PM erläutert, wobei besonderes Augenmerk auf die Sensorik zur Datenerfassung und die statistischen Analyseverfahren gelegt wird.
4 Wirtschaftliche Betrachtung: Dieses Kapitel analysiert die ökonomischen Treiber und Hemmnisse, wie den Schutz sensibler Daten oder Implementierungskosten, und illustriert den Nutzen anhand von Fallbeispielen.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass PM eine gewinnbringende Technologie ist, empfiehlt jedoch zukünftige Untersuchungen zu Gründen für Implementierungsschwierigkeiten in gescheiterten Projekten.
Schlüsselwörter
Predictive Maintenance, Instandhaltung, Industrie 4.0, Sensorik, Datenanalyse, Regressionsanalyse, Anlagenausfall, IT-Systeme, Wartungsstrategie, Datensicherheit, Prozessoptimierung, Wirtschaftlichkeit, Schwingungsanalyse, Digitalisierung, Effizienzsteigerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Predictive Maintenance als moderner Instandhaltungsstrategie und beleuchtet deren technische sowie wirtschaftliche Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung der Instandhaltung, die technische Umsetzung mittels Sensoren und Datenanalyse sowie die wirtschaftliche Bewertung in modernen Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Herausarbeitung der Chancen und Risiken von Predictive Maintenance, um Transparenz über die aktuelle technologische und wirtschaftliche Lage dieser Technologie zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Methode der Literaturanalyse, welche systematisch die Phasen der Recherche, Literaturauswertung und Interpretation umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die technische Definition von PM inklusive Datenverarbeitung und eine ökonomische Analyse mit praktischen Anwendungsbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Predictive Maintenance, Instandhaltung, Industrie 4.0, Sensorik und Datenanalyse.
Wie unterscheidet sich Predictive Maintenance von der zustandsabhängigen Instandhaltung?
PM ist eine Erweiterung der zustandsabhängigen Instandhaltung, die über die reine Bewertung des Ist-Zustands hinausgeht, um durch Prognosemodelle zukünftige Anlagenfehler aktiv vorherzusagen.
Warum spielt der Datenschutz bei der Implementierung von PM eine so große Rolle?
Unternehmen befürchten bei der Nutzung externer PM-Lösungen durch Dienstleister den Abfluss sensibler Prozess- und Qualitätsdaten, was zu Wettbewerbsnachteilen führen könnte.
- Quote paper
- Onur Güldali (Author), 2019, Chancen und Risiken von Predictive Maintenance, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1006307