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Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit. Objektivierung einer nicht objektivierbaren Berufsgruppe?

Title: Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit. Objektivierung einer nicht objektivierbaren Berufsgruppe?

Essay , 2020 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: David Maya (Author)

Social Work

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Seit der zunehmenden Popularisierung des Neoliberalismus in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts sind alle Bereiche der wirtschaftlichen und sozialen Interaktion ökonomischen Paradigmen und Statuten unterworfen worden.

In diesem Zuge ist auch die Soziale Arbeit immer mehr unter die Einflussnahme der (Markt-) Wirtschaft und seine Mechanismen geraten. Aus einer ursprünglich dem Menschen verpflichteten Profession, dessen primäre Aufgabe es ist, Hilfe und Unterstützung anzubieten, ist ein den marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten untergeordneter Arbeitsbereich geworden. Mittlerweile wundert sich kaum jemand, wenn über „Kunden“ und „Produkte“ gesprochen wird, wenn in Wirklichkeit in Not geratene Menschen gemeint sind, denen eigentlich mit Hilfe professioneller und empathischer Mitarbeiter des Sektors der Sozialen Arbeit Hilfestellungen angeboten werden soll.

Dieser Paradigmenwechsel führte zwangsläufig auch zur Umsetzung eines Qualitätsmanagements, der eng mit dem Begriff des ‚New Public Management‘ korreliert und sich insbesondere in der Abänderung des § 78 SGB VIII widerspiegelt. Damit ist die Soziale Arbeit zu einem rein kapitalistischen Markt geworden, dessen negative Auswirkungen ganz evident sind und in dem es in der Hauptsache Verlierer gibt – angefangen bei den sog. „Kunden“ über die einzelnen Organisationen bis hin zu den Mitarbeitern, die unter dem wettbewerblichen Preisdiktat auch im akademischen Vergleich ein Gehalt im unteren Drittel beziehen und immer fraglicheren Arbeitsbedingungen entgegenblicken.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Implementation des Qualitätsmanagements in die Soziale Arbeit

2.1 Qualitätsanforderungen an die Soziale Arbeit als Folge eines umstrukturierten Sozialstaates und fiskalischer Zwänge

2.2 Von kollegialen Qualitätsvereinbarungen zum professionellen Qualitätsmanagement

3 Auswirkungen des Qualitätsmanagements auf unterschiedliche Handlungsebenen

3.1 Sozialpolitische Umstrukturierungen

3.2 Einfluss auf die Organisationsebene

3.3 Deprofessionalisierung der Sozialen Arbeit

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen in der Sozialen Arbeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern diese ökonomisch motivierten Ansätze tatsächlich zu einer Qualitätssteigerung führen oder primär als Instrumente zur bürokratischen Steuerung und Kostenreduktion fungieren, die den professionellen Kern der Disziplin gefährden.

  • Neoliberalismus und Ökonomisierung der Sozialen Arbeit
  • Wandel vom Wohlfahrts- zum Wettbewerbsstaat
  • Kritische Analyse von Qualitätsmanagement-Modellen (ISO, EFQM)
  • Strukturelle Auswirkungen auf Organisationen und Handlungsebenen
  • Problematik der Deprofessionalisierung und Bürokratisierung

Auszug aus dem Buch

3.2 Einfluss auf die Organisationsebene

Eine Folge der geschilderten Veränderungsprozesse in der Sozialen Arbeit ist, dass soziale Einrichtungen unter unnötigen Druck und vor allen Dingen einen der Qualitätsbemessung kontraproduktiven Legitimationszwang gesetzt worden sind. So kam es von öffentlicher Seite aufgrund der bereits genannten gesellschaftlichen und politischen Veränderungen zur Infragestellung der Transparenz und Überschaubarkeit der sozialen Einrichtungen. Konkret waren diese gezwungen, ihre Arbeitsmentalität, die sich auch aus ethisch-moralischen Leitlinien und eigenen Werteorientierungen ableiteten, zugunsten eines effizienzbasierten Systems aufzugeben.

Anstatt sich den eigentlichen Aufgaben der eigenen Profession zu widmen und diese zu verbessern, waren die Organisationen ab da an damit beschäftigt, Qualitätsmanagementsysteme einzuführen. Auch wenn argumentiert werden könnte, dass für alle Institutionen geltende Standards einer Abwehr eventueller Schadensersatzansprüche seitens Dritter dienen könnten, wiegt zumindest aus einer professioneller Perspektive jedoch schwerer, dass es damit einhergehend zu einer „Verkürzung und unzulässigen Normierung von Hilfeleistungen für formalisierte und standardisierte Interaktionsqualität“ (Oechler, 2009, S. 104) kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Paradigmenwechsel in der Sozialen Arbeit durch neoliberal geprägte ökonomische Paradigmen und die Einführung des New Public Management.

2 Die Implementation des Qualitätsmanagements in die Soziale Arbeit: Dieses Kapitel analysiert die Hintergründe der Qualitätsdebatte, insbesondere den fiskalischen Zwang zur Kostenersparnis und den Übergang von kollegialer Selbstkontrolle zu standardisierten Managementmodellen.

2.1 Qualitätsanforderungen an die Soziale Arbeit als Folge eines umstrukturierten Sozialstaates und fiskalischer Zwänge: Hier wird der Druck durch den Umbau zum Wettbewerbsstaat und die Notwendigkeit zur Legitimation gegenüber Akteursgruppen wie Kostenträgern erörtert.

2.2 Von kollegialen Qualitätsvereinbarungen zum professionellen Qualitätsmanagement: Der Fokus liegt auf der Problematik, dass aus der Ökonomik abgeleitete Techniken die traditionelle professionelle Autonomie ablösen, ohne der Spezifik sozialer Arbeit gerecht zu werden.

3 Auswirkungen des Qualitätsmanagements auf unterschiedliche Handlungsebenen: Ein umfassender Blick auf die systemischen Konsequenzen, die von politischen Vorgaben bis hin zur Veränderung der täglichen Arbeitspraxis reichen.

3.1 Sozialpolitische Umstrukturierungen: Das Kapitel thematisiert die Diskrepanz zwischen politischen Zielsetzungen und der bürokratischen Realität, beispielhaft dargestellt am MDK.

3.2 Einfluss auf die Organisationsebene: Hier wird dargelegt, wie Organisationen unter Legitimationszwang ihre ethisch-moralischen Leitlinien zugunsten standardisierter Effizienzmodelle vernachlässigen.

3.3 Deprofessionalisierung der Sozialen Arbeit: Abschließend werden die fatalen Folgen für das Personal, wie Überlastung und Qualitätsverlust, sowie die Verschiebung des Fokus auf reine Wirksamkeitsmessungen kritisiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Standardisierung der Sozialen Arbeit zu Qualitätsverlusten führt und das Ziel einer echten Qualitätsverbesserung verfehlt.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Qualitätsmanagement, Neoliberalismus, New Public Management, Wettbewerbsstaat, Deprofessionalisierung, Ökonomisierung, Effizienz, Bürokratisierung, Professionalität, Sozialpolitik, Qualitätssicherung, Standardisierung, Legitimationszwang, Dienstleistungsqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich kritisch mit dem Einzug betriebswirtschaftlicher Qualitätsmanagement-Konzepte in den Bereich der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der ökonomische Druck auf den Sozialstaat, der Wandel professioneller Standards und die negativen Auswirkungen von Zertifizierungen und Bürokratie auf die soziale Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass die Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen in der Sozialen Arbeit eher als Sparmaßnahme und Kontrollinstrument fungiert, statt die Qualität der Dienstleistungen für die Adressaten tatsächlich zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Fachpublikationen und kritischer Diskurstheorien zum Thema Professionalität und Organisation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen Hintergründe der Qualitätsdebatte, die Auswirkungen auf verschiedene Organisationsebenen sowie das Phänomen der Deprofessionalisierung detailliert beleuchtet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ökonomisierung, Deprofessionalisierung, Legitimationszwang und die Spannung zwischen bürokratischer und professioneller Logik charakterisiert.

Warum wird der Begriff "Deprofessionalisierung" in Bezug auf die Soziale Arbeit verwendet?

Der Begriff beschreibt den Verlust an fachlicher Autonomie und die Vernachlässigung professioneller Standards zugunsten einer am „Sparzwang“ orientierten bürokratischen Effizienzlogik.

Welche Rolle spielen Modelle wie ISO oder EFQM in diesem Kontext?

Die Arbeit kritisiert diese aus der Industrie stammenden Modelle als unpassend für die Soziale Arbeit, da sie technokratisch sind und der komplexen, personenbezogenen Arbeit am Menschen nicht gerecht werden.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der MDK-Prüfungen?

Die Prüfungen des Medizinischen Dienstes werden als Beispiel für eine fragwürdige Prüfungssystematik angeführt, die bürokratischen Aufwand produziert, ohne die tatsächliche Qualität der Betreuung sicherzustellen.

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Details

Title
Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit. Objektivierung einer nicht objektivierbaren Berufsgruppe?
College
Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften
Grade
1,0
Author
David Maya (Author)
Publication Year
2020
Pages
10
Catalog Number
V1002993
ISBN (eBook)
9783346378804
Language
German
Tags
Qualitätsmanagement New Public Management Ökonomisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Maya (Author), 2020, Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit. Objektivierung einer nicht objektivierbaren Berufsgruppe?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1002993
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