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Analyse eines Holocaustopfers

Title: Analyse eines Holocaustopfers

Term Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries

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Summary Excerpt Details

Analyse eines Holocaustopfers

1. Einleitung

Nach dem zweiten Weltkrieg waren die Juden ein zerrissenes Volk. 6 Millionen Juden waren unter dem Nazi-Regime Hitlers umgebracht worden. Die Überlebenden des Nazi- Terrors hatten oftmals schwerwiegende physische und psychische Folgen davon getragen, waren verbittert und heimatlos. Es gab in Europa über sieben Millionen „displaced persons“ (DPs), die, aus den Konzentrationslagern befreit, wieder eingebürgert werden mussten. Viele von ihnen waren bestürzt, dass sowohl die USA als auch Großbritannien wenig dazu beigetragen hatten, um die systematische Vernichtung zu stoppen.
Auch nach dem zweiten Weltkrieg änderte sich zunächst nur wenig; das
Problem der europäischen Juden wurde oftmals ignoriert oder nicht
thematisiert. Die Überlebenden der Konzentrationslager hatten nach dem
Wunder der Befreiung auf die Möglichkeit gehofft, überallhin emigrieren zu können und willkommen geheißen zu werden. Stattdessen wurden zunächst sie in Auffanglager (DP- Lager) gebracht und der Weg in die Zukunft war ihnen versperrt. Viele wollten nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren, fanden dort aber nichts als Zerstörung und Verwüstung vor. Oftmals wurden sie sogar feindselig aufgenommen. Einige Überlebende, die versuchten, nach Palästina auszuwandern, wurden auf Zypern aufgehalten und in Lagern interniert. Die
meisten europäischen Juden mussten in fremden Ländern neue Sprachen
lernen und mit ungewohnten Situationen in neuen Kulturkreisen umgehen.
Selten gab es intakte Familien aus der alten Welt, so dass neue Kontakte geknüpft werden mussten. Viele Familien klammerten sich aneinander und schufen in einer fremdem Umwelt, die ihnen vielfach bestenfalls mit einer ambivalenten Mischung aus Ehrfurcht und Misstrauen begegnete, neue Ghettos in der Hoffnung, ihren ursprünglichen Sozialverband wieder herstellen zu können. Über die Geschehnisse des Holocaust wurde meist geschwiegen.

Im Folgenden werden die Ergebnisse der ersten Psychoanalysen, die bei
Überlebenden des Holocaust angestellt wurden, beschrieben. Hierbei wird
Bezug genommen auf das Buch „Kinder der Opfer – Kinder der Täter“, das
1982 unter dem Titel „Generations of the Holocaust“ erstmals erschien. Im zweiten Teil dieser Arbeit wird der Protagonist des Films „Der Pfandleiher“ von Sidney Lumet basierend auf den beschriebenen Ergebnissen und anhand ausgewählter Beispiele aus dem Film analysiert, beziehungsweise Aspekte der Handlung interpretiert.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erste Versuche der Analyse

3. Das Überlebenden-Syndrom - Die Charakter des Traumas

4. Der Pfandleiher

5. Analyse von Sol Nazerman

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die psychologischen Langzeitfolgen des Holocaust bei Überlebenden und analysiert diese anhand der filmischen Darstellung des Protagonisten Sol Nazerman in Sidney Lumets Film "Der Pfandleiher".

  • Psychoanalytische Grundlagen des sogenannten "Überlebenden-Syndroms"
  • Die Problematik der Verdrängung und psychischen Schutzmechanismen
  • Filmische Umsetzung von Traumata und Assoziationsmontagen
  • Der Einfluss von Verlust und Schuldgefühlen auf die soziale Integration

Auszug aus dem Buch

4. Der Pfandleiher

Der Film von Sidney Lumet, gedreht 1964, war einer der ersten Hollywood-Filme, der sich mit dem Holocaust und seinem Erbe sowohl thematisch als auch formal befasste. Er handelt von dem Juden Sol Nazerman, einem ehemaligen Leipziger Universitätsprofessor, der der Hölle des Konzentrationslagers entkommen konnte und nun im New Yorker Harlem eine Pfandleihe betreibt. Er wird jedoch immer wieder von den nicht verarbeiteten Erlebnissen heimgesucht, die es ihm unmöglich machen, Gefühle zu äußern oder zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen und vermeidet es, Kontakte mit anderen Menschen zu knüpfen.

Der Film beginnt mit einer Szene in einer idyllischen europäischen Naturlandschaft. Spielende Kinder laufen über sonnige Wiesen, gezeigt wird eine glückliche Familie. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel. Etwas „Unheilvolles“, das im Laufe des Films Schicht für Schicht abgetragen wird, kündigt sich am Horizont an. Der Mann, der diese Bilder, die ein schönes, sentimentales Filmmärchen anzukündigen schienen und dann doch auch die Gefahr andeuten, im Halbschlaf an sich vorüberziehen sieht, liegt 30 Jahre später auf einem Liegestuhl in einem New Yorker Garten. Seine Familie, so erfährt der Zuschauer bald, ist im KZ umgekommen, wahrscheinlich vergast worden.

Der Film arbeitet mit Rückblenden, einem filmischen Kunstgriff, der es erlaubt, die visualisierte, greifbare Vergangenheit in die Gegenwart hineinreichen zu lassen. Der Pfandleiher Sol Nazerman erlebt in diesen Assoziationsmontagen das bereits Durchlebte erneut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die schwierige Nachkriegssituation der Holocaust-Überlebenden und die Vernachlässigung des Themas in der unmittelbaren Zeit nach 1945.

2. Erste Versuche der Analyse: Hier wird der wissenschaftliche Diskurs über das kollektive Trauma und die Schwierigkeiten bei der psychotherapeutischen Behandlung von Überlebenden dargelegt.

3. Das Überlebenden-Syndrom - Die Charakter des Traumas: Dieses Kapitel definiert das klinische Krankheitsbild, seine Symptome wie Depressionen, Isolation und die "Armierung des Ichs" als Schutzmechanismus.

4. Der Pfandleiher: Die filmische Analyse von Sidney Lumets Werk wird eingeführt, wobei der Fokus auf der Darstellung von Nazermans verdrängter Vergangenheit liegt.

5. Analyse von Sol Nazerman: Das Kapitel vergleicht die Symptomatik des Überlebenden-Syndroms direkt mit der Filmfigur Sol Nazerman und seinem Verhalten im Alltag.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sol Nazerman ein exemplarischer fiktiver Fall ist, der die tiefgreifenden psychischen Wunden einer ganzen Generation versinnbildlicht.

Schlüsselwörter

Holocaust, Überlebenden-Syndrom, Psychoanalyse, Traumata, Sol Nazerman, Der Pfandleiher, Sidney Lumet, Identitätsveränderung, Verdrängung, Schuldgefühle, Armierung des Ichs, Holocaust-Folgen, Filmanalyse, Psychische Gesundheit, Nachkriegszeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologischen Auswirkungen des Holocaust auf Überlebende und überträgt diese Erkenntnisse auf den fiktiven Charakter Sol Nazerman im Film "Der Pfandleiher".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die psychische Verarbeitung von Konzentrationslager-Erfahrungen, das "Überlebenden-Syndrom", die Bedeutung von Erinnerungsassoziationen sowie die Schwierigkeit, ein neues Leben in einer fremden Umgebung aufzubauen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie klinische Befunde der Psychoanalyse über das Trauma der Überlebenden durch die filmische Charakterstudie eines Holocaust-Überlebenden illustriert und verständlich gemacht werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte Analyse von psychoanalytischen Grundlagen (insbesondere basierend auf dem Werk "Kinder der Opfer – Kinder der Täter") mit einer filmwissenschaftlichen und psychologischen Interpretation kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Überlebenden-Syndroms, den verschiedenen Abwehrmechanismen nach dem Trauma sowie einer detaillierten Analyse der Filmfigur Sol Nazerman hinsichtlich seiner Symptome und seines Identitätsverlusts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Holocaust, Überlebenden-Syndrom, Psychoanalyse, Trauma, Identitätsverlust und die filmische Verarbeitung der NS-Vergangenheit.

Welche Rolle spielt der Film "Der Pfandleiher" für die Argumentation?

Der Film dient als konkretes Fallbeispiel. Die Regiearbeit von Sidney Lumet wird genutzt, um mittels filmtechnischer Mittel (wie Rückblenden und Symbolik) den inneren Zustand eines traumatisierten Menschen visuell erfahrbar zu machen.

Warum wird Sol Nazermans früheres Leben als Universitätsprofessor erwähnt?

Der Kontrast zwischen seinem früheren glücklichen Leben und seinem jetzigen Zustand als verbitterter Pfandleiher verdeutlicht das Ausmaß der Identitätszerstörung durch das Trauma des Konzentrationslagers.

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Details

Title
Analyse eines Holocaustopfers
College
University of Lüneburg  (Institut für angewandte Medienforschung)
Course
Jüdische Kultur im amerikanischen Film
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V19041
ISBN (eBook)
9783638232623
ISBN (Book)
9783640856497
Language
German
Tags
Analyse Holocaustopfers Jüdische Kultur Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2001, Analyse eines Holocaustopfers, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/19041
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