2
1 Inhaltsverzeichnis :
1 Inhaltsverzeichnis : 2
2 Einleitung : 3
2.1 Einleitende Worte : 3
Quellenlage : 5
2.1.1 Überreste der Reise Marco Polos: 5
2.1.1.1 Überreste in Venedig : 5
2.1.1.2 Überreste in China : 6
3 Die Argumente Haegers und Wood und der Versuch einer Wiederlegung an Hand des
Miliones : 6
3.1 Einleitende Worte : 6
3.2 Der Tee : 7
3.3 Das chinesische Schriftsystem : 9
3.4 Die geschnürten Füße : 11
3.5 Die chinesische Mauer : 12
3.6 Das Nichterscheinen des Namens Marco Polo in chinesischen Quellen : 13
4 Abschließende Worte : 14
5 Literaturverzeichnis : 17
5.1 Quellen : 17
5.2 Literatur : 17
3
2 Einleitung :
2.1 Einleitende Worte :
Im späten 13. Jahrhundert schrieb der venezianische Kaufmannssohn Marco Polo zusammen mit dem Autor Rustichello da Pisa ein Buch namens „Il Milione“ 1 . Sie waren beide in ein Gefängnis in Genua gekommen, nachdem Marco Polo bei einer Seeschlacht gefangen genommen wurde. „Später, im Jahre 1298 nach Christi Geburt, als er zusammen mit Messer Rusticiaus von Pisa im selben Gefängnis in Genua saß, bat er diesen, alles aufzuschreiben was er ihm erzähle.“ 2 In dem Buch schilderte Marco Polo seinen 25 Jahre dauernden Aufenthalt im Reich des mongolischen Herrschers Kubhilai Khan, und wie er von diesem das Amt eines Ge-sandten erhalten habe. Nach und nach beschreibt er die Sitten der Völker, die Fauna und Flora und die Geographie des gesamten fernen Ostens. Ob er aber wirklich als Gesandter von Khan und Papst durch das damals noch unbekannte China, Indien und Südostasien reiste, war bereits seit dem ersten Erscheinen des Milione umstritten und führte soweit, daß in Venedig eine Karnevalsfigur ent-stand, die dem Volk Lügen nach Art eines Baron Münchhausen erzählte : Marco Milioni 3 .
Von diesen Zweifeln abgesehen, hat das Buch dennoch große Bedeutung für die Wissenschaft der folgenden Jahrhunderte. Die Beschreibung der Wunder, die von der Omnipotenz Gottes zeugen, das Wunder der versetzten Berge bei Baudac 4 , das der schwebenden Säule vom Sanmarcan 5 und die wundersame Aussperrung des Volkes Gavi aus dem Grab des hl.Thomas 6 , veranlaßten den Erzbischof von Can-
1 Überdas genauere Zusammenarbeiten vgl. auch Münkler, Marina, Marco Polo. Leben und Legende, München 1998, S. 54 ff. , sowie Rieger, D. : Marco Polo und Rustichello der Reisende und sein Erzähler (in : Reisen und Reiseliteratur im Mittelalter und der Frühen Neuzeit (Chloe : Beihefte zu Daphins, Bd. 13)), S. 289-312, Amsterdam 1992.
2 Polo, M.: Il Milione : Die Wunder der Welt (Übers. v. Guignard, E.), Frankfurt 1997, S. 8.
3 Moule, A.C., Pelliot, P. (Hrsg.) : Marco Polo: The Discription of the World, 1. Band., London 1938, S. 33.
4 Il Milione, S. 36-41.
5 Il Milione, S. 76.
6 Il Milione, S. 312 und S. 326 f.
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terbury, Thomas Bradwardine sich in seinem 1344 verfaßten Buch De causa Dei contra Pelagium mit den neuen Anfechtungen der Philosophie gegenüber dem Glauben auseinanderzusetzen. 7 Außerdem hat unter anderem das Buch Marco Polos und die darin beschriebenen Reichtümer Indiens und Cipangus, Christopher Columbus zu seiner Entdeckungsreise angeregt. 8
In der heutigen marcopolianischen Wissenschaft vertreten unter anderem John W. Haeger 9 und Frances Wood 10 diejenigen, die den Wahrheitsgehalt des Buches bezweifeln, in ihren Arbeiten aber unterschiedliche Ergebnisse aufweisen. Während Haeger nur den Aufenthalt Marco Polos in Mangi, also Südchina in Frage zieht, stellt Frau Wood die These auf, Marco Polo sei niemals weiter, als Konstantinopel gekommen. 11 Allerdings kann das Buch von Frau Wood aufgrund zu vieler Errata 12 kaum als zitierfähig gelten. 13 Daß dieses Buch dennoch hier verwendet wird, ist nur damit zu begründen, daß es der aktuellste aller Texte gegen die These des Asienaufenthaltes Marco Polo ist.
7 Reichert, F. : Marco Polos Buch. Lesarten des Fremden, in: Fiktion des Fremden. Erkundung kultureller Grenzen in Literatur und Publizistik, hrsg. v. Dietrich Harth, Frankfurt a. M. 1984, S. 190.
8 Es existiert in der Biblioteca Capitular y Columbina von Sevilla eine mit handschriftlichen Marginalien von Columbus selbst versehenes Manuskript der Divisament dou monde nach der Fassung des Francesco Pipino. Vgl. dazu Reichert, F. : Marco Polo und Columbus - Asien in Amerika. Zur Literaturgeschichte der Entdeckungen, ZfHf 15 (1988), S. 1-66.
9 Vgl. den Artikel Marco Polo in China ? Problems with internal evidence, in :Bulletin of Sung-Yüan Studies 14, New York 1979.
10 Vgl. das Buch Marco Polo kam nicht bis China, München 1996.
11 Vgl. Wood, S. 208.
12 Der Text von Igor de Rachewiltz Marco Polo went to China, in : Sonderdruck aus Zentralasiatische Studien des Seminars für Sprach- und Kulturwissenschaft Zentralasiens der Universität Bonn 27 (1997), (hrsg. W. Heissig und M. Weiers), S. 34-92), listet bereits über 50 (teilweise sehr grobe) Fehler auf.
13 Ein sehr ausgiebiger und ergiebiger Text dazu ist der oben bereits zitierte Artikel von Igor de Rachewiltz.
5
Quellenlage :
2.1.1 Überreste der Reise Marco Polos:
2.1.1.1 Überreste in Venedig :
Es existieren nur sehr wenige schriftliche Quellen, an Hand derer man weiteres über Marco Polo, und seine Reise erfahren könnte. Einige schriftliche Überreste, so sein Testament, ein Inventar über ein Drittel des Besitztümer bei seinem Tod sowie wenige Notizen, die Prozesse oder Schenkungen verzeichnen, sind das einzige was von Marco Polo aus dessen Zeit in Venedig in den Archiven noch vor-handen ist. 14 Insbesondere das Inventar von 1366 ist, in bezug auf den Chinaaufenthalt Marco Polos, eine besonders aussagekräftige Quelle. Hier sind einige kuriose Wertgegenstände aufgeführt, die Marco Polo durchaus aus dem Reich des Khubilai Khan mitgebracht haben könnte. So zum Beispiel ein buddhistischen Rosenkranz 15 , oder eine der goldenen Befehlstafeln 16 die der Khan an Gesandte verteilte , um für sie einen Sonderstatus in Sachen Schutz, Reisebegleitung oder Unterkunft zu dokumentieren. 17 Weiterhin wird neben einem Beutel Rhabarber 18 , der in China als Medizin diente, auch ein mongolischer Kopfschmuck in dem Inventar genannt, ein sogenannter Bogtaq 19 , wie er auch von Johannes von Plano Carpine erwähnt wird 20 .
14 In der von Moule und Pelliot veröffentlichen Marco Polo: The Discription of the World, 2 Bd., London 1938 sind mehrere Dokumente, darunter das Testament und das Inventar Marco Polos abgedruckt, eine vollständige Sammlung dieser Dokumente findet sich bei Orlandini, G. : Marco Polo e la sua famiglia, in : Archivio veneto tridentino (1926), S. 1-68.
15 Bosolo.j.modo di paternosri. Moule - Pelliot, Bd.1, S. 556. Den Rosenkranz beschreibt Marco Polo im Milione S. 307.
16 Una tola.j..doro granda di comandamento. Moule - Pelliot, Bd. 1, S. 556.
17 Il Milione, S. 14, 23, 126 f. und 161.
18 Riobarboro in.j.sacho. Moule - Pelliot, Bd. 1, S. 555. Der Rhabarber wird im Milione auf Seite erwähnt.
19 Bochta.j.doro con piere & perle. Moule - Pelliot, Bd. 1, S. 556.
20 Gießauf, J. : Die Mongolengeschichte des Johannes von Plano Carpine: Einführung, Text, Ü- bersetzung, Kommentar, Graz 1995, S. 131.
Arbeit zitieren:
Timo Schwalbe, 1999, Marco Polo in China? Tee, die Schrift, geschnürte Füße - über die Lücken im `Millione`und ihre Bedeutung, München, GRIN Verlag GmbH
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