Inhaltsverzeichnis
Vorwort Seite 3
Dimitrij Schostakowitsch 1906 - 1939 Seite 4 - 8
Kriegsjahre - Leningrader Sinfonie Seite 8 - 12
1943 - 1975 - letzte Jahre Seite 12 - 13
Nachwort Seite 15
Literaturverzeichnis Seite 16
Vorwort
Die folgende Arbeit soll einen Überblick über das Leben und Werk des Komponisten und Pianisten Dimitrij Schostakowitschs darstellen. Insbesondere die Zeit vor 1945 wird beleuchtet. Sein Werkkatalog umfaßt Werke fast aller Genre: 15 Sinfonien, Streichquartette, Violinkonzerte, Opern, Ballette, viel Filmmusik, Klaviermusik, Suiten, Oratorien, Lieder, eine sinfonische Dichtung, u.a..
Insgesamt war Schostakowitsch in seinem langen Leben und auch noch in den letzten durch Krankheit geprägten Jahren äußerst produktiv und vielseitig in seinem Schaffen. Deshalb wäre es auch sehr schwer und oberflächlich dazu, sein gesamtes Schaffen in eine bestimmte musikalische Epoche oder Richtung einzuordnen.
Oft jedoch wird Schostakowitsch von Kritikern eine zu große Hörigkeit gegenüber dem Sowjetischen Staat und fehlende Eigenständigkeit vorgeworfen.
Die Frage, ob dieser Vorwurf gerechtfertigt ist, soll in dieser Arbeit eine zentrale Rolle spielen.
Im Hinblick darauf, ob Schostakowitsch als Apolitisches Werkzeug@ bezeichnet werden kann, soll die 7.Sinfonie Schostakowitschs, die Leningrader, näher betrachtet werden, ihre Entstehungsgeschichte und ihre Rezeption in Rußland und im Ausland. Diese Arbeit sollte als Grundlage für eigene Gedanken zur persönlichen Bewertung oder Einschätzung vom Wirken Schostakowitschs dienen, aber auf keinen Fall zur AAbstempelung@ dieses großen Künstlers verleiten.
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Dimitrij Schostakowitsch 1906 bis 1935
Dimitrij Schostakowitsch wurde am 12. September 1906 in eine gebildete und kultivierte Familie hineingeboren, die in St.Petersburg ansässig war. Der Vater hatte an der Mathematisch-Physikalischen Fakultät in St. Petersburg studiert, die Mutter am St.Petersburger Konservatorium Klavier. Beide Elternteile hatten polnische Vorfahren. Schostakowitschs Großvater war wegen revolutionärer Aktivitäten nach Sibirien verbannt worden . Schostkowitsch wurde im Jahr 1906 geboren, einer Zeit voll von revolutionären Bewegungen, deren Auslöser der Blutsonntag im Januar 1905 gewesen war. Er erlebte die große Oktoberrevolution 1917 ganz bewußt und hautnah mit und er wurde von seinem Onkel sogar mit zum Finnischen Bahnhof nach Petrograd genommen, um am 3.April dem ankommenden Lenin zuzujubeln. Dieser Onkel war ein Bekannter des Großvaters in Sibirien und fand eigentlich erst nur als Gast bei der Familie Schostakowitsch Unterschlupf, weil er aus einem Lager in Sibirien ausgebrochen war, in das er wegen bolschewistischen Aktivitäten verbannt worden war. Bald jedoch heiratete er Schostakowitschs ältere Schwester Soja und so wurde aus dem Gast und Freund ein richtiger Onkel.
Ab 1915 bekam Schostakowitsch Klavierunterricht von seiner Mutter, zeigte sich aber eine ganze Weile gar nicht begeistert von diesem Instrument. Irgendwann jedoch packte ihn die Leidenschaft für das Klavierspielen und auch für das Komponieren. Sein großes Talent trat schon früh zutage, so daß er mit Hilfe einiger Förderer ein Stipendium erhielt und ab 1919 in das Konservatorium in St.Petersburg eintreten konnte, in die Klavierklasse und die Kompositionsklasse.
Im Februar 1922 verstarb sein Vater, was die ganze Familie in eine finanzielle Notlage brachte.
Zu allem Übel erkrankte Schostakowitsch bald darauf an einer Tuberkulose der Bronchien und Lymphdrüsen, so daß er operieret werden mußte und zur Kur auf die Krim geschickt wurde. Trotz dieser Krankheitsgeschichte machte Schostakowitsch sein Abschlußexamen im Fach Klavier - in der Zeit zwischen Operation und Kur. Durch die Behandlung der Tuberkulose wurde die Familie in noch größere finanzielle Nöte gebracht. Schostakowitsch mußte ab Ende 1923 nach seiner Genesung neben dem Studium arbeiten, um seine Mutter und die Schwestern zu unterstützen. Er suchte sich
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Arbeit als Stummfilmpianist, um wenigstens noch etwas Zeit zum Klavierspielen zu finden - auch wenn die Literatur nicht gerade das war, wovon Schostakowitsch als Pianist träumte.
Er arbeitete dann wirklich so viel, um endlich die hohen Schulden der Familie abzubezahlen, daß er weder zum Klavierüben noch zum Komponieren kam. Zum Unterricht im Konservatorium konnte er auch nicht immer gehen, weil sein Dienst anders eingeteilt war. Er arbeitete nacheinander in drei verschiedenen Kinotheatern. Die Arbeit machte ihm im Prinzip Spaß und er schrieb selbst auch viel Filmmusik während dieser Tätigkeit und auch noch bis ins hohe Alter. Doch er litt sehr unter diesem enormen Zeitmangel, der sich auf seine kompositorische Produktivität nicht gerade positiv auswirkte.
Nichtsdestotrotz gab er im Juli 1925 seine Diplomarbeit im Fach Komposition ab, seine 1.Sinfonie in f-moll.
Im selben Jahr trat Schostakowitsch in die Gewerkschaft der Kunst ein, was notwendig war, um weiterhin mit staatlicher Unterstützung - also durch das Wohlwollen des Staates - wirken zu können. Im April des folgenden Jahres wurde Schostakowitsch als Aspirant des Leningrader Konservatoriums aufgenommen. Im Mai 1926 wurde dann seine 1.Sinfonie uraufgeführt durch die Leningrader Philharmonie. Dies übrigens wurde nur durch die Unterstützung der Organisation für zeitgenössische Musik (A.S.M.) möglich. Diese Organisation war im November 1923 im Rahmen der Staatlichen Akademie für Kunstwissenschaften von sowjetischen Komponisten, Musikern und
Musikwissenschaftlern gegründet worden. Deren Ziel war die musikalische und musikwissenschaftliche Öffnung zur westlichen Moderne. Die Organisation hatte großen Einfluß auf Konzert- und Verlagsprogramme, veranstaltete selbst Konzerte, gab musikwissenschaftliche Zeitschriften, Handbücher und Monographien heraus und bemühte sich um die Verbreitung neuer sowjetischer Musik im Ausland.
Ab 1929 bekam diese Organisation den Namen AAltrussische Gesellschaft für zeitgenössische Musik@.
Durch die Gunst und Arbeit dieser Einrichtung fanden weitere Aufführung in Moskau, Berlin, Philadelphia, New York und Südamerika statt. Die Resonanz des Publikums in aller Welt war schon beeindruckend, da es ja erst Schostakowitschs erste Sinfonie war. Er
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Arbeit zitieren:
Susanne Schmidt, 2000, Dimitrij Schostakowitsch und die 7.Sinfonie (Leningrader Sinfonie), München, GRIN Verlag GmbH
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