einen Flächenanteil über 50% inne haben. Es existiert dort quasi eine Waldsumpfzone. Fast geschlossene Wälder mit einem Bewaldungsgrad bis zu 80% findet man im Gebiet zwischen dem Jenissej, bei der Mündung in die Unteren Tunguska, Oberer Angara und der Mittleren Lena. In Jakutien wird die Taiga durch ,,Alasse" unterbrochen. ,,Alasse" entstehen durch eine inselhafte Vernichtung der Bewaldung. Durch diese Entwaldung kann der nun vor Einstrahlung ungeschützte Dauerfrostboden auftauen und es entsteht durch Thermokarstprozesse eine schüsselartige Einsenkung der Oberfläche, an der ein flacher See entstehen kann. Durch Verdunstung des Sees entsteht so eine trockene Fläche, auf der die ursprüngliche Taigavegetation nicht mehr gedeihen kann.
Der Dauerfrostboden ist somit unerläßlich für das Er- und Bestehen der Taiga. Durch den Permafrost werden die Herbstniederschläge gebunden und im Sommer bei Trockenheit durch Auftauen des Bodens an die Vegetation weitergegeben. Andererseits schützt die Vegetation (einschließlich einer mächtigen Streuauflage) wiederum den Boden vor zu starker Sonneneinstrahlung im Sommer. Die charakteristischen Bodentypen der Taiga sind den hydrologischen Verhältnissen des Permafrostbodens entsprechend Podsole, Pseudogleye, Gleye und Moore.
Die Artenreichtum der Taiga ist relativ gering. Die Bäume sind maximal 15-20m hoch, sind meist von schlankem Wuchs und stehen locker. Man unterscheidet die schattigen Tannen- und Fichtenwälder der ,,dunklen Taiga" und die lichteren Kiefern- und Lärchenwälder der ,,hellen Taiga". Da die Wälder der hellen Taiga lichtreicher sind, kann man dort einem üppigeren Strauch-Unterwuchs vorfinden. Da die Kiefer sandige Standorte bevorzugt findet man helle Taiga vor allem in Ostsibirien in der Angara- und Baikalregion. Als Laubbäume findet man in Sibirien am häufigsten die Birke und die Espe. Sie sind mehr oder weniger stark in der Taiga verstreut. Am Südrand der Taiga bildet die Birke teilweise eigene Wälder. Das globale Ökosystem benötigt die borealen Nadelwälder der Taiga ebenso wie die Regenwälder. Zudem ist die Taiga ein genauso empfindliches und gefährdetes Ökosystem. Heutzutage wird Taiga vor allem durch großflächige Abholzungen und Großprojekte (Baikal-Amur-Magistrale, Stauseen) sowie Emissionen der sibirischen Industrie gefährdet. In den letzten Jahren hat sich die nördliche Waldgrenze bereits nach Süden verschoben. Zur Tierwelt der Taiga gehören neben den bekannten Raubtieren wie z.B. Bären, Wölfe, sibirische Tiger und Füchse auch Elche, Dammwild und Schneehasen.
Arbeit zitieren:
Heike; Arning Becker, 1997, Die Taiga Sibiriens - Definition, botanische und ökologische Merkmale, München, GRIN Verlag GmbH
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am Sunday, December 24, 2000-