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Nietzsche über Richard Wagner

Hausarbeit, 1999, 16 Seiten
Autor: Stephanie Junkers
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Veranstaltung: JWG-Universität Frankfurt/Main
Tags: Nietzsche, Richard, Wagner, JWG-Universität, Frankfurt/Main
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 1999
Seiten: 16
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V94773
ISBN (E-Book): 978-3-638-07453-7

Dateigröße: 94 KB


Volltext (computergeneriert)

Friedrich Nietzsche über Richard Wagner

junkers@gmx.net

Literatur: 1) ,,Friedrich Nietzsche", Seite 429-510, kritische Studienausgabe in 115 Bänden, Band I, Hrsg. Giorgio Colli und Mazzino Montinari, Deutscher Taschenbuchverlag, München, 1999; 2) ,,Friedrich Nietzsche", Seite 289-321, zweibändige Ausgabe, Hrsg. von Ivo Frenzel, Carl Hansen Verlag, München, 1986; 3) ,,Nietzsche - Leben als Literatur", Seite, Alexander Nehamas, Steidl Verlag, Göttingen, 1996

1.) Einleitung

Friedrich Nietzsche war lange Zeit ein Freund und Anhänger Richard Wagners. Er erhoffte sich durch ihn eine Erneuerung der tragischen Kultur. 1876 schrieb er mit ,,Richard Wagner in Bayreuth" eine regelrechte Lobeshymne auf den Musiker. An vielen Stellen verglich er Wagner sogar mit Jesus ohne den Namen des Gottessohnes jedoch direkt auszusprechen.. Kurz darauf kommt es auf den Bayreuther Festspielen jedoch zum Bruch mit Wagner. Er wirft ihm vor mit dem ,,Parsifal" dem Christentum zu Kreuze gekrochen zu sein. außerdem verabscheute Nietzsche Wagners Antisemitismus und Nationalismus. Obwohl Nietzsche den Bruch herbeiführte, überwand er ihn nie. Am 13. Februar 1883 verstarb Wagner. Nietzsche spürte durch den Tod Erleichterung. 1888, im letzten Jahr seines Schaffens, schrieb Nietzsche zwei Schriften gegen Wagner: ,,Der Fall Wagner" und ,,Nietzsche contra Wagner". Letzteres war aber in weiten Teilen nur die Zusammenfassung der ersten Abhandlung.

2) Vierte Unzeitgemäße Betrachtung: Richard Wagner in Bayreuth

1. Für Nietzsche ist Wagner ein Genie, der mit seinen Werken wahrhaft großartiges vollbringt. Die Größe wird aber nur durch den Rezipienten erkannt. Deshalb muß der Künstler an diese Rezipienten während seines Schaffens denken. Zudem muß etwas Großes auch zum richtigen Zeitpunkt geschaffen werden. ,,[...] gross sein und den Blick für die Notwendigkeit haben streng zusammengehört." 1. Nietzsche ist überzeugt, daß Wagner mit dem Ring der Nibelungen ein Meisterwerk geschaffen hat und daß er bei der Erschaffung des Werkes auch an eine elitäre Auswahl seiner Rezipienten gedacht hat, jene Rezipienten, von denen Wagner weiß, daß sie ihn verstehen, die die wahre Große seines Werkes erkennen können. ,,In Bayreuth ist auch der Zuschauer anschauenswert, es ist kein Zweifel."2Die Zuschauer sind ,,unzeitgemäß", sie schwimmen gegen den populären Zeitgeist. Der ,,Gebildete" ist die Frucht der Zeit. Er kann Wagner nicht erfassen, bestenfalls parodieren und verhöhnen. Schlechterenfalls wird der ,,Gebildete" sich über Wagner empören, weil er dessen Genius nicht ertragen kann. Wagner schafft Neues in einer Geschwindigkeit, die den meisten zu schnell ist. ,,[...] und da sehen sie nun einen sehr Geschwinden, wissen nicht, wie er es macht und sind ihm böse."3 Für Nietzsche entdeckt Wagner die alte Kunst neu. Es ist die wahre Kunst der Griechen, die Wagner wiederbelebt. Das Lärmen über die Kunst hört mit der neuen alten Kunst wieder auf. Es soll geschwiegen werden, den nur so kann die Kunst richtig rezipiert werden.

2. Im Leben ,,großer" Menschen zeigt sich nicht nur ihr Charakter, aber auch ihr Intellekt und ihr Verstand. So wird ,,das Leben des Dramatikers dramatisch verlaufen"4. Im Verlauf des Leben des Dramatikers Wagner zeigt sich sein leidenschaftlicher Wille. In seiner Kindheit und Jugend war dieser Wille noch nicht zu erkennen. Er war unruhig und gereizt, wie jemand, der auf der Suche ist. Naiv probierte er alles aus: die Malerei, die Dichtkunst, die Schauspielerei und die Musik. Als Wagner Mann wurde, wurde er auch zum Dramatiker. Der Wille zur Macht und zum wahrhaft Großen brach durch. Wagners Talent führt dieses Streben zum Guten. Den Unzulänglichen macht das Streben böse, haßerfüllt und missgünstig. Zum Glück wird Wagner von einem guten Geist beflügelt.
Die Gestalten Wagners sagen etwas über den Schaffer. Nietzsche erkennt den ,,Strom sittlicher Veredelung und Vergrößerung durch alle hindurch"5. Schillers Gestalten kommen nur annähernd an die Wagnerischen heran. Nietzsche entdeckt bei Wagners Gestalten den reinen Mythos, dessen Sittlichkeit und Reinheit. Vorneweg immer das Motiv der Treue, das Wagners Gestalten von allen Seiten beleuchteten. ,,Es ist die eigenste Urerfahrung, welche Wagner in sich selbst erlebt und wie ein religiöses Geheimnis verehrt: diese drückt er mit dem Wort Treue aus [...]".6 Wagners schöpferische, reine Seite hält immer der unbändigen, tyrannischen Seite die Treue.

3. Die beiden Kräfte, schöpferisch-rein und unbändig-tyrannisch, bestimmen Wagner . Er kann sie nicht kontrollieren, er muß sie hinnehmen. Die Treue der Kräfte zueinander zu halten ist eine stete Herausforderung für Wagner. Immer wieder muß er gegen eine innere Zerrissenheit ankämpfen. Oft zweifelt Wagner am Leben und drückte die in seine Gestalten aus. ,,Es geht gefährlich und verzweifelt zu, im Lebenswege jedes wahren Künstlers, der in die moderne Zeit geworfen ist."7.Für den modernen Menschen gibt es verschiedenen Arten zu Ruhm und Ansehen zu erlangen. Dem Künstler Wagner konnte das nicht genügen, ihn ekelt die moderne Art an. So flüchtet Wagner von einem Ort zum nächsten, wurde zum Außenseiter der Gesellschaft. ,,Mit dem Gegensatze seines Begehrens und seines gewöhnlichen Halb- und Unvermögen, es zu befriedigen, wurde er wie mit Stacheln gequält, durch das fortwährende Entbehren aufgereizt, verlor sich seine Vorstellung ins Ausschweifende, wenn einmal plötzlich der Mangel nachliess."8 Wagner lebt exzessiv und ausschweifend. Und obwohl ihm nur das Beste würdig ist, lebt er auch in ärmlichen Verhältnissen. Wagner lernt in seinem Leben mehr als andere. Er erlernt die Fähigkeiten eines wahren Meisters. ,,Wagner wurde aus einem versuchenden Neuling ein allseitiger Meister der Musik und der Bühne und in jeder der technischen Vorbedingungen ein Erfinder und Mehrer."9 Wagner ist Dramatiker, Erklärer, Philosoph, Historiker, Ästhetiker, Kritiker, Sprachgenie, Mythologe und Mythopoet und dies alles zugleich. Für Nietzsche sind Wagners Fähigkeiten sogar größer als die Goethes. Wagner kann in seinen Werke das ,,Typischeganzer Zeitalter"10 aufzeigen, besser als ein Historiker. Wagners Beschäftigung mit der Geschichte und der Philosophie führt ihn immer wieder zu Zweifel und Unbehagen mit der Gegenwart. Die Geschichte läßt den modernen Menschen in der Zeit ausruhen. Das große Maß der Beschäftigung der Deutschen mit der Geschichte, läßt diese zu einem aufhaltenden, verzögernden, aber auch zweifelhaft beruhigenden Volk werden. Es ist ein gefährliches Zeichen, ein Zeichen der Erschlaffung und der Schwäche. Die Geschichte ist für Nietzsche ein verkappte christliche Heilslehre und dient ,,als Opiat gegen alles Umwälzende undErneuernde."11,,Ähnlich steht es mit der Philosophie: aus welcher ja die Meisten nichts Anderes lernen wollen, als die Dinge ungefähr - sehr ungefähr! - verstehen, um sich dann insie zu schicken."12Der Sinn der Philosophie ist für Nietzsche die Welt zu erkennen, um dann die veränderliche Seite zu verbessern. Der Philosoph lehrt die Veränderung der Welt, sowie dies auch der Philosophie Jünger Wagner dies zumindest versucht. Wagners Leben gleicht für Nietzsche einem Kunstwerk. Wagners Werke sind Werke vieler vereinigter Künste. In der Sprache des ausgehenden 20. Jahrhunderts würde man sagen: ,,Wagner war ein Allroundgenie."

4. Für Nietzsche gibt es nur eine sehr kurze kulturelle Entwicklung, die immer wieder stillstand und teilweise auch zurückging. Die Orientalisierung des hellenischen Welt gab den Startschuß für die Hellenisierung der gesamten Welt durch Alexander. Das Christentum kam mit der Hellenisierung in das Abendland und erscheint somit als Mittler der Kulturen. Nietzsche sieht in seiner Gegenwart die Züge der alexandrinisch-grichischen Welt wieder emporkommen. ,,Das Bild unsere gegenwärtigen Welt ist durchaus kein neues: immer mehr muß es dem, der die Geschichte kennt, so zu Muthe werden, als ob er alte vertraute Züge eines Gesichtes wieder erkenne."13Nietzsche möchte weg vom Orientalischen und mehr vom Hellenismus. Er fordert nach mehr Gegen-Alexandern, so wie Wagner einer ist. Alexander verbreitete das Griechentum über die Welt, Wagner sammelt die Kultur ein, beseelt sie und bringt sie wieder zusammen. Letztendlich ist er ein ,,Vereinfacher der Welt."14
Zudem erwartet die moderne Gesellschaft von Wagner die Reformation des Theaters. Mit dem Theater wäre dann auch der moderne Mensch reformiert. Den für Nietzsche hängt alles zusammen: das Theater mit Sitte, Staat, Erziehung und Verkehr. Das Theater der Gegenwart ist für Nietzsche eine Schande. Der moderne Kunstmensch sucht nur nach billiger Unterhaltung, die Schauspieler machen sich wichtig und die Theaterleiter gieren nur nach Profit. Die Kunst selber bleibt dabei zurück. Die Gelehrten haben sich daran gewohnt und erkennen den Abklatsch der Kunst nicht mehr von der Wahren. Der Schritt zurück zum Hellenismus ist der Schritt zur wahren Kunst. Wagner erkennt dies und der Zuschauer kann es im ,,Ring der Nibelungen" nachempfinden. Der durch Wagner befreite Mensch, weiß nicht mehr, wie er ohne ihn leben konnte. Seine Feinde sind die ,,Gebildeten", die Wagner nicht verstehen. Nietzsche prophezeit, daß mit dem Erneuerer des Theaters, also Wagner, sich die ganze Gesellschaft erneuern wird. Er hält den Widerstand des Alten für gering. ,,Wer für die Gerechtigkeit und die Liebe unter den Menschen kämpft, darf sich vor ihm am wenigsten fürchten: denn seine eigentlichen Feinde stehen erst vor ihm, wenn er seinen Kampf, den er einstweilen gegen ihre Vorhut, die heutige Cultur führt, zu Ende gebracht hat."15 Bayreuth ist die ,,Morgenweihe am Tage des Kampfes".16 Der Kampf der Einzelnen mit allem Anderen, der Kampf gegen: Macht, Gesetz, Herkommen, Vertrag und Ordnung der Dinge. Die Kunst ist für die Ruhepausen vor und während des Kampfes. Die Einzelnen leiden, weil sie von den anderen verschieden sind. Diese Ungleichheit verlangt nach der Kunst. Das Glück des Einzelnen wird von dem Leiden um ihn herum behindert, die Sittlichkeit durch Gewalt und Ungerechtigkeit und letztlich die Weisheit durch den Mangel an Bildung für alle. Dieses Unbehagen an dem Zustand der Welt kann durch Kämpfen und Streben Linderung finden. Die Lust an der Leidenschaft und am Opfer zeigt die Tragödie. Die Kunst zeigt in vereinfachter Form, die Kämpfe des Lebens. Sie ist der ,,Schein einer einfachen Welt"17. ,,Jeschwieriger die Erkenntniss von den Gesetzen des Lebens wird, um so inbrünstiger begehren wir nach dem Scheine jener Vereinfachung".18 Kurz gesagt: ,,Damit der Bogen nicht breche, ist die Kunstda."19 Die Tragödie läßt den Tod und die Zeit vergessen. Der Mensch lernt, daß es etwas gibt, was mehr wiegt als Tod und Not, er lernt die tragische Gesinnung. Nietzsche möchte eine tragisch gesinnte Menschheit, dies würde die Veredelung der Menschen bedeuten.

5. Wagner ist für Nietzsche ein vereinfacher der Welt. Er zeigt die Fülle der Welt ohne in Chaos zu versinken. Er verbindet die Musik mit dem Leben und mit dem Drama. Die gegenwärtige Musik und seine großen Künstler, die nur mit den großen Griechen vergleichbar sind, sind kein Zufall, sondern Notwendigkeit. Wagner erkennt diese Notwendigkeit für die Musik. Die Sprache ist erkrankt. Sie hat das Reich der Gefühle verloren, um das Reich des Geistes zu erreichen. Nun ist sie erschöpft. Die Menschheit hat das ,,Leiden derKonventionen"20erfaßt. Sie können sich nur noch mit Worten und Handlungen, aber nicht mehr mit Gefühlen verständigen. Für Nietzsche ist es der Niedergang der Sprache. ,,Als ob esirgend einen Werth hätte, jemanden zu einem richtig denkenden und schliessenden Wesen zu machen, wenn es nicht gelungen ist, ihn vorher zu einem richtig empfindenden zu machen."21. Die Musik der wahren Meister -wie Wagner- ist das Heilmittel. ,,Diese Musik ist Rückkehr zur Natur, während sie zugleich Reinigung und Umwandelung der Natur ist."22Der Mensch sehnt sich nach ihr, er hat sie nötig. Musik ist nicht nur eine andere Sprache, sondern auch eine Hörwelt. Wagners Musik ist die vollkommenen Hörwelt. Sie steht im Gegensatz zur blendenden, hektischen und scheinheiligen visuellen Welt. ,,Die Erscheinung des modernen Menschen ist ganz und gar Schein geworden; er wird in dem, was er jetzt vorstellt, nicht selber sichtbar, viel eher versteckt."23,,Wie gefällig nämlich hier und dort der Anschein ist und weshalb es jedem gefallen muß, daß der moderne Mensch sich wenigstens bemüht, zu scheinen, das fühlt jeder in dem Maße, in welchem er selber moderner Mensch ist."24 Die Musik hingegen wird zur Richterin über die verlogene Scheinwelt. Die Musik als Sprache bringt die Empfindungen zurück. Sie drückt sich in der Gymnastik aus. Aber die Musik muß auch woanders sichtbar werden, nicht nur in der Bewegung, sondern auch in Tat und Moral. Der Staat muß auf Musik gegründet werden. Die Musik muß mit der Gymnastik auch in die Erziehung Einzug halten. Für Nietzsche ist die Musik die Führerin in eine neue Schauwelt. Nur der, der Musik in sich fühlt, wird Kunst für das Leben schaffen. Der Musiker muß der Scheinwelt, der herkömmliche Theaterwelt, den Museen und Konzerte nebst ihren Gesellschaften entsagen. Der ,,Kunstfreund" ist der eigentliche Feind. Die Gesellschaft soll zu besserem Geschmack erzogen werden. Die Kunst der Gegenwart ist für Nietzsche ,,in demSeelen-Haushalte unserer Gebildeten ein ganz erlogenes oder schmähliches, entwürdigendes Bedürfnis, entweder ein Nichts oder ein böses Etwas."25Der moderne Mensch hat Angst vor sich selber und läßt sich lieber hetzen und jagen als in sich selber Ruhe zu finden. Die moderne Kunst läßt die Menschen noch mehr hetzen, weil diese die Ruhe verabscheuen, weil sie verblendet sind. ,,So sind sie ganz und gar verwandelt und zu willenlosen Sklaven der unrichtigen Empfindungen herabgesetzt."26

6. Nietzsche gibt zwei Beispiele über die falschen Empfindungen der Zeit. Einst war der Handel mit Geld verpönt, jetzt werden die Händler über alles verehrt. Einst warnte man davor den Augenblick wichtiger als die Ewigkeit zu nehmen. Heute kümmert man sich nur noch um die aktuellen Nachrichten, um das hier und jetzt und denkt nicht an die Ewigkeit. Die Weisheit und Kunst vergangener Zeiten werden nicht zur Bildung genommen, sondern nur zum Anschein einer Bildung verwendet. Der Geist wird verschwendet, um sich vor dem eigenen schlechten Gewissen zu verteidigen und zu entschuldigen, nicht um nach Großem zu Streben. Die moderne Kunst unterstützt dies mit Stumpfsinn. ,,Wer die Kunst befreien, ihre unentweihten Heiligkeit wiederherstellen wollte, der müsstesich selber erst von der modernen Seele befreit haben."27.Letztlich kann es passieren, das nur wenige sich retten lassen wollen, die meisten Menschen lieber verblendet leben wollen. Wagners Kunst ruft zur Befreiung, will die Menschen wieder zur Natur bringen. Die Menschen der Zeit haben Wagner nötig. Er ist kein Zufall. Seine Kunst ,,stählt selber den Leib und macht ihn rüstiger;sie zehrt nicht am Leben, je mehr sie lebt;"28 Sie will sich mitteilen und die Menschen von ihrer Verblendung erlösen. Auch wenn die meisten Menschen laut Nietzsche unwürdig sind. ,,Dadurch ist die ur-bestimmte Natur, durch welche die Musik zur Welt der Erscheinung spricht, das rätselvollste Ding unter der Sonne, ein Abgrund, in welchem Kraft und Güte gepaart ruhen, eine Brücke zwischen Selbst und nicht-Selbst."29

7. Der Rezipient Wagners Werke wird unter Umständen sich vor dieser Größe klein und entfremdet fühlen. Darin nimmt er Teil an der ,,Übertragbarkeit und Selbstentäußerung"30der Natur. ,,Indem der Betrachtende scheinbar der aus- und überströmenden Natur Wagners unterliegt, hat er an ihrer Kraft selber Antheil genommen und ist so gleichsam durch ihn gegen ihn mächtig geworden."31 In Wagners Musik wird die Schauwelt hörbar. Der Rezipient wird zwischen Hörwelt und Schauwelt hin und her gerissen. Wagners Kunst bewegt das Gemüt. Nietzsche faßt den Schauspieler, Dichter und Musiker zum dithrambischen32 Dramatiker zusammen. Er ist ein vielfacher Künstler, er ist ,,der eigentliche freie Künstler, der gar nicht anders kann, als in allen Künsten zugleich denken, der Mittler und Versöhner zwischen scheinbar getrennten Spähren."33 Dem Rezipient Wagners Werke werden sich alle Gesetze auflösen, alles wird sich bewegen, er wird sich in einer Zauberwelt finden. Plato sah in das Ideal-Hellenische, wohingegen die Realität nur dumpf wirken muß. Alle anderen Menschen brauchen nach Nietzsche den All-Dramatiker Wagner, der sich in das Spannungsfeld zwischen Ideal und Wirklichkeit stellt. Er hilft die Natur und die Freiheit zu erkennen, gibt Trost und bringt Leidenschaft bei. Der Mensch lernt die Tragik. Aus diesen Spähren kehrt der Mensch beruhigt und getröstet in seinen Alltag zurück. Der Tragik des Leben durch Wagner ins Auge geblickt, wird der Mensch den Alltag weniger bedrohlich als zuvor erleben. Wie der Künstler Wagner seine Umwelt wahrnimmt läßt sich nur erahnen. Nietzsche vermutet, daß er sich als einzig Wachen unter Schlafenden vernimmt und daß ihm der normale Alltag unheimlich ist. Dann wiederum mag Nietzsche bei Wagner die Sehnsucht zu den Menschen erkennen. Als wolle er gottgleich die Normalsterblichen in seine Sphäre heben und Liebe statt Anbetung bekommen. Wenn Wagner dann jedoch auf die Welt herabblickt, entlädt sich gewitterhaft die Natur. Die Natur zeigt Wagner ihre Schönheit und Gegensätze. Rhythmen, Wörter, Melodien, Bilder und Begriffe finden und paaren sich. Es entstehen Gestalten, die sich in eine Geschichte verwickeln. So entstehen die Wagnerischen Tragödien, für Nietzsche die herrlichste Weisheit des Leben. Der dithrambische Dramatiker entsteht und wächst.

8. Wagners Leben ist für Nietzsche ein ständiger Kampf mit sich selbst. Die moderne Welt, die er verabscheut, ist auch ein Teil von ihm. Gegen diesen Teil muß er ankämpfen. Der dunkle Teil Wagners strebt mit allen Mitteln nach Macht, Glanz und Eroberung. Er studiert seine Rezipienten und lernt von ihnen. Lange Zeit muß er Abseits der Massen leben, ohne Glanz und Ruhm. Die Rezipienten Wagners Werke erfahren diese stürmischen Gefühle. So wie sie von einem Rausch der Gemüter ergriffen werden, erleben sie die brausenden Leidenschaften Wagners. ,,So verstand er denn die grosse Oper als ein Mittel, durch welches er seinen herrschenden Gedanken ausdrücken könnte; nach ihr drängte ihn seine Begierde."34 Als Wagner langsam bekannt wird, erkennt er auch die Lüge des modernen Kunstwesens. ,,Denn er begriff, aus der Verzweiflung des erkannten Irrthums heraus, den modernen Erfolg, das moderne Publikum und das ganze moderne Kunst-Lügenwesen. Indem er zum Kritiker des `Effectes′ wurde, durchzitterten ihn die Ahnungen einer eigene Läuterung."35 Befreit von der modernen Kunst steigt Wagner erst zur wahren Größe. Wagners beide Seiten, der Genius und der irdische Bruder, finden enger zusammen. Sie ergänzen einander. ,,Wagner wird zum Revolutionär der Gesellschaft, Wagner erkennt den einzigen bisherigen Künstler, das dichtende Volk."36 Er durchschaut das Lügenwesen der modernen Kunst und es ekelt ihn an. Kunst und Künstler sind Sklaven der modernen Luxusgesellschaft. Sie dienen der Befriedigung von Scheinbedürfnissen. Die Luxusgesellschaft macht aus dem ohnmächtigen Volk eine moderne ,,Arbeiter"-Gesellschaft, sie beraubt es seiner Volkstümlichkeit, seinen Mythen, Liedern, Tänzen und Sprache. Die moderne Künste sind nur Abklatsch zur Befriedigung der entstandenen Leere. Das Christentum, einst Religion des Volkes, dient nun, ebenso wie die Wissenschaft, den Herrschenden als Machtmittel. Wagner wird aus ,,Mitleid mit dem Volke zum Revolutionär"37.Er sucht das wahre Volk als seine Zuschauer. Bei seiner Suche geht er von sich aus. ,,Und wo die gleich Noth zum gleichen Drange und Begehren führen würde, müsste auch dieselbe Art der Befriedigung gesucht, das gleiche Glück in dieser Befriedigung gefunden werden."38 Wagner findet den Mythos und die Musik nicht nur als seinen Tröster, sondern auch als Tröster des Volkes. In der modernen Welt ist der Mythos oft zum Märchen entstellt worden und die Musik versteckt sich. Wagner will, ,,den Mythus ins Männliche zurückzuschaffen und die Musik zu entzaubern, zumReden zu bringen"39. Das Drama ist für Wagner der Mittler zwischen Mythus und Musik. Mit seinen Werken such Wagner nach den Menschen, die ebenso wie er an der modernen Welt leiden. Aber er wird nicht verstanden und verzweifelt. ,,Die Möglichkeit eines völligen Umsturzes aller Dinge taucht vor seinen Blicken auf [...] jedenfalls ist das Nichts besser, als das widerliche Etwas."40 Nietzsche erkennt, daß erst jetzt in dieser Niederlage, Wagner zur vollen Größe heranreifte. Er hört auf das Volk zu suchen, sondern begnügte sich mit sich selber. Alle seine Kraft steckt er von nun an in sein künstlerisches Schaffen. ,,Jetzt gab es nichts mehr, was ihn zu einer solchen Rücksicht hätte bestimmen könne, er wollte jetzt nur noch Eins: sich mit sich verständigen, über das Wesen der Welt in Vorgängen denken, in Tönen philosophieren; der Rest des Absichtlichenin ihm geht auf die letzten Einsichtenaus."41 Nietzsche stellt Wagner in eine Reihe mit Luther und Beethoven. Ihnen gemeinsam sieht er die deutsche Heiterkeit, die sich in Einfalt, Tiefblick der Liebe und Schalkhaftigkeit zeigt. Wagner tröstet damit die, die Not leiden. Obwohl sich nicht die Massen sofort beginnen zu bewegen, so gewinnt Wagner doch einige Freunde. Nietzsche jedoch hofft mit Wagner, daß diese wenigen Menschen nur die Vorhut einer besseren Gesellschaft sind. Der einsetzende Krieg von 1871 bestärkte Wagner darin, daß die Deutschen doch nicht ganz verloren sind. Er hofft, daß sein Werk in der Zukunft von einem erneuerten Volk besser verstanden wird. Wagner gibt sich nicht damit zufrieden sein Werk schriftlich niederzulegen, er will es auch unbedingt aufführen, auf daß seine Zeichen ,,in Wirkungen auf menschlicheSeelen eingeschrieben ist"42. Und ,,während er auf Erfolg bei seinen Zeitgenossen, in einsichtigster Schätzung derselben, immer grundsätzlicher verzichtete und dem Gedanken der Macht entsagte, kam ihm der `Erfolg′ und die `Macht′; wenigstens erzählte ihm alle Welt davon."43 Wagner will diesen Ruhm aber nicht. ,,Nachdem ihm der Zusammenhang unseres heutigen Theaterwesens und Theatererfolges mit dem Charakter des heutigen Menschen aufgegangen war, hatte seine Seele Nichts mehr mit diesem Theater zu schaffen."44Seine Werke wurden zu Wagners Greuel völlig entstellt. Der Künstler will nicht, daß seine Kunst weiter an das moderne Kunstvolk vergeudete wird. Um sein größtes Werk zu retten kommt Wagner der Gedanke von Bayreuth. Für Wagner ist Bayreuth ein Zukunftsprojekt. ,,Für die Gegenwart und die nur gegenwärtigen Menschen nicht viel mehr, als ein Rätsel oder ein Greuel, für die Wenigen, die an ihm helfen durften, ein Vorgenuss, ein Vorausleben der höchsten Art.."45

9. Kunst muß sich für Nietzsche selbst zu verstehen geben. Und gerade dies versteht Wagner wie kein anderer. Er ist einzigartig: ,,Ob er Dichter oder Bildner oder Musiker zu nennen sei, jedes Wort in einer ausserordentlichen Erweiterungseines Begriffs genommen, oder ob erst ein neues Wort für ihn geschaffen werden müsse."46. Wagner der Dichter denkt in sichtbaren und fühlbaren Vorgängen, er denkt mythisch, wie das Volk. So ist der Ring der Nibelungen ,,ein ungeheures Gedankensystem ohne die begriffliche Form des Gedankens"47. Wagners Werke sind für das Volk und nicht für dessen Gegenteil, dem theoretischen Menschen. Um nicht den Theoretiker anzusprechen benutzt Wagner nicht die moderne Sprache, sondern zwingt ,,die Sprache in einen Urzustand zurück, wo sie fast noch Nichts in Begriffen denkt, wo sie noch selber Dichtung, Bild und Gefühl ist."48 Zur Sprache findet Wagner dann noch seine einzigartige Musik. Wagner versteht es ,,für jedes Werk eine neue Sprache auszuprägen und der neuen Innerlichkeit auch einen neuen Lieb, einen neuen Klangzu geben"49. Wagners Werke sollen aber gar nicht gelesen, sondern gehört und gesehen werden. Im Gegensatz zum Wortdichter, drückt er die Leidenschaft seiner Dramen in Wort, Gebärden und Musik aus. ,,Alle diese Wirkungen erfolgen gleichzeitig und durchaus ohne sich zu stören, und zwingen Den, welchem ein solches Drama vorgeführt wird, zu einem ganz neuen Verstehen und Miterleben [...]"50. Wagner der Musiker gibt der Natur eine Sprache. ,,Wenn der Philosoph sagt, es ist ein Wille, der in der belebten und unbelebten Natur nach Dasein dürstet, so fügt der Musiker hinzu: und dieser Wille will, auf allen Stufen, ein tönendes Dasein."51Die Musik vor Wagner zeigt nur den äußeren Menschen. Mit Beethoven begann die Musik auch die inneren Vorgänge im Menschen zu zeigen und die Leidenschaft zu entdecken. Beethoven war aber noch zu sehr der alten Musik und ihrem Ethos verhangen, als das er die Musik vollständig revolutionieren hätte können. Seine Werke gerieten zu einer Aneinanderreihung von Einzelteilen, die im Ganzen dann unverständlich blieben. Die Aussagen wurde undeutlich. ,,Gerade aber die Forderung, daß man etwas ganz Bestimmtes zu sagen habe und daß man es auf das Deutlichste sage, wird um so unerlässlicher, je höher, schwieriger und anspruchsvoller eine Gattung ist."52Wagner schafft es die alte Musik abzulegen und seinen Werken Deutlichkeit zu geben. Er gibt Mensch und Natur eine ,,streng individualisierte Leidenschaft"53. Über allen Werken liegt jedoch eine Einheit. ,,Wagners Musik als Ganzes ist ein Abbild der Welt, sowie diese von dem grossen ephesischen Philosophen verstanden wurde, als eine Harmonie, welche der Streit aus sich zeugt, als die Einheit von Gerechtigkeit und Feindschaft."54Wagner schafft es neben den Geschichten einzelner Individuen eine Gesamtgeschichte mit einer Gesamtleidenschaft zu erzählen. ,,Seine Kunst wirkt wie als Natur, als hergestellte, wiedergefundene Natur."55 Der Rezipient denkt nicht an die Geschichte, an die Unterhaltung oder an Wagner, sondern allein an die Notwenigkeit der Handlung des Werkes.

10. Wagner ist eine solche Größe, daß er automatisch alle anderen Künstler unter sich läßt. Es sammeln sich immer wieder Anhänger Wagners , um ihn zu binden, aber er läßt sich seinen Geist nicht einzwängen. ,,Fast zu allen Lebenszeiten Wagners hätten ihn seine Freunde gern dogmatisieren mögen, und ebenfalls, obwohl aus anderen Gründen, seine Feinde."56 Nietzsche hält Wagner für den begabtesten Musiker überhaupt. Dieser will jedoch nicht, daß die Musiker ihn kopieren. Der Wille ein guter Dramatiker zu werden ist Wagner wichtiger als einfach nur den Meister selber zu imitieren. ,,Selbst das gute in der Kunst ist überflüssig und schädlich, wenn es aus der Nachahmung des Besten entstand."57 Er möchte zusammen mit anderen begabten Musikren einen neuen Stil gründen. Wagners ganzes Streben liegt darin, seine Musik für die Nachwelt, für die erhoffte bessere Zukunft zu bewahren. Wagner wurde nicht müde zu versuchen die Menschen für seine Kunst zu begeistern. Obwohl er die moderne Gesellschaft verachtet, braucht er sie doch als Vermittler für die Zukunft, die er nicht mehr erleben wird. Für Wagner bedeutet dies ein steter Widerspruch. Die Schriftstellerei ist für Wagner nur ein Notbehelf. Er will seine Werke nicht auf dem Papier belassen, denn sie gehören auf die Bühne. Wagner hofft, daß seine Leser ihn und sein Werk richtig erkennen. Nietzsche vermutet einen heftigen Widerwillen Wagners zum schreiben. ,,Mir kommt es so vor, als ob Wagner häufig wie vor Feinden spreche - denn alle diese Schriften sind im Sprechstyl, nicht im Schreibstyl geschrieben."58 Wagner schreibt zu den Gebildeten, die unvolkstümlicher sind, als diejenigen für die Wagner seine Werke komponiert. ,,Er unterwirft sich der Sprache der Bildung und allen Gesetzen ihrer Mittheilung, ob er schon der Erste gewesen ist, welcher das tiefe Ungenügen dieser Mittheilung empfunden hat."59 Wagners musikalische Werke reden nicht mehr zu den Gebildeten und Gelehrten, pflegen nicht ihren Dünkel, sondern zum gesamten Volk. Wagner macht keinen Unterschied zwischen den Bildungsniveaus. Er macht Kunst für alle. Nietzsche prophezeit eine Zukunft in der die ,,höchsten Güter und Beglückungen"60 allen gehören. ,,Der Schimpf, welcher bisher dem Wort `gemein′ anklebte, wird dann von ihm hinweggenommensein."61 Nietzsche hofft mit Wagner, daß dessen Kunst für die bessere Zukunft, für die freieren Menschen erhalten bleibt und nicht im Verlauf einer Revolution mit anderen Dingen zerstört wird. Die gebildete Schicht soll die Revolution in die richtigen Bahnen lenken und seine Werke beschützen. Dabei denkt Nietzsche, daß Wagner nicht national gesinnt ist. ,,Seine Gedanken sind wie die jedes guten und grossen Deutschen überdeutsch und die Sprache seiner Kunst redet nicht zu Völkern, sondern zu Menschen. Aber zu Menschen der Zukunft."62Das Volk Wagners waren all diejenigen, die wie er Not litten und sich durch seine Kunst erlösen lassen wollen.

11. Nietzsche stellt klar, daß Wagner kein Utopist ist, daß er nicht an eine endgültige ideale Welt glaubte. Er glaubte, daß der Mensch wandelbar und lernfähig zum Besseren sei. Auf jeden Fall hofft er, daß die zukünftige Gesellschaft offener und freier sein wird. Der freiere Mensch wird aber sowohl gut als auch böse sein können, der unfreie Mensch ist ,,eineSchande der Natur"63Die Freiheit wird aber niemandem geschenkt, jeder muß sie sich selber ergreifen. In dieser zukünftige Welt wird die Natur wieder hergestellt sein und die Menschen wieder richtig empfinden. Nur die wahre Natur strebt nach der Liebe. In Wagners Werken erkennt Nietzsche schon jetzt diese wahre Natur. Die modernen Menschen sind noch nicht reif für den Ring der Nibelungen. Erst die kommende Menschheit, so hofft Nietzsche, wird die Liebe der Gestalten, die Liebe Wagners, wahrhaft selber leben. Wagners Werke sind Zeichen in denen die Geschichte der Zukunft leuchtet. Wagner wird so zu ,,etwas, das er uns allen nicht sein kann, nämlich nicht der Seher einer Zukunft, wie er uns vielleicht erscheinen möchte, sondern der Deuter und Verklärer einer Vergangenheit."64

3) Der Fall Wagner - Ein Musikantenproblem

Vorwort: Im Vorwort zur Abhandlung ,,Der Fall Wagner" beschreibt Nietzsche sein Problem mit Wagner und warum er jetzt die Musik Bizets65hört. Für Nietzsche ist Wagner eine Krankheit66, wie auch in der ganzen modernen Gesellschaft der Verfall fortschreitet. Jeder Philosoph muß sich gegen den Verfall wehren, sich aber auch notwendigerweise mit dem Meister des Verfalls, Wagner, beschäftigen. Wagner selbst ist Ausdruck der verabscheuten Modernität. Nietzsche versteht so auch die Moral in der niedergehenden Gesellschaft als ,,das verarmte Leben, der Wille zum Ende, die große Müdigkeit. Moral verneint das Leben [...]"67 Er will den Verfall bekämpfen und deshalb besonders dessen Vertreter Wagner. Nietzsche will sich von der modernen, dekadenten Gesellschaft abheben, auf die Menschheit herabsehen und opfert diesem Ziel sich selbst in der ,,Selbst-Überwindung" und der ,,Selbst-Verleugnung".

1. Nietzsche vergleicht Bizet mit Wagner. Während Bizets Musik den Zuhörer ernst nimmt, läßt Wagner ihn verzweifeln. Musik macht für Nietzsche Geist und Gedanken frei. Der Philosoph wächst in der Musik, er erhält den größeren Überblick: ,,die großen Probleme nahe zum greifen; die Welt wie von einem Berge aus überblickt. - Ich definiere eben das philosophische Pathos."68

2. Bizet und Wagner sind Erlöser. Während aber in Bizets Musik für Nietzsche das südländische Klima und Temperament erklingt, erscheint ihm Wagners Musik nördlich kühl. Aber nur in der südländischen Musik, erkennt Nietzsche die reine, natürliche Liebe. ,,Endlich die Liebe, die in die Natur zurückübersetztet Liebe!...Sondern die Liebe als Fatum, als Fatalität, zynisch, unschuldig, grausam - und eben darin Natur!"69 Im ,,Todeshaß der Geschlechter" sieht Nietzsche den Grund der Liebe. Die Liebe wird nach Nietzsche oft mißverstanden, selbst Wagner begriff sie nicht. Liebe ist nicht selbstlos, sondern vom Grunde her egoistisch.

3. Nietzsche fühlt sich durch Bizets Musik besser und fordert die Komponisten dazu auf in die Musik mehr ,,südländisches" d.h. Natur, Gesundheit, Heiterkeit, Jugend und Tugend einfließen zu lassen. Wagner, ein Vertreter der ,,nordischen" Musik , läßt an all diesem mangeln. Wagners Musik ist für Nietzsche ein Vergrößerungsglas, alles wird durch sie groß, dabei ist es aber nur eine Täuschung. ,,Das ganze Leben hat sie uns von `Hingebung′, von `Treue′, von `Reinheit′ vorgeklappert, mit einem Lobe an die Keuschheit zog sie sich aus der verderbten Welt zurück!"70 Nietzsche stellt fest, daß in Wagners Opern immer jemand erlöst wird. Die Tugend und die Unschuld erlösen die Sünder. Der Rezipient kann durch seine Werke zu Tugend gelangen. Im Gegensatz zur christlichen Tugend und zu Gott, steht das Fragen und die Wissenschaft. Am Beispiel Lohengrin zeigt Nietzsche auf, wie sehr Wagner noch dem christlichen Glauben, ,,du sollst und mußt glauben"71, verhangen ist. Am Beispiel des fliegenden Holländers beschwört Nietzsche die Gefahr des Weibes. Der ,,ewige Jude" und somit für Nietzsche der Künstler und das Genie, verliert durch das Weib die Ewigkeit. Er wird gewöhnlich und sinkt auf das Niveau des Weibes. Die egoistische Liebe, ,,nur ein feiner Parasitimus" 72frißt den Mann auf. Goethe wurde im ,,moralinsauren altjungfernhaften Deutschland" als unzüchtig beschimpft und verkannt. Er empörte die Moral und Tugend alter Jungfrauen, aber war im Adel sehr beliebt. Wagner transzendierte ein Goethe Werk in die Musik und erlöste Goethe damit, beging aber den Fehler, den Standpunkt der Jungfrau, der Moralpredigerin, zu übernehmen. Nietzsche stimmt dem Goethe Zitat zu das Romantik-Verhängnis ist, ,,am Wiederkäuen sittlicher und religiöser Absurditäten zu ersticken."73Während das gewöhnliche Volk und das Weib am Horizont des Ideals die Heiligkeit zu sehen glauben, beginnt dort erst die Welt der Philosophen.

4. Wagner erlöste sich im ,,Ringder Nibelungen" selber. Das Verhängnis und Unheil steckt in den ,,alten Verträgen" d.h. in Sitte, Gesetz, Moral und Institutionen, also in ,,alledem, worauf die alte Welt, die alte Gesellschaft ruht." 74. Der Revolutionär Siegfried bricht mit den ,,alten Verträgen". ,,Siegfried fährt fort, wie er begonnen hat: er folgt nur dem ersten Impuls, er wirft alles Überlieferte alle Ehrfurcht, alle Furcht über den Haufen. Was ihm mißfällt, sticht er nieder. Er rennt alten Gottheiten unehrerbietig wider den Leib."75 Auch das Weib in Gestalt der Brünnhilde wird erlöst. Am Ende beginnt ein goldenes Zeitalter, die alte Moral und das Übel sind abgeschafft.
Durch die Auseinandersetzung mit Schopenhauer veränderte Wagner den Ring. Aus dem goldenen Zeitalter wird das Nichts, den nun ist auch die neue Welt schlimm.

5. Wagner ist der Künstler des Verfalls, er macht die Musik krank, ja er selbst ist Krankheit. Der Verfall kommt in der Maske des Gesetz, des Fortschritts und der Erfüllung. Sie besitzt unglaubliche Verführungskraft. Die dekadente, moderne europäische Gesellschaft versteht Wagners Krankheit, seine Neurosen nicht, da sie ein Teil von ihr ist. Er gehört zu ihr. Wenn er geehrt wird, ehrt sich die europäische Dekadenz selber. Das Nichterkennen des Verfalls ist auch ein Merkmal dessen. ,,Die Krankheit selbst lockt das Schädliche mit Brutalität, Künstlichkeit und Unschuld."76 Der Krankheit gegenüber steht die Jugend und Lebenskraft. Nur wenn der Körper stark genug ist, kann die Krankheit die Lebenskraft (Abwehrkräfte) antreiben. Aber Nietzsche bemerkt, daß alle Musiker und Frauen, am Wagnerismus erkrankt sind.

6. Wagners Musik ist nicht schön, aber erhaben, ,,Es ist leichter, schlechte Musik zu machen als gute.",,Es ist leichter, gigantisch zu sein als schön." 77Das Erhabene aber imponiert den Massen.
Es gibt zwei Arten von Theatergängern: einerseits die verblendeten Wagnerianer, andererseits das gewöhnliche Volk d.h. die Kranken, die Bildungsidioten und die Ewig-Weiblichen. Sie alle bedürfen ,,des Erhabenen, des Tiefen, des Überwältigenden"78 Nicht der Gedanke, sondern das davor, das Chaos läßt ahnen. Wagner läßt durch die stumme Unendlichkeit ahnen. Überwältigung schafft Wagner durch die Instrumente und vor allem durch die Leidenschaft. Leidenschaft braucht nicht erlernt zu werden, sie ist Ausdruck der Häßlichkeit. Ihr gegenüber steht Schönheit und Melodie, diese sind aber viel schwieriger zu erlangen. Die Melodie ist unmoralisch, ohne sie ist man besser dran. Nietzsche ruft zur Häßlichkeit auf. Wagner hat die Häßlichkeit gewagt. Nietzsche will Idealisten. Der Mensch kann nur erhaben andere erheben. Die Menschheit bedarf der Verbesserung. Während die Italiener nach dem schönen und den niederen Sinnesreizen jagen, sollten die Deutschen nach Häßlichkeit und Erhabenheit streben. Musik soll nicht erheitern, erholen und vergnügen, denn das ist krank. Nicht die christliche Suche nach Erlösung, nicht die Religion erlöst die Menschheit, sondern die Musik.

7. Mit dem Verfall der Kunst und des Künstlers, wird letzterer zum schauspielernden Lügner. Wagner war ein vollkommenes Genie, ein absoluter Künstler des Verfalls. In seinen Werken ist Logik und Zielgerichtetheit erkennbar: ,,Wenn irgend etwas interessant ist an Wagner, so ist es die Logik"79. Der Stil der Dekadenz ist das Loslösen des Einzelnen aus dem Zusammenhang. Letztlich herrscht Anarchie und Freiheit des Individuums. Das Ganze ist im Chaos dann erstarrt und gelähmt. Am Anfang von Wagners Werken steht die Vorstellung von Gebärden, dann erst kommt die Musik. Wagners läßt im ,,Stil" der Dekadenz die einzelnen Töne erklingen. Er miniaturisiert, indem er das Detail ausschmückt. Der Rest seiner Werke beschimpft Nietzsche als armselig. Wagner kann nicht organisch gestalten und nennt dies dann seinen ,,dramatischen Stil". Nietzsche sieht hierbei nur Wagners Unvermögen. Er distanziert sich vom Wagnerismus des Volkes. ,,Alles, was von Wagners Musik auch abseits vom Theater populär geworden ist, ist zweifelhaften Geschmacks und verdirbt denGeschmack."80 Abseits der Massen ist Wagner auch der größte Melancholiker der Musik.. Er ,,hatte die Tugend der décadents, das Mitleid."81

8. Wagner überwältigt alle. Es ist schwer sich zu behaupten. Wagner läßt einen nicht mehr los. Wagner war nicht nur Musiker, sondern zugleich auch Dichter und Schauspieler. Man kann ihn nicht mit anderen Musikern vergleichen. Wagner brachte Theater in die Musik und hat damit ,,das Sprachvermögen der Musik ins Unermeßliche vermehrt."82Wagners Musik kann nur aus dem Blickwinkel des Auch-Schauspielerischen betrachtet werden. Wagners Musik ist elementarisch (Vereinzelung der Töne) und sinnlich. Wagners Ziel war immer die Wirkung auf das Publikum, nicht die Musik selbst. ,,Was als wahr wirken soll, darf nicht wahr sein."83Wagners Musik wird für wahr gehalten, aber sie ist es nicht.
Der Jüngling sieht Wagner als Verschwender, erkennt aber später dessen Sparsamkeit. Dem, der Wagner durchschaut, gibt er nicht genug Inhalt, er läßt ihn dürsten.

9. Wagner entwirft erst einzelne bedeutende Szenen der Handlung eines Werkes, dann den Rest (Musik, Charaktere und übrige Handlung), der nur ,,technische Ökonomie" ist. Wagner geht immer von der Wirkung seines Werkes aus. Ihm fehlt aber die Notwendigkeit, Logik, die es zu einem Drama84bräuchte. Obwohl Wagner es gerne gewesen wäre, ist er kein Dramatiker. Auch fehlt ihm der Sinn zur Psychologie. Wagners ,,Dramatik" ist das ,,mythologische Schaudern". Wagners Werke sind voller mythischer Gehalt. Obwohl sie im Inhalt der modernen Dekadenz ähneln (Beispiel Unfruchtbarkeit der modernen Gesellschaft durch prüde Keuschheit) sind sie nicht in die Gegenwart zu versetzen. Sie müssen in der Mythenwelt bleiben.

10. Wagners Schriften sind auch Schule der Klugheit. Nietzsche faßt die Werke Wagners in drei Sätzen zusammen: ,,Alles, was Wagner nicht kann, ist verwerflich", ,, Wagner könnte noch vieles: aber er will es nicht" und,,alles, was Wagner kann, wird ihm niemand nachmachen [...] Wagner ist göttlich"85 Der Rest ist für ihn ,,Literatur". Wagner betont immer wieder, daß seine Werke mehr als Musik sind, ,,unendlich viel mehr!"Literatur dient Nietzsche dazu die Musik ernst zu nehmen. Wagner war für ihn der,,Kommentator der Idee". Wagner in Hegel den europäischen Geschmack. In dem Wagner die Musik als Idee, als etwa unendliches zeichnet, wurde er der Erbe Hegels. Wagner ist populär in der dekadenten Gesellschaft. Besonders die Jünglinge denken ihn zu verstehen. Sie bewundern nicht Wagners Musik, sonder seinen ,,Idee", die dunkel und ungewiß erscheint. Die Unendlichkeit und Fülle der Idee ,,erlöst" den Jüngling. Nietzsche zählt sich nicht zu den Jünglingen, er und andere Nicht-Verblendete vermissen bei Wagner Leichtigkeit, Logik und Vollkommenheit.

11. Wagner gehört in die Geschichte durch seine Leistung der Verbindung von Schauspiel und Musik. Dem Schauspiel prophezeit Nietzsche ein goldenes Zeitalter. Wagner bewegt selbst auf dem Gebiet der Erkenntnis. Wagner muß folglich also verehrt werden: ,,Sie haben einfach Recht Wagner zu verehren,"86Wagner motiviert und gibt neuen Ehrgeiz. ,,Noch nie ist in dieser Sphäre so viel gedacht, gewollt, gearbeitet worden."87Aber Wagners Ideal ist dennoch das Ideal des Verfalls und der Krankheit. Deshalb braucht Wagner keine Begabungen und keinen Geschmack, er braucht nur Germanen. ,,Definition des Germanen: Gehorsam und lange Beine [...]"88Das Erscheinen des kommandierenden Wagner und des neuen Reiches beweisen es ebenso: ,,Gehorsam und lange Beine", es ist das ,,klassische Zeitalter des Kriegs"89.
Nietzsche schließt diese Abhandlungen mit drei Forderungen: Das Theater darf nicht über die anderen Künste herrschen, Schauspieler sollen nicht zu Verführern des Echten werden und die Musik soll nicht Kunst zur Lüge werden.

Nachschrift: In der Nachschrift erläutert Nietzsche die Anhängerschaft zu Wagner der Gesellschaft ,,teuerwerden" kann. Er führt 5 Gründe auf:
· Ganz Europa lebt im Verfall. Die Krankheit ist soweit fortgeschritten, daß die sie ihn Wagner nicht mehr wahrgenommen wird. Deutschland sind noch am abwehrstärksten, da sie verstehen zu Verzögern. Deutschland ist das zurückgebliebenste und relativ jüngste Kulturvolk, aber auch sie müssen sich vor dem Verfall schützen
· Die Menschen haben die furcht vor Wagner verlernt. Sie wünschen ,,Erlösung demErlöser" statt ,,Erlösung vom Erlöser". Sie erkennen die Gefahr nicht.
· Durch Wagner kamen die Laien und Kunstidioten an die Macht. Sie brachten den frechen Dilenttantismus. Sie geben dem Theater den Vorrang vor den anderen Künsten. Sie verderben mit Kunst für die Massen den Geschmack.
· Der Geist ermüdet durch Wagner. Wagner läßt die Menschen bewußt in der Unwissenheit. Wagners Musik schmeichelt dem Nihilismus und dem Christentum ,,als religiöse Ausdrucksform der décadence"90. Wagner verführt den Geist mit ,,Überredung der Sinnlichkeit."91 Am Ende erscheint Wagner mit seinem letzten Werk ,,Parsifal" zwar gar nicht mehr so krank, dennoch bleibt Wagen der, der den freien Geistern den Krieg machte.
· Wagner verdirbt den Geschmack, stumpft ab und verschlechtert das Rhythmusgefühl. Noch gefährlicher ist Wagners ,,Verderbnis der Begriffe" . Der Jüngling distanziert sich von der Wissenschaft und wird zum ,,Idealisten", der alles mit Wagner begründet: ,,er löst alle Probleme im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Meisters."92. Durch Wagner verderben die Nerven und die Musik. Wagner ist aber auch einen Gefahr für die Frauen: ,,Er raubt uns die Jünglinge, er raubt selbst noch unsere Frauen und schleppt sie in seine Höhle..."93

2. Nachschrift: Nietzsche fühlt sich mißverstanden. Er macht den,,Reichswurm" als Schuldigen aus. Nietzsche bemerkt, daß wenn er Wagners Musik kritisiert, er nicht automatisch andere Musiker damit lobt. ,,Der Verfall ist allgemein."94 Wagner ist der Ruin der Musik, aber nicht dessen Ursache. Wagner hat nur schneller als andere die Notwendigkeit des Verfalls vollzogen Derzeitige berühmte Musiker sind nur noch schlimmer, noch gleichgültiger, noch unentschiedener als Wagner. Nur in Wagner ist das ganze Verderbnis. Nietzsche stellt Wagner Johannes Brahms gegenüber und kritisiert ihn als Kopierer und schlechten Schauspieler. Für Nietzsche könnten nur noch Ausnahmen die Musik retten.

5. Epilog

Es gibt eine Tugend des aufsteigenden Lebens und eine Tugend des absteigenden Lebens. Zur Ersteren gehört die klassische Ästhetik und die Herrenmoral, zu Letzterem gehört die dekadente Ästhetik und die Christenmoral. Die Herrenmoral bejaht das Leben, die Christenmoral verneint es. ,,die erstere gibt aus ihrer Fülle an die Dinge ab - sie verklärt, sie verschönt, sie vernünftigt die Welt-, die letztere verarmt, verblaßt, verhäßlicht den Wert der Dinge, sei verneint die Welt. `Welt′ ein christliches Schimpfwort."95 Es gibt ein schmerzhaftes Jasagen in der Christenmoral und ein triumphierendes Jasagen in der Herrenmoral. Der Mensch soll sich nicht mit wahr und unwahr, sondern mit der Falschheit des Ignorieren dieses Gegensatzes. Wagner ist der Meister der Falschheit und der Dekadenz. ,,Diese Unschuld zwischen Gegensätzen, dies `gute Gewissen in der Lüge ist vielmehr modern par excellence, man definiert beinahe damit die Modernität"96Der moderne Mensch ,,sitzt zwischen den Stühlen", zwischen den Gegensätzen, er lebt in der Falschheit, in dem Verfall. Wagner ist nur ein Präzedenzfall des modernen Menschen. An ihm kann der Nicht-Verblendete Mensch lernen.

1 Friedrich Nietzsche, Seite 432

2 ebd., Seite 432

3 ebd., Seite 433

4 ebd., Seite 435

5 ebd., Seite 438

6 ebd., Seite 439

7 ebd., Seite 440

8 ebd., Seite 441

9 ebd., Seite 442

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12 ebd., Seite 445

13 ebd., Seite 447

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19 ebd., Seite 453

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21 ebd., Seite 456

22 ebd., Seite 456

23 ebd., Seite 457

24 ebd., Seite 457

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26 ebd., Seite 461

27 ebd., Seite 463

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29 ebd., Seite 465

30 ebd., Seite 466

31 ebd., Seite 466

32 begeisternden

33 Friedrich Nietzsche, Seite 468

34 ebd., Seite 473

35 ebd., Seite 474

36 ebd., Seite 475

37 ebd., Seite 476

38 ebd., Seite 476

39 ebd., Seite 477

40 ebd., Seite 478

41 ebd., Seite 479

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43 ebd., Seite 481-482

44 ebd., Seite 482

45 ebd., Seite 484

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47 ebd., Seite 485

48 ebd., Seite 486

49 ebd., Seite 487

50 ebd., Seite 488-489

51 ebd., Seite 491

52 ebd., Seite 493

53 ebd., Seite 493

54 ebd., Seite 494

55 ebd., Seite 495

56 ebd., Seite 496

57 ebd., Seite 497-498

58 ebd., Seite 502

59 ebd., Seite 503

60 ebd., Seite 503

61 ebd., Seite 504

62 ebd., Seite 505

63 ebd., Seite 506

64 ebd., Seite 510

65 Bizet, Georges, frz. Komponist, * 25.10 1838 in Paris, = 03.06.1875 in Bougival, sein Hauptwerk war 1875 die Oper ,,Carmen", heute eines der meistgespielten Opern der Welt; Bizet erlebte den Erfolg nicht mehr

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75 ebd. S. 298

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77 ebd. S. 300

78 ebd. S. 300

79 ebd. S. 302

80 ebd. S. 303

81 ebd. S. 304

82 ebd. S. 304

83 ebd. S. 305

84 nicht Handlung, sondern Ereignis und Geschichte

85 ebd. S. 308

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87 ebd. S. 310

88 ebd. s. 310

89 ebd. S. 310

90 ebd. S. 314

91 ebd. S. 314

92 ebd. S. 314

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96 ebd. S. 320


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