Meinung einer breiten Masse entspricht. Denn anstatt lange nach einem idealen Käufer zu
suchen, der dann möglicherweise auch nur einen schlechten Preis zahlt, kann man sich über
die Börse in sekundenschnelle von Aktien trennen. Es gibt aber auch Aktien die nicht an der
Börse gehandelt werden, sondern bei einem Finanzdienstleister, und zwar aus dem Grund,
weil die Unternehmen nicht die hohen Anspruch den die Börse an sie stellt (z. B.
Veröffentlichung von Zahlen oder das Stammkapital) erfüllen wollen oder können.
Wie entsteht der Aktienkurs?
Der Aktienkurs, also der Preis zu dem man eine Aktie kaufen und verkaufen kann, bildet sich
aus dem Angebot und der Nachfrage nach dieser Aktie. Jedem Aktienkauf muß also auf der
Gegenseite ein Verkauf stehen (eine Tatsache, die man in Zeiten hoher Kurssteigerungen oft
vergißt). Ist das Angebot nach einer Aktie größer als die Nachfrage (es möchten also mehr
Leute Aktien verkaufen als kaufen), so fällt der Kurs, weil der Verkäufer der Aktien weniger
für sie verlangen muß, um sie zu verkaufen, denn der Käufer hat durch das größere Angebot
auch eine größere Auswahlmöglichkeit, so daß er die Aktien auch bei jemand anderem kaufen
könnte. Umgekehrt ist es dasselbe. Gründe warum das Angebot größer als die Nachfrage ist,
können eine negative Stimmung an der Börse sein, oder die Aktie ist in der nähren
Vergangenheit schon stärker gestiegen, so daß sich der Kurs etwas "erholt" (man spricht von
technischer Korrektur). Umgekehrt lassen positive Meldungen über die Firma die Nachfrage
steigen (Ausnahmen bestätigen hier die Regel!).
Der Aktionär
Wer Aktien besitzt, hat natürlich auch Anspruch auf einen Teil der Gewinne der Firma, die in
Form einer Dividende ausgezahlt werden (Achtung: nicht jede Firma zahlt eine Dividende).
Der Aktionär hat aber auch Mitspracherechte, so hat er z. B. auf der Hauptversammlung, die
in der Regel einmal im Jahr stattfindet, ein Stimmrecht (es sei denn, er hat Vorzugsaktien,
denn dann würde er kein Stimmrecht erhalten, und bekommt dafür aber eine höhere
Dividende).
Dem gegenüber hat der Aktionär keinerlei Pflichten. Sein Risiko ist auf seinen Geldeinsatz
begrenzt, denn schlimmstenfalls könnte er bei einer Pleite des Unternehmens sein gesamtes
investiertes Geld verlieren, jedoch muß er nicht für irgendwelche finanziellen Forderungen
die an sein Unternehmen gestellt sind haften.
Man kann Aktionäre grob in zwei verschiedene Gruppen einteilen. Die eine Gruppe investiert
um eine möglichst hohe Ausschüttung (also Dividende) zu erhalten, wobei Kursgewinne eher
eine zweitrangige Bedeutung haben. Für diese Gruppe konkurrieren Aktien mit
festverzinslichen Wertpapieren (wie Anleihen) oder aber mit Immobilien. Eine höhere
Dividende im Vergleich zum üblichen Zins wird mit dem höheren Risiko von
Dividendenkürzungen (laufen die Geschäfte der Firma gut, steigen die also Gewinne, steigt
sie, laufen sie schlecht, wird die Dividende in der Regel gekürzt oder fällt ganz aus) "erkauft".
Diese Gruppe hält Aktien meist über einen längeren Zeitpunkt. Die andere Gruppe investiert
in Aktien, um möglichst hohe Kursgewinne zu erhalten. Da Aktien mit konstant steigendem
Kurs selten sind, hält diese Gruppe Aktien eher über kürzere Zeiträume.
Warum Aktien besitzen?
Aktien besitzt man als Privatperson vor allem aus einem Grund: man möchte mit seiner
Investition einen Gewinn erwirtschaften. Es handelt sich also um eine Geldanlage. Jeder, der
Geld gewinnbringend anlegen möchte, muß sich vorher für die Art der Anlage entscheiden.
Man sollte generell nur Geld anlegen, welches man in nächster Zeit nicht dringend braucht, so
daß man nicht gezwungen ist, Aktien zu einem schlechten Kurs zu verkaufen. Für die
Geldanlage in Aktien spricht unter anderem die schnelle Handelbarkeit, die Möglichkeit auch
nur kleine Beträge zu investieren, die breite Auswahlmöglichkeit an Aktien und die damit
verbundene Möglichkeit der Streuung (Diversifikation). Aber auch die Chance auf relativ
hohe Kursgewinne, den "fairen" Preis, denn der Aktienkurs entspricht in der Regel (vor allem
bei großen Firmen) der Meinung einer breiten (und damit gut informierten) Masse, sowie die
vielfältigen Möglichkeiten sich zu informieren, so daß man nicht die Katze im Sack kauft.
Dem gegenüber stehen natürlich vielfältige Risiken. So ist es keinesfalls sicher, mit einer
Aktie Gewinn zu machen. Die Aktie kann durchaus jahrelang zu einem tieferen Preis
gehandelt werden, als dem, zu dem man kaufte. Wenn man mit wenig Erfahrung (oder
wenigen Informationen) eine Investition in Aktien tätigt, so sollte man dies längerfristig tun.
Denn es ist schwer vorauszusehen, wann die Kurse steigen, und wann sie fallen. Man sollte
sich auch nicht allzu stark von seinen Emotionen leiten lassen, und vor allem verlustbringende
Aktien nicht zu spät verkaufen (hier gilt die Regel: Verluste begrenzen, Gewinne
laufenlassen). Hierbei können Stop-Loss und Stop-BuyOrder hilfreich sein (die Aktie wird
beim unter- bzw. überschreiten von selbst gesetzten Marken automatisch verkauft bzw.
gekauft).
Grundsätzlich gilt die Regel: je höher die Chance auf hohe Gewinne ist, desto mehr Risiken
birgt die Aktie, und desto besser muß man informiert sein, damit nicht der Schuß nach hinten
losgeht. Damit verbunden ist auch mein Rat, sich nicht von hohen Gewinnen der
Vergangenheit blenden zu lassen, denn der Blick auf die Kursentwicklung der Vergangenheit
ist nicht immer aussagekräftig. An der Börse wird nämlich die Gewinnentwicklung in der
Zukunft bezahlt. Die Regel, daß Standardaktien (wie die 30 DAX Aktien) weniger Risiko
hätten als Aktien kleinerer Unternehmen, ist allerdings nur mit Vorsicht zu genießen.
Natürlich ist das Geschäft von größeren Unternehmen mit einer breiten Produktpalette
sicherer, als das von kleineren Firmen, die wenige Produkte anbieten. Aber große
Unternehmen sind oft schwerfällig und können sich nicht so schnell auf neue Trends
einstellen, so daß sie durchaus auch mit ihren Produkten falsch liegen könnten. Außerdem
sind Aktien von größeren Unternehmen in der Regel teurer (und damit besteht die Gefahr, daß
sie auch wieder billiger werden könnten) als die von kleineren, denn die großen Anleger
investieren vornehmlich in die großen Aktien, um eine dem Index (also z. B. dem DAX, dem
Index, in dem die Kursentwicklungen der 30 größten deutschen Aktien zusammengefaßt sind)
entsprechende Kursentwicklung zu haben. Dem Anfänger rate ich allerdings schon, erst
einmal Aktien einer größeren (gut geführten) deutschen Firma zu kaufen. Hier hat man keine
Probleme, sich ein eigenes Bild von der Firma zu machen, und man wird auch ohne Probleme
an neue Informationen (wie z. B. gute Zukunftsaussichten, etc.) kommen. Im Laufe der Zeit
wird man, indem man den Kursverlauf studiert, sich informiert, neue Aktien kauft, lernen,
welche Art von Aktien für einen die richtigen sind oder auch, daß man doch lieber die Finger
von einer Geldanlage in Aktien läßt.
Eine Geldanlage in Aktien lohnt sich meiner Meinung nach ab 1500DM. Man sollte
mindestens Aktien von zwei verschiedenen Unternehmen besitzen, so daß man also
mindestens 750DM pro Aktienposition ausgeben muß. Vorher lohnt es sich allein wegen der
Gebühren nicht, wobei jede Bank unterschiedlich hohe verlangt (vergleichen!). Grundsätzlich
ist der Aktienkauf über eine Direktbank oder einen Diskountbroker wesentlich billiger als bei
einer normalen Bank, allerdings muß man hier meistens auf die Beratung verzichten und die
Aktien kauft (ordert) man per Telefon oder Internet. Heute werden die Aktien in einem Depot
bei der Bank elektronisch aufbewahrt auch dies kostet Gebühren). Die eigentliche Aktie aus
Papier (man spricht von effektiver Aktie) gibt es heute kaum noch.
Meine Aktie
Noch etwas zur Aktienbeurteilung. Es gibt viele Möglichkeiten, sich ein Bild von einer Aktie
zu machen. Artikel in Zeitschriften oder Zeitungen zum Beispiel, oder Anlageempfehlungen
der Bank oder auch ein Tip von einem Freund können hier zur Entscheidungsfindung
beitragen. Man kann sich auch selber einen kleinen Eindruck verschaffen, indem man sich die
Unternehmenszahlen anschaut. Man findet sie ebenfalls in Zeitschriften und Zeitungen. So
kann man eine Aktie leicht (aber nicht umfassend!) mit dem Kurs-Gewinn Verhältnis (KGV)
bewerten. Hier wird der Kurs der Aktie durch den (geschätzten) Gewinn eines Jahres pro
Aktie (meist des nächsten) durch den Aktienkurs geteilt. Dieses KGV kann man dann mit dem
anderer Aktien vergleichen. Da aber Aktien verschiedener Branchen ein unterschiedlich hohes
KGV haben (das KGV ist vor allem bei Wachstumsaktien besonders hoch, da hier der
Gewinn besonders stark wächst), so kann man das KGV noch durch das jährliche (erwartete!)
Gewinnwachstum (also das Gewinnwachstum über mehrere Jahre hinweg) teilen. Werte unter
1 sind hier ideal.
Jedoch sollte man sich nicht nur auf die nackten Zahlen verlassen sondern auch durchaus mal
seine Phantasie befragen, denn Entwicklungen in der Zukunft sind in sterilen Planzahlen
meist noch gar nicht enthalten (Beispiel Mobilcom: da keiner die Entwicklung des neu
hinzugekommenen und heute wichtigsten Geschäftszweiges Festnetz kannte, war sie auch
noch nicht in den Planzahlen erhalten).
Über Jahre hinweg beträgt der durchschnittliche Wertzuwachs einer Aktienanlage ungefähr
9%. Eine Zahl, die euch vielleicht niedrig vorkommt, vor allem vor dem Hintergrund der
großen Steigerungen in der näheren Vergangenheit. Jedoch gab es nicht immer so gute Zeiten,
und es kann durchaus auch mal Zeiten geben (und die gab es auch schon!), in denen sich der
Aktienmarkt über Jahre seitwärts "bewegt" (vielleicht deuten die fallenden Kurse im vorigen
Herbst ja darauf hin, daß die guten Zeiten erst mal vorbei sind?). Jedoch sind diese 9% im
Vergleich zu anderen Geldanlagen wie Festgeldern immer noch viel. Und Vielleicht schafft
ihr es ja, besser als der Markt zu sein?
Philipp Steinhauer
Arbeit zitieren:
Philipp Steinhauer, 1999, Geld verdienen mit Aktien - ein leichtes Spiel mit hohem Gewinn?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Philipp Steinhauer hat den Text Geld verdienen mit Aktien - ein leichtes Spiel mit hohem Gewinn? veröffentlicht
Philipp Steinhauer hat einen neuen Text hochgeladen
Luigi hat den Text Geld verdienen mit Aktien - ein leichtes Spiel mit hohem Gewinn? kommentiert
ComodoFox
Schön!.
Das war ja mal ein guter Text! Man kann daraus alles ziehen und es lockt einen an den Markt :D
am Sunday, May 18, 2008-
Luigi
Zinsen.
Hallo Philipp,
ein interessanter Beitrag nur mir ist eins nicht klar, man hört öfters über Zinseszins wenn man die wieder einsetzt das sich das Kapital vermehrt... dazu noch das man mehr als 9%, wie Sie in ihrem Bericht schreiben erwirtschaften kann, also das man das Kapital pro Jahr verdoppeln kann.
Würde mich freuen von Ihnen hören zu dürfen und verbleibe mit freundlichen Grüssen
Luigi Guarino
am Friday, October 17, 2008-