A Kurzfassung 2
A Kurzfassung
Gegenstand der hier vorgestellten Arbeit sind Implementierungskriterien für elekronische Klausurkonzepte. Plattformunabhängige middleware-basierte Telelearning-Systeme bilden die Betrachtungsgrundlage. Eine prototypische Implementierung, die später durch Folge-Projekte genutzt und erweitert werden kann, dient der Darlegung der Thesen. Entwicklungsumgebungen, wie JBuilder 5, Borland Application Server 4.5, Fast Silver und Video-Material wurden von der Fachhochschule Fulda zur Verfügung gestellt. Zum Start des Prototypen ist ein EJB-fähiger Applikations-Server, wie z.B. WebSphere, Microsystem Suns Deploytool, BAS 4.5, Macromedia-JRUN usw. notwendig (eine EAR- Datei vom Prototypen liegt auf der CD). Für die Weiterentwicklung des Prototypen sind JBuilder 5 und BAS 4.5 zu empfehlen. Zum Abspielen der Video-Sequenzen wurde Quicktime 5 von Apple verwendet (liegt auf der CD). Alle Videosequenzen sind noch einmal in den Formaten Windows Media Player/„asf“ und Real Media Player/„rm“ auf der CD abgelegt. Zusätzlich enthält die CD ein frei verfügbares Au-torentool zur Erzeugung von Aufgaben (HotPotatoes 5.3 von half-baked) sowie eine Demo von einem handlungsorientierten Entwicklungsprojekt, den „Campus Pädiatrie“ von dem Universitätsklinikum Heidelberg.
Schlagwörter: Implementierungskriterien, Klausurkonzepte, Middleware, Tele- Learning, Master Thesis, E-Learning, Enterprise Java Beans
Abstract 3
Abstract
Implementation criteria for electronical exam concepts is the object of this master thesis. Platform-independent telelearning systems is the base issue. A prototyp can further be used and extended in coming projects and explains the thesis. Development Environments like JBuilder 5, Borland Application Server 4.5, Fast Silver und video material are retrieved from the University of Applied Sciences/ Fulda. For starting the prototyp an aplication-server like WebSphere, Microsystems Sun-Deploytool, BAS 4.5, Macromedia JRUN etc. is essential for running EJB (an EAR-file of the prototyp is appended to the CD).
Keywords: implementation criteria, exam concepts, middleware, tele learning, master thesis, e-learning, enterprise java beans
B Inhaltsverzeichnis 4
B Inhaltsverzeichnis
A Kurzfassung 2
Abstract 3
B Inhaltsverzeichnis 4
C Abbildungsverzeichnis. 8
D Gleichungsverzeichnis 9
E Tabellenverzeichnis 9
F Abkürzungsverzeichnis 11
G Vorwort 12
Kapitel 1 Prolog. 14
1.1 Überblick 14
1.2 Zieldefinition der Arbeit 15
1.3 Verzeichnis wichtiger Fachbegriffe 17
1.4 Vorgehensweise. 22
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 24
2.1 Diskursive Medien. 26
2.1.1 Synchrone Kommunikation. 27
2.1.2 Asynchrone Kommunikation 32
2.1.3 Fazit. 36
2.2 Interaktive Medien. 36
2.2.1 Auswahlaufgabe 36
2.2.2 Zuordnungsaufgabe 38
2.2.3 Kompositionsaufgabe 41
2.2.4 Freitextaufgabe. 42
2.2.5 Fazit. 45
2.3 Reflektive Medien. 46
2.3.1 Der Aufbau von handlungsorientierten Prüfungen. 50
2.3.2 Aufgaben und Bearbeitungsaufträge 53
2.3.3 Der Entscheidungsbaum 54
B Inhaltsverzeichnis 5
2.3.4 Fazit. 58
2.4 Adaptive Medien 59
2.4.1 Die Itembank 60
2.4.2 Adaptives Prüfen im Einsatz. 65
2.4.3 Fazit. 70
2.5 Kombination von Medientypen. 72
Kapitel 3 Die Möglichkeiten neuer elektronischer Klausurkonzepte 75
3.1 Entwicklung des computergestützten Testens 75
3.2 Konventionelle und computergestützte E-Klausuren 77
3.2.1 Konventionelle Klausur 79
3.2.2 Computergestützte Klausur 81
3.2.3 Fazit. 83
3.3 Neue E-Klausurkonzepte 83
3.3.1 These 1:Darstellung von Inhalten 84
3.3.2 These 2:Erweiterbarkeit. 90
3.3.3 These 3:Finanzierung 94
3.3.4 These 4:Flexibilität. 96
3.3.5 These 5:Individualität. 101
3.3.6 These 6: Datenrepertoire. 103
3.3.7 These 7:Live-Datenverarbeitung 106
3.3.8 These 8: Kombination von Anwendungen und Medien 112
3.3.9 These 9:Kommunikation 115
3.3.10 These 10:Objektivität. 117
3.3.11 These 11: Präzision. 119
3.3.12 These 12: Sicherheit 124
3.3.13 These 13: Transparenz 126
3.3.14 These 14: Verschiedene Lokationen. 128
3.3.15 These 15: Wiederholung von Aktionen. 130
3.4 Übersicht der neuen Möglichkeiten von E-Klausurkonzepten. 135
Kapitel 4 Implementierungskriterien für E-Klausurkonzepte 136
4.1 Administrations-Server. 137
4.1.1 Erläuterungen zur Technologie. 137
4.1.2 Bezug zur Anforderung: “Maximale Sicherheit durch das
Klausursystem “ 139
4.1.3 Implementierung 139
4.1.4 Fazit. 140
4.2 Browser 140
4.2.1 Erläuterungen zur Technologie. 140
4.2.2 Bezug zu Anforderungen 141
B Inhaltsverzeichnis 6
4.2.3 Implementierung 145
4.2.4 Fazit. 145
4.3 DBMS. 146
4.3.1 Erläuterungen zur Technologie. 146
4.3.2 Bezug zu Anforderungen 146
4.3.3 Implementierung 148
4.3.4 Fazit. 150
4.4 Dienste-Server 150
4.4.1 Erläuterungen zur Technologie. 150
4.4.2 Bezug zu Anforderungen 151
4.4.3 Implementierung 151
4.4.4 Fazit. 152
4.5 Protokoll-System 152
4.5.1 Erläuterungen zur Technologie. 152
4.5.2 Bezug zu Anforderungen 153
4.5.3 Implementierung 153
4.5.4 Fazit. 154
4.6 Router, Hub, Firewall 155
4.6.1 Erläuterungen zur Technologie. 155
4.6.2 Bezug zu Anforderungen 155
4.6.3 Implementierung 156
4.6.4 Fazit. 159
4.7 Redaktionssystem/Applikation-Server 160
4.7.1 Erläuterungen zur Technologie. 160
4.7.2 Bezug zu Anforderungen 161
4.7.3 Implementierung 164
4.7.4 Fazit. 165
4.8 Web-Server 165
4.8.1 Erläuterungen zur Technologie. 165
4.8.2 Bezug zu Anforderungen 166
4.8.3 Implementierung 166
4.8.4 Fazit. 168
4.9 Andere Anforderungen an das E-Klausursystem 168
4.9.1 Erläuterungen 168
4.9.2 Bezug zu Anforderungen 169
4.9.3 Implementierung 171
4.9.4 Fazit. 174
4.10 Fazit 174
B Inhaltsverzeichnis 7
Kapitel 5 Der Klausursystem-Prototyp 176
5.1 Szenarien 176
5.2 Datenbank. 179
5.2.1 ER-Modell 179
5.2.2 Tabellen. 182
5.3 Ablaufdiagramm 187
5.3.1 Die Ablaufstruktur 187
5.3.2 Entwicklungsprozess 188
5.3.3 Auswertung. 190
5.4 MVC-Architektur. 191
5.5 Design 192
5.6 Fazit 193
Kapitel 6 Epilog 195
6.1 Erweiterungsmöglichkeiten des Prototyps 195
6.2 Ausblick. 196
H Eidesstattliche Erklärung 198
I Literaturverzeichnis. 199
J Glossar 203
K Index. 206
L Anlagen 209
Inhalt der CD-ROM 209
Installationsanleitung.............................................................................................. 210
Das „nächste-Aufgabe“- Szenario 212
C Abbildungsverzeichnis
C Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Videokonferenz aus Prüfersicht.
Abbildung 2: Aufbau einer Multiple Choice.
Abbildung 3: Wahr-/Falsch-Aufgabe.
Abbildung 4: Zuordnungstabelle.
Abbildung 5: Lückentext
Abbildung 6: Das Königsberger Brückenproblem als Reihenfolgeaufgabe.
Abbildung 7: Kreuzworträtsel.
Abbildung 8: Kompositionsaufgabe eines Roboter (SVG)
Abbildung 9: Aufbau der Freitextaufgabe
Abbildung 10: Handlungsorientierte Prüfung (Campus Pädiatrie)
Abbildung 11: Die Startsequenz einer handlungsorientierten Prüfung.
Abbildung 12: Ablaufschema einer handlungsorientierten Prüfung.
Abbildung 13: Durchführung der Anamnese
Abbildung 14: Ergebnisbaum bei handlungsorientierten Prüfungen
Abbildung 15: Itemlinking
Abbildung 16: Adaptive Itemanzahl pro Test (Matrizen, Rechnen, Analogien)
Abbildung 17: Interaktiver-reflektiver Mischtyp.
Abbildung 18: Untergliederung der Prüfung
Abbildung 19: Bedeutung des SADT-Diagramm
Abbildung 20: Ablauf einer konventionellen Klausur
Abbildung 21: Ablauf einer computergestützten Klausur.
Abbildung 22: Einflussbereiche eines Klausursystems zur Darstellung von Inhalten
Abbildung 23: Ausdehnungskurve einer konventionellen Klausur.
Abbildung 24: Ausdehnungskurve einer computergestützten Klausur
Abbildung 25: Einflußbereich eines Klausursystems zur Erweiterbarkeit.
Abbildung 26: Flexible Strukturen.
Abbildung 27: Einflußbereich eines Klausursystems zur Live-Datenverarbeitung
Abbildung 28: Das Medium als Information- und Ergebnisträger
Abbildung 29: Gegenüberstellung flächendeckendes contra punktuelles
Kompetenzpr üfen
Abbildung 30: Gegenüberstellung True-/False-Aufgabe contra
handlungsorientierte Aufgabe.
Abbildung 31: Punktuelles Prüfen in computergestützten Klausuren.
Abbildung 32: Wiederholung von Prozessen.
Abbildung 33: Wiederholungsprozess in konventionellen Klausuren
Abbildung 34: Wiederholungsprozess in computergestützten Klausuren
D Gleichungsverzeichnis 9
Abbildung 35: Komponenten eines E-Klausursystems. 137
Abbildung 36: Leitsatz zur Sicherheit eines Systems. 160
Abbildung 37: Verteilung der Webserver auf alle Domains 168
Abbildung 38: ER-Modell des Klausursystem-Prototypen. 179
Abbildung 39: MVC-Architektur des Prototypen 191
Abbildung 40: Design des Prototyps 192
Abbildung 41: Flussdiagramm von "GuiController.jsp" 212
Abbildung 42: Der Aufruf der nächsten Aufgaben-Seite. 212
D Gleichungsverzeichnis
Gleichung 1: Finanzieller Vergleich zwischen konventionellen und
computergest ützten Klausuren. 96
Gleichung 2: Abhängigkeit des Prüfungsniveaus 115
Gleichung 3: Präzision in computergestützten Klausuren 124
E Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Zusammensetzung der Itembank 64
Tabelle 2: Akzeptanz von adaptiven Prüfungen 70
Tabelle 3: Generationen computergestützter Tests 76
Tabelle 4: Übersicht These 1/Darstellung von Inhalten. 89
Tabelle 5: Übersicht These 2/Erweiterbarkeit. 93
Tabelle 6: Übersicht These 3/Finanzierung. 96
Tabelle 7: Übersicht These 4:Flexibilität. 100
Tabelle 8: Übersicht These 5:Individualität. 102
Tabelle 9: Übersicht These 6:Datenrepertoire. 105
Tabelle 10: Übersicht These 7: Live-Datenverarbeitung 111
Tabelle 11: Übersicht These 8/Kombination von Anwendungen und Medien 115
Tabelle 12: Übersicht These 9/Kommunikation. 117
Tabelle 13: Übersicht These 10/Objektivität. 119
Tabelle 14: Übersicht These 11/Präzision. 124
Tabelle 15: Übersicht These 12/Sicherheit 126
E Tabellenverzeichnis 10
Tabelle 16: Übersicht These 13/Transparenz 128
Tabelle 17: Übersicht These 14/Verschiedene Lokationen 130
Tabelle 18: Übersicht These 15/Wiederholung von Aktionen. 134
Tabelle 19: Übersicht der Möglichkeiten neuer E-Klausurkonzepte. 135
Tabelle 20: Übersicht Anforderungen an Technologien 136
Tabelle 21: Übersicht Webserver 167
Tabelle 22: fachbereiche 182
Tabelle 23: video ressourcen 182
Tabelle 24: klausur 182
Tabelle 25: items 183
Tabelle 26: klausur aufgabe 184
Tabelle 27: aufgaben struktur. 184
Tabelle 28: hilfe 185
Tabelle 29: benutzer. 185
Tabelle 30: loesungen 185
Tabelle 31: navigation 186
Tabelle 32: user log 186
Tabelle 33: Übersicht von den dargelegten Thesen des Prototyps. 193
Tabelle 34: Übersicht zusätzliche Beispiele für die Darstellung von Inhalten 194
Tabelle 35: Kurse des IT-Kompaktkurs 197
Tabelle 36: Inhalt der CD 210
F Abkürzungsverzeichnis 11
F Abkürzungsverzeichnis
2D zweidimensional LIFO Last In First Out 3D dreidimensional LoC Lines of Code AICC Aviation Industry CBT Committee MS Microsoft ASCII American Standard Code for MVC Model View Controller
Information Interchange
ASF
Advanced Streaming Format
BAS
Borland Application Server
OUHK
Open University Hongkong
CPU
Control Processor Unit
PKW
PersonenKraftWagen
DB
Datenbank
PWS
Personal Web-Server
DBMS
Data Base Management System
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EJB
Enterprise Java Beans
ER
Entity Relation
ERP
Enterprise Ressource Planning
FAQ
Frequently Asked Question
FH
Fachhochschule
FIFO
First In First Out
SEM
Standard Error of the Mean
FTP
File Transfer Protocol
GUI
Graphical User Interface
HTML Hyper Text Markup Language HTTP HyperText Transfer Protocol HTTP HyperText Transfer Protocol Se-curity
ID
Identifikation
IHK
Industrie- und Handelskammer
IIS
Internet Information Server
IT
Information Technologie
KTT
Klassische TestTheorie
XML
eXtended Markup Language
G Vorwort 12
G Vorwort
Das Thema der Master Thesis ist aus einer Notlage entstanden. Zum einen existieren plattformunabhängige, middleware-basierte Technologien, wie das EJB-Konzept, die gegenüber konventionellen Programmiersprachen wie C oder Pascal sehr mächtig sind und für professionelle Anwendungen konzipiert und standardisiert wurden. Zum anderen kämpfen Universitäten und Firmen immer noch mit dem Aufbau von didaktisch gut konzipierten und skalierbaren E-Lernplattformen und schaffen es nicht, die Vorzüge der neuen Technologien einzusetzen. Als Student einer Universität der angewandten Wissenschaften und dem Schwerpunkt E-Business hat mich dieser Mangel dazu animiert, eine Thesis über diese Problematik zu schreiben.
Dabei danke ich dem Ideenlieferant, dem ersten betreuenden Professor dieser Thesis, Herrn Prof Dr. Uwe Schröter. Er unterstützte mich in vieler Hinsicht, menschlich („Herr Strobel, das schaffen Sie schon!“), fachlich (alle drei Wochen Thesis-Treffen), aber auch durch feinfühlige Kritik und trug entscheidend zum Erfolg bei. Ebenfalls möchte ich meinem zweitbetreuenden Professor Herrn Prof. Dr. Karim Khakzar für die unbürokratische 1.5-monatige Verlängerung des Abgabetermins wegen Startverzögerungen und der Teilnahme an einem AdA-Kurs danken.
Herzlichen Dank an meine Schwester Anja, die mir als professionelle Steno-Sekretärin eine großartige Hilfe bei der Korrektur war. Sie analysierte die Syntax, Semantik, Grammatik und verbesserte Satzbau- und Ausdrucksfehler. Sie scheute sich nicht vor Überstunden und vernachlässigts Freizeitaktivitäten. Starke Unterstützung bekam ich von meinem Schwager Stefan, einem computerbesessenen Betriebswirtschaftsstudenten, der semantische Mängel und inhaltliche Unstimmigkeiten kontrollierte und eindrucksvoll („in grüner Schrift“) darstellte. Vielen Dank.
Ebenfalls möchte ich mich für das qualitativ hochwertige Videomaterial (es brauchte nicht einmal nachvertont zu werden) bei der betreuenden Person Frau, Claudia Sci-borski und den Studierenden Michael Zechmeister, Maren Kretschmar, Mechthild Brei- tung (alle 1. Semester) des Fachbereichs Pflege & Gesundheit bedanken.
G Vorwort 13
Herzlichen Dank an alle, die mich während der Entwicklung der Thesis motiviert haben und für Inspiration gesorgt haben.
Kapitel 1 Prolog 14
Kapitel 1 Prolog
1.1 Überblick
Computer sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, ganz gleich, ob man ihren Einsatz wegen Arbeitserleichterung begrüßt oder wegen Rationalisierung von Arbeitsabläufen ablehnt. Die Zahl der Berufe, in denen kein Kontakt mit dem PC besteht, nimmt stetig ab. Wer schreibt oder zeichnet ohne PC, fertigt etwas, ohne dass ihm eine computergesteuerte Maschine dabei unterstützt oder wer kommuniziert ohne PC via E-Mail oder Internet?
Die Bedienung des Computers ist in den meisten Berufsausbildungen ein wesentlicher Bestandteil geworden. Verblüffend dabei ist, dass es nach wie vor kaum eine Klausur gibt, in der direkt am Computer gearbeitet wird. Laut ([BPB1999]/ Seite 5-14) hat das ökonomische Gründe. „Denn wer soll in einer großen Stadt wie Berlin oder Hamburg den vielleicht 500 angehenden Industriekaufleuten gleichzeitig in einem großen Saal 500 PCs zur Verfügung stellen?“ (Zitat [BPB1999]/ S. 5, Zeile 16-18). Dabei lassen sich mit Hilfe von PCs Prüfungen durchführen, die in ihrer Art konventionelle Methoden verbessern oder sogar grundlegend ersetzen. Sogenannte elektronische Klausuren vereinfachen nicht nur den Verwaltungsaufwand, sondern sorgen für neue, flexible, anpassbare, effektive und einfache Prüfungsumgebungen für Prüfer und Klausurteilnehmer.
In Frage kommende Übertragungsmedien sind z.B. CDROM, Diskette oder HTTP 1 -Verbindungen (Internet). Technologien wie z.B. Audio, Video, Animationen, Chat, Whiteboard u.a. können zum besseren Verständnis problemlos integriert werden. Alle Medien, die auf Digitaltechnik basieren, fallen unter den Oberbegriff „elektronische Medien“ und liefern die Inhalte für E-Klausuren.
Tele-Learning bzw. Tele-Teaching ist hierbei ein Ausdruck, der immer wieder im Mittelpunkt steht. Unter Tele-Teaching versteht man schlicht die Fernlehre mittels moderner
1 HTTP -> HyperText Transfer Protocol
Kapitel 1 Prolog 15
Informations- und Telekommunikationstechnologien. Die Integration von Video spielt dabei eine große Rolle. Tele-Learning-Systeme besitzen die Fähigkeit, Übertragungen von Vorlesungen im Videokonferenzmodus zwischen verschiedenen Orten zu bewerkstelligen und werden zum Lernen mit Fallstudien in Lehrveranstaltungen bevorzugt genutzt (Zitat [BRSVU2001] Seite 79/Zeile 14).
Die Implementierung von E-Klausuren stellt nicht nur gegenüber Sicherheit, Funktionalität, Validität oder Performanz eine große Herausforderung dar, sondern auch für die Bereiche Adaption und Erweiterbarkeit. Plattformunabhängige, standardisierte Middleware-Komponenten sorgen für Abhilfe.
Middleware ist Software, die Informationen mehrerer Softwaretypen konvertiert. Sie kann ein breites Softwarespektrum abdecken und befindet sich in der Regel zwischen einer Anwendung und einem Betriebssystem, einem Netzwerkbetriebssystem oder einem Datenbank-Managementsystem. Beispiele für Middleware sind CORBA (Common Object Request Broker Architecture), EJB (Enterprise Java Beans) oder ODBC (Open Database Connectivity). Middleware bezeichnet außerdem Software, die eine Schnittstelle für die Anwendungsprogrammierung (API = Application Programming Interface) enthält. [L4H0901]
1.2 Zieldefinition der Arbeit
Diese Thesis(Implementierungskriterien für elektronische Klausurkonzepte“) erläutert die Möglichkeiten, die sich aus der Entwicklung, Durchführung und Auswertung von elektronischen Klausuren ergeben. Im Vergleich zu konventionellen Verfahren, wie z.B. mündliche oder schriftliche Prüfungen, werden neue Aspekte herausgefiltert. Es entstehen neue Klausurkonzepte, die anhand eines Prototyps präsentiert werden sollen. Die folgenden Abgrenzungen beschreiben den Handlungsbereich dieser Thesis. Die unterschiedlichen Punkte grenzen das Thema ab und helfen dem Leser, die anschließenden Kapitel besser zu verstehen: Aufgaben-/Klausurkonzepte
Für die Erarbeitung von Klausurkonzepten soll berücksichtigt werden, dass verbreitete, aber textuelle Aufgabenkonzepte, wie z.B. „Multiple Choice“ oder „Lückentext“, als Lösung nicht in Betracht kommen. Mehr Bedeutung besitzen Konzepte, die visuelle oder multimediale Implementierungen integrieren und neue Aspekte wie „elektronisch“ mehr in den Vordergrund stellen. Hierbei soll das Ziel nicht sein, gewöhnliche Aufgabenkon-
Kapitel 1 Prolog 16
zepte auf dem neuen Medium Internet 1:1 zu übertragen, sondern neu hinzugekommene Klausurmodelle zu diskutieren.
Technologieeinsatz
Zur Umsetzung sollen aktuelle Free-Economy-Komponenten herangezogen werden, die u.a. über das Internet heruntergeladen werden können und für Entwicklungen uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Wie das Thema dieser Arbeit bereits verrät, spielen plattformunabhängige Middleware-Technologien eine entscheidende Rolle. Zur Steigerung von Skalier- und Wartbarkeit einer ganzumfassenden Softwarelösung, sind stark ausgeprägte Datenstrukturen und übersichtliche Architekturen wünschenswert.
Sicherheitsdomain
Der Aspekt der Sicherheit ist gerade beim Einsatz von elektronischen Klausuren ein unumgänglicher Gesichtspunkt. Eine vollständige Betrachtung ist im Rahmen dieser Master Thesis unmöglich. Da der Fokus der Arbeit auf der Durchführung von Examen liegt und nicht auf den damit verbundenen Sicherheitsrisiken, sollen Risiken differenziert angesprochen werden.
Folgende Einschränkung ist dazu notwendig: Obwohl E-Klausuren bzw. E-Examen, über das Medium Internet genutzt werden, werden sie nicht von allen denkbaren Orten der Welt aus durchgeführt, sondern finden weiterhin in Umgebungen statt, die kontrollierbar sind. Das bedeutet, der Klausurveranstaltungsort ist weiterhin ein öffentlich zugänglicher Raum, wobei die Durchführung der E-Klausur durch einen oder mehrere Betreuer beaufsichtigt werden muss.
Notwendige Identifikationsmaßnahmen, z.B. Personalausweiskontrollen, sind dabei weiterhin unabdingbar. Die Arbeitsstation, an dem die Prüfung bearbeitet wird, verfügt über notwendige Sicherheitsmaßnahmen. Die Thesis behandelt nur Sicherheitsaspekte, die in Verbindung mit „E-Klausurkonzepten“ oder „Middleware“ stehen, Netzwerk-oder Plattformlösungen sind nicht Bestandteil der Thesis. Der Einsatz von Software
Zur einzusetzenden Software ist zu sagen, dass es Standardlösungen am Markt gibt, die mehr oder weniger elektronische Klausurkomponenten integriert haben. Diese Lösungen können als Ausgangspunkt genutzt werden, kommen aber für die Entwicklung der Prototypen nicht in Frage, weil sie die einzelnen Konzepte nicht punktuell auflösen können. Das Ziel soll eine Eigen-Softwarelösung sein, die Kriterien wie Flexibilität, Struktur, Performanz und Funktionsumfang vereint.
Prototyp-Entwicklung
Ein Prototyp wird zeigen, dass die ausgearbeiteten Konzepte in die Praxis umsetzbar sind. Dabei ist darauf zu achten, dass besonders problematische Bereiche prototypisch abgebildet werden. Entwicklungstests können nur auf einem Standalone-System simu-
Kapitel 1 Prolog 17
liert werden. Deshalb besteht keine Garantie auf vollständige Funktionalität in netzwerkbasierten Umgebungen.
Standards
Standards spielen eine entscheidende Rolle, wenn es um die Entwicklung von Systemen geht, die Eigenschaften wie Adaption, Integrität, Skalierbarkeit oder Kompatibilität besitzen. Für die Implementierung von E-Klausurkonzepten werden diese Attribute gefordert.
Ausführungen dazu könnten eine eigene Diplomarbeit problemlos füllen, wie bereits von Herrn Marc Neumann („Standards für Telelearning- Systeme) geschehen [STLS0202]. Aus diesen Gründen werden Standards wie IEEE/LTSC (Instructional Management System - IMS ), IMS (Instructional Management System), ADL (Advanced Distributed Learning) oder AICC (Aviation Industry CBT Committee) nicht weiter erläutert [LNMB1001].
1.3 Verzeichnis wichtiger Fachbegriffe
Bei der Darstellung der einzelnen Prüfungsmethoden und Aufgabenarten werden einige Fachbegriffe verwendet. Dies ist notwendig, um die Ausführungen knapp und präzise zu halten. Da nicht vorausgesetzt werden kann, dass diese Begriffe jedem Leser geläufig sind, werden sie nachfolgend erklärt: Handlungskompetenz
Handlungskompetenz bezieht sich auf die Befähigung, Handlungen selbständig sowie zeit- und ergebnisgünstig planen, durchführen und kontrollieren zu können. Wichtige Komponenten der beruflichen Handlungskompetenz sind: Fachkompetenz
Methodenkompetenz
Sozialkompetenz
Beurteilungsfehler/ Beurteilungstendenzen:
Beurteilungsfehler sind Fehler, die bei der Auswertung und Beurteilung von Prüfungsleistungen auftreten und wesentlich durch Leistungsgrenzen (etwa Ermüdung, Aufmerksamkeitsschwankungen) oder persönliche Eigenschaften (etwa Werte, Erwartun- gen) des Prüfers bedingt sind. Beurteilungsfehler führen in der Regel zu verzerrten
Kapitel 1 Prolog 18
Prüfungsresultaten. Häufig auftretende Beurteilungsfehler bzw. Beurteilungstendenzen sind: Hof-Effekt(halo effect)
Der Prüfer schließt aus dem Vorhandensein einer Eigenschaft oder Fähigkeit auf das gleichzeitige Vorhandensein anderer Eigenschaften oder Fähigkeiten, ohne diese jedoch explizit festzustellen.
Positionseffekt
Der erste (letzte) Eindruck bzw. die erste (letzte) Information prägt das Urteil. Alle anderen Informationen werden an das gefasste Urteil angepasst.
Reihenfolgeeffekt
Dieser Effekt tritt besonders oft bei mündlichen Prüfungen auf. Die Leistung eines Prüfungskandidaten wird dabei nicht an den festgelegten Anforderungen, sondern an der Leistung des vorangegangenen Prüflings gemessen.
Milde-Effekt
Erwünschte Eigenschaften, Fähigkeiten oder richtige Antworten werden hoch gewichtet, unerwünschte Eigenschaften, Fehler oder Lücken hingegen vernachlässigt. Der umgekehrte Fall ist beim Strenge-Effekt gegeben.
Zentrale Tendenz
Die Bewertungen konzentrieren sich auf den mittleren Bereich (etwa um die Note 3), die extremen Bereiche (etwa die Noten 1 und 6) werden vermieden.
Kontrastfehler
Er liegt vor, wenn der Prüfer Fähigkeiten, Eigenschaften etc. des Prüflings, die er selber nicht hat, besonders positiv (selten negativ), über die er auch selber verfügt.
Andere
Darüber hinaus können Vorinformationen über den Prüfungsteilnehmer zu bestimmten Erwartungen bei den Prüfern führen und die Leistungsbeurteilung lenken („self-fullfilling prophecy“).
Die Häufigkeit und die Intensität von Beurteilungsfehlern können durch Prüferschulungen sowie verbindliche Beurteilungskriterien vermindert werden. Fachkompetenz
Fachkompetenz bezieht sich auf konkretes fachliches Können, auf berufsspezifische Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen. Fachkompetenz stellt eine Komponente der „beruflichen Handlungskompetenz“ dar.
Kapitel 1 Prolog 19
Gütekriterien
Gütekriterien sind Qualitätsstandards. Sie dienen dazu, die Qualität von Prüfungen zu sichern und Irrtümer bei der Ermittlung von Sachverhalten möglichst zu vermeiden. Die wichtigsten (testdiagnostischen) Gütekriterien sind: Objektivität
Reliabilität
Validität
Methodenkompetenz
Methodenkompetenz kennzeichnet die berufsübergreifende Befähigung, Aufgaben und Aufträge theoretisch durchdenken und die einzelnen Schritte zur Gesamtlösung planen und durchführen zu können. Sie umfasst damit u.a. analytisches und systematisches Denken, Problemlöse-, Planungs-, Entscheidungs- und Lernfähigkeit sowie Flexibilität, wodurch methodische Vorgehensweisen von einem Bereich auf andere übertragen und an diese angepasst werden können. Methodenkompetenz gilt als eine Komponente der „beruflichen Handlungskompetenz“. Objektivität
Unter der Objektivität einer Klausur versteht man den Grad, zu dem die Ergebnisse der Prüfung unabhängig vom Prüfer sind. Es lassen sich drei Aspekte der Objektivität unterscheiden: Durchführungsobjektivität
Die Klausur wird dann objektiv durchgeführt, wenn sie für alle Klausurteilnehmer unter einheitlichen Bedingungen erfolgt. Dies betrifft u.a. die Prüfungsdauer, die zugelassenen Hilfsmittel, Rückfragemöglichkeiten sowie die Interaktion zwischen Prüfer und Prüfungsteilnehmer.
Völlige Durchführungsobjektivität ist kaum zu gewährleisten, solange Prüfungen von Menschen und nicht von Maschinen durchgeführt werden, da sich das menschliche Verhalten nicht standardisieren lässt.
Auswertungsobjektivität
Die Auswertung einer Klausur ist dann objektiv, wenn unterschiedliche auswer-
Kapitel 1 Prolog 20
tende Personen dieselben Prüfungsarbeiten auswerten und zu gleichen Ergebnissen kommen (z.B. gleiche Punktzahlen vergeben).
Interpretationsobjektivität
Interpretationsobjektivität liegt dann vor, wenn verschiedene Personen aus den gleichen Klausurergebnissen die gleichen Schlüsse ziehen.
Reliabilität
Unter der Reliabilität oder Zuverlässigkeit einer Prüfung versteht man das Ausmaß der Genauigkeit, mit der die Prüfung das misst oder erfasst, was sie auch wirklich misst oder erfasst. Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Gemessene auch das ist, was zu messen beabsichtigt ist (dies ist eine Frage der „Validität“).
Die Reliabilität bezieht sich damit allein auf die Präzision der Messung, nicht auf ihren Inhalt. Man kann damit auch sagen, dass die Reliabilität den Grad bezeichnet, zu dem das Test- oder Prüfungsergebnis frei von Messfehlern ist. Es ist wichtig, diesen Grad zu bestimmen, denn je weniger reliabel eine Prüfung ist, desto weniger kann das Prüfungsergebnis, das ein Klausurteilnehmer erzielt hat, generalisiert werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Reliabilität einer Klausur zu bestimmen. Eine der Wichtigsten ist die sogenannte Retest-Reliabilität. Hier wird der Nachweis der Zuverlässigkeit darüber erbracht, dass man dieselbe Prüfung von denselben Personen zu zwei verschiedenen Zeitpunkten bearbeiten lässt und die Ergebnisse miteinander vergleicht. Eine Prüfung ist dann zuverlässig, wenn sie bei wiederholter Durchführung bei denselben Prüflingen zu übereinstimmenden Ergebnissen führt. Beispiel: Ein Prüfling erreicht bei der Klausur im Fach Rechnungswesen 83 Punkte. Ein Jahr später lässt man ihn genau die gleichen Aufgaben noch einmal bearbeiten. Erreicht er dann wiederum 83 Punkte, ist die Prüfung bzw. die Messung völlig reliabel. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten, die Reliabilität zu ermitteln (Split-Half-Reliabilität, Interne Konsistenz), auf die aber hier nicht eingegangen werden soll. Eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung der Reliabilität ist die „Objektivität“. Sozialkompetenz
Sozialkompetenz meint die berufsübergreifende Fähigkeit, mit unterschiedlichen „Typen“ von Menschen zielgerichtet zusammenarbeiten zu können. Sie wird als Kompo- nente der „beruflichen Handlungskompetenz“ angesehen.
Kapitel 1 Prolog 21
Validität
Die Validität oder Gültigkeit einer Prüfung bezieht sich darauf, ob eine Prüfung tatsächlich das Merkmal erfasst, das erfasst werden soll. Das Ausmaß der Validität ist von der „Objektivität“ und der „Reliabilität“ abhängig, die beide notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzungen der Validität sind. Es können verschiedene Aspekte der Validität unterschieden werden: Inhaltliche Validität
Sie liegt vor, wenn die in der Prüfung verwendeten Fragen und Aufgaben eine repräsentative Teilmenge der zu erfassenden Inhalte sind. Im pädagogischen Bereich wird häufig der Begriff der curricularen Validität gebraucht. Da inhaltliche und curriculare Validität in Bezug auf Prüfungen in der Regel den gleichen Sachverhalt betreffen, wird hier nur der Begriff der inhaltlichen Validität verwendet.
Beispiel: Der Klausurteilnehmer muss im Prüfungsfach Rechnungswesen Aufgaben bearbeiten, die die Inhalte aus diesem Aufgabengebiet und nicht aus anderen Bereichen betreffen. Inhaltlich valide für das Fach Rechnungswesen wären etwa Aufgaben, bei denen Buchungen vorgenommen und Verkaufspreise kalkuliert werden müssen, nicht aber solche, bei denen etwa Geschäftsbriefe nach Diktat zu schreiben sind.
Kriterienbezogene Validität
Die kriterienbezogene Validität bezieht sich auf den Grad des (statistischen) Zusammenhanges zwischen der in der Prüfung erbrachten Leistung und einem unabhängig davon erhobenen Außenkriterium. Die kriterienbezogene Validität kann in zwei Arten vorliegen:
1. Von Übereinstimmungsvalidität spricht man, wenn das Prüfungsergebnis und das Außenkriterium (z.B. Berufsschulnoten) etwa zur gleichen Zeit erhoben werden.
Beispiel: Der Klausurteilnehmer hat in der Berufsschule gute Noten im Fach Rechnungswesen erreicht und besteht auch die Prüfung in diesem Fach mit einer guten Note.
2. Bei der Vorhersagevalidität wird das Außenkriterium erst einige Zeit später als das Prüfungsergebnis erhoben. In diesem Fall wird also ermittelt, wie präzise sich ein in der Zukunft liegendes Kriterium (z.B. Berufserfolg) mit dem Klausurergebnis vorhersagen lässt.
Kapitel 1 Prolog 22
Beispiel: Der Klausurteilnehmer hat die Klausur im Fach Rechnungswesen mit einer guten Note absolviert und zeigt an seinem späteren Arbeitsplatz gute Leistungen in diesem Arbeitsgebiet.
3. Konstruktvalidität
Die Konstruktvalidität bezieht sich auf die Übereinstimmung zwischen der in der Prüfung erfassten Eigenschaft und dem theoretischen Konzept dieser Eigenschaft.
Beispiel : Die theoretische Konzeption der Kommunikationsfähigkeit umfasst u.a. die Merkmale angemessene Wortwahl, flüssiges Sprachtempo und unterstützende Betonung. In einer mündlichen Prüfung werden diese Merkmale erfasst und bewertet.
[BPA1999]/Seite 9 ff.
1.4 Vorgehensweise
Nachdem nun die Zielsetzung und die Bereichsgrenzen der Master Thesis geklärt wurden, sollen die verschiedenen Kapitel kurz vorgestellt werden. Der Leser wird langsam an die Thematik herangeführt und lernt die Vorgehensweise des Autors besser kennen.
Der Kernbereich der Master Thesis unterteilt sich in Kapitel 4 („E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld“), Kapitel 5 („Die neuen Möglichkeiten elektronischer Klausurkonzepte“), Kapitel 6 („Implementierungskriterien für E-Klausurkonzepte“) und Kapitel 7 („Der Klausursystem-Prototyp“).
Das Kapitel 4 „E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld“ demonstriert, welche Prüfmethoden aus der konventionellen in die computergestützte Umgebung übertragen wurden. Festgelegte Kriterien dienen zur Analyse dieser Konzepte und sorgen für eine Bewertungsgrundlage. Diese ausgearbeiteten Punkte helfen im anschließenden Kapitel 5, neue Merkmale für neue elektronische Klausurkonzepte zu finden.
Im Kapitel 5 „Die Möglichkeiten neuer elektronischer Klausurkonzepte“ werden neue Merkmale für E-Klausuren beschrieben. Im Vergleich zu den Konzepten aus dem konventionellen Umfeld werden die neuen Möglichkeiten von elektronischen Verfahren diskutiert und im Anschluss den technischen Anforderungen gegenübergestellt. Jede Anforderung entspricht einem Implementierungskriterium. Technologiemerkmale be- schreiben diese Kriterien für eine praxisrelevante Umsetzung.
Kapitel 1 Prolog 23
Das Kapitel 6 „Implementierungskriterien für E-Klausurkonzepte“ zeigt das Klausursystem aus technischer Sicht. Anhand den Anforderungen, die durch das Kapitel 5 festgelegt wurden, werden nun die Implementierungskriterien, aber auch die Implementierungsmöglichkeiten anhand aktueller Technologien und Produkte diskutiert. Kapitel 7 „Der Klausursystem-Prototyp“ beschreibt den Prototyp und nimmt Bezug auf die Thesen aus Kapitel 5.
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 24
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen
Umfeld
Prüfungen oder Klausuren finden in den unterschiedlichsten Bereichen unseres Lebens statt. Es gibt keine Prüfungsmethode, die für alle Zielsetzungen gleichermaßen geeignet ist. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile sowie ihre bevorzugten Anwendungsbereiche. Konventionelle Prüfungsverfahren, die hauptsächlich über das Medium Papier ausgetragen wurden, wurden bereits für verschiedene Anwendungsfelder entwickelt, z.B. mündliches Gespräch, Klausur, Referat usw. Aus dem konventionellen Umfeld heraus entstanden Klausurkonzepte bzw. Prüfungsmethoden. Bei der Schaffung von neuen Anwendungsfeldern für den Computer wurden konventionelle Klausurkonzepte als erster Schritt 1:1 in die digitale Welt übertragen und umgesetzt. Dieser Abschnitt soll dazu beitragen, Entscheidungen über Prüfungsmethoden auf einer fundierten Grundlage zu treffen und die für die jeweilige Zielsetzung am besten geeignete Methode auswählen zu können. Dabei können nicht alle denkbaren Abwandlungen einzelner Prüfungsmethoden und Aufgabenarten dargestellt werden. Um den Bereich der E-Klausurkonzepte übersichtlich zu gestalten, beschränkt sich dieser Abschnitt auf die grundlegenden Varianten, die den besonderen Erfordernissen des konkreten Anwendungsfalles angepasst werden können.
Schaut man sich im Internet ein wenig um, so entdeckt man in Übungs- und Testsektionen von E-Learningumgebungen eine Fülle von verschiedenartigen E-Klausurkonzepten. Einer der meistzitierten Klassifikationsversuche für Medien ist das „conversational framework“ von Laurillard (1993) ([LFPEVLE0901]), eine an der Form der Kommunikation zwischen Dozenten und Studierenden orientierte Typologie von kommunikativen Interaktionen im virtuellen Medium.
Laurillard teilt pädagogische Medien in die vier Kategorien diskursive Medien, adaptive Medien, interaktive Medien und reflektive Medien. Die Bezeichnung „Medien“ ist bei Laurillard fahrlässig. Sie nimmt Bezug auf die nunmehr fast 30 Jahre alte sog. „Kon-versationstheorie“ von Gordon Pask (1976) bzw. auf die Typen von kommunikativen Handlungen ([BVC2001]/ S. 23).
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 25
Die unterschiedlichen Kategorien werden in den nächsten Abschnitten durch die „E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld“ beschrieben. In jedem Abschnitt wird das Konzept beschrieben und durch Praxisbeispiele verdeutlicht. Die Kriterien „Entwicklung“, „Durchführung“, „Auswertung“, „Sicherheit“, „Technische Umsetzung“, „Akzeptanz“ wurden ausgewählt, um dem Leser zu helfen, die wesentlichen Kernfragen des entsprechenden E-Klausurkonzepts zu begreifen und Vorzüge wie Mängel kritisch bewerten zu können.
Die nachfolgenden Punkte erklären, welche Kernfragen sich hinter jedem Kriterium verbirgt und was der Inhalt und die Absicht ist:
Entwicklung: Mit Entwicklung ist der Prozess zu verstehen, die E-Klausur zusammenzustellen. In den meisten Fällen entwickelt der Dozent die Klausur. Das Konzept dazu wählt er nur in wenigen Fällen selbst. Seine Aufgabe besteht darin aus dem Bauplan einer Klausur (bzw. aus dem Konzept) die jeweiligen Teile zu generieren und zusammenzustellen. Dieser Prozess soll möglichst einfach ausfallen. Im optimalen Fall, wählt der Dozent nur noch die Klasse, das Fach und den Prüfungstermin und ein Computersystem generiert aus diesen wenigen Parameter eine „perfekte“ Klausur, digital. Beim Entwicklungsprozess sind Autorentools wünschenswert. Bedienbarkeit, Einfachheit und Komfort steht also bei der „Entwicklung“ von E-Klausuren ganz oben und liefern die Grundlage dieses Kriteriums. Eine andere Leitfrage, die in diesem Punkt erläutert werden soll, ist : „Welche Handlungskompetenzen (Fach-, Methoden-, Sozialkompetenz -> siehe Abschnitt „Verzeichnis wichtiger Fachbegriffe“) lassen sich durch welches Verfahren besonders geeignet prüfen ?“
Durchführung: Die Bearbeitung einer Klausur beginnt mit dem Freigeben der Klausur und endet mit der Abgabe der Klausur durch den Prüfungsteilnehmer. Während der Bearbeitungszeit ist der Klausurteilnehmer den Aufgabenstellungen mehr oder weniger „alleine“ konfrontiert. Es wird von ihm verlangt, dass er selbständig die Klausur mit bestem Wissen und Gewissen bearbeitet und wird dafür mit der „maximalen Benotung“ belohnt.
Für eine „maximale Benotung“ ist es unabdingbar, dass die Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität (siehe Abschnitt „Verzeichnis wichtiger Fachbegriffe“) eingehalten werden. Das Kriterium beantwortet die Frage, inwieweit die Gütekriterien für den jeweiligen E-Klausurtyp bewerkstelligt werden können.
Auswertung: Nachdem eine E-Klausur durchgeführt wurde, muss ein Ergebnis festgestellt werden. Unterschiedliche Klausurtypen besitzen auch unterschiedlich schwer auswertbare Lösungen. Wie hoch ist dabei der Informationsgehalt eines Klausurtyps zu
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 26
den Fähigkeiten des Prüfungsteilnehmers? Wie stark sind Beurteilungsfehler (Hof-, Positions-, Reihenfolge, Milde-Effekt usw. (siehe Abschnitt „Verzeichnis wichtiger Fachbegriffe“) bei der Auswertung vertreten?
Sicherheit: Es gibt eine Vielzahl von Sicherheitsaspekten zu betrachten, wenn es um den Gesamtumfang von E-Klausuren geht. Für die Unterscheidung der jeweiligen Klausurtypen jedoch wird erläutert, ob Aufgabenlösungen/-stellungen für den Prüfling bzw. zwischen Prüflingen leicht zugänglich bzw. austauschbar sind. Technische Umsetzung: Konventionelle Klausuren, die über mündlichen oder schriftlichen Verkehr durchgeführt werden, sind meistens einfach konzeptioniert und lassen sich mit ein wenig Fleißarbeit problemlos veranstalten. E-Klausuren hingegen stellen sicherlich mehr Anwendungsfelder zur Verfügung, fordern aber auch entsprechendes Equipment, wie Soft- und Hardware sowie Know-How für den Umgang mit den Computer-Systemen. Unter dem hier aufgeführten Kriterium „Technische Umsetzung“ soll die Frage beantwortet werden, wie schwierig bzw. wie aufwendig sich das jeweilige Klausurkonzept in die Praxis übertragen lässt.
Akzeptanz: Es lässt sich schwer eine Aussage über psychologische Größen treffen, wenn keine empirische Befragung vorliegt. Trotzdem werden hierzu Tendenzen und Vermutungen geäußert, mit welcher Akzeptanz man mit den entsprechenden Klausurtyp rechnen kann.
2.1 Diskursive Medien
Definition: Studierende und Dozenten tauschen Meinungen aus. Themen und Ziele sind verhandelbar. Der Dozent reflektiert die Äußerungen und Produkte der Studierenden und kommentiert sie. [BVC2001]
E-Klausuren, die über diskursiven Weg durchgeführt wurden, sind freie Konzeptformen. Vergleicht man sie mit herkömmlichen Prüfungen, so entsprechen sie mündlichen Prüfungsverfahren oder schriftlichen Hausarbeiten/Dokumentation. Zwei Formen der Kommunikation lassen sich hierbei unterscheiden, synchrone und asynchrone, die in den nachfolgenden zwei Abschnitten erläutert werden:
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 27
2.1.1 Synchrone Kommunikation
Beim synchronen Ansatz steht der Klausurteilnehmer und der Prüfer netzwerktechnisch stetig und elektronisch in Kontakt. Sie tauschen sich gegenseitig Informationen aus. Der Prüfling erhält Anweisungen bzw. Fragestellungen online und wird vom Prüfer individuell geführt und bewertet. Prüfungen, die über synchrone Kommunikationsmedien durchgeführt werden, sind im Präsenzfall als mündliche Prüfung bekannt. Margit Ebbinghaus und Jens Schmidt [BPA1999] unterteilen mündliche Prüfungen in: Standardisierte mündliche Prüfung
Hier handelt es sich um eine Frage-Antwort-Kette, bei der Wortlaut und Reihenfolge der Fragen und Antwortmöglichkeiten ebenso festgelegt sind, wie die Auswertungska-tegorien. Sie wird für das Abprüfen von Fachkompetenzen verwendet.
[BPA1999]/ Seite 16 ff.
Halbstandardisierte mündliche Befragung
Es liegt ein fester Fragenkatalog zugrunde. In Anpassung an den Verlauf des Prüfungsgespräches kann der Prüfer die Abfolge der Fragen variieren, den Wortlaut verändern, ergänzende Fragen stellen. Insgesamt sollte aber der gesamte Fragenkatalog im Laufe der Prüfung „abgearbeitet“ werden. Die Antworten auf die Fragen sind vom Prüfungsteilnehmer frei zu formulieren.
[BPA1999]/ Seite 21 ff.
Unstrukturierte mündliche Befragung
Sie entspricht einem freien, aber zielgerichteten Gespräch. Ihm liegt ein grober Gesprächsleitfaden zugrunde, in dem einige Themengebiete festgehalten sind, die zum Gesprächsgegenstand gemacht werden können. Ja nach Gesprächsverlauf können einzelne der Themenbereiche vertieft oder auch gar nicht angesprochen sowie neue hinzugenommen werden.
[BPA1999]/ Seite 25 ff.
Mündliche Gruppenprüfung
Die mündliche Gruppenprüfung ist eine Prüfung, bei der gleichzeitig mehrere Prüflinge geprüft werden. Die Gruppengröße liegt in der Regel zwischen zwei und maximal fünf Prüfungskandidaten. Gruppenprüfungen werden zumeist in der Form der halb- oder unstrukturierten mündlichen Befragung durchgeführt.
[BPA1999]/ Seite 34 ff.
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 28 Fach-/Prüfungsgespräch
Das Fach- oder Prüfungsgespräch geht von einer fachlichen Problemstellung aus. Es knüpft ggf. an eine vorangegangene Präsentation („siehe Präsentation“) an. Im Unterschied zur unstrukturierten mündlichen Befragung liegt dem Gespräch in der Regel kein Gesprächsleitfaden zugrunde, sondern lediglich das fachliche Problem, über das in einer Weise diskutiert werden soll, dass der Klausurteilnehmer die Initiative übernehmen kann.
[BPA1999]
Gruppendiskussion
Bei der Gruppendiskussion werden für die Berufsrealität typische Anforderungssituationen für Prüfungszwecke simuliert, um die Bewährung der Prüfungsteilnehmer in solchen Situationen einschätzen zu können. Im Gegensatz zur Gruppenprüfung (siehe „mündliche Gruppenprüfung“) werden die Kandidaten nicht befragt, sondern müssen ein Thema eine bestimmte Zeit lang diskutieren, wobei die Leistung von geschulten Beobachtern bewertet wird.
[BPA1999]
Präsentation
Bei der Präsentation lassen sich zwei Varianten unterscheiden. Bei der einen Form wird dem Prüfungsteilnehmer zunächst eine berufstypische Aufgabenstellung gegeben, für deren Bearbeitung ihm nur recht wenig Zeit zur Verfügung steht. Das Ergebnis ist anschließend in Form eines freien Vortrages, ggf. unter Einbeziehung von digitalen Medien, vor den Beurteilern vorzustellen, die seine Leistung nach unterschiedlichen Gesichtspunkten bewerten.
Bei der zweiten Variante besteht die Aufgabe des Prüfungsteilnehmers darin, über Planung, Durchführung und Ergebnisse eines zuvor bearbeiteten Projektes zu berichten. Die Vorbereitungszeit ist hier entsprechend länger. [BPA1999]
Rollengespräch
Beim Rollenspiel oder Rollengespräch werden einzelne berufliche Situationen von zumeist zwei Personen (Prüfer und Prüfungsteilnehmer) „nachgespielt“. Prüfer und Prüfling nehmen anhand von Informationsmaterialien festgelegte Rollen ein und versetzen sich damit gemeinsam in eine vergebene berufstypische Situation. [BPA1999]
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 29
Videokonferenzen, Chaträume, Whiteboard, Telefon usw. gehören zu den Anwendungsbereichen dieses Ansatzes. Die Abbildung oben zeigt exemplarisch eine solche elektronische Prüfungssituation. Das linke Foto demonstriert die Sicht des Prüfers, der per Videokonferenz-System mit dem Teilnehmer/ den Teilnehmern in Kontakt ist. Das Foto rechts zeigt den Ablauf in vergrößerter Sicht. Über eine spezielle Kommunikationssoftware gibt der Klausurteilnehmer/die Klausurteilnehmer die Lösungen bekannt. In diesem Fallbeispiel werden die Teilnehmer wechselseitig geprüft. Entwicklung: Bei der synchronen Prüfung werden die Aufgaben für den Prüfungsteilnehmer nicht elektronisch aus einem Aufgabenpool gewählt, sondern der Prüfer wählt sie intuitiv, ggf. in Form einer Stichpunktliste und stellt sie live an den Prüfling. Der Fragenkatalog kann in der Weise zusammengestellt werden, dass ein möglichst breites Spektrum relevanter Wissensinhalte abgedeckt wird.
Der Aufwand für die Entwicklung der Fragen, aber besonders auch der Antwortmöglichkeiten ist bei der „standardisierten mündlichen Befragung“ sehr hoch. Die Frage muss ansprechend formuliert sein, es muss eine eindeutig richtige Antwort geben, und die anderen angebotenen Antwortalternativen (Distraktoren) müssen so gestaltet sein, dass sie nicht von vornherein unsinnig erscheinen.
Damit sind für die Entwicklung der Distraktoren 2 Voruntersuchungen erforderlich, bei denen die Frage ohne Vorgabe von Antwortalternativen gestellt wird. Die aus den Falschantworten gewonnenen Distraktoren müssen in einer weiteren Voruntersuchung auf ihre Attraktivität hin untersucht werden. Es ist anzunehmen, dass der Entwick-
2 Distraktoren -> angebotene Alternativantworten
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 30
lungsaufwand für standardisierte mündliche Befragungen, die auf komplexere Wissensinhalte (und nicht auf Fachkompetenz) ausgerichtet sind, noch höher zu veranschlagen sind.
Mit Ausnahme der standardisierten mündlichen Prüfung sind „Halbstandardisierte mündliche Befragung“, „Unstrukturierte mündliche Befragung“, „Mündliche Gruppenprüfung“, „Fach-/Prüfungsgespräch“, „Gruppendiskussion“, „Präsentation“, „Rollengespräch“ (siehe oben) hinsichtlich der Entwicklung des Fragenkatalogs unkritisch zu sehen. Während die standardisierte mündliche Prüfung auf das Überprüfen von Fachkompetenzen ausgelegt ist, decken die anderen Verfahren („Halbstandardisierte mündliche Befragung“, „Unstrukturierte mündliche Befragung“, „Mündliche Gruppenprüfung“, „Fach-/Prüfungsgespräch“, „Gruppendiskussion“, „Präsentation“, „Rollengespräch“) die volle Bandbreite der Fachkompetenz ab. Es wird vom Prüfling gefordert, dass er sich präsentativ, aktiv verhält, vergleichsweise wie bei einer konventionellen mündlichen Prüfung.
Für den Entwicklungsprozess ist ein computergestütztes Autorentool nicht unbedingt notwendig, weil die Aufgabenstellungen verbal, textuell beschrieben werden. Durchführung: Bei der Durchführung einer Prüfung steht der Prüfling im unmittelbaren Kontakt zum Prüfer. Außer bei der standardisierten mündlichen Prüfung werden die Aufgaben intuitiv je nach Situation und Einschätzungsvermögen des Prüfers gestellt. Das wirkt sich sehr stark auf Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität aus, die nicht mehr gewährleistet werden können. Prüfungsteilnehmer können nicht unter den gleichen Bedingungen getestet werden, weil durch die starke kommunikative, interaktive Bindung von Prüfer und Prüfling sich der Prüfungsablauf dynamisch fortentwickelt.
Didaktisch gesehen lassen sich nicht alle Prüfungsfächer im gleichen Maße durch synchrone Medien durchführen. Das Abfragen von Fachkompetenz gibt wegen des hohen Sicherheitsrisikos und Verbindungszuverlässigkeit wenig Sinn, wie z.B. Mathematik, Erdkunde, Chemie, weil der Prüfer nicht die komplette Umgebung des Prüflings auf dem Bildschirm angezeigt bekommt und deshalb nicht kontrollieren kann, mit welchen Hilfsmittel der Teilnehmer arbeitet.
Geeignet sind sicherlich Fächer, bei denen es auf intuitive Handlungsweisen ankommt, wie z.B. Aussprachetest in Englisch, Interpretation in Politik, Referat in Deutsch, Konzeption einer Netzwerklösung, weil die Reliabilität (Präzision der Messung) durch persönliche Attribute (wie Itonation, Ausdrucksweise, Klang der Stimme, Verhaltensweise) des Prüflings nicht verfälscht werden kann. Vorraussetzung ist, dass der Prüfer den
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 31
Prüfungsteilnehmer vor der Prüfung gut genug kennenlernen durfte. Man kann auch sagen, dass der Prüfer den Prüfungsteilnehmer erlebt.
Auswertung: Die standardisierte Form ermöglicht eine schnelle und objektive Auswertung. Es ist eindeutig zu entscheiden, ob die vom Klausurteilnehmer gewählten Antworten richtig oder falsch sind.
Bei der halbstandardisierten oder unstrukturierten Form basiert die Auswertung auf den Einschätzungen des Prüfers und dem von einem Dritten angefertigten Gesprächsprotokoll. In beiden Fällen besteht die Gefahr subjektiver Verzerrungen durch Beurteilungstendenzen. Um ein Mindestmaß an Vergleichbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Objektivität der Ergebnisfindung zu gewährleisten, sind verbindliche Bewertungsrichtlinien erforderlich.
Diese können allerdings wegen der unbestimmten Thematik des Prüfungsgespräches nur sehr offen konzipiert werden. Die Prüfer müssen in der Handhabung der Bewertungskriterien geschult werden, um Beurteilungstendenzen zu verringern. Die Auswertung von synchronen Klausurtypen ermöglicht es durch ihre starke interaktive Durchführung, ebenso nicht elektronisch greifbare Informationen und Lösungen zu bewerten.
Sicherheit: Bei der ePrüfung zwischen zwei Personen ist nie sichergestellt, dass nicht doch eine dritte Person in irgendeiner Weise versucht, dem Prüfungsteilnehmer zu helfen. Obwohl es bereits technische Sicherheitsvorkehrungen (z.B. Siemens- Thumb-Scan-Mouse, Web-Cam (Übertragung von Audio und Video aus dem Umgebungsbereichs des Prüflings)) für diesen Fall gibt, wird die Lücke nie vollständig geschlossen werden können.
Zusätzliche Hilfsmittel wie elektronische Dokumente, Informationsdienste über Handy, E-Mail oder Internet oder Mikrokopfhörer können problemlos zum Einsatz kommen und verfälschen das Prüfungsergebnis zugunsten des jeweiligen Prüflings. Es bestehen also Sicherheitslücken.
Für dieses Prüfungskonzept existieren somit drei Methoden für die sichere Durchführung der Veranstaltung:
1. Man führt Klausuren über synchrone Medien an einem kontrollierbaren Ort mit einer oder mehreren Aufsichtspersonen durch.
2. Man wählt Aufgabenformen, die wegen ihrer Art der starken Interaktion zwischen Prüfling und Prüfer die Leistungen des Prüfungsteilnehmers eindeutig sicherstellen (z.B. individuelle Fragen, Referate, Projektpräsentationen, Sportprüfungen)
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 32
3. Durch aufwendige Vorkehrungen wie Kommunikations-, Authentifizierungs-Lösungen, Limitierung und Kontrolle von Zugangsberechtigungen
Technische Umsetzung: Kommunikationssoftware wie z.B. Netmeeting von Microsoft, haben gezeigt, dass der Aufwand für die Entwicklung einer Eigenlösung für dieses E-Klausurkonzept nicht empfehlenswert ist. Die Integration bzw. Adaption zu einer bestehenden Lernplattform spielt keine Rolle, weil Generierung und Auswertung der ePrüfung individuell vom Prüfer durchgeführt werden. Die Schnittstelle zu anderen Komponenten der E-Learning-Plattform werden auf diese Weise klein gehalten. Kritisch hingegen wird es, wenn punkto Prüfungsort keine Forderungen gestellt werden und Hard- und Software für die Videokonferenz teilweise durch beide Prüfungsparteien aufgebracht werden sollen. Nicht jeder Prüfer/Prüfungsteilnehmer besitzt die gleiche Infrastruktur, die in diesem Fall notwendig wäre. Für die Durchführung einer solchen Prüfungsform setzt man gleichzeitig die Fähigkeit des Prüflings voraus, mit synchronen Kommunikationsmedien umgehen zu können (nicht immer geeignet für Computerlaien).
Akzeptanz: Vermutlich gibt es bei der Einführung von mündlichen Prüfungen keine Konflikte, Prüfungsteilnehmer für diese Form zu begeistern. Drei entscheidende Punkte sprechen dafür:
Die synchrone Klausurform ist keine Neuigkeit, sie entstand aus dem konventionellen Konzept der „mündlichen Prüfung“ und hat sich bereits erfolgreich bewähren können. Weite Anfahrtswege zum Veranstaltungsort können vermieden werden. Der Einsatz von neuen Internettechnologien (Web-Cam) wird gefördert (Motivation durch die neue technische Herausforderung). Nichtsdestotrotz existieren Hemmschwellen wegen mangelnder verfügbarer Übertragungs-bandbreiten und wenig per-formante Rechner.
2.1.2 Asynchrone Kommunikation
Der asynchrone Weg ist besonders beliebt, weil er große Flexibilitäten zwischen Prüfling und Prüfer einräumt. Die Kommunikation zwischen beiden läuft asynchron ab, d.h. der Informationsaustausch geschieht nicht unmittelbar direkt wie in einem mündliche Gespräch (Punkt-zu-Punkt), sondern wird über gemeinsame zugängliche Speicherme- dien ausgetauscht, wie z.B. der Briefverkehr.
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 33
Das Konzept ist einfach und wurde als Studien-/Hausarbeit aus dem konventionellen Umfeld übernommen. Die Lösung bzw. die Studienarbeit wird in elektronischer Form (z.B.‚doc‘-Format) per eMail, Diskette/ CD auf einem zugänglichen Speicher-Medium (z.B. FTP 3 -Server) von dem Prüfling abgelegt. Der Prüfer besitzt ebenfalls Zugang und nimmt die Bewertung der Dokumente individuell vor. Folgende Prüfungsverfahren eignen sich in diesem Zusammenhang: Arbeitsprobe
Arbeitsproben sind standardisierte Aufgaben, in denen typische berufliche Arbeitsaufträge oder Teilaspekte davon zu erledigen sind. Teilweise wird die Arbeitsprobe durch mündliche Fragen ergänzt. Arbeitsproben werden geschlossen an einem Tag und unter kontinuierlicher Aufsicht durchgeführt. Gegenüber anderen Prüfungsmethoden zeichnen sie sich insbesondere dadurch aus, dass nicht nur das Arbeitsergebnis, sondern vor allem auch die Arbeitsdurchführung bewertet wird. Prüfungsstück
Unter einem Prüfungsstück versteht man ein typisches Produkt aus dem Ausbildungsberuf, das vom Prüfungsteilnehmer nach Vorgaben zum Teil über einen längeren Zeitraum angefertigt wird (Produkt muss kein „Stück“ sein, es kann auch z.B. in einem Programm bestehen). In der Regel legt der Prüfungsausschuss das Thema des Prüfungsstückes fest.
Im Unterschied zur Arbeitsprobe wird bei Prüfungsstücken nur das Arbeitsergebnis nach verschiedenen Qualitätsmerkmalen bewertet.
Entwicklung: Die Entwicklung der Aufgabenstellung ist eher unkritisch zu beurteilen. Da der Prüfling für Prüfungsstück oder Arbeitsprobe einen längeren Zeitrahmen (mehrere Tage/ Wochen/ Monate) für die Bearbeitung zur Verfügung gestellt bekommt, können auch abstraktere Aufgabenstellungen gestellt werden, die nicht unmittelbar gelöst werden können.
Hierbei liegt die Hauptintension dieses Klausurkonzeptes. Der Prüfungsbereich bei synchronen Medien verlagert sich noch stärker in Richtung Sozialkompetenz. Das Prüfen von Fachkompetenzen macht nur in wenigen Fällen Sinn, weil nicht sichergestellt werden kann, ob die Lösung nicht von jemand anderen oder einem Team gekommen ist.
3 FTP- File Transfer Protocol
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 34
Methodenkompetenzen können nur im Allgemeinen abgeprüft werden, weil während des Bearbeitungszeitraumes genügend viel Zeit für den Prüfling verbleibt, sich einzelne Methodenkompetenzen anzueignen.
Für das Prüfen von Sozialkompetenzen ist der asynchrone Mediumtyp sehr geeignet. Je nach Entwicklung der Aufgabenstellungen werden Selbständigkeit, Fleiß, Lernfähigkeit und Ausdrucksweise dem Prüfling abverlangt. Somit konzentriert sich bei der Entwicklung eines asynchronen Klausurtypen der Prüfbereich auf Methoden- und Sozialkompetenz des Testlings, z.B. Konzeptausarbeitungen, Recherchen, elektronische Fotoprojekte usw.
Der Aufwand bei der Entwicklung richtet sich auf die Qualität der Aufgabe, nicht auf ihren quantitativen Umfang, d.h. eine gute Idee für eine Aufgabenstellung ist besser als viele Aufgaben, die miteinander in richtiger Verbindung gebracht werden müssen. Aufwendige Aufgabenpools oder Autorensysteme sind deshalb für die Entwicklung nicht entscheidend.
Durchführung: Die Durchführung der Arbeitsprobe bzw. Prüfungsstück (Studienarbeit) geschieht nicht prompt zu einem Zeitpunkt in wenigen Minuten oder Stunden. Der Bearbeiter bekommt einen Zeitrahmen zur Verfügung gestellt und gibt seine Lösung zu einem vorgegebenen Termin ab.
Zur Objektivität ist zu sagen, dass weder Durchführungs- und Auswertungsobjektivität noch Interpretationsobjektivität gewahrt wird. Nur der Aufgabensteller selbst weiß, welche zu prüfende Kompetenzen er mit der Fragestellung verbindet. Aufgabenstellungen sind für jeden Teilnehmer unterschiedlich, somit sind auch die Bearbeitungsbedingungen für jeden nicht gleich.
Schwer prüfbare Kompetenzbereiche wie Methoden- oder Sozialkompetenz können geprüft werden, allerdings mit starken Einschränkungen, weil der Prüfling wegen des Bearbeitungszeitrahmens, der ihm vorgegeben wurde, einzelne Kompetenzen erlernen kann. Die Reliabilität ist damit nur bedingt vorhanden.
Nach Verteilung der Aufgaben weiß nicht jeder Teilnehmer, was genau zu tun ist. Eine genauerer Abgleich mit dem Aufgabensteller kann während der Durchführung geschehen, um inhaltliche Validität und Konstruktvalidität zu schaffen. Vorhersage- und Übereinstimmungsvalidität werden durch den persönlichen Kontakt zwischen Prüfer und Teilnehmer oder durch Zusatzprüfungen (-fragen) bewerkstelligt. Auswertung: Die Auswertung des elektronischen Dokumentes geschieht durch den Prüfer individuell. Deshalb sind Beurteilungsfehler gerade in asynchronen Prüfungs- formen vorprogrammiert. Je nach Aufgabenstellung, Prüfertyp oder Stellenwert der
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 35
Prüfung kommen unterschiedliche Fehlertypen wie Hof-, Positions-, Reihenfolge-, Milde-Effekt, Zentrale Tendenz, Kontrastfehler usw. zum Tragen. Ein Auswertungssystem gibt bei diesem E-Klausurkonzept aus den genannten Gründen nicht viel Sinn. Unterstützende Auswertungswerkzeuge wie z.B. Korrekturhilfen für Syntax, Satzbau oder eine Schlagwortsuche können zwar genutzt werden, sind aber weniger effizient in diesem Fall.
Sicherheit: Wegen der flexiblen Aufgabenbearbeitung kann nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden, von wem die Lösung bzw. die Arbeitsprobe oder das Prüfungsstück letztendlich kam; beispielsweise können Mathematikaufgaben durch Gruppenarbeit gelöst werden, Sprachübersetzungen übernahm ein sprachbegabter Bekannter und Fragen zur Allgemeinen BWL werden im Internet nachgeschlagen. Individuelle und komplexe Aufgabenstellungen, wie z.B. Programmieraufgaben, Interpretationen, Konzepte, sind für diesen Klausurtyp auch aus Sicherheitsgründen gut geeignet, weil die Lösungen eine starke Korrelation zu dem Teilnehmer haben. Dies ist ein wichtiges Authentifikationsmerkmal.
Ein weiteres Sicherheitskriterium resultiert aus der herausfordernden Aufgabenstellung, die sich meist aus komplexen, modernen und somit selten präsenten Fragestellungen ergibt und es dem Prüfungsteilnehmer erschwert, Hilfe bei einer anderen Person zu holen. Wer hat schon Lust und Zeit, sich mühevoll in die Thematik und aktuellen Status eines anderen Teilnehmers einzuarbeiten, für ihn zu recherchieren und ihn für seine Idee verständlich zu begeistern und zu riskieren, dass der Betrug am Ende entdeckt wird?
Technische Umsetzung: Um elektronische „Studienarbeiten“ über asynchronen Weg technisch zu realisieren, bedarf es einer netzwerktechnischen Infrastruktur. Prüfer und Prüfungsbearbeiter müssen eine Verbindung zu dem Speichermedium haben bzw. PC-Systeme zur digitalen Bearbeitung müssen ihnen zur Verfügung stehen, z.B. FileServer, eMail-Client, Internetanbindung.
Akzeptanz: Bereits heute ist diese Klausurform sehr verbreitet und im vollem Einsatz (z.B. FB AI/ FH-Fulda). Somit kann man ein Resümee hinsichtlich Akzeptanz wagen : Teilnehmer erstellen eine Studienarbeit bzw. eine Arbeitsprobe oder ein Prüfungsstück digital. Die Hemmschwelle liegt vermutlich daran, die komplexen Aufgabenstellungen zu meistern.
Von der Seite des Prüfers her wird noch immer die Papierform zur Korrektur bevorzugt. Ein Ausdruck der Arbeit auf Papier ist ein wenig hinderlich, war allerdings in der Praxis
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 36
keine Hürde. Durch zusätzliche mündliche Gespräche oder Präsentationen wird der Auswertungsprozess für den Prüfer zur Erleichterung.
2.1.3 Fazit
Zur technischen Umsetzung von diskursiven Medien werden netzwerkbasierte Infrastrukturen benötigt. Gerade bei der synchronen Kommunikation sind zuverlässige und ausreichende Übertragungsraten essentiell. Deshalb ist ihre Anwendung nicht für jeden Standort geeignet. Asynchrone Verfahren sind in ihrer Art sehr flexibel. Sie bewirken beim Teilnehmer einen hohen Lerneffekt im Bereich Fachkompetenz, während er gleichzeitig in punkto Methoden- und Sozialkompetenz gefordert wird. Diskursive Medien unterstützen offene Prüfungstypen und ersetzen bzw. erweitern Präsenzprüfungsformen, wie „mündliche Prüfung“ und „Studienarbeit“. Grundlegend sind sie kein neues Klausurkonzept, aber durch digitale Medien verlagern sich die Prü-fungsanforderungen; der Prüfungsdruck/-nervösität schrumpft, die Forderung nach Selbstbewusstsein, Selbständigkeit und Präsentationsvermögen wächst.
2.2 Interaktive Medien
Definition: Interaktive Medien bieten dem Studierenden die Gelegenheit, Ziele durch eigenes aktives Handeln zu erreichen und bedeutungsvolle intrinsische 4 Rückmeldungen zu erhalten ([BVC2001]).
Die KTT (Klassische Testtheorie) wurde hauptsächlich durch interaktive Medien digital umgesetzt. Testverfahren, die mittels der KTT 5 entwickelt wurden, sind weitaus verbreitet. Im Folgenden werden Aufgabenformen vorgestellt, die als Basistypen gelten sollen. Alle anderen in der Praxis vorkommenden Typen sind das Resultat einer Kombination oder einer besonderen Ausprägung, die von den Basistypen vererbt wurde:
2.2.1 Auswahlaufgabe
Auswahlprüfungen sind sehr beliebte und verbreitete Aufgabenformen, die jedem einmal begegnet sein sollten; sei es in der Schule, beim Rekrutentest (Einstellungstest/
4 intrinsisch -> zentraler Bestandteil
5 KTT -> Klassische TestTheorie
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 37
Kreiswehrersatzamt), bei der Gesellenprüfung, bei der Fahrschulprüfung, beim IQ-Test oder sonstigen Ereignissen.
Die Auswahlprüfung besteht aus einer Frage und alternativen Antworten, die mehrfach ausgewählt werden können. Folgende Variationen haben sich durchsetzen können: Multiple Choice
Besonders beliebt wegen ihrer leichten Auswertbarkeit ist die Multiple Choice. Sie ist folgendermaßen aufgebaut:
Ablauf: Der Bearbeiter erhält eine Fragestellung und erhält alternative Antworten (Distraktoren). Zur Auswahl einer Antwort markiert er einfach das entsprechende Kästchen (durch Mausklick). Es können mehrere Auswahlpunkte ausgewählt werden.
True-/False-Aufgabe
Als einfachste Ausprägung der Auswahl-Aufgabe ist die True-/False-Aufgabe zu nennen. Die folgende Abbildung zeigt einen Screenshot aus dem Online- Autoren- Werkzeug „eCourse von eCollege“:
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 38 Zuordnungstabellen
Die Zuordnungstabelle ist eine Mischung aus einer Auswahl- und einer Zuordnungprü-fungsform (siehe nächster Abschnitt „Zuordnungsprüfung“). Da sie eine Erweiterung der Multiple Choice ist, wurde sie in die Kategorie der Auswahlprüfungen eingeteilt.
Die folgende Abbildung zeigt eine Zuordnungstabelle:
Ablauf: Eine Zuordnungstabelle ist in der Weise aufgebaut, dass mehrere Alternativ-antworten(B 1 - B m ) einem Punkt (A 1 -A n ) zugeordnet werden sollen. Dies geschieht durch eine Markierung des entsprechenden Feldes. Die sogenannte Leitfrage gibt vor, nach welchen Regeln die Zuordnungen gültig sind.
Beispielsweise könnte eine Leitfrage lauten:“In welchen Ländern fließen welche Flüsse ?“. Dabei stehen die Länder wie z.B. Deutschland, Österreich, Belgien, Schweiz ... auf der linken Seite an der Stelle der Kennzeichnungen A1-An. Die Alternativantworten B1-Bm könnten in diesem Beispiel durch die Flüsse Donau, Rhein, Isar usw. beschrieben werden.
2.2.2 Zuordnungsaufgabe
Zuordnungsaufgaben sind im Vergleich zu Auswahlaufgaben etwas aufwendiger in ihrer Anwendung und deshalb etwas weniger verbreitet, aber doch sehr beliebt, weil gerade hier visuelle Aufgabenstellungen eindeutig und unmittelbar verständlich sind. Per Mouse werden Zuordnungen bequem getätigt. Allgemein hat die Zuordnungsaufgabe folgende Bestandteile: die Aufgabenstellung gibt Aufschluss über die Zuordnungsweise
e ine kontextbezogener Inhalt ist unvollständig vorgegeben
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 39
aus einer Sammlung von textuellen oder visuellen Punkten ordnet man einen
an die richtige Stelle zu
Lückentext
Ein Lückentext kann als Zuordnungsprüfung verwandt werden. Ohne die Vorgabe der möglichen Lösungen wäre es hier eine Freitextprüfung (wie im nächsten Abschnitt beschrieben).
Die folgende Abbildung zeigt einen Lückentext. Es ist die Einsetzprüfung von Hot Potatoes:
Abbildung 5: Lückentext
[LHPT20901]
Reihenfolgeaufgabe
Auch die Reihenfolgeaufgabe gehört zu den Zuordnungsaufgaben. Eine Menge von Objekten sollen in irgendeiner Weise in eine Reihenfolge gebracht. Ein Objekt wird an eine Position dieser Kette zugeordnet.
Kapitel 2 E-Klausurkonzepte aus dem konventionellen Umfeld 40
Ablauf: Die Abbildung oben zeigt das „Königsberger Brückenproblem“. Die Aufgabe ist es, alle Brücken nur einmal zu benutzen, d.h. in einem Zug alle Brücken zu begehen ohne eine Brücke zweimal zu überschreiten. Entscheidend ist aber nicht nur die Richtigstellung der Reihenfolge, sondern auch der Startpunkt, den man selbst festlegen kann. Je nach Startpunkt begeht man eine Brücke in die eine oder andere Richtung und beeinflusst somit den nachfolgenden Verlauf der Lösung.
Kreuzworträtsel
Eine etwas komplexere Form der Zuordnungsprüfung ist das Kreuzworträtsel, das den gelangweilten Bearbeiter zu mehr Motivation verhelfen soll. Der Benutzer hat die Freiheit selbst zu bestimmen, welche Frage er als erstes beantworten möchte, in der Hoffnung, hinweisende Buchstaben zu anderen Antworten hinzuzugewinnen.
Die folgende Abbildung zeigt einen Auszug aus Hot Potatoes: [LHPT50901]
Arbeit zitieren:
Claus Strobel, 2002, Implementierungskriterien fuer elektronische Klausurkonzepte in middleware-basierten Telelearning-Systemen, München, GRIN Verlag GmbH
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