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3
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Seit jeher bildete Wasser die existentielle Grundlage allen Lebens und die unveräußerliche Voraussetzung des Produzierens, komfortablen Wohnens und kulturellen Erholens 1 . Somit ist das Vorhandensein von Wasser eine wesentliche Voraussetzung für den Zusammenschluß mehrerer Menschen in Siedlungen aller Art.
Bis ca. 440 Jahre nach der Gründung 5RPV (bis rund 312 v. Chr.) gaben sich die Römer fast ausschließlich mit der Nutzung des Wassers zufrieden, das sie aus dem 7LEHU, aus Brunnen
oder Quellen schöpften 2 .
Als nach dem 2. Punischen Krieg die verarmte Landbevölkerung nach 5RP wanderte und die
Zahl der Sklaven infolge der Kriege im griechischen Osten stark anwuchs, vollzog die Stadt
5RP im 2. Jahrhundert v. Chr. den entscheidenden Schritt zur Großstadt.
Dieser Wandel machte ein Umdenken hinsichtlich der Pflege und Kul-tivierung des Wassers erforderlich.
Dementsprechend beschäftigt sich diese Hausarbeit schwerpunktmäßig mit der Frage, welche
Mittel und Wege zur Wasserversorgung des antiken 5RP genutzt worden sind und welche
Bedeutung Wasser für das gesellschaftliche Leben in der Stadt hatte. Im speziellen werde ich hinsichtlich der Wasserversorgung auf die Aquädukte eingehen und beantworten, warum der
Stadt 5RP die leistungsfähigste Wasserversorgungsanlage der Antike nachgesagt worden ist.
Berücksichtigung findet auch die Wasserverteilung innerhalb der Stadt sowie die Entsorgung der Schmutz- und Abwässer durch die sogenannten „Kloaken“.
1 Vgl. Werner, Dietrich, Wasser für das antike Rom, Berlin 1986, S. 7
2 Vgl. Kunst, Christiane, Römische Wohn-und Lebenswelten, Darmstadt 2000, S. 87
4
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Wie bereits in der Einleitung erwähnt, wurde in der Zeit, als 5RP noch eine relativ kleine Stadt war, der Wasserbedarf über den 7LEHU, über Brunnen und Quellen gedeckt. Mit dem
stetigen Wachstum der Stadt war diese Art der Wasserversorgung aber nicht mehr ausreichend und es stieg der Bedarf nach frischem Trinkwasser, das nun künstlich herbeigeschafft werden mußte.
Über die naturgegebenen Bedürfnisse des Menschen hinaus wurde Wasser zudem mehr und mehr zu einer Bereicherung der menschlichen Lebensführung eingesetzt und führte zu einem luxuriösen bis gar prunkhaften Umgang mit dem Element Wasser.
Ausgangspunkt für diese Entwicklung waren u.a. die römischen Eroberungskriege, die zu eingreifenden ökonomischen Veränderungen führten. Die Kriege führten zu einer Vermehrung des Grundbesitzes der Römer, u.a. beruhend auf den Abgaben (Sklavenhandel, Gold, etc.) die nun in einem immer größeren Maße aus den besetzten Gebieten in die Stadt
flossen. Aus diesem Grund wurde 5RP mit der Zeit zum Zentrum eines ausgedehnten
Außenhandels und damit zu einem bedeutenden Machtfaktor in der antiken Welt.
Nicht zuletzt konnte 5RP nur deshalb zur Großstadt werden, weil seine politische Herrschaft
ihm die Ressourcen eines gewaltigen Reiches zugänglich machte. 3
Diese Machtzunahme und der wachsende Wohlstand fanden ihren Ausdruck in einem unvergleichlichen Aufschwung des römischen Bauwesens. Das Streben nach Glanz und Luxus wurde geprägt durch die Errichtung von Foren, Tempeln, Theatern, Triumphbögen,
Thermen, Aquädukten, etc. und verliehen 5RP das Antlitz einer Weltmetropole.
Nicht zu vergessen waren die damals vorhandenen gesellschaftlichen Gräben zwischen dem im Luxus lebenden Adel, dem „armen“ Bürgertum und den rechtlosen Sklaven. Hier versuchten die jeweils „Herrschenden“ das Volk mit Geschenken zu besänftigen und gefügig
3 Vgl. Kolb, Frank; Rom-Die Geschichte der Stadt in der Antike, München 1995, S. 162
5
zu halten. In Form des Baus von Thermen, Badeanstalten, Spring-sowie Laufbrunnen und Naumachien (s.u.) bediente man sich hierzu auch des Wassers. 4
Zählte man beispielsweise zu Beginn der Kaiserzeit (um 30 v. Chr.) nur ca. 130 Wasserstellen (gespeist durch eine zentrale Wasserversorgung), so waren es unter Kaiser Nerva (96-98 n.
Chr.) bereits 591, und unter Kaiser &RQVWDQWLXV (305-306 nach Chr.) bis zu 1352
Wasserstellen. 5 Andere Quellen der Spätantike nennen 867 öffentliche Badehäuser (darunter 11 große Thermen). 6
Eine Vorstellung von der Größe und Pracht der Wasserbauten vermittelt uns der
Springbrunnen „ Meta Sudans“ , der etwa 95 n. Chr. errichtet worden ist. Wie aus %LOG
ersichtlich erhob sich inmitten eines flachen kreisförmigen Bassins von 21 m Durchmesser ein ca. 9 m hoher, kegelförmiger Körper ruhend auf einer 5 m großen Aufstandsfläche. Verkleidet war der „ Kegel“ wahrscheinlich mit Gold oder Bronze.
4XHOOH Werner, Dietrich, Wasser für das antike Rom, Berlin 1986, S. 31
Ein weiteres Beispiel das für die Größe der damaligen Wasserbauten zeugte, stellten die sogenannten „ Naumachien“ dar. Um das Volk durch „ Brot und Spiele“ zu belustigen, wurden künstliche Becken großen Ausmaßes gebaut, die dann mit Wasser geflutet wurden. In diesen
Becken fanden Seeschlachten mit Schiffen und andere Wasserspiele statt. Nachstehendes %LOG
4 Vgl. Werner, Dietrich, Wasser für das antike Rom, Berlin 1986, S. 24
5 Vgl. Werner, Dietrich, Wasser für das antike Rom, Berlin 1986, S. 29
6 Vgl. Kolb, Frank; Rom - Die Geschichte der Stadt in der Antike, München 1995, S. 163
6
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Oliver Schultze, 2001, Römische Aquädukte - Die Wasserversorgung in der Antike, München, GRIN Verlag GmbH
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