Executive Summary
Das seit Beginn der 1990er Jahre ansteigende amerikanische Leistungsbilanzdefizit drückt ein globales Ungleichgewicht aus.
Die Wirtschaftspresse berichtet in jüngster Zeit sehr häufig darüber, flankiert von Nachrichten über Rekordstände von Erdöl und weiteren Rohstoffen. Ebenfalls diskutiert wird eine mögliche Abkopplung der Wechselkurse einiger Erdöl exportierender Nationen von der US-amerikanischen Leitwährung.
Diese Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Ursache des amerikanischen Defizits mehr als bisher angenommen in den fixen Wechselkursen der Golfstaaten zu suchen ist.
Executive Summary
Since the beginning of the 19th century the increasing American current account deficit demonstrates a global disequilibrium.
In the recent past business press has reported about it very often, flanked by news over record levels of the crude oil price and further commodities. A potential disengagement of the exchange rates of several oil-exporting countries of the US key currency is also discussed.
This work gives an answer to the question to which extent the reason of the American deficit lies in the fixed exchange rates more than is expected so far.
2
Inhaltsverzeichnis
1 Abbildungsverzeichnis. 3
1. Einleitung. 4
1.1 Überblick 4
1.2 Zielstellung und Aufbau der Arbeit 4
1.3 Abgrenzung des Themengebietes. 4
2 Theoretische Grundlagen 5
2.1 Die Zahlungsbilanz. 5
2.1.1 Die Kapitalbilanz 5
2.1.2 Die Leistungsbilanz 5
2.1.2.1 Leistungsbilanzdefizit 6
2.1.2.2 Leistungsbilanzüberschuss. 6
2.2 Wechselkurse. 6
2.2.1 Freie Wechselkurse 7
2.2.2 Fixe Wechselkurse. 7
2.2.3 Wechselkurssysteme erdölexportierender Länder 7
2.2.4 Realer und nominaler Wechselkurs 9
2.2.5 Auswirkung des Wechselkurses auf die Leistungsbilanz 11
3 Die derzeitige Situation 11
3.1 Das Leistungsbilanzdefizit der USA 11
3.2 Globale Ungleichgewichte. 12
3.3 Erdölexportierende Länder - Die Golfsstaaten 13
3.4 Die Bedeutung der Erdölstaaten 13
3.5 Reale Wechselkurse der Golfstaaten 15
4 Ursachen des amerikanischen Defizits 16
4.1 Außenhandelsorientierte Wechselkurspolitik. 16
4.2 Einfluss des Wechselkursmechanismus auf das amerikanische Defizit. 16
4.3 4.3 Erklärungen des US-Leistungsbilanzdefizits 17
4.3.1 Die Wachstumsdifferenz 17
4.3.2 Der US-Dollar Wechselkurs 18
4.3.3 Der Ölpreis als weiterer Einflussfaktor 18
5 Schlussbetrachtung. 20
5.1 Zusammenfassung. 20
5.2 Fazit 20
5.3 Ausblick. 21
6 Literatur- und Quellenverzeichnis 22
1 Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Wechselkurssysteme erdölexportierender Länder
Abb. 2: Inflationsraten in den erdölexportierenden Ländern
Abb. 3: Reale effektive Wechselkurse der erdölexportierenden Länder
Abb. 4: Ausfuhren und Einfuhren erdölexportierender Länder
Abb. 5: US Leistungsbilanz und Wechselkurs
Abb. 6: Einfluss des Ölpreisanstiegs auf die US Leistungsbilanz
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1. Einleitung
1.1 Überblick
Der momentane Ölpreis befindet sich mit über 100 US-Dollar pro Barrel auf einem Rekordniveau. Dies betrifft gerade die Vereinigten Staaten als einen der Hauptimporteure von Rohöl. Zeitgleich leiden die USA unter einem erheblichen Leistungsbilanzdefizit. Dabei gestaltet sich die Ursachenforschung äußerst komplex. Neben inländischen Faktoren wie geringer Sparquote der US-Amerikaner und dem Haushaltsdefizit der Regierung, der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung liegen insbesondere in der Wirtschaftspolitik der Überschüsse aufweisenden Länder Gründe hierfür.
Eine Besonderheit der Erdöl exportierenden Länder sind die fest an den US-Dollar gekoppelten Währungskurse.
1.2 Zielstellung und Aufbau der Arbeit
Die Feststellung des Chefökonomen einer deutschen Großbank, dass den Golfstaaten deutlich mehr Relevanz am amerikanischen Defizit und den globalen Ungleichgewichten zugesprochen werden muss als dies gemeinhin getan wird, soll nachfolgend untersucht werden. Diese Arbeit verfolgt das Ziel, diese Aussage zu interpretieren und hinsichtlich ihrer tatsächlichen Relevanz zu evaluieren. Dabei beginnt sie mit einer Erklärung der grundsätzlichen volkswirtschaftlichen Zusammenhänge und Definition der relevanten Fachtermini.
1.3 Abgrenzung des Themengebietes
Die Arbeit fokussiert primär auf die Fragestellung nach der Relevanz der Golfstaaten am amerikanischen Defizit. Auf die vielen weiteren Ursachen dieses globalen Ungleichgewichts wird allenfalls nur sekundär eingegangen. Auch der Ausblick auf mögliche Veränderungen in der Zukunft wird nur kurz erläutert. Ein Überblick über das Inhaltsgebiet und theoretische Grundlagen werden zu Beginn der Arbeit erläutert. Dennoch ist es zum besseren Verständnis und einer vollständigen Durchdringung des Themengebiets sinnvoll, die Lektüre mit vertiefenden Begleittexten zu kombinieren. Hierzu wird in der Arbeit auf die entsprechenden Quellen verwiesen.
4
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Zahlungsbilanz
Unter der Zahlungsbilanz versteht man die systematische wertmäßige Aufzeichnung aller ökonomischen Transaktionen, die in einem bestimmten Zeitraum zwischen In-und Ausländern stattgefunden haben. Die Zahlungsbilanz gibt Auskunft über Umfang und Entwicklung der internationalen Verflechtung und hat Bedeutung für die Kontrolle der Zahlungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. 1 Sie gliedert sich in eine Vielzahl von Unterbilanzen.
Für unsere Fragestellung ist vor allem die Leistungs- und Kapitalbilanz von Interesse.
2.1.1 Die Kapitalbilanz
Die Kapitalbilanz als Teil der Zahlungsbilanz eines Landes fasst, spiegelbildlich zur Leistungsbilanz, alle Kapitaltransaktionen zwischen In- und Ausland zusammen. 2 Sie beantwortet die nachfolgenden Fragen:
Wie viel Geld wollen die Amerikaner in die übrige Welt investieren? Dazu müssen sie Dollars verkaufen, um sich in entsprechender Höhe Devisen zuzulegen. Auf diese Weise entsteht ein Angebot an Dollars. Wie viel Geld möchten Ausländer in den Vereinigten Staaten anlegen? Um die dazu nötigen Mittel zu erhalten, müssen sie Dollars kaufen. So entsteht eine Nachfrage nach Dollars. 3
2.1.2 Die Leistungsbilanz
Die Leistungsbilanz als Teil der Zahlungsbilanz eines Landes umfasst neben dem Saldo aus Exporten und Importen von Gütern und Dienstleistungen noch den saldo aus zu- und abfließenden Erwerbs- und Vermögenseinkommen sowie den
_________________________
1 vgl. Meyers Lexikonverlag, Seiten Version ID: 175347, Abfrage 16.03.08
2 vgl. Jan Priewe in „Das Parlament“, Beilage „Aus Politik und Zeitgeschehen“ Nr. 07/11.02.2008, Fußzeile 1
3 vgl. Lester Thurow, Die Zukunft der Weltwirtschaft, S. 167
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Saldo laufender Übertragungen. 4
Die Leistungspolitik wiederum beantwortet ebenfalls Fragen aus beiden Perspektiven:
Wie viele Güter und Dienstleistungen wollen die Amerikaner von der übrigen Welt erwerben?
Um die Rechnung zu begleichen, müssen sie Dollars verkaufen, weil sie nur so an die erforderlichen Devisenherankommen.
Wie viele Güter und Dienstleistungen wollen Ausländer von den vereinigten Staaten erwerben?
Zur Erfüllung ihrer Wünsche müssen sie im gleichen Umfang Dollars kaufen. 5
2.1.2.1 Leistungsbilanzdefizit
Private und staatliche Ersparnisse im Inland reichen nicht zur Finanzierung der inländischen Investitionen. Die Differenz wird durch Nettokapitalzuflüsse vom Rest der Welt finanziert. Dies bedeutet einen Rückgang des Nettoauslandsvermögens. 6
2.1.2.2 Leistungsbilanzüberschuss
Private und staatliche Ersparnisse im Inland übersteigen die inländischen Investitionen. Entspricht einem Nettokapitalabfluss in den Rest der Welt (also einem Anstieg des Nettoauslandsvermögens). 7
2.2 Wechselkurse
Wechselkurse sind relative Kurse nationaler Währungen, von denen angesichts Kursschwankungen natürlich angenommen werden kann, dass sie vom Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf den Devisenmärkten bestimmt werden. 8
___________________________
4 vgl. Jan Priewe in „Das Parlament“, Beilage „Aus Politik und Zeitgeschehen
5 vgl. Lester Thurow, Die Zukunft der Weltwirtschaft, S. 167
6 vgl. Olivier Blanchard und Gerhard Illing, Makroökonomie, Glossar
7 vgl. Olivier Blanchard und Gerhard Illing, Makroökonomie, Glossar
8 vgl. Europäisches Parlament, Arbeitsdokument „Wechselkurs und Geldpolitik“, S.25
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Arbeit zitieren:
Michael Förster, 2008, Einfluss der Erdöl exportierenden Länder auf das amerikanische Defizit und die globalen Ungleichgewichte, München, GRIN Verlag GmbH
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