1 Warum wählte ich dieses Thema?
Ein interessanter Aspekt der Traumanalyse ist meiner Meinung nach, dass es nicht eine einzige „Lehre vom Traum“ gibt. Traumdeutung ist ein Wissenschaftszweig, der viele verschiedene Meinungen zuläßt. Diese unterschiedlichen Theorien machen das Thema sehr vielfältig, regen zum Nachdenken und zur ständigen Diskussion an. Das Beschäftigen damit kann Einblick in verschiedene Betrachtungsweisen der menschlichen Psyche geben.
Die Bedeutung von Träumen ist außerdem ein Thema, das mich bereits seit meiner Kindheit interessiert. Besondere Trauminhalte beschäftigten mich oft über sehr lange Zeit. Bei der Themenwahl fiel mir ein besonders schöner Traum aus meiner Kindheit ein. Ich war 5 oder 6 Jahre alt, als ich ihn träumte und schon damals beschäftigte mich der Grund für den Traum und seine Bedeutung. Der Traum spielte besonders in den darauffolgenden Monaten fast tagtäglich eine wichtige Rolle in meinem Leben...
Deshalb ernannte ich das Deuten von Kinderträumen zum Unterpunkt meiner Belegarbeit. - Vielleicht sogar um in diesem Zusammenhang endlich mal anderen Menschen von meinem besonderen Traum zu berichten.
2 Was ist ein Traum?
In den Zeiten, die Freud als „vorwissenschaftlich“ bezeichnet, galt der Traum als eine entweder hellseherische oder feindselige Kundgebung höherer göttlicher oder dämonischer Mächte. Mit dem aufblühen naturwissenschaftlicher Denkweisen hat sich all diese Mythologie in Psychologie umgesetzt. Heute wissen wir durch die wissenschaftliche Psychologie: der Traum ist eigene psychische Leistung des Träumenden.
Seit der Verwerfung der mythologischen Hypothesen ist der Traum erklärungsbedürftig geworden. Die Bedingungen seiner Entstehung, seine Beziehung zum Seelenleben des Wachzustandes, seine Abhängigkeit von Reizen während des
Schlafzustandes, die Eigentümlichkeiten seines Inhalts - all diese Probleme werfen Fragen auf, auf die bis heute nicht immer befriedigend geantwortet werden kann.
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Im Vordergrund steht dabei die Frage nach der Bedeutung der Träume. Diese beinhaltet erstens die Frage nach der biologischen Funktion des Traumes und zweitens die Frage nach dem „Sinn“ des einzelnen Trauminhaltes, - der Traumdeutung.
3 Was ist die biologische Funktion des Traums?
Der Schlaf läßt sich einteilen in Phasen des Tiefschlafs und Phasen des flachen Schlafs. In den Phasen des Flachschlafs ist das Gehirn sehr aktiv, verarbeitet Erlebnisse, Erwartungen, Befürchtungen und speichert Erinnerungen. Dabei spielen bildreiche Träume eine wichtige Rolle. Desweiteren vermutet man im Traum einen Mechanismus, durch den Spuren vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übertragen werden; man glaubt, der Traum erleichtere die Vermittlungen zwischen linker und rechter Gehirnhälfte. Es heißt der Traum sei für das Löschen unwichtiger Informationen notwendig.
Diese Hypothesen entsprechen jedoch nicht der Meinung aller Wissenschaftler. Es gibt zum Thema biologische Traumfunktionen fast soviele Theorien, wie es Forscher in diesem Wissenschaftsgebiet gibt.
4 Was ist Traumdeutung?
Schon in der „vorwissenschaftlichen“ Zeit war man sich bewußt, der Traum habe Inhalte, die als Symbole verstanden werden müssten. Diese galt es zu „entschlüsseln“. - Somit existierte bereits eine erste Deutung der Träume.
Erst mit der Entwicklung der Psychoanalyse, also u.a. durch Sigmund Freud, wurde die Traumdeutung wissenschaftlich definiert:
Der manifeste Trauminhalt, also die Bilder und Vorgänge in einem Traum, wie sie der Träumende schildert, kann verschlüsselte, symbolhafte Inhalte haben. Traumdeutung bedeutet, diese Symbole zu „übersetzen“ und so unbewußte Bedürfnisse, Ängste und Konflikte aufzuzeigen. Diese unbewußten psychischen Inhalte nennt man den latenten Trauminhalt.
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Nach dem Erwachen erinnern wir uns jedoch nur manchmal an die Inhalte unserer Träume - oft nur bruchstückhaft, meist gar nicht.
4.1 Mechanismen der Traumbildung
Nach Sigmund Freud kommt die Umwandlung von latentem in manifesten Trauminhalt durch ganz spezifische Mechanismen zustande. Freud nennt sie Verdichtung, Verschiebung, Symbolisierung, Dramatisierung, sekundäre Bearbeitung.
Mit Verdichtung ist gemeint, daß der Traum nicht nur Assoziationen zu den Ereignissen und Gefühlen des Tages beinhaltet, sondern auch Emotionen aus unterschiedlichen Zeitpunkten und Umständen der Vergangenheit. Verdichtet werden also latente Gedanken, Erinnerungen, Phantasien in einem Traum. Ein Analytiker muss deshalb zunächst „filtern“, welche manifesten Gedanken tatsächlich zum latenten Trauminhalt beitragen, welche lediglich Abschweifungen des Träumenden sind. Verschiebung bedeutet, daß im latenten Trauminhalt ein Element in den Vordergrund gerückt wird, das im manifesten Trauminhalt nur am Rande steht und ohne Bedeutung scheint. Symbolisierung ist der häufigste Grund für Entstellung oder Verzerrung des latenten Trauminhaltes. Latente Inhalte tauchen manifest nur als Symbole auf. Das Problem dabei ist, die Bedeutung jedes Symbols liegt völlig im Unbewußten des Träumenden. Um die Symbolik des Unbewußten zu verstehen muss das verdrängte Äquivalent gefunden werden.
Interessant ist: Die Variation in der Bedeutung der Symbole ist gering. Auf ganz unterschiedlichen Gebieten der Symbolik beobachteten Analytiker eine auffallende Konstanz. Bei der Dramatisierung wird im manifesten Traum eine Situation dargestellt, die von den traumbildenden Mechanismen aus den latenten Gedanken entwickelt wird. Dramatisierung im Traum ist die Umkehrung ins Denken in konkreten Bildern.
Der Traum ist damit eine Art Schauspiel - ein Drama. Der Träumende nimmt als „er selbst“ am Drama teil, manchmal schaut er auch nur zu.
Es kann sein, dass ein Geschehen, welches auf der Bühne in drei Stunden abläuft, sich in Wahrheit über mehrere Jahre hinziehen würde. Das Drama kann in sich tragisch sein und doch zugleich als „Kunstwerk“ Befriedigung und Beglückung vermitteln.
Die Sekundäre Bearbeitung unterscheidet sich von den übrigen Mechanismen der Traumbildung, da sie sich auf einer bewußteren Ebene abspielt.
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Arbeit zitieren:
Svenja Schank, 2001, Das Deuten von Kinderträumen, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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Kati Holweg
Ich brauche dringend HILFE!
Jemand muss mir meinen Traum deuten!
Ich habe einen Alptraum gehabt!
Meine Fraundin schien (in einer anderen Nacht) sozusagen die fortsetzung davon geträumt zu haben!
Ich habe Angst!
Helft mir!
am Saturday, October 02, 2010-