Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung und ihre Bedeutung für die
Unternehmen 5
2.1 Vorbemerkungen: Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensführung 5
2.2 Berichterstattung: ein Instrument zur Umsetzung der betrieblichen Nachhaltigkeit 9
3 Nachhaltigkeitsberichterstattung 13
3.1 Vorbemerkungen. 13
3.2 Gründe und Hauptmotive der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen 15
3.3 Zielgruppen - Anspruchsgruppen (Stakeholder) 17
3.3.1 Erwartungen der Stakeholder und Ausgestaltung der
Unternehmenskommunikation 17
3.3.2 Zwischenfazit 21
3.4 Ziele und Nutzen der Nachhaltigkeitsberichterstattung 21
4 Gestaltung der Nachhaltigkeitsberichte - Richtlinien/Standards/Indizes. 23
4.1 Grundsätze der Nachhaltigkeitsberichte. 23
4.2 Institutionen der Richtlinien von Nachhaltigkeitsberichten. 23
4.2.1 Normen und Standards zur Prüfung der Nachhaltigkeitsberichte. 25
4.2.2 Nachhaltigkeitsindizes 27
4.3 Global-Reporting-Initiative-(GRI-)Richtlinien/Global Compact 28
4.3.1 Anwendung der GRI-Richtlinien 31
4.3.2 GRI-Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte 32
4.3.3 Neuer GRI-Leitfaden (G3-Guidelines) 35
4.4 Leitfaden-Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte von IÖW/imug und IFE.U 36
4.5 Sicherung der Glaubwürdigkeit/externe Prüfung. 40
2
4.5.1 Bewertungsmethode des Nachhaltigkeitsrankings von IÖW/future 41
4.5.2 Schwäche oder Fehlerquellen der Nachhaltigkeitsberichte 45
5 Fallbeispiele der chemischen Industrie 47
5.1 Kurzbeschreibung der deutschen chemischen Industrie 47
5.2 BASF AG: Zukunft gestalten Unternehmensbericht 2005 48
5.2.1 Unternehmenspolitik und ihre Umsetzungsstrategien. 49
5.2.2 Nachhaltigkeitsstrategien im Unternehmen 52
5.2.3 Nachhaltigkeitsindikatoren und externe Bewertung 60
5.3 Henkel: Nachhaltigkeitsbericht 2005 61
5.3.1 Die Unternehmenspolitik des Unternehmens (Ziele ,Werte und Vision) 62
5.3.2 Umsetzungsstrategien der Unternehmenspolitik. 64
5.3.3 Nachhaltigkeitsstrategien im Unternehmen 65
5.3.4 Nachhaltigkeitsindikatoren und externe Bewertung 71
5.4 Merck KGaA: „Verantwortung für Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft“ 72
5.4.1 Unternehmenspolitik und Umsetzungsstrategien des Unternehmens 72
5.4.2 Nachhaltigkeitsstrategien im Unternehmen 74
5.4.3 Nachhaltigkeitsindikatoren und externe Bewertung 79
5.5 Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen im Vergleich 79
6 Zusammenfassung. 82
7 Literaturverzeichnis. 85
Anhang 91
Anhang 1: Kennzahlen und Ziele der Unternehmen. 91
A1.1 : BASF. 91
A1.2 : Henkel 93
A1.3 : Merck 98
Anhang 2: GRI-Indikatoren 104
3
1 Einleitung
Nach der UNCED Weltkonferenz in Rio de Janeiro (1992) hat sich mit dem Aktionsprogramm Agenda 21 der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung für die Privatwirtschaft etabliert. Die Agenda 21 war die Reaktion auf einen im Zuge der Globalisierung raschen Wandel, der mit einer Vielzahl von Finanzskandalen, erheblichen globalen Umweltbeeinträchtigungen (z.B. Klimaveränderung, Trinkwasserverschmutzung und -verknappung sowie armutsbedingte Umweltzerstörungen in den Ländern der Dritten Welt) verbunden ist. Darüber hinaus sind auch soziale Probleme, wie steigende Arbeitslosigkeit und Menschenrechtsverletzungen, zu beobachten. Die Verantwortung der Unternehmen sollte nicht nur auf die betriebswirtschaftliche Dimension begrenzt sein. Die Gestaltung einer Unternehmensethik, die eine auch in ethischer Perspektive gesellschaftliche und ökologische Verantwortung berücksichtigt, ist die neue Herausforderung insbesondere für global agierende Unternehmen. Die Unternehmen sind auch zunehmend gefordert, die Auswirkungen ihres Handelns auf Gesellschaft und Umwelt aufzuzeigen, um mehr Glaubwürdigkeit und Akzeptanz der Öffentlichkeit zu erlangen. Eine anerkannte Form der Rechenschaftslegung, die Themen der ökonomischen, ökologischen sowie auch der sozialen Verantwortung einbezieht, ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Dabei ist seit einigen Jahren ein Wandel von der eindimensionalen Berichterstattung (z.B. Geschäftsbericht, Umweltbericht) hin zu einer integrierten Berichterstattung, die die ökonomische, ökologische und soziale Dimension der Nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt, zu beobachten. „Derzeit existieren zahlreiche Ansätze, Anforderungen und Vorschläge für nachhaltige Berichterstattung. Angesichts dieser Vielfalt besteht jedoch eine gewisse Unsicherheit darüber, welche grundlegenden Anforderungen berücksichtigt werden sollen“. 1
Ziel der vorliegenden Arbeit ist den aktuellen Status der Nachhaltigkeitsberichterstattung darzustellen. In den ersten drei Kapiteln wird behandelt, welche Bedeutung die Nachhaltige Entwicklung für die Unternehmen hat, warum Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen sowie welche Motive und unmittelbare Nutzen sich hieraus für die Unternehmen ergeben. In Kapitel 4 werden anschließend Institutionen und Leitlinien der Gestaltung von Nachhaltigkeitsberichten dargestellt. Abschließend wird in Kapitel 5 mit Fallbeispielen aus der Chemieindustrie gezeigt, wie das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung von Unternehmen im Rah- 1 Vgl.Loew, T. et al. (2004), S. 17.
4
men einer nachhaltigkeitsorientierten Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt wird, und werden die dafür notwendigen Prozesse, Strategien und Aktivitäten erörtert.
2 Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung und ihre Bedeutung für die
Unternehmen
2.1 Vorbemerkungen: Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensführung
Der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung (auch „Sustainable Development“ oder „zukunftsfähige Entwicklung“) wurde mit der Veröffentlichung der „World Conservation Strategy“ (1980) von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) erstmals international eingeführt . Hier wurde das Problem berücksichtigt, dass ohne die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Ökosysteme die ökonomische Entwicklung nicht möglich ist. Die Brundt-land-Kommission (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung) definierte 1987 die Nachhaltige Entwicklung als „die dauerhafte Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“. 2 Diese Definition weist auf die zentrale Zielebene des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung hin 3 :
• Intergenerative Gerechtigkeit: Die zukünftigen Generationen sollen gleiche oder ähnliche Chancen haben können wie die heutigen. Wichtige Voraussetzungen dafür sind der ver-antwortungsbewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Beachtung der ökologischen Tragfähigkeit.
• Intragenerative Gerechtigkeit: Die Forderung nach der Deckung des Bedarfs basiert auf dem entwicklungspolitischen Ziel des Berichts nach größerer Gerechtigkeit zwischen reichen und armen Ländern.
• Bedürfnisse: Die intergenerative und intragenerative Gerechtigkeit sind auf die Frage bezogen „inwieweit die Deckung der Grundbedürfnisse sichergestellt ist, und wie die darüber hinausgehenden Bedürfnisse in den unterschiedlichen Gesellschaften gedeckt werden.“ 4
2 Vgl. http://europa.eu.int/eur-lex/de/com/cnc2001/com2001_0264de01.pdf [15.08.2006].
3 Vgl. Frings, E. (2002), S. 4.
4 Vgl. ebenda.
5
Der Brundtland-Bericht war der Wegbereiter der Agenda 21, die das Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro (Juni 1992) darstellt. Die Agenda 21 betont die Rolle des Akteurs Wirtschaft für die nachhaltige Entwicklung und hierzu zählt auch ein offener Umgang und Dialog mit den Beschäftigten und der Öffentlichkeit. Es heißt in Abschnitt 30.26: „Die Privatwirtschaft, einschließlich trasnationaler Unternehmen, soll ein aus der Sicht der Gesundheit, der Sicherheit und des Umweltschutzes verantwortungsvolles und ethisch vertretbares Produkt- und Verfahrensmanagement gewährleisten. Zu diesem Zweck soll die Privatwirtschaft unter Zuhilfenahme geeigneter Kodizes, Statuten und Initiativen, die in alle Elemente der Unternehmerplanung und Entscheidungsfindung integriert sind, die Eigenkontrolle verstärken und einen offenen Umgang und Dialog mit den Beschäftigten und der Öffentlichkeit fördern.“ 5 So werden dauerhaft tragfähige Entwicklungsprozesse angestrebt, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte integrieren. Die Agenda 21 ist in vielen Bereiche vage und unklar. Sie beschreibt, was zu tun ist, aber nicht, wie dies erreicht werden könnte. 6 Die Unternehmen interessierten sich im gleichen Jahrzehnt, in dem die Rio-Konferenz statt-fand, sehr für das Thema Umweltschutz. Vorbildlich seien die Entwicklung der Umweltmanagementsysteme (EMAS, ISO, ca. 1992 bis 1996) und das Aufkommen der Umweltberichterstattung (seit 1990). Die EMAS-Umwelterklärungen und -Umweltberichte wurden vorwiegend von großen Unternehmen veröffentlicht und damit begannen vor allem diese Unternehmen, sich in ihren Berichten mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Das IÖW und das ifo-Institut verschafften sich im Jahr 1999 durch eine Befragung einen ersten Einblick zur Rezeption von Nachhaltigkeit auf Unternehmensführungsebene. Im Rahmen der ifo-Konjukturerhebungen wurden 2.722 Führungskräfte gefragt, ob das Thema Nachhaltige Entwicklung von der Geschäftsführung schon einmal berücksichtigt wurde. Die Ergebnisse der Befragung haben gezeigt, dass der Begriff Nachhaltigkeit bei 28% der Befragten noch völlig unbekannt war und sich nur 38% schon mehrfach mit dem Thema beschäftigt haben. Vergleichbare Ergebnisse hat eine zwei Jahre später erneut durchgeführte Befragung des ifo-Instituts im Rahmen eines Ökoradar-Projekts gezeigt. Weitere Untersuchungen stellten fest, dass der Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit von der Größe und der Branche abhängt. 7
5 Vgl. http//www.nachhaltigkeit.info/print.php?page=nachhaltigketsberichte_1039 [10.08.2006]
6 Vgl. http://www.students.uni-mainz.de/forum/infos/lexikon.html [20.08.2006]
7 Loew T., Ankele K., Braun S., Clausen J. (2004), S. 65-66.
6
Aber wann entwickelt sich ein Unternehmen nachhaltig? Nachhaltige Entwicklung für ein Unternehmen bedeutet, dass es 8 :
• sich in lokalen, regionalen und globalen Systemen mit seinen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Wechselwirkungen einpasst und die Grenze nicht überschreitet. Einpassen aus ökologischer Sicht bedeutet z.B. die effiziente Verwendung von Ressourcen, Abfälle oder Emissionen abzubauen oder die Regenerationsfähigkeit von erneuerbaren Ressourcen zu verbessern. Aus sozialer Sicht ist das Einpassen gegeben, wenn zum Beispiel Standards bei den Arbeitsbedingungen eingehalten werden und ein bestimmter Le-bensstandard ermöglicht wird. Ein Beispiel für Einpassen aus wirtschaftlicher Sicht ist, wenn sich das Unternehmen fair gegenüber Wirtschaftspartnern verhält;
• die Bewahrung und Erweiterung der Vielfalt der Handlungsoptionen ermöglicht. Um handlungsfähig zu sein, sind Voraussetzungen wie Wettbewerbsfähigkeit und Einhaltung der rechtlichen Vorgaben essentiell. Die Handlungsmöglichkeiten werden zum Beispiel durch ein gutes Image und Vertrauen der Stakeholder sowie durch eine hohe Bonität geschaffen;
• ein aktives und innovatives Glied im Netzwerk seiner Beziehungen ist. Wichtige Quellen, um Verbesserungsmöglichkeiten herauszufinden und innovative Lösungen zu entwickeln, sind Erfahrungsaustausch, Feedback und Dialog mit Anspruchsgruppen. Die Unternehmen benötigen zur Umsetzung einer Nachhaltigen Entwicklung Konzepte und Instrumente des Nachhaltigkeitsmanagements. Die Kernbereiche eines Nachhaltigkeitsmanagements sind nachhaltige Unternehmensführung und
Managementsysteme, nachhaltiges Innovationsmanagement, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung und Nachhaltigkeitskommunikation (siehe Abbildung 1). 9 Die Unternehmen sollen ihre Leistungen in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales den Stakeholdern (z.B. Öffentlichkeit, Kunden, Staat, Mitarbeiter, Umweltverbände u.a.) zugänglich machen, um mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit zu schaffen. 10 Um den Dialog mit den Stakeholdern zu optimieren und das Vertrauen der Gesellschaft in ihre unternehmerischen Tätigkeiten zu erhöhen, werden die Instrumente der
Nachhaltigkeitskommunikation verwendet. Die Nachhaltigkeitskommunikation umfasst die
8 Vgl. Kapfer M. und Predota A. (2006), S. 3-6.
9 Schaltegger, S. et al. (2002).
10 Vgl. BDI (2004).
7
Abb. 1: Kernbereiche des Nachhaltigkeitsmanagements (Quelle: Reporting about
Sustainability; eigene Darstellung)
ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten eines Unternehmens und ist ein Bestandteil der Unternehmenskommunikation. Ein Instrument für Transparenz und Glaubwürdigkeit ist die Berichterstattung. Die Nachhaltigkeitsberichte integrieren die drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung und spielen dabei als ein zukunftsfähiges Medium eine zentrale Rolle, auch wenn die Einbeziehung der ökonomischen Aspekte neben den ökologischen und sozialen in diesen Berichten in der Praxis nicht weit verbreitet ist. 11 Es gibt kein Patentrezept und keinen allgemeingültigen Weg für nachhaltige Unternehmensentwicklung, für jedes Unternehmen gelten verschiedene Wege zur Nachhaltigkeit. Nachhaltiges Handeln ist ein Lern- und Suchprozess, der mit Strukturen und Instrumenten aufzeigt, wie man den Weg in Richtung Nachhaltigkeit analysieren, bewerten und kommunizieren kann. In diesem Zusammenhang werden in der vorliegenden Arbeit Motive, Nutzen, Zielgruppen und Richtlinien der Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Unternehmen beschrieben. Mit Fallbeispielen aus der chemischen Industrie wird gezeigt, wie sich die Nachhaltigkeitsberichte in dieser Branche entwickelt haben und wie sie den Anspruch der Sustainable Development (Nachhaltigen Entwicklung) erfüllen.
11 Loew, T.; Clausen, J. und Westermann, U. (2005), S. 37.
8
2.2 Berichterstattung: ein Instrument zur Umsetzung der betrieblichen Nachhaltigkeit Die Berichte im Rahmen der Unternehmenskommunikation dienen der schriftlichen Information und Dokumentation unternehmensinterner und -externer Sachverhalte; mit ihrer Hilfe wird die Unternehmensleistung gegenüber internen und externen Anspruchsgruppen kommuniziert. 12 Zu dem Kommunikationsinstrument „Berichterstattung“ gehören unter anderem: 13
• Umweltberichte und Umwelterklärungen
• CR-Berichte (Corporate Responsibility) oder CSR-Berichte (Corporate Social Responsibility)
• Nachhaltigkeitsberichte (Sustainability Reports)
• um Elemente der Nachhaltigkeit erweiterte Geschäftsberichte
Nach dem Weltgipfel in Rio 1992 gab es einen regelrechten Boom bei der Berichterstattung. Die frühen Berichte waren auf den Sektor Umweltberichterstattung bezogen. 14 Geschäfts- und Umweltberichte sind vor allem für große Unternehmen die Standardinstrumente der Unternehmenskommunikation. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung hat sich aus der Umweltberichterstattung entwickelt. Ende der 1980er Jahre erschienen die ersten Veröffentlichungen der Umweltberichte besonders aus dem kritischen Industriebereich der Chemie sowie kleine und mittelständische Vorreiterunternehmen, die über ihre herausragenden Aktivitäten im Umweltschutz berichten wollten, mit dem Ziel ihr Image zu verbessern. 15 Ende der 1990er Jahre haben die ersten Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte erstellt, mit denen sie zusätzlich über soziale und ökonomische Themen informierten. 16
Die Umweltberichte sind Unternehmenspublikationen, die interessierte Gruppen über ökologisch relevante Fragestellungen eines Unternehmens unterrichten. Die Umwelterklärungen sind spezifische Umweltberichte, die von an EMAS (Umweltmanagementsystem) teilnehmenden Unternehmen erstellt werden, um die Öffentlichkeit über umweltbezogene Aktivitäten zu informieren. In den Sozialberichten werden Ziele, Maßnahmen und Leistungen und die dadurch erzielten Wirkungen der mitarbeiter- und gesellschaftsbezogenen Unternehmensakti-
12 Vgl.Schaltegger,S. et al. (2002), S. 29.
13 Vgl. http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/nachhaltigkeitsberichterstattung_999.htm [22.08.2006].
14 Vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit, http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/ nachhaltigkeitsberichterstat-
tung_999.htm [22.08.2006].
15 Vgl. BDI (2004).
16 Vgl. http://www.4sustainability.org/seiten/nachhaltigkeit-entwicklung.htm [12.08.2006].
9
vitäten dargestellt und sie informieren über soziale Maßnahmen und Aufwendungen. Es ist zu erkennen, dass zunehmend ökologische Aspekte auch in Finanzberichten eingebunden werden und dass auch in Umweltberichten über ökonomische Sachverhalte berichtet wird. Die privatwirtschaftliche Verantwortung wird als Corporate Governance, das sich an der Vorstellung von Good Governance (u.a. Rechtssicherheit, Menschenrechte, Demokratieförderung, verantwortlicher Umgang mit öffentlichen Ressourcen) orientiert 17 , oder als CSR 18 erfasst. CSR auch als gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen beschränkt sich auf ökologische und soziale Herausforderungen; die ökonomische Dimension wird hingegen als Randbedingung betrachtet, mit dem Ziel den wirtschaftlichen Prozess der Globalisierung nach international anerkannten Standards menschlicher und gerechter zu gestalten. Beim Vergleich der unterschiedlichen Nachhaltigkeits- und CSR-Berichte wird festgestellt, dass beide Berichte inhaltlich kaum Unterschiede aufweisen. Auch die Nahhaltigkeitsberichte beschäftigen sich mehr mit ökologischen und sozialen Aspekten und ergänzen ihren Bericht mit einem tendenziell knappen Abschnitt zu Ökonomie. 19 Somit werden Nachhaltigkeitsberichte mit Corporate-Social-Responsibility-Berichten gleichgesetzt 20 und ermöglichen eine integrierte Umwelt-, Sozial- und Finanzrechnungslegung, eine kontinuierliche und weltweite Berichterstattung über lokale und globale Umwelteinwirkungen wie auch eine Evaluation der internen und externen Performance.
Mit der Integration der sozialen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen nachhaltigen Wirtschaftens wird angestrebt, Stakeholder darüber zu informieren, inwieweit und auf welche Weise die verschiedenen Herausforderungen von den Unternehmen miteinander verbunden werden. 21 Einige Faktoren, die als wichtig für die Wahl der Kommunikationsmedien gelten, sind die unterschiedlichen Informationsstile und -bedürfnisse der Zielgruppen, die nachgefragten Themen und Informationen sowie auch die finanziellen und personellen Res-
17 Ähnlichwie in guter Regierungsführung bezieht sich Corporate Governance auf die verantwortliche Führung
eines Unternehmens z.B. durch Transparenz und Rechenschaftslegung. Vgl. Hamm, B. (2004), S. 9-10.
18 Der CSR-Begriff wurde EU-weit durch das sog. Grünbuch der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2001
definiert. Im „Grünbuch: Europäische Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung der Unternehmen“ ist
CSR als ein Kontext definiert, „der den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange
und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu
integrieren. Sozial verantwortlich handeln heißt nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, sondern
über die bloße Gesetzeskonformität hinaus mehr in Humankapital, in die Umwelt und in die Beziehungen zu
anderen Stakeholdern zu investieren (Europäische Kommission, 20001, S. 7). Siehe auch Wilke, G. (2006), S. 4-
5 sowie www.cosore.com/img/de/ra/ra.pdf [10.09.2006].
19 Vgl. Loew T., Ankele K., Braun S., Clausen J. (2004), S. 70.
20 Vgl. http://www.econsense.de/_CSR_INFO_POOL/_CSR_NACHHALTIGKEIT/ [30.08.2006].
21 Vgl. Schaltegger, S. et al., S. 29-30.
10
sourcen und die Ziele, die ein Unternehmen mit der Nachhaltigkeitskommunikation verfolgt. 22
In „öffentlichkeitssensiblen“ Branchen, wie z.B. in der chemischen Industrie, bei denen die internationalen Stakeholderansprüche gestiegen sind, ist ein Nachhaltigkeitsbericht ein wichtiger Beitrag zur Akzeptanz des unternehmerischen Handelns. Immer mehr Unternehmen zeigen ihr Engagement im umweltbezogenen Wirtschaften oder sozialen Bereich. Die Ergebnisse einer Studie von KPMG (2005) zeigten, dass über die Hälfte der 250 führenden Unternehmen aus der „Fortune-500“-Liste (GFT250) ihren Geschäftsbericht durch einen Nachhaltigkeitsbericht ergänzt haben und im Ländervergleich deutsche Unternehmen mit einer Quote von 36% auf dem fünften Platz liegen. In dieser Studie wurden die Nachhaltigkeitsberichte der jeweils 100 größten Unternehmen in 16 Ländern und der GFT250 ausgewertet. Die Unternehmen aus Japan und Großbritannien weisen die höchsten Quoten in der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf, und den größten Sprung im Vergleich zu 2002 haben die Unternehmen in Kanada, Frankreich, Italien, Spanien und Südafrika gemacht. Alle in der Studie untersuchten Unternehmen mit relativ hohen Umweltauswirkungen wie z.B. die der Chemieindustrie liegen vorne, d.h., alle veröffentlichen Nachhaltigkeitsberichte. 23
Die Berichte der 150 größten deutschen Unternehmen wurden im Ranking der Nachhaltigkeitsberichte 2005 von der Unternehmervereinigung future e.V. und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) bewertet. Zu der Stichprobe zählen die 100 größten Industrieunternehmen und Dienstleister (gemessen am Umsatz) sowie Banken, Versicherungen und Handelsunternehmen. Von den 150 Unternehmen haben 53 einen Nachhaltigkeitsbericht oder einen vergleichbaren gesellschaftsbezogenen Bericht, wie Umweltberichte und CSR-Berichte, veröffentlicht. 24
Laut den Ergebnissen von IÖW und future e.V., hat sich der Umfang der Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung in deutschen Großunternehmen seit 2000 nicht wesentlich verändert. 25 Nur 13% der Berichte, die zwischen 2000 und 2003 in Europa veröffentlicht wurden, stammen aus Deutschland, 28% aus Großbritannien, 8% aus Italien, 7% aus den
22 Vgl. BDI (2004), S. 3.
23 Vgl. KPMG (2002): Nachhaltigkeitsberichterstattung weltweit auf dem Vormarsch - Deutsche Unternehmen
auf Platz 5, Pressemiteilungen, www.kpmg.de/about/press_office/12638_256.htm [10.09.2006].
24 Vgl. Loew, T.; Clausen, J. und Westermann, U. (2005).
25 Vgl. http://www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuell/news/2005/23-02_01/content.html [07.09.2006].
11
Niederlanden und 6 % aus Frankreich und der Schweiz. 26 Weltweit sind über 2.000 Unternehmen bekannt, die Sustainability-Reports verfassen. Die Zahl der Nachhaltigkeitsberichte von 1993 bis 2003 hat wesentlich zugenommen. Im Jahr 2003 hat die Zahl der Berichte weltweit über 1200 betragen. 27
Abb. 2: Types and Formats of Report (Quelle: ACCA, Corporat Register, 2004) Laut der Studie „Towards Transparency“ von ACCA und Corporate Register besitzen die Umweltberichte (über 40% in 2003) den größten Teil, aber mit fallender Tendenz. 28 Der Anteil der Berichte von Unternehmen weltweit, die das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung verfolgen, beträgt 30%; sie werden in sustainability (14%), corporate responsibility (8%) oder social and enviromental reports (8%) kategorisiert (siehe Abbildung 2). „Schon für große, internationale Unternehmen stellt die CSR-Nachhaltigkeitsberichterstattung häufig einen großen Kraftakt dar. Mit einem punktuellen Engagement ist es nicht getan, vielmehr geht es um dauerhafte Veränderungen im Management, die zumindest am Anfang spürbar Ressourcen binden. Für kleine und mittlere Unternehmen ist dieses häufig nicht leistbar. Daher wird auf vielen Ebenen diskutiert, wo die Zukunft der CSR-Berichterstattung für KMU liegen kann. Für große Unternehmen sind CSR- oder Nachhaltigkeitsberichte auf dem Weg, ein Standardinstrument zu werden. Verglichen mit der weltweiten Zahl an Unternehmen ist die Zahl derer, die berichten, immer noch klein.“ 29
26 Vgl. http://www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de/3_1ueberblick.html [20.08.2006]
27 BMWA (2005):, S. 9.
28 Vgl. ACCA, Corporate Reports: Towards transparency: progress on global sustainability reporting 2004, S. 8,
http://www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de/pdf/TowardsTransparency.pdf, [18.08.2006].
29 Vgl. http://www.econsense.de/_csr_info_pool/_berichterstattung/ [18.08.2006].
12
3 Nachhaltigkeitsberichterstattung
3.1 Vorbemerkungen
„We define sustainable development reports as public reports by companies to provide internal and external stakeholders with a picture of corporate position and activities on economic, enviromental and social dimensions. In short, such reports attempt to describe the company’s constribution toward sustainable development.“ 30
Der Nachhaltigkeitsbericht, ein von Unternehmensseite wesentliches Instrument der Nachhaltigkeitskommunikation, wird häufig unter den Bezeichnungen wie „Triple-Bottom-Line-Report“ oder „Corporate Social Responsibility Report“ (CSR) veröffentlicht. Der inhaltliche Anspruch und die Komplexität dieses Berichts, wie schon in Kapitel 2 grob erwähnt, basieren auf bisherigen Berichtsformen. Zusätzlich zu diesen fokussiert er nicht einseitig auf isolierte Aspekte der unternehmerischen Leistung, sondern auf die Darstellung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte der betrieblichen Tätigkeit und verfolgt die Analyse der dazwischen bestehenden Wirkungszusammenhänge, Synergien und Zielkonflikte. 31 Die „Tripple-Bottom-Line“-Reports präsentieren Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsaspekte meist in eigenen Kapiteln. Das bedeutet aber nicht, dass es keine integrierte Betrachtung gibt. Wenn im Wirtschaftsteil Produktlebenszyklen dargestellt werden, werden Umwelt und Ökonomie gemeinsam betrachtet und auch wenn im Sozialkapitel die Auswirkungen aus Verkehr, Beschäftigung oder Betriebsschließungen beschrieben werden, sind wiederum alle drei Säulen der Nachhaltigkeit vereint. 32
Der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung Dr. Volker Hauff sagte in seiner Rede aus Anlass der Präsentation zum Ranking von Nachhaltigkeitsberichten 2005 durch IÖW und future e.V: „Nachhaltigkeitsberichte leisten eine wichtige Voraussetzung für den Dialog der Unternehmen mit der Gesellschaft. Nur die ehrliche, lückenlose und glaubwürdige Berichterstattung über die Aktivitäten wird vom Verbraucher mit Vertrauen honoriert.“ 33 Er betonte auch, dass Glaubwürdigkeit Transparenz braucht und Grundlage für Transparenz eine glaubwürdige Berichterstattung und die offene Kommunikation zwischen Unternehmen und
30 Heemskerk, B., Pistorio, P. und Scicluna, M. (o.J.), S. 7.
31 Schulz, D. (2003), S. 41.
32 Vgl. Karll, R. (2002).
33 Vgl. Hauff, V. (2005), S. 3-4.
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Stakeholdern sind. Eine wichtige Voraussetzung für den Dialog mit den verschiedenen Zielgruppen ist die Berichterstattung über Visionen, Ziele, Strategien und Aktionen des Unternehmens. Die Themen, wie Arbeits- und Sozialbedingungen, Tragfähigkeit des Ökosystems beim Umgang mit Materie und Energie, Verwirklichung von Gerechtigkeit und Konfliktausgleich, sowie Rolle des Unternehmens bei Verteilung von Reichtum, sollen von jedem international agierenden Unternehmen in einem Nachhaltigkeitsbericht erfasst werden. 34 Es gibt die folgenden drei Formen von Nachhaltigkeitsberichten: 35
1. Einige Berichte fassen Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialbericht zusammen. Der Nachhaltigkeitsbericht bei diesen Unternehmen, die häufig nach der DIN EN ISO 14001 zertifiziert wurden, ersetzt die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Der Bericht ist nach ISO 14001, im Gegensatz zur Umwelterklärung nach EMAS, nicht zwingend vorgeschrieben. 2. Andere Unternehmen (z.B. Bayer, Henkel) greifen sich einzelne Aspekte von Nachhaltigkeit heraus und betonen sie in ihrem Bericht höchst unterschiedlich. 3. Andere Unternehmen integrieren in ihrem Nachhaltigkeitsbericht ihre Umwelterklärung nach EMAS und fügen dieser ergänzende Informationen zu Wirtschaft und Sozialem bei. Alle Berichte umfassen die drei Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung, aber die Gewichtung ist höchst unterschiedlich, so dass eine Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsberichte nicht möglich ist.
Für die Verbesserung und Förderung der Nachhaltigkeitsberichterstattung haben verschiedene Institutionen Leitfäden, Richtlinien und Normen veröffentlicht. Diese sorgen für eine Standardisierung der Berichterstattung und die Festlegung von bestimmten Kernbereichen sowie Kennzahlen und Indikatoren, die die Bewertung der Unternehmensleistung erleichtern sollen. Die Leitfäden dienen als Handlungsorientierung und die Richtlinien, die z.B. von Verbänden und Ministerien herausgegeben werden, zeigen einen verbindlichen Charakter. Durch Nor-mierungsorganisationen werden die Normen entwickelt und sind z.T. die Grundlage für mögliche Zertifizierungsprozesse. 36 Die internationale Nachhaltigkeitsberichterstattung ist von der Global Reporting Initiative (GRI) durch den international verbreiteten GRI-Leitfaden entscheidend gefördert worden. Für Unternehmen ab einer bestimmten Unternehmensgröße wird eine Berichtspflicht gefordert, die ökonomische, ökologische und soziale Leistungen beinhal-
34 Vgl.Wild, W. (2001).
35 Vgl. Teichert, V. (2005), S. 7-10.
36 Vgl. Herzig, C. und Schaltegger, S. (2003).
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tet. Dänemark, Frankreich und Schweden sind Beispiele derjenigen Länder, bei denen es eine gesetzliche Verpflichtung über Nachhaltigkeitsaspekte zu berichten, gibt. 37
3.2 Gründe und Hauptmotive der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen Mögliche Gründe für die Unternehmen, die über Nachhaltigkeitsaspekte berichten, können die folgenden sein: 38
• Erfüllung gesellschaftlicher Ansprüche
Die Unternehmensleitung muss zur Sicherung der Ressourcenverfügbarkeit (z. B. Arbeit, Kapital, Know-how) die gesellschaftlichen Ansprüche berücksichtigen. Der Zweck des Unternehmens wird von den ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen der Stakeholder beeinflusst, die entsprechende Informationen einfordern. Das unternehmerische Handeln und dessen Wirkungen werden mit einer Nachhaltigkeitsberichterstattung legitimiert.
• Sicherung der Glaubwürdigkeit
Die Erzielung der Glaubwürdigkeit und der Aufbau des Vertrauens in das Unternehmen sollen durch eine transparente Berichterstattung erreicht werden. 39 Die interne Diskussion im Unternehmen, in der die Mitarbeiter und -innen die Chance haben, ihre Ideen, Vorschläge und Kritik zu äußern, gilt als wesentlicher Bestandteil transparenter und glaubwürdiger Unternehmenspolitik.
• Aufbau von Reputation
Der Unternehmenserfolg und unternehmerische Handlungen werden durch eine hohe Unternehmensreputation gestützt, welche den Umgang mit den Stakeholdern vereinfacht. Die Unternehmen mit einer nachhaltigkeitsorientierten Unternehmenspolitik können sich einen Vorteil gegenüber Konkurrenten verschaffen, die ein ökologisch-soziales Engagement vernachlässigen.
• Betriebsinterne Information und Steuerung
Eine Nachhaltigkeitsberichterstattung wirkt motivierend für die Mitarbeiter, die z. B. bei der Sammlung von Informationen oder bei Maßnahmen zur Umsetzung der nachhaltigen Unternehmensentwicklung teilnehmen.
• Zwischenbetrieblicher Vergleich
37 Vgl. http://www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de/3_1ueberblick.html [20.08.2006].
38 Herzig, C. und Schaltegger, S. (2003).
39 Vgl. Wild, W. (2001).
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Eine glaubwürdige Berichterstattung, die über die nachhaltige Unternehmensleistung in-formiert, ermöglicht ein Unternehmensvergleich. Die Berichtsformen sollen trotz des gebotenen Handlungsspielraums zur flexiblen und individuellen Gestaltung von Nachhaltigkeitsberichten ein aussagekräftiges Benchmarking der nachhaltigkeitsbezogenen Unter-nehmensperformance zwischen den Unternehmen als auch über die Zeit unterstützen. Die Motive für eine aktive Kommunikation können von Unternehmen zu Unternehmen oder von Branche zu Branche unterschiedlich sein. Das IÖW hat in einer Befragung drei wesentliche Berichterstattungsmotive identifiziert: 40
• Marktorientierte Motive
Wenn ökologische oder soziale Überlegungen für die Kaufentscheidung eine wichtige Rolle spielen, ist es von größtem Interesse, dass das Nachhaltigkeitsengagement einen klaren Marktbezug aufweist. Im Marketing ist es wichtig nicht nur leistungsstark zu sein, sondern dies im Markt auch eindeutig zu kommunizieren.
• Managementorientierte Motive
Die kleinen und mittleren Unternehmen sehen sich keineswegs als Gegenstand öffentlichen Interesses und stehen nicht unter dem Druck der öffentlichen Kritik oder Pressekritik. Eine wichtige Aufgabe der Nachhaltigkeitsberichterstattung in solchen Unternehmen besteht darin, ihr internes Sozial- und Umweltmanagement zu fördern. Die Hauptaufgabe der Berichte ist die Unterstützung des Controllings sowie auch die Information und Motivation von Mitarbeitern. Der Bericht wird für Kommunikation innerhalb des Unternehmens genutzt und für die Unterstützung von Managementfunktionen eingesetzt.
• Öffentlichkeitsorientierte Motive
Die Großunternehmen wie z.B. der Chemieindustrie stehen seit Jahren unter öffentlichem Druck wegen des mangelnden öffentlichen Vertrauens in den Bereichen Umweltschutz, Anlage- und Produktsicherheit. Ziel der öffentlichkeitssensiblen Branchen ist es, mittels Kommunikation Vertrauen und Glaubwürdigkeit und mehr öffentliche Akzeptanz für ihre Produkte aufzubauen. Der Nachhaltigkeitsbericht trägt dazu bei, dass den Stakeholdern die Wechselwirkungen und Zielkonflikte, die zwischen den verschiedenen Dimensionen bestehen, verdeutlicht werden.
40 Vgl. Clausen, J.; Loew, T. et al. (2001), S. 9.
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3.3 Zielgruppen - Anspruchsgruppen (Stakeholder)
3.3.1 Erwartungen der Stakeholder und Ausgestaltung der Unternehmenskommunikation Die Kernfrage hier lautet: Wer liest Nachhaltigkeitsberichte und welche Interessen und Ansprüche haben die Zielgruppen, die Nachhaltigkeitsberichte oder CSR-Berichte lesen? Eine weitere Frage lautet: Wie oder womit erreichen diese Berichte ihre Leser? Einige typische Anspruchsgruppen und ihre vorrangigen Informationsbedürfnisse sind:
• Aktionäre: zukünftige Chancen und Risiken sowie Fähigkeit mit Krisen umzugehen
• Konsumenten: Produktsicherheit, Entsorgung und Gesundheit
• Mitarbeiter: soziale Sicherheit, faire Löhne, Arbeitssicherheit, Karrieremöglichkeiten und Image
• Behörden: Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften sowie Risikomanagement, Arbeitssicherheit und Emissionsdaten
• Nichtregierungsorganisationen (NGOs): philanthropische Zuwendung, Gemeindearbeit, Menschenrechte und Minderheitenrechte
• Konsumentenschutzgruppen: Produktleistungen und fairer Handel
Die Studie Global Reports (2000) zeigte, dass der Trend in Richtung Stakeholder Governance geht, die bei der Entscheidung von grundlegenden Strategien einen Einfluss hat oder die Rolle einer Beratung einnimmt. Vor allem in der Berichterstattung helfen sie bei der Auswahl der Themen und der Indikatoren und bestimmen, wie Glaubwürdigkeit geschaffen werden kann. 41 Die von der Beratungsgesellschaft Pleon Kohtes Klewes durchgeführte Befragung mit 495 Teilnehmern, die die verschiedenen Stakeholder-Gruppen gebildet haben, hat gezeigt, dass Aktionäre und Investoren von der Mehrheit der Befragten als die Hauptzielgruppe eines Nachhaltigkeitsberichts mit einen Anteil von 67,3% angesehen werden, gefolgt von der Zielgruppe der Unternehmensmitarbeiter (51,7%) an zweiter Stelle und den Konsumenten/ Kunden an dritter Stelle mit 42,8%. Die Medien und NGOs kommen erst auf Rang vier und fünf der Zielgruppen. In Abbildung 3 werden die Anspruchsgruppen eines CSR- oder Nachhaltigkeitsberichts dargestellt. Die fünf größten Zielgruppen des Stakeholder- Spektrums, die an der Umfrage teilgenommen haben, waren die Mitarbeiter (27,5%), die Berater (19,4%), die Wis-
41 Vgl.Karll, R. (2002).
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senschaftler (13,3%), die NGOs (12,3%) und die Finanzwelt (6,2 %); die Mehrheit der Befragten stammten aus Westeuropa und der englischsprachigen Welt. 42
Abb. 3: Wichtigste Zielgruppen der CSR-Berichterstattung (Quelle: Pleon Kohtes Kle-
wes, 2005)
Welche inhaltlichen Erwartungen die Zielgruppen an die Nachhaltigkeitsberichte haben, wird in Abbildung 4 dargestellt. Vor allem die Stakeholder erwarten die angemessene Berücksichtigung ökologischer Themen. Dass die Unternehmen „sehr intensiv“ zum Thema Ökologie berichten sollten, ist weltweit die Meinung von 70,9% der Stakeholder. Dieser Anteil ist, im Vergleich zur Befragung von 2003, um 2,7% gestiegen. Eine „sehr intensive“ Berichterstattung zum Thema Soziales erwarten 65,1% (2003: 65,3%) und zum Thema Ökonomie wollen nur 38,2% (2003: 36,1%) eine intensive Berücksichtigung. Damit wird klar, dass ökonomische Themen eine untergeordnete Rolle für die Stakeholder spielen. Ein möglicher Grund dafür ist, dass der Geschäftsbericht das gängige Medium für ökonomische Informationen eines Unternehmens ist.
42 Pleon (2005), S. 48-49 und S.105-131.
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Abb. 4: Allgemeine inhaltliche Erwartungen an die Nachhaltigkeitsberichte (Pleon Koh-
tes Klewes, 2005)
Einige Indikatoren für die einzelnen Themenblöcke, die am häufigsten von Stakeholder erwartet werden, sind:
• Im Themenblock Ökologie: Energie-/Ökoeffizienz (von 61% der Teilnehmer als „sehr wichtig“ betrachtet), Klimaschutz (59,4%), Umweltschutz im Produktionsprozess und Umweltpolitik (beide 58,8%). Weniger wichtig waren die klassischen ökologischen Themen wie Boden- und Wasserschutz (53,5%) oder Abfallaufkommen/Recycling (49,5 %).
• Im ökonomischen Themenblock: Die Vorreiterrolle nimmt Corporate Governance ein (56% ), Bestechlichkeit und Korruption (52,7%), die Herleitung des Business Case für CSR (48,5%) und Risikomanagement (46,9%). Weniger wichtig sind Umsätze/Erträge/ betriebliche Kennzahlen (33,5%), Investitionen und Aktienanteile (26,3%).
• Im sozialen Bereich: Umgang mit Menschenrechten mit 61,4 % als das wichtigste Thema, Gesundheitsschutz/Arbeitssicherheit (60,4%), Sozialstandards in Entwicklungsländern (56,6%) und Lieferantenkontrolle im Hinblick auf die o.g. Themen (51,1%). Weniger wichtig waren Corporate Citizenship 43 (z.B. Volunteering, Sponsoring) mit 34,5%. Die Unternehmen setzen auf Corporate Citizenship, gemeinnütziges Engagement und Sponsoring und interessieren sich weniger für Themen wie Menschenrechte, die für Stakeholder laut der Studie als weit wichtigstes Thema gilt. Sie berichten eher über Themen, bei denen sie sich am sichersten fühlen, und sie wünschen einen Leistungsbericht, der eine PR-Funktion erfüllt. Unternehmen müssen eine extrem heterogene Zielgruppe so bedienen und alle in kurzer Zeit
43 „Unter Corporate Citizenship wird die Bündelung aller über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinausgehenden
gesellschaftsbezogenen Aktivitäten eines Unternehmens und deren strategische Ausrichtung auf übergeordnete
Unternehmensziele verstanden.“ Siehe http://www.upj-online.de/index/66261 [15.09.2006].
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und in lesbarer Form zufrieden stellen. Diese Aufgabe ist in den letzten Jahren durch internetbasierte Berichterstattungen realisiert worden. Laut der Studie von Pleon hat die Nachfrage nach gedruckten Berichten oder ihrer herunterladbaren PDF-Version im Vergleich zu 2003 zugenommen und die Nachfrage nach innovativeren elektronischen Formaten abgenommen. Laut der Studie „Geheime Mission? Deutsche Unternehmen im Dialog mit kritischen Stakeholdern“ berichtet nur ein Viertel der größten 150 befragten Unternehmen in Deutschland über die Ergebnisse eines Dialogs in Form periodischer Nachhaltigkeitsberichte. 44 „Ehrlich gemeinter Stakeholderdialog heißt, aktiv und kontinuierlich die Kommunikation mit internen wie externen Anspruchsgruppen zu suchen. Der Stakeholderdialog trägt damit wesentlich zur Werteentwicklung der Organisation und ihrer Produkte und Dienstleistungen bei und unterstützt Lernprozesse im Unternehmen.“ 45 Die Einbindung der Anspruchsgruppen führt zum Aufbau von Sozialkapital, verstärkt das soziales Vertrauen und ist damit wesentlicher Be-standteil eines glaubwürdigen Nachhaltigkeitsberichts. Aber die Berücksichtigung mehrerer Ansprüche führt zur Entstehung von Zielkonflikten. Wenn die Unternehmen mit Stakeholdern reden, sollten sie die Sprache des Gegenübers verstehen. Gemeint sind hier nicht die Sprachkenntnisse, es geht vielmehr darum, dass sie die vorherrschenden Weltbilder aller Gesprächspartner verstehen können. Das bedeutet, dass sie multilingual sein müssen, ansonsten kann ein Gespräch von Unternehmensvertretern und Stakeholdern schlussendlich sehr unterschiedlich erlebt werden. 46
In der Befragung von Pleon (2003) hielten die Stakeholder die Chemiebranche für eine der besten Branchen im CSR-Reporting. Die Risikokommunikation wird von der chemischen Industrie als sehr wichtig eingestuft, aufgrund der damit verbundenen Chance, mögliche Risiken zu diskutieren und Transparenz zu schaffen. Im September 2005 hat der Verband der chemischen Industrie (VCI) beispielsweise eine Dialogreihe zum Thema Nanomaterialien gestartet. Der VCI engagiert sich auf nationaler und internationaler Ebene in der Sicherheits-forschung und hat eine Dialogstaffel zu den Themen Arbeitsschutz, Umweltschutz, Verbraucherschutz sowie Produktsicherheit initiiert. Mit der Stiftung „Risiko-Dialog“, die die neutralen Stakeholderdialoge moderiert und konzipiert, werden Wissenslücken identifiziert und gemeinsames Wissen aufgebaut. 47
44 Vgl. Steinert, A. (2005).
45 Vgl. Kroiss, F. (2005), S. 6-25.
46 Vgl. Österreichisches Institut für Nachhaltige Entwicklung (ÖIN), http://www.nachhaltigkeit.at/ reporta-
gen.php3?id=45 [03.09.2006].
47 Vgl. VCI (2006).
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3.3.2 Zwischenfazit
Die Unternehmen müssen die Interessen verschiedener Anspruchsgruppen berücksichtigen, die sich miteinander nicht immer in Übereinstimmung befinden. Für die Unternehmen ist die Berücksichtigung der Informationsbedürfnisse meinungsführender und wichtiger Stakeholder, die Reputation gewährleisten können, eine Voraussetzung für einen guten Bericht. Laut der Stakeholder-Befragung von ECC Kohtes Klewes sind die Erwartungen an wirtschaftlichen Themen gering. „Corporate Citizenship“ vermittelt keinen positiven Eindruck. weil die Unternehmen nicht nur über die Bereiche berichten müssten, in denen sie Stärken besitzen. Die Problembereiche, die Benennung von Defiziten und Fortschritten (Leistungsverbesserungen) sowie Themen essentieller Bedeutung wie z.B. Energie-/Öko-Effizienz, Korruption, Umgang mit Menschenrechten sollten nicht unbeachtet bleiben. „Verantwortlich ist man nicht nur für das was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.“ 48 Ein allgemeingültiges „Rezept“ für einen ehrlichen Nachhaltigkeitsbericht gibt es nicht. Die Ansprüche und Erwartungen der Stakeholder sind vielfältig und das führt auch zu einer unterschiedlichen Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Berichte.
3.4 Ziele und Nutzen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die Ziele der Nachhaltigkeitsberichterstattung sind zusammenfassend: 49
• Baustein auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen betrieblichen Führung im Sinne des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung
• Im Sinne einer vollständigen, wahrheitsgemäßen und selbstkritischen Bestandsaufnahme über Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse einer nachhaltigen Entwicklung im Unternehmen zu informieren
• Neue Ziele setzen und Beurteilung der Erkenntnisse durch das Management und Anregung des Lernprozesses im Unternehmen
• Unternehmerische Verantwortung zu kommunizieren und Stakeholderdialog zur Sicherstellung der Glaubwürdigkeit
48 Lao Tse - chinesischer Philosoph.
49 Vgl. Wild, W. (2001).
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Den Nutzen, der sich aus der nachhaltigen Entwicklung ergibt, haben schon viele Unternehmen erkannt. Ein Wandel von Einstellungen und Unternehmensleitlinien ermöglicht Innovations- und Marktchancen, die sich aus Nachhaltigkeitsmaßnahmen ergeben. Der unmittelbare bzw. längerfristige Nutzen, der ein Nachhaltigkeitsbericht bringt, besteht in den folgenden Punkten: 50
• Verbesserung des Risikomanagements und Ausbau der Vorsorge: Nachhaltigkeitsberichte ermöglichen eine Abbildung von ökologischen und sozialen Risiken. Sie übernehmen die Funktion eines Frühwarnsystems für das Unternehmen und leisten einen Beitrag zur Erhöhung der betrieblichen Stabilität.
• Unterstützung des strategischen Managements:
Nachhaltigkeitsberichte stellen dar, wie aktiv ein Unternehmen in seinem sozialen, natürlichen und wirtschaftlichen Umfeld ist. Die Erkennung von Gefahren und die Definition der Aufgabe eines Unternehmens in der Gesellschaft, die durch einen Nachhaltigkeitsbericht leichter wird, ist die Voraussetzung zur Entwicklung zukunftsfähiger Leitbilder und Strategien.
• Förderung der Innovationen:
Ziel der Nachhaltigkeit ist hohe Lebensqualität zu schaffen, so dass Bedürfnisse anders befriedigt werden; die dafür notwendige Vorrausetzung ist die Förderung der Innovationen für neue Produkte, Dienstleistungen und Technologien. Ein Nachhaltigkeitsbericht bildet dafür das Bewusstsein.
• Image und Wettbewerbsfähigkeit werden gestärkt:
Mit glaubwürdigen Nachhaltigkeitsberichten lässt sich die Entwicklung der Unternehmen erkennen und somit das Image sowie die Wettbewerbsfähigkeit am Produkt-, Personal-und Kapitalmarkt stärken.
• Erweitertes Blickfeld:
Damit ist die fachliche Ausweitung, der Blick auf ökologische und allgemeine wirtschaftliche Aspekte, die Sensibilisierung des Unternehmens für mittel- und langfristige Aspekte gemeint. Die Berichterstattung lässt stärker erkennen, wie das Unternehmen mit seiner Region in Verbindung steht.
50 Vgl. http://www.Nachhaltigkeitsberichte.org/berichte/NachhaltigkeitsA.php [08.09.2006]
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4 Gestaltung der Nachhaltigkeitsberichte - Richtlinien/Standards/Indizes
4.1 Grundsätze der Nachhaltigkeitsberichte
Bei der Erstellung der Nachhaltigkeitsberichte und auch der anderen Berichtsformen ist die Einhaltung von international anerkannten Grundsätzen der Berichterstattung wichtig und wird von den meisten vorhandenen Richtlinien der Nachhaltigkeitsberichterstattung verschiedener Institutionen gefördert. Die Grundsätze mit vorrangiger Bedeutungen sind die folgenden 51 :
• Wahrheit: Die Unternehmen sollten den Nachhaltigkeitsbericht sehr verantwortungsbewusst und sorgfältig formulieren und der Wahrheit entsprechen.
• Wesentlichkeit: Der Bericht sollte Informationen vom sozialen, ökonomischen und ökologischen Bereich enthalten. Wesentlich ist eine Information nur dann, wenn sie wichtig für das Unternehmen ist oder wenn sie für das Umfeld eine besondere Bedeutung hat, z.B. für eine Chemiefabrik wären Information über auf dem Gelände gelagerte Stoffe wesentlich. 52
• Klarheit: Die einzelnen Punkte sollten eindeutig und verständlich dargestellt werden. Der Zeitraum, auf den sich der Bericht bezieht, und auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung sollten erkennbar sein. Komplizierte Sachverhalte sollten durch Grafiken oder Bilder veranschaulicht werden.
• Vergleichbarkeit über mehrere Jahre: Die inhaltliche Struktur und die wesentlichen Kennzahlen des Berichtes sollten sich ohne wichtigen Grund nicht ändern, um die Vergleichbarkeit mit früheren Berichten zu bewahren. Die Beeinflussung von Daten durch Zukauf oder Verkauf von Betriebseinheiten sollte im Bericht dargestellt werden.
• Vergleichbarkeit innerhalb der Branche: Es ist wichtig die Berichte über die Zeit vergleichbar zu halten und bei Änderungen wie z.B. Zukauf oder Verkauf von Betriebseinheiten zu zeigen, welche Daten davon beeinflusst werden.
• Stetigkeit: Die Erhebungs- und Bewertungsmethoden müssen dauerhaft angewendet werden und Änderungen sowie auch ihre Auswirkungen sollten bekannt werden.
4.2 Institutionen der Richtlinien von Nachhaltigkeitsberichten
Unterschiedliche unternehmerische Aktivitäten machen die Zugänge von Unternehmen zu Nachhaltigkeitsberichten oder CSR-Berichten vielfältig und individuell. Für eine bessere
51 Kahlenborn W.; Clausen J. und Loew T. (2006), S. 12.
52 Clausen, J.; Loew, T. et al. (2001), S. 18.
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Arbeit zitieren:
Diplom Volkswirtin Grigoria Alevromageirou, 2007, Nachhaltigkeitsberichterstattung in der chemischen Industrie, München, GRIN Verlag GmbH
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