Institut für Sportwissenschaft
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Vanessa Schweppe, 26.10.1981
Studiengang: Lehramt Sek. II
Sport: (4. Sem.) Französisch: (4.Sem.) Italienisch: (3. Sem.) DaF: (3. Sem.)
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3.1 Gesundheit S.6
3.2 Leistung und Selbstbewusstsein S.6
3.3
Erfahrungen von Körperreaktionen und materiale Erfahrungen S.7 3.4 Sport und Gemeinschaft S.7 3.5 Selbsterfahrung S.8 3.6 Unterhaltung und Spiel S.8 3.7 Ästhetik
S.14 6.1 Instrumentalisierung S.14 6.2 Körperkult S.14 6.3 Never-never-games S.15 6.4 Überbietung S.15 6.5 Show S.15 6.6 Kompensation S.16 6.7 Sport ist mein Leben S.16
6.8 Gibt es wirklich Abwege im Sport? S.16
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S.18
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S.19
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Warum treibt jemand Sport? Stellt man diese Frage, wird man viele sehr unterschiedliche Antworten bekommen. Die meisten Menschen werden wohl antworten: Weil es Spaß macht. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, aus dem Sport getrieben wird und sogar bei dem Motiv Spaß kann man sich weiter fragen: Warum macht es Spaß? Die Mehrheit wird über diese Fragen eher selten nachdenken, man erlebt Sport einfach und nimmt in der Regel nur das Wohlbefinden wahr, das von ihm ausgeht. Die Gründe Sport zu treiben, hängen außerdem von Alter, Gesundheitszustand und sozialem Umfeld ab, genauso wie der Wert, den Sport für den Einzelnen hat. Da Sport ein sehr weiter Begriff ist, ist fast für jeden eine passende, bevorzugte Bewegungsform dabei. In dieser Arbeit möchte ich klären, welche Sinnrichtungen Sport überhaupt für die Menschen haben kann, inwiefern der Sinn in den einzelnen Gruppen differiert und ich möchte ebenfalls aufzeigen, welchen Wert Sport für die Menschen haben kann, auch wenn sie sich dessen oft nicht bewusst sind.
Der Sinn, den die Menschen im Sport suchen, hat sich im Lauf der Geschichte gewandelt, treffender ausgedrückt, verschoben, auch wenn häufig noch von einem Wertewandel gesprochen wird. Welche Faktoren waren für diese Werteverschiebung ausschlaggebend? Welchen Sinn sahen die Menschen früher und welchen sehen sie heute hauptsächlich in der sportlichen Betätigung? Sind die Werte von früher oder die Werte heute in der aktuellen Zeit positiver zu beurteilen? Diesen Aspekt möchte ich im vierten Kapitel behandeln.
Im letzten Teil der Arbeit diskutiere ich die Frage, ob noch typische Formen von Sinnverfehlungen im Sport existieren, wie sie in älterer Literatur aufgeführt sind. Es wird deutlich werden, dass man im Sport nicht nur einen einzigen Sinn suchen sollte und ihn nicht wegen eines einzigen Wertes ausübt, sondern dass es vorteilhafter ist, die Fülle der Werte im Sport zumindest kennen- und schätzen zu lernen.
Der Wert des Sports ist also nicht nur bezogen auf verschiedene Menschen unterschiedlich, sondern kann auch für den Einzelnen vielfältig sein.
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Die Bewegung ist eine zentrale Grundlage des Sports. Über die Bewegung sammeln wir bestimmte Erfahrungen, sie ist Teil unserer Lebenswelt. Über sie ist es möglich, etwas zu bewirken, auszudrücken, mitzuteilen oder ein Ziel zu erreichen. Bewegung bedeutet Vermittlung zur Welt, Zugang zur Welt und Wahrnehmung der Welt, denn durch die Bewegung erfahren, erleben und erkennen wir sie.
Sport ist nun eine mögliche Realisierungsform von Bewegung. In einer langen Tradition ist Sport zu dem geworden, was er heute ist: ein kulturelles und soziales Erlebnis. Sport ist für die meisten Menschen ein organisatorisch festgelegter Deutungs- und Bezugsrahmen für ihre Bewegungshandlungen, was bedeutet, dass dieser manche Möglichkeiten der Entfaltung unserer Bewegungen einschränkt. Durch die Begrenzung von Bewegungshandlungen reduziert er die Bewegungskomplexität einerseits und erweitert sie andererseits. Ohne diesen Rahmen gäbe es viele Formen von Bewegungsentfaltung und damit entsprechende Erlebnis- und Erfahrungsmöglichkeiten gar nicht. Dieser Rahmen belegt die Bewegungen mit sozialen Werten, kulturellen Bedeutungen, den Leistungsprinzipien, dem Fairnessgedanken oder ästhetischen Gesichtspunkten. Die sportliche Bewegung hat damit eine gemeinsame kulturelle und soziale Orientierung und Gütemaßstäbe.
Wir erfahren also im Sport nicht nur die unmittelbare Bewegung, sondern ebenso die Voraussetzungen unter denen sie erfolgt, den Rahmen, der sie bestimmt, und die Regeln, die sie festlegen.
Welche an die Bewegung geknüpften Erfahrungen sind nun charakteristisch für den Sport? Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass Lernen, Einsichten, Motive, Gewohnheiten, Einstellungen und Interessen im Sport im Allgemeinen an Erfahrungen geknüpft sind. Unter Erfahrung verstehen wir die Wahrnehmung, das Erleben und das Empfinden von zusammenhängenden Sachverhalten und Situationen im Bezug auf unsere Person. Wir erfahren durch Bewegung, was uns mehr, was uns weniger Wohlbefinden verschafft, was man durch Training verbessern kann, wir erfahren die eigenen und die Reaktionen anderer zum Beispiel im Sportspiel und dieses persönliche Erfahren hat größeren Einfluss auf die Entwicklung von Einsichten, das Entstehen von Gewohnheiten und Einstellungen, als gute Ratschläge anderer Personen.
So werden durch Bewegung auch Lernprozesse ermöglicht oder gar ausgelöst.
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Allerdings wird die unmittelbare Erfahrung, die man im Sport macht, in der heutigen Zeit von Fernsehen und Zeitungen eingeschränkt, welche die sekundären Erfahrungen bereits gefiltert liefern.
Man kann jedoch nicht beeinflussen, welche Erfahrungen jemand mit dem Sport macht. Ob es positive oder negative Erfahrungen sind, lässt sich meist erst im nachhinein feststellen und zudem gibt es individuelle Unterschiede.
Was also für den einen eine positive Erfahrung ist, kann von dem anderen als negativ empfunden werden. Die Erfahrungen die man mit dem Sport macht, müssen nicht zwingend mit den Bewegungen in Verbindung stehen, sondern können oft auch mit Randbedingungen zusammenhängen, zum Beispiel, wenn einem der Trainer sehr sympathisch ist, oder man in der Sportgruppe gute Freunde hat, mit denen man gern zusammen ist.
Es muss nicht zwangsläufig jede Erfahrung im Sport für uns von Bedeutung für unsere Entwicklung sein. So kann man auch Erfahrungen machen, ohne aus diesen zu lernen oder ohne dass aus diesen Einsichten Einstellungen oder Gewohnheiten entstehen. Man unterteilt die im Sport erwerbbaren Erfahrungen in drei Ebenen: man spricht von leiblicher oder körperlicher Erfahrung, wenn die sportliche Bewegung selbst oder unser Körper Inhalt von Erfahrungen ist. Personale Erfahrungen sind solche, die wir über die durch Bewegung ausgelösten Zustände machen, und drittens kann die Bewegung Vermittler von sozialen und materialen Erfahrungen sein.
Es fällt uns am leichtesten zu verstehen, warum sich ein Mensch dem Sport zuwendet, und welchen Wert Sport für einen Menschen hat, wenn wir uns klarmachen, welche Folgen es hätte, würden diese Erfahrungen im Sport fehlen. Mögliche Sinnrichtungen und Werte, die Menschen im Sport suchen, bzw. finden, werden nun im folgenden Kapitel vorgestellt.
Arbeit zitieren:
Vanessa Schweppe, 2002, Sinnmuster und Werte des Sports, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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