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Zwischen Eventorientierung und elterlichen Erwartungen

Eine jugendsoziologische Fallstudie über die Lebensführung eines türkischen Teenagers

Titel: Zwischen Eventorientierung und elterlichen Erwartungen

Seminararbeit , 1999 , 99 Seiten

Autor:in: Assist. Prof. Dr. Burak Gümüs (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Jugend dient zur Reproduktion der Gesellschaft. Heute sind die Fragen nach der Lebensplanung und Lebensführung der Jugendlichen in der Bundesrepublik für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft nicht unwichtig, wozu auch junge TürkInnen zwischen Kindheit und Erwachsenenalter gehören. Die Fragestellung dieser Arbeit zielt deshalb darauf ab, an einem Fallbeisspiel zu untersuchen, wie ein deutschtürkischer Jugendlicher in seinem Alltagshandeln seine Lebenspläne und Erwartungen mit den widersprüchlichen Anforderungen aus Schule, Erwerbsarbeit und Privatleben Tag für Tag auf die Reihe bekommt und auf welcher Grundlage sowie im welchem Rahmen dies geschieht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

1.EINLEITUNG

2. VORGEHENSWEISE DIESER ARBEIT

3. THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN

I. Konzeptuelle Grundentscheidungen

II. Konturen des Konzepts der Lebensführung: Person und Subjektivität

III. Soziale Komponenten

IV. Zusammenfassung des Konzepts der Lebensführung

V. Strukturwandel der Lebensführung

VI. Gesellschaftliche Tendenzen mit der Umschichtung der Randbedingungen der Lebensführung als Folge

4. THEMENBEZOGENE ERLÄUTERUNGEN, ZIELPERSPEKTIVEN UND FORSCHUNGSFRAGEN ÜBER DIE LEBENSFÜHRUNG, LEBENSPLÄNE, FAMILIENBEZIEHUNGEN UND RELIGIOSITÄT

5. DIE ENTWICKLUNG DES LEITFADENS

I. Der problemorientierte Leitfaden

2. HAUPTTEIL: DOSSIER ÜBER TOLGA

1. DIE AUSWAHL DES KANDIDATEN

2. DER ERFAHRUNGSBERICHT

3. AUFBEREITUNG DES INTERVIEWS

4. AUSWERTUNG DES INTERVIEWS

I. Rahmendaten und Portrait des Jugendlichen

II. Der Komplex Lebensführung

III. Gesamtinterpretation

IV. Beurteilung der Validität

3. SCHLUß

1. ZUSAMMENFASSUNG ALLER BEFUNDE : DER FAMILIEN- BZW. HEDONISTISCH - ORIENTIERTE TOLGA IN SEINER MITBESTIMMT- PERIODISCH- DAUERHAFTEN LEBENSFÜHRUNG UND SEINEN KURZ UND LANGFRISTIGEN LEBENSPLÄNEN

2. FORMULIERUNG WEITERER FORSCHUNGSFRAGEN: WAS IST MIT DEM SPORT?

3. REFLEXION DES ANSATZES UND WEITERE METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN: SCHWÄCHEN DES LEBENSFÜHRUNGSKONZEPTS UND DES FORSCHUNGSDESIGNS

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, wie junge türkische Menschen in Deutschland ihren Alltag zwischen Erwerbsarbeit, Schule und Privatleben gestalten. Ziel ist es, auf Basis eines leitfadenorientierten Experteninterviews die innere Struktur ihrer Lebensführung, ihre Lebenspläne und die zugrunde liegenden Erwartungen zu analysieren und ein tieferes Verständnis für die Bewältigungsstrategien in einem widersprüchlichen Anforderungsprofil zu gewinnen.

  • Strukturanalyse der Lebensführung türkischer Jugendlicher in der Bundesrepublik
  • Konzeptualisierung von Lebensplänen und Zukunftserwartungen
  • Untersuchung der Familienbeziehungen und intergenerativer Machtverhältnisse
  • Erforschung der Rolle von Religiosität und kulturellen Normen als handlungsleitende Muster
  • Reflexion methodischer Aspekte in der qualitativen Jugendforschung

Auszug aus dem Buch

Die morgendliche Lebensführung ab sieben bis 12 Uhr

Die morgendliche Alltagsorganisation folgt über die Wochen hinweg einer festen Raum-Zeit- Struktur, die wesentlich durch den gleichbleibenden und für die Schüler obligatorischen Unterrichtsbeginn bestimmt ist : Tolga wacht täglich außer am Wochenende um sieben Uhr in seinem Zimmer auf, steht auf und wascht sich im Bad, bevor er in der Küche frühstückt, sich anzieht und mit dem Auto seines Vaters die Wohnung zur städtischen Berufsschule verläßt. Der Unterricht, deren bindenden Anwesenheitspflicht von Tolga im allgemeinen entsprochen wird, beginnt um 8.35 Uhr. Es besteht keine Samstagsschule, so daß er am Wochenende den Vormittag in seinem Zimmer verschläft, d.h. die Lebensführung wird bedingt von der Antwort auf die Frage, ob nun Wochenende ist oder nicht. Denn diese bestimmt darüber, ob Tolga seiner obligatorischen Anwesenheitspflicht gegenüber der Berufsschule mit den bindenden Unterrichtsbeginnzeiten entsprechen und früh aufstehen muß oder nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt den theoretischen Bezugsrahmen, die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise zur Erforschung der Lebensführung türkischer Jugendlicher vor.

2. HAUPTTEIL: DOSSIER ÜBER TOLGA: In diesem Kapitel wird der empirische Fall des Probanden Tolga detailliert porträtiert, das Interview aufbereitet und das Datenmaterial systematisch ausgewertet.

3. SCHLUß: Das abschließende Kapitel fasst alle Befunde zusammen, formuliert weiterführende Forschungsfragen und reflektiert kritisch den gewählten Ansatz des Lebensführungskonzepts.

Schlüsselwörter

Lebensführung, Jugendsoziologie, türkische Jugendliche, Migrationserfahrung, Lebensplanung, Alltagshandeln, Sozialisation, Familienbeziehungen, Freizeitgestaltung, qualitative Forschung, Identitätsentwicklung, Normalitätsfolien, Bewältigungsstrategien, Berufswahl, Bildungsaspiration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der jugendsoziologischen Analyse der alltäglichen Lebensführung eines in Deutschland lebenden türkischen Teenagers und wie dieser seine Lebenspläne mit elterlichen Erwartungen in Einklang bringt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die tägliche Routine, die schulische und berufliche Lebensplanung, die Dynamik in Familienbeziehungen sowie der Einfluss kultureller und religiöser Normen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel besteht darin, über statistische Daten hinaus die innere Struktur der Lebensgestaltung des Jugendlichen zu verstehen und zu typisieren, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie er widersprüchliche Anforderungen bewältigt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde ein problemorientiertes, qualitatives Leitfadeninterview mit einem 19-jährigen türkischen Jugendlichen durchgeführt, um Daten für eine Einzelfallstudie zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Auswahl und dem Porträt des Probanden Tolga sowie der systematischen Auswertung seiner Aussagen zu Alltag, Familie, Freizeit, Sport und Schule.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Begriffe Lebensführung, Migrationshintergrund, Identität, Sozialisation, Freizeit, Bildung und Familie sind zentral für die theoretische und empirische Arbeit.

Wie lässt sich der Proband Tolga typologisch einordnen?

Die Analyse ergibt, dass Tolga einen Mischtyp darstellt, der sowohl familienorientierte Züge aufweist, als auch stark hedonistisch orientiert ist, wobei die hedonistischen Aspekte in seiner Alltagsgestaltung überwiegen.

Welche Rolle spielt der Sport in Tolgas Leben?

Sport (Fitnesstraining und Fußball) ist ein zentraler Baustein seiner Lebensführung, der ihm nicht nur Spaß bereitet, sondern auch maßgeblich zur Identitätsbildung und zur Steigerung seines Sozialprestiges beiträgt.

Warum vernachlässigt Tolga trotz Bildungsaspiration die Schule?

Die Arbeit verdeutlicht, dass kurzfristige Erfolgserlebnisse im sozialen und sportlichen Bereich für Tolga akuter und belohnender sind als der langfristige, eher abstrakte Nutzen eines Schulabschlusses, zudem fehlen ihm positive Anreize im Schulalltag.

Ende der Leseprobe aus 99 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Eventorientierung und elterlichen Erwartungen
Untertitel
Eine jugendsoziologische Fallstudie über die Lebensführung eines türkischen Teenagers
Hochschule
Universität Konstanz
Autor
Assist. Prof. Dr. Burak Gümüs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
99
Katalognummer
V87911
ISBN (eBook)
9783638017084
ISBN (Buch)
9783638919333
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwischen Eventorientierung Erwartungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Assist. Prof. Dr. Burak Gümüs (Autor:in), 1999, Zwischen Eventorientierung und elterlichen Erwartungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/87911
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Leseprobe aus  99  Seiten
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