2
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung 3
II Wissenschaftstheoretischer Hintergrund 4
1. Direkte Instruktion was versteht man darunter 4
1.1 Auf welchen Annahmen und philosophischen Ideen fußt die Direkte Instruktion 7
1.2 Merkmale von Direkter Instruktion 8
2. Wichtige Voraussetzungen und Aufgaben des Lehrers bzw der Lehrerin 10
3. Ziele 12
4. Kritik an der Direkten Instruktion 13
5. Ergebnisse 15
III Praxisteil 18
1. Von der Unterrichtsplanung bis zur Ergebnissicherung 18
2. Beispiel für eine Verlaufsplanung einer Mathematikstunde nach der Direkten
Instruktion 19
IV Fazit Ausblick 21
V Literaturverzeichnis 24
3
I. Einleitung
Als Abschluß des Seminars „Entwicklung im Kontext von Schule und Unterricht“ -Sommersemester 2007 - soll im Rahmen dieser Seminararbeit das Thema „Direkte Instruktion“ in ihren charakteristischen Facetten vorgestellt werden.
Ziel der Hausarbeit soll sein, die „Direkte Instruktion“ als pädagogisch didaktisches Verfahren in ihrer Konzeption, ihren Kernaussagen und Vorzügen wie eventuellen Schwächen zu präsentieren. Hierbei wird sich die Arbeit vor allen Dingen mit den folgenden Fragen beschäftigen: Was ist überhaupt „Direktes Unterrichten“? Auf welchen theoretischen Annahmen fußt diese „Methode“? Was zeichnet die „Direkte Instruktion im Speziellen aus? Welche Voraussetzungen müssen für eine optimale Umsetzung erfüllt sein und welche Ziele werden von ihr verfolgt? Was ist jedoch auch kritisch anzumerken und was hat der momentane Stand der empirischen Forschung diesbezüglich an Ergebnissen vorzuweisen? Auf Grund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit kann jedoch nicht auf die zahlreichen Studien im Einzelnen näher eingegangen werden. Eine detaillierte Darstellung würde hier eindeutig zu weit führen.
Um auch noch einen ersten Eindruck von der praktischen Umsetzbarkeit dieses Modells zu vermitteln, wird abschließend in einem zweiten Abschnitt dieser Arbeit ein für die „Direkte Instruktion spezifisches Planungsraster aufgezeigt und durch ein Verlaufsschema einer Unterrichtsplanung für eine Mathematikstunde ergänzt.
Die weibliche Leserschaft bitte ich hier um Verständnis, dass ich aus Gründen des besseren Leseflusses weitgehend auf die weiblichen Formen verzichtet habe. Eine Diskriminierung ist somit keineswegs von mir beabsichtigt.
4
II. Wissenschaftstheoretischer Hintergrund
1. „Direkte Instruktion“ – was versteht man darunter?
Einleitend möchte ich mit einem Zitat von Jochen Grell aus seinem Artikel Direktes Unterrichten beginnen. Dort heißt es:
„Das Direkte Unterrichten (so übersetze ich direct instruction) ist eine Weise des Unterrichtens, mit der man seinen Schülern helfen kann, intentionaler und zielbewusster, aktiver, effizienter
und erfolgreicher zu lernen, als es oft in der Schule geschieht.“ 1
Wie sich schon aus dieser kurzen ersten Definition von „Direkter Instruktion“ erkennen lässt, finden sich in der wissenschaftlichen Literatur mehrere synonym verwendete Begriffe. Neben „Direkter
Instruktion“ sind noch folgende Termini geläufig: „Direktes Unterrichten“ 2 , „direkte Unterweisung“ 3 und die ursprüngliche aus dem angloamerikanisch stammende Bezeichnung „direct instruction“ 4 . Diese Begriffe werde ich, um den Textfluss abwechslungsreicher zu gestalten, im Laufe dieses wissenschaftlichen Diskurses entsprechend gleichwertig verwenden.
Betrachtet man die obige Kurzdefinition genauer, so fällt rasch auf, dass die Beschreibung dieser „Methode“ doch recht vage, schwammig und wenig greifbar bleibt. Sucht man nun nach einer eindeutigen Definition, so wird man jedoch enttäuscht. Auf eine prägnante und zugleich universelle Begriffsbestimmung verzichten mehr oder weniger alle. Dieser Sachverhalt erschwert zwar zunächst dem interessierten Leser den Einstieg in dieses Sujet, doch wird aus den Beschreibungen des Phänomens „Direktes Unterrichten“ bald deutlich werden, warum eine allgemein gültige Bezeichnung schwierig zu formulieren ist.
So kann zum Beispiel die „Direkte Instruktion“ laut Martin Wellenreuther als „die Urform des
Unterrichtens angesehen werden“ 5 , in der der Lehrer Gruppenarbeit als auch bestimmte Formen
1 Grell: Direktes Unterrichten. S. 35
2 Siehe Grell: Direktes Unterrichten. S. 35
3 Siehe Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 331
4 Siehe Grell: Direktes Unterrichten. S. 35; Anmerkung: „direct instruction“ eine spezielle Form des Unterrichtens – auf welches ich im weiteren Verlauf der Arbeit noch genauer eingehen werde – stammt laut
Grell aus den USA und wurde dort erstmals Mitte der 80er Jahre von den Autoren Barak Rosenshine und Robert
Stevens in einem Artikel im dritten Handbook of Research on Teaching (1986) und in einem weiteren Artikel
von Rosenshine in der ersten Auflage der International Encyclopedia of Education (1985) beschrieben.
Wellenreuther verweist zudem in Direkte Instruktion S. 331 noch auf einen anderen Autoren, Herrn Hage et al
(1985);
5 Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 331
5
handlungsorientierten Unterrichtens einbindet 6 . Darüber hinaus versteht man auch alle Lernarrangements, „in denen der Lehrer neue Informationen präsentiert“ 7 und den Lernprozess der SchülerInnen so steuert, bis diese Lerninhalte in deren Langzeitgedächtnis sicher abgespeichert sind. 8 Von offenen Unterrichtsformen (wie zum Beispiel Projektarbeit oder Werkstattunterricht etc.), die von den SchülerInnen weitgehend selbständig geplant werden, grenzt sich das „Direkte Unterrichten“
dagegen somit ab. 9 Hierdurch wird deutlich, dass es sich bei der „Direkten Instruktion“ um einen von der Planung zur Durchführung um einen stark lehrergesteuerten Unterricht handelt, welcher alle
Phasen des Lernprozesses zu berücksichtigen sucht. 10 Um meine bisherige Darstellung zu ergänzen, möchte ich an dieser Stelle folgende Textpassage anführen, welche ich dem Artikel Direkte Instruktion von Martin Wellenreuther entnommen habe:
„Als Kernbild direkter Instruktion kann man sich einen Unterricht vorstellen, in dem der Lehrer vor der Klasse steht, Dinge mit den Schülern entwickelt, erklärt oder wiederholt, Anweisungen zur Arbeitsweise in der Stillarbeitsphase gibt, die Lösungen der Schüler kontrolliert, und möglicherweise auf besondere Schwierigkeiten nochmals eingeht. Um dafür die erforderliche Aufmerksamkeit der Schüler zu gewinnen, muss der Lehrer nicht nur in der Lage sein, schülergemäße Erklärungen gemeinsam mit den Schülern zu entwickeln. Er muss vor allem auch die Techniken eines effektiven Klassenmanagements und einer effektiven Klassenführung beherrschen.
Direkte Instruktion erstreckt sich über verschiedene Unterrichtsphasen (Einführung, Wiederholung, Anwendung, Vertiefung). In dieser Unterrichtsmethode haben sowohl kurze Vorträge und Erklärungen wie auch Formen kooperativen Lernens [Stillarbeit, Partnerarbeit
oder Gruppenarbeit] einen Platz.“ 11
Weiter schreibt Wellenreuther und bezieht sich hier auf Hage et al. (1985), dass mindestens 75 Prozent des inhaltlichen Wissens durch die Methode der „Direkten Instruktion“ vermittelt würde. Außerdem käme sie laut einer Studie von Roeder & Sang (1991) in bis zu 90 Prozent des Unterrichts zur
Geltung. 12 Nach Weinert (1998) kann die „Direkte Unterweisung“ sogar als die wirksamste Methode für „anspruchsvolle Leistungsziele“ 13 angesehen werden.
6 Siehe Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 366
7 Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 331
8 Siehe Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 331
9 Siehe Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 331
10 Siehe Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 331
11 Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 332
12 Siehe Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 331
13 Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 331
6
Fasst man alle genannten Aspekte zusammen, so lässt sich behaupten, dass die „Direkte Instruktion“ auch noch als Oberbegriff für alle Unterrichtsformen verstanden werden darf, in denen die Lehrkraft das Unterrichtsgeschehen direkt lenkt, kontrolliert und die Übermittlung von Informationen meist selbst übernimmt. 14
Da es sich – wie oben angedeutet – bei der „Direkten Unterweisung“ um keine klar umrissene Unterrichtsmethode handelt, wird nun deutlich, warum eine exakte Definition schwer zu formulieren ist. „Direkte Instruktion“ ist sowohl eine spezielle Methode des Unterrichtens als auch gleichzeitig ein Überbegriff für viele Lehrmethoden.
Um doch noch eine gewisse Begriffsbestimmung vorzunehmen, auf welche sich diese Arbeit stützt, will ich nun zum Schluss dieses Kapitels mit folgendem Zitat von Martin Wellenreuther schließen:
„Sie ist zwar – im Gegenteil zu manchen kritischen Einwänden - das Gegenteil eines bornierten Paukunterrichts, doch wird das Lernen der Schüler in der Tat sehr stark durch den Lehrer gesteuert. Er gibt die Ziele vor, zerlegt den Unterrichtsstoff in kleine, überschaubare Einheiten, vermittelt das notwendige Wissen; stellt Fragen unterschiedlicher Schwierigkeit, sodass der einzelne Schüler die richtige Lösung mit großer Wahrscheinlichkeit finden kann; er sorgt für ausreichende Übung, kombiniert in zweckmäßiger Weise Klassen- Gruppen- und Individualarbeit; kontrolliert beständig die Lernfortschritte der einzelnen Kinder und hilft in möglichst unauffälliger Art bei der Vermeidung oder Überwindung von Lernschwierigkeiten.“ 15
14 Siehe Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 332
15 Zitiert nach Wellenreuther: Direkte Instruktion. S. 332; Anmerkung: Etwas unklar bleibt jedoch die Bezeichnung „Direkt“. Hier lässt sich nur erahnen, dass mit diesem Wort auf die starke Lehrerzentrierung und dessen Verantwortung bezüglich der Planung sowie Durchführung des jeweiligen Unterrichts angespielt werden soll. Fragt sich somit was könnte unter „Indirekt“ (das durch die Verwendung von „Direkt“ impliziert ist) verstanden werden? Da sich die „Direkte Instruktion“ von offenem Unterricht distanziert, könnten damit entdeckende und selbstgesteuerte Lernformen gemeint sein.
Arbeit zitieren:
Werner Pres, 2007, „Direkte Instruktion“ als pädagogisch-didaktisches Verfahren in ihrer Konzeption, ihren Kernaussagen und Vorzügen sowie eventuellen Schwächen, München, GRIN Verlag GmbH
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