Lehrbereich : Neuere Geschichte Seminarart : Proseminar Titel der Veranstaltung : Kriegsausbruch 1939 Semester : SS 2002
Hausarbeit :
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Vorgelegt von :
Alexander Stock
Fachsemester :
Hauptfach
Nebenfächer :
Duisburg, 8. August 2002
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1 Einleitung 2
2 Stresemanns Außenpolitik ( 1924-1929 ) 3
2.1 Außenpolitische Ziele und Wege 3
2.2 Außenpolitische Ergebnisse 5
3 Hitlers Außenpolitik ( 1933-1939 ) 6
3.1 Außenpolitische Ziele und Wege 6
3.2 Außenpolitische Ergebnisse 8
4 Fazit 9
5 Literaturverzeichnis 12
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In der vorliegenden Arbeit soll analysiert werden, ob die Außenpolitik des Hitler-Regimes bis 1939 kontinuierlich an die Weimarer Außenpolitik ab 1924 anknüpft oder ob ein Umschwung zu erkennen ist.
Dabei richtet sich das Hauptaugenmerk auf das Verhältnis zwischen der Außenpolitik Stresemanns 1924-1929 und der maßgeblich von Hitler vorgegebenen Außenpolitik von der Machtergreifung 1933 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939. Es wird interessant zu beobachten sein, wie sich die zwei deutlich voneinander unterscheidenden politischen Führungsstile und die selbst gesetzten Ziele innerhalb des europäischen Staatensystems auf die Entwicklung der Außenpolitik auswirkten. Bezogen auf diese Fragestellung, ob nun mehr Kontinuitäten oder mehr Neuanfänge beobachtbar sind, ist zu konstatieren, dass es von zahlreichen Historikern die verschiedensten Antworten hierzu gibt. Somit gilt dieses Problem für den Autor immer noch als unbefriedigend und erscheint für eine weitere wissenschaftliche Untersuchung lohnenswert.
Zuerst wird die Arbeit speziell auf die Rahmenbedingungen und zu Grunde liegenden Gegebenheiten eingehen, mit denen sich der Außenminister Stresemann in seiner Amtszeit bezüglich der Außenpolitik des Deutschen Reiches konfrontiert sah. Stresemanns außenpolitischen Ziele werden herausgearbeitet, auf die zentralen Wege, die diese Ziele erst hätten durchsetzen können, wird aufmerksam gemacht und abschließend wird das Ergebnis seiner gesamten Außenpolitik als Resümee beleuchtet. Darauf folgt eine genauere Betrachtung der Außenpolitik Hitlers. Es wird die Frage gestellt, welche Relevanz und Bedeutung seine außenpolitisch gesteckten Ziele hatten und welche Mittel er bereit war einzusetzen, um diese Ziele zu verwirklichen. Ferner soll das Ergebnis dieser Politik Hitlers ersichtlich werden, um so auch den Weg in den Krieg besser zu verstehen
Durch diese Gegenüberstellung der beiden Politikstile in den beiden verschiedenen Zeitepochen soll in dieser Arbeit der Blick auf mögliche Gemeinsamkeiten und außenpolitische Fortführungen, aber auch auf außenpolitische Neuordnungen und Umbrüche geworfen werden und jeweils in den einzelnen Kapiteln Bezug genommen werden.
Abschließend wird im Fazit eine Synthese erstellt, die die zuvor ausgearbeiteten Ergebnisse nochmals zusammenfügt,um zu einem klaren,endgültigen Urteil zu gelangen
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Der Außenminister Gustav Stresemann hat die Außenpolitik Weimars von 1924-1929 in einem Maße geprägt und gestaltet, dass er zu Recht zu den herausragendsten Politikern der Weimarer Republik gezählt werden kann. Seinem über seine eigene Zeit hinaus ausgeprägten markanten politischen Stil ist es zu verdanken, dass das Deutsche Reich nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wieder ins ’Konzert der Großmächte“ zurückfand. 1 Stresemanns Grundsätze blieben durchgehend das Ausklammern des Krieges als Mittel der Politik und der Aufbruch aus der Isolation. Dieser „erfolgte schöpferisch und nicht störend, im Einvernehmen mit den anderen Staaten und nicht im Gegensatz zu ihren Interessen.“ 2 Diese Handlungsweise fand international Beachtung, so dass man in den USA von der „Stresemann Policy“ stellvertretend für die Entspannungspolitik in Europa seit 1924 sprach. 3 „Mit friedlichen, vernünftigen Mitteln wollte das Deutsche Reich zur allgemeinen Verständigung der Staaten beitragen und sich im Einvernehmen mit den anderen Nationen einen führenden Platz in Europa sichern.“ 4
Um diese Wege, die zum Einvernehmen führen sollten, zu beschreiben, müssen zuerst die ideologischen Ziele Stresemanns angesprochen und analysiert werden. Hier lässt sich als verlässliche und vertrauliche Quelle der sogenannte ’Kronprinzenbrief’ vom September 1925 anführen, in dem Stresemann seine Ziele detailliert dargelegt hat: Sicherung des Friedens, Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, Wiedererstarken Deutschlands, Schutz der Auslandsdeutschen, Eintritt in den Völkerbund und Korrektur der Ostgrenzen, d.h. Zurückgewinnung der durch den Versailler Vertrag abgetrennten Gebiete. 5 Dieser erst nach seinem Tode veröffentlichte Brief ist oft so ausgelegt worden, „daß hinter Stresemanns Verständigungspolitik von vorneherein nur taktische Motive standen und er im Grunde immer an seinen nationalistischen und imperialistischen Ziele festgehalten habe.“ 6 Diese Diskussion, auf die in dieser Arbeit nicht eingegangen werden kann, ist besonders interessant, wenn man sich die Wandlung vom
1 Siehe Erdmann, Karl Dietrich : Gustav Stresemann. Sein Bild in der Geschichte, in : Historische
Zeitschrift, Band 227 (1978), S. 599-616, hier S. 616.
2 Hildebrand, Klaus : Das vergangene Reich. Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler, Berlin
1999, S. 526.
3 Siehe Berg, Manfred : Gustav Stresemann. Eine politische Karriere zwischen Reich und Republik,
Göttingen / Zürich 1992, S. 85.
4 Hildebrand : Das vergangene Reich, S. 512.
5 Siehe ebd., S. 532.
6 Berg, S.86.
Arbeit zitieren:
Alexander Stock, 2002, Ist eine Kontinuität oder ein Umbruch in der nationalsozialistischen Außenpolitik bis 1939, bezogen auf die Außenpolitik Stresemanns, zu erkennen?, München, GRIN Verlag GmbH
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