Inhaltsangabe:
Poppers „trail and error“ ein Dogma der Sozialwissenschaften? 1
Inhaltsangabe: 2
1.) Einleitung 3
1.1) Historische Entwicklung 4
2.) Grundlagen von Poppers „trail and error“ 6
2.1) Paul Feyerabends Kritik an Popper 7
2.2) Paul Feyerabends Lösung 9
3.) Das Fazit 10
4.)Quellenangabe 11
2
1.) Einleitung
„Unsere Unwissenheit ist grenzenlos und ernüchternd“ (Popper, Karl R.: Die Logik der Sozialwissenschaften, In: Prof. Dr. Heinz Maus/ Prof. Dr. Friedrich Fürstenberg (Hg.): Soziologische Texte. Th. W. Adorno u. a. Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie.2. Aufl., Neuwied und Berlin: Hermann Luchterhand Verlag GmbH 1970, S. 103). Mit dieser zweiten These des Referates von Karl R. Popper 1 „Logik der Sozialwissenschaften“ 2 spielt dieser besonders auf die in den Naturwissenschaften verbreitete Unwissenheit an. Diese These, welche auf die „sokratische Idee des Nichtwissens“ (ebd.) aufgebaut ist, bildet eine der beiden Grundlagen für die sechste These, die als Hauptthese definiert ist. In der Annahme Poppers, dass „(m)it jedem Schritt, den wir vorwärts machen, […] in Wahrheit alles unsicher und im Schwanken begriffen ist“ 3 , leitet dieser seine Sicht der Probleme und Problemlösungen ein. Der Ursprung eines jeden Problems in den Natur- aber auch Sozialwissenschaften sei der „Beginn des Wissens“ (ebd.). Somit beginnt „Die Erkenntnis […] mit Problemen. Kein Wissen ohne Problemeaber auch kein Problem ohne Wissen“ (ebd. S.104). Erst wenn unsere Beobachtungen unerwartete Ergebnisse liefern, die unseren Theorien und dem zugrunde liegenden Wissen widersprechen, beginnt der Ausgangspunkt wissenschaftlicher Arbeit.
1 Sir Karl Raimund Popper (* 28. Juli 1902 in Wien; † 17. September 1994 in London) war ein
österreichischer und britischer Philosoph, Soziologe und Wissenschaftstheoretiker.
2 Das Referat von Karl R. Popper umfasst insgesamt 27 Thesen, die in diesem ihre Erläuterung
finden. Am Ende dessen unterbreitet Karl R. Popper noch einen Vorschlag und schließt dieses mit einer Betrachtung ab. Das Referat ist Teil eines Buches zum Positivismusstreit in der deutschen Soziologie.
3 Mit jedem Schritt, den wir vorwärts machen, mit jedem Problem, das wir lösen, entdecken wir nicht
nur neue und ungelöste Probleme, sondern wir entdecken auch, dass dort, wo wir auf festem und sicherem Boden zu stehen glaubten, in Wahrheit alles unsicher und im Schwanken begriffen ist (Popper, Karl R.: Die Logik der Sozialwissenschaften, In: Prof. Dr. Heinz Maus/ Prof. Dr. Friedrich Fürstenberg (Hg.): Soziologische Texte. Th. W. Adorno u. a. Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie.2. Aufl., Neuwied und Berlin: Hermann Luchterhand Verlag GmbH 1970, S. 103).
3
„Und was dann zum Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Arbeit wird, ist nicht so sehr die Beobachtung als solche, sondern die Beobachtung in ihrer eigentümlichen Bedeutung […], die problem - erzeugende Beobachtung“(ebd. S.105). Somit stellt Karl R. Popper in seiner sechsten These (Hauptthese) fest: „Die Methode der Sozialwissenschaft, wie auch die der Naturwissenschaft, besteht darin, Lösungsversuche für ihre Probleme, von denen sie ausgeht, auszuprobieren“ (ebd. S.105).
Diese sechste Hauptthese bildet den Leidfaden dieses Essays. In diesem wird dargestellt, inwieweit die Sichtweise Karl R. Popper von der Arbeit der Wissenschaften seine Berechtigung gefunden hat.
1.1) Historische Entwicklung
Das Referat von Karl Popper „Logik der Sozialwissenschaften“ (1961), welches anlässlich einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie entstanden ist, wird als Beginn der Positivismusdebatte bezeichnet. Der Positivismusstreit bezeichnet eine in den 60er Jahren geführte Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen, den Vertretern des „Kritischen Rationalismus“ und den der „Kritischen Theorie“, über Methoden und Werturteile sowie Theorienbildung in den Sozialwissenschaften. Karl R. Popper als auch sein Schüler Hans Albert 4 zählen zu den Vertretern des „Kritischen Rationalismus“.
Auf der anderen Seite stehen Theodor W. Adorno 5 und Jürgen Habermas 6 als Anhänger der „Kritischen Theorie“. Deren Sichtweise wird als interdisziplinäre und gesamtgesellschaftliche Analyse aufgefasst.
4 Hans Albert (*8.Februar 1921 in Köln) ist ein deutscher Philosoph und Soziologe. Er war bis zu
seiner Emeritierung 1989 Professor für Soziologie und Wissenschaftstheorie in Mannheim. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift „Aufklärung und Kritik“ und Ehrenpräsident der Gesellschaft für kritische Philosophie e.V. sowie wissenschaftlicher Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.
5 Theodor Ludwig Wiesengrund-Adorno (*11.September 1903 in Frankfurt am Main; † 6.August
1969 in Visp, Schweiz) war ein deutscher Philosoph, Soziologe, Musiktheoretiker und Komponist. Der Titel eines Sozialphilosophen, der Adorno häufig verliehen wird, hebt auf den gesellschaftskritischen Schwerpunkt seines Philosophierens ab, dem nach 1945 die intellektuell führende Rolle im Frankfurter Institut für Sozialforschung entsprach.
4
Arbeit zitieren:
Stefan Spriestersbach, 2006, Poppers „trial and error“ - Ein Dogma der Sozialwissenschaften?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Positivismusstreit - Geschichte und Positionen
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Hausarbeit, 19 Seiten
Internationalisierungsstrategien von nationalen Fußballligen - Ausland...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 154 Seiten
Fluchtpunkt Körper - Zur Entwicklung von Sport und Körper in der Moder...
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Rechtsphilosophische Fragen der Leihmutterschaft
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Seminararbeit, 35 Seiten
Max Webers These und Postulat der 'Werturteilsfreiheit' im ...
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Zwischenprüfungsarbeit, 21 Seiten
Motive und Erklärungsmuster für das Sporttreiben von Kindern im Alter ...
Examensarbeit, 118 Seiten
Körper und Status. Eine Betrachtung von Attraktivität im aktuellen soz...
Examensarbeit, 85 Seiten
Wie erstelle ich einen Fragebogen für eine empirische Forschungsarbeit...
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 13 Seiten
Max Weber: Protestantismus und Kapitalismus
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Essay, 6 Seiten
Legitimation und Anspruch einer Gesundheitsberichterstattung: Gesundhe...
Hausarbeit, 33 Seiten
Befragung - Befragungsarten, Beispiel "Fragebogen"
Soziologie - Methodologie und Methoden
Essay, 14 Seiten
Sueton und die Biographie der Kaiserzeit
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Undank ist der Welt Lohn, aber Gott ist barmherzig und gerecht. Homile...
Theologie - Praktische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Stefan Rodrigo Spriestersbach's Text Poppers „trial and error“ - Ein Dogma der Sozialwissenschaften? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Stefan Rodrigo Spriestersbach hat den Text Poppers „trial and error“ - Ein Dogma der Sozialwissenschaften? veröffentlicht
Stefan Rodrigo Spriestersbach hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare