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Der Schwarze Tod im Mittelalter und seine Folgen für Europa
Inhalt :
I Einleitung 3
II Der Schwarze Tod in Europa 3-7
2.1 Das klinische Bild der Pest 3
2.2 Die Ausbreitung der große Seuche 4
2.3 Pesttheorien im Mittelalter und in der Gegenwart 5
2.4 Die Bekämpfung der Pest 6
III Die Folgen der Pest für Europa 7-9
3.1 Malthusianische und Marxistische Theorie 7
3.2 Soziale Folgen der Pest 8
3.3 Geißler und Judenverfolgung 9
IV Streitfragen der Wissenschaft 9-10
V Literaturverzeichnis
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- 3 - I Einleitung
„Es gibt, so scheint es, keine Hoffnung auf die ersehnte Rettung. Unzählige Leichenzüge seh’ ich nur, wohin ich meine Augen wende, und sie verwirren meinen Blick. Die Kirchen hallen von Klagen wider und sind mit Totenbahren gefüllt. Ohne Rücksicht auf ihren Stand liegen die Vornehmen tot neben dem gemeinen Volk. Die Seele denkt an ihre letzte Stunde, und auch ich muß mit meinem Ende rechnen. [...]
Schon wird die Erde knapp für die Gräber...“ 1
Dieser Auszug einer zeitgenössischen Darstellung beschreibt die Hoffnungslosigkeit der Menschen die mit der großen Seuche von 1347 bis 1352 konfrontiert waren. In der heutigen Zeit geht man im allgemeinen davon aus, dass es sich bei dieser Seuche, dem sogenannten Schwarzen Tod, um die Pest gehandelt hat. Die Forschungslage ist jedoch keinesfalls eindeutig, auch unter den Wissenschaftlern besteht Uneinigkeit darüber, ob wirklich die Pest allein für den Bevölkerungskollaps im 14. Jahrhundert
verantwortlich ist. 2
In dieser Arbeit wird zunächst auf das klinische Bild und auf die verschiedenen Erscheinungsformen der Pest eingegangen. Anschließend wird beschrieben, wo die Krankheit ihren Ursprung hatte, und wie sie sich über Europa ausbreiten konnte. Danach möchte ich auf zwei verschiedene Theorien der Ansteckung mit der Seuche eingehen und schließlich die Folgen für das mittelalterliche Europa beschreiben, zu denen auch die charakteristischen Begleiterscheinung der Geißlerbewegung und der Judenverfolgung gehörten. Abschließend möchte ich auf offene Fragen, nicht geklärte Probleme und Streitfragen der Wissenschaft eingehen.
II Der Schwarze Tod in Europa
2.1 Das klinische Bild der Pest
In der heutigen Zeit werden drei Arten der Pest unterschieden: die Beulen- oder Bubonenpest, die Lungenpest und die Pestsepsis. Bei der Beulenpest gelangt das Bakterium durch den Biss eines infizierten Menschen- oder Rattenflohs in den Körper.
1 Bergdolt, Klaus: Der Schwarze Tod in Europa. Die Große Pest und das Ende des Mittelalters. München
1994, S. 101
2 so stellt David Herlihy zum Beispiel fest, dass überlieferte Beschreibungen der Pest eher zu Krankheiten
wie Fleckenfieber oder Tuberkulose passen (in: Herlihy, David: Der Schwarze Tod und die
Verwandlung Europas. Berlin 1998, S. 18-28)
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- 4 - DieLymphknoten schwellen durch die einsetzende Abwehrreaktion des Körpers stark an und können sowohl nach außen, als auch nach innen aufplatzen. Die Krankheit macht sich zunächst in Form von Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall und
Erbrechen bemerkbar. 3 Wenig später kommen hohes Fieber und Schüttelfrost hinzu, trotz schnellem Puls wirkt der Erkrankte erschöpft und teilnahmslos. Verläuft die Krankheit nicht tödlich, was meist dann der Fall ist, wenn die Beulen nach außen aufplatzen oder aufgeschnitten werden, gehen die Symptome nach ca. einer Woche zurück und nach einer weiteren Woche ist der Normalzustand wieder hergestellt. Ansonsten tritt nach ungefähr vier Tagen der Tod durch Kreislaufversagen ein. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage. Brechen die Beulen nach innen auf, so kann das Lungengewebe infiziert werden. Die somit sekundär entstandene Lungenpest
verläuft in 95% der Fälle tödlich 4 . Im Gegensatz zur Beulenpest kann sie durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Erstes Anzeichen einer Lungenpest ist schleimiger Auswurf, welcher später mit Blut versetzt ist. Der Tod tritt durch Nervenlähmung und Ersticken schon ein bis zwei Tage nach Ausbruch der Krankheit ein. Die Inkubationszeit beträgt ebenfalls nur ein bis zwei Tage. Die dritte Form der Pest ist die Pestsepsis, welche auch sekundär aus der Beulenpest entstehen kann. Bei dieser Form der Krankheit gerät der Erreger in die Blutbahn des Menschen, zum Beispiel durch Aufplatzen der Beulen nach innen, aber auch durch Kontakt mit verseuchten Lebensmitteln oder offenen Wunden anderer Erkrankter. Der Tod tritt schon am selben oder einen Tag nach der Infektion durch Kreislaufversagen ein, die Letalität beträgt nahezu 100 Prozent.
Heute sind viele Autoren der Ansicht, dass bei der großen Seuche im Mittelalter die Beulenpest eine überwiegende Rolle gespielt hat. Andere Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass die Pest lediglich einen Anteil von zehn Prozent an der Mortalität der Seuche hatte, den Rest machten andere Infektionskrankheiten wie Fleckenfieber,
Tuberkulose oder Milzbrand aus. 5
2.2 Die Ausbreitung der großen Seuche
Der Ursprung der Seuche liegt wahrscheinlich in Asien. Inschriften von Grabsteinen aus dem Jahr 1338/39 unweit des Balchasch-Sees beschreiben die Symptome der Pest, ab
3 Schimitschek, Erwin: Malaria, Fleckenfieber, Pest: Auswirkungen auf Kultur und Geschichte -
Medizinische Fortschritte. Stuttgart 1985, S. 160
4 Schimitschek, Erwin: S.161
5 Herlihy, David: S.27
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Arbeit zitieren:
Mathias Antusch, 2002, Der Schwarze Tod im Mittelalter und seine Folgen für Europa, München, GRIN Verlag GmbH
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