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Lebensplanung und Lebensgestaltung bieten jungen Erwachsenen heutzutage viele unterschiedliche Optionen. Die eigene Berufstätigkeit und Berufskarriere, und, in diesem Zusammenhang, Wohlstand und Konsum, werden nicht selten zum Lebensziel. Aber auch die Planung und Gestaltung der Freizeit genießt einen immer höheren Stellenwert. Partnerschaft und insbesondere Elternschaft stehen in ständigem Konkurrenzkampf zu diesen in unserer Gesellschaft so wichtig gewordenen Lebenszielen. Hinzu kommt, dass der jungen Elterngeneration Alternativen zur Verfügung stehen, die einige Generationen zuvor nicht vorhanden oder gesellschaftlich sehr schwer zu verwirklichen waren, z.B. haben Eltern die Möglichkeit, in einer nichtehelichen Gemeinschaft zu leben, Kinder alleine zu erziehen oder Verantwortung für Kinder im Sinne sozialer Elternschaft (also für ein nicht leibliches Kind) zu übernehmen, auf eine Berufskarriere zu Gunsten der Familie zu verzichten oder umgekehrt. Kurz gesagt: Alles ist möglich, und vielleicht erscheint die Lebensplanung und -gestaltung deshalb heute schwieriger als je zuvor. Schon allein die Wahl des Ausbildungsberufs stellt junge Menschen nicht selten vor eine Entscheidung, die sie überfordert. Doch dass Ausbildung notwendig und wichtig ist, darüber wird kaum noch diskutiert. Deshalb müsste es doch verwundern, dass der wichtigste gesellschaftliche Produktionsprozess, nämlich die Erziehung der Kinder in der Familie, von „Laien“ betrieben wird. Eine Ausbildungsvoraussetzung für Elternschaft gibt es in unserer Gesellschaft nicht. Die Elternrolle ist eine Ungelerntenrolle, die die emotional tief verwurzelte Einstellung und gesellschaftliche Selbstverständlichkeit bezeichnet. Auf Unverständnis stößt man, wenn man diese Selbstverständlichkeit in Frage stellt. Oft hört man von Eltern den Satz: „Ich bin doch auch ein ordentlicher Mensch geworden, ohne, dass meine Eltern erziehen gelernt haben! Kleine Reibereien gibt es immer mal, wozu also Erziehen und Familie Leben lernen?“ Selbst als starker Befürworter der Familienbildung hat man einer solchen Argumentation zunächst wenig entgegenzusetzen. Schließlich ist es ein Faktum, dass auch ohne Familienbildung Kinder erzogen wurden und werden, und dass Familie gelebt wird. Die zentrale Frage zu diesem Thema ist doch viel mehr, mit welcher Qualität erzogen wird und auf welche anthropologischen und gesellschaftspolitischen Zielvorstellungen hin dies getan wird.
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Arbeit zitieren:
Belinda Johnson, 2002, Eltern- und Familienbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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