Erkundung und Gäste im Unterricht
0. Problemstellung. 1
1. Grundprinzipien der Erkundung im Unterricht
1.1 Definition. 1
1.2 Methodischer Aufbau. 2
1.3 Lehr-Lern-Rollen. 4
2. Grundprinzipen des methodischen Einsatzes von Gästen im Unterricht
2.1 Definition. 4
2.2 Methodischer Aufbau. 6
2.3 Lehr-Lern-Rollen. 7
3. Praxisbeispiel: Auschwitz-Gedenkstättenfahrt
3.1 Methodische Umsetzung einer Erkundung. 9
3.2 Methodischer Einsatz von Gästen. 10
4. Mögliche Probleme im Unterricht. 10
4.1 Probleme bei Erkundungen. 12
4.2 Probleme bei dem Einsatz von Gästen im Unterricht. 12
5. Fazit. 13
Literaturverzeichnis
Erkundung und Gäste im Unterricht
0. Problemstellung
Aktuell verlangen Politiker von der schulischen im besonderen der politischen Bildung, neben vielem anderen verlangt einen stärkeren Fokus auf Praxisbezug zu legen (Hohlmeier, 1999). Auch in der Wissenschaftlichen Diskussion um ein neues Methodenverständnis im Sozialkundeunterricht spielt in letzter Zeit verstärkter Praxisbezug eine Rolle. Begründen wird dieser mit einer Kritik des Sozialkunde Unterrichts (v.a. der 50er und 60er Jahre), welcher als abstrakte und idealisierte Wert- und Tugendlehre sowie als abstrakte Institutionenkunde entfernt von praktischer Politik und der Lebenswelt der Schüler sei (Rothe 1989, S. 26 ff.). Eine Möglichkeit wie Praxisbezug stärker in den Sozialkundeunterricht einbezogen werden kann bieten die Methoden „Erkundung“ und „Gäste im Unterricht“. Im folgenden sollen nun deren Grundprinzipien dargestellt (Kapitel 2 und 3) werden. Zur Verdeutlichung wird daraufhin ein Beispiel aus der Praxis näher erläutert (Kapitel 4). Abschließend sollen aber auch etwaige Probleme konstruktiv diskutiert werden.
1. Grundprinzipien der Erkundung im Unterricht
1.1 Definition
Die pädagogische Qualität außerschulischer Lernorte ist keine Idee der Moderne. Vielmehr haben bereits Pädagogen wie Comenius, Rousseau, Pestalozzi und später auch ein großer Teil der Reformpädagogen ihren Nutzen betont. Die Bildungsreise junger Adliger im 18. Jahrhundert oder die Wanderschaft von Handwerksgesellen sind frühe Beispiele organisierten Lernens, die Eigenschaften von Erkundungen aufweisen. (Flechsig, 1983) Während diese Methode im Erdkunde-, Geschichts- und Wirtschaftsunterricht auf eine lange Tradition zurückblicken kann, wird sie erst seit kürzerer Zeit in der politischen Bildung diskutiert und angewandt (Becker 1988, 102 ff). Die wenigen empirischen Studien die hierzu vorliegen deuten daraufhin, dass die Erkundung selten bis nie im Sozialkunde Unterricht eingesetzt wird (vgl. Abbildung I). Da in der didaktischen Literatur keine deutlich auseinandergehenden Definitionen zur Methode der Erkundung gibt, soll hier exemplarisch die Definition von Flechsig zitiert werden:
- 1 -
Erkundung und Gäste im Unterricht
Die Lerner begeben sich in natürliche Umwelten oder Institutionen zur Beobachtung und Datenerhebung, um Zusammenhänge zu überschauen sowie Interessen und Standpunkte zu gewinnen.. Es werden Orte aufgesucht, an denen Ereignisse wahrgenommen werden können, die für die Lerner wichtig sind. Der Lerner ist aktiver Beobachter (was man wissen will, warum man was wissen will). (Flechsig, 1983)
Flechsig stellt im folgenden die didaktischen Prinzipien der Erkundung dar:
• Lernen durch unmittelbare Erfahrung und direkten Umgang
• Orientierendes Lernen
• Beiläufiges Lernen 1
In anderen Worten lässt sich das didaktische Ziel der Erkundung wie folgt formulieren:
Der Anspruch ist daher die Überwindung der Trennung von Lern- und Lebenssituation. (Reeken, 2004)
Der Vollständigkeit halber, sollen nun andere gebräuchliche Bezeichnungen dargestellt werden (Flechsig, 1983):
1.2 Methodischer Aufbau
Im Göttinger Didaktik Katalog werden folgende Phasen einer Erkundung unterschieden (Flechsig, 1983):
1 im Unterschied zum gezielten Lernen
- 2 -
Arbeit zitieren:
Martin Hoffmann, 2004, Erkundung und Gäste im Sozialkundeunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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