TU Dresden Institut für Germanistik Sprach- und Literaturwissenschaft Hauptseminar: Morphologie WS 2001/2002
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Vorgelegt von:
Nicole Paschke
Studiengang: Lehramt Gymnasium Deutsch/Katholische Religion/Geschichte Semester: 8/8/3
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1. Einleitung Seite 03
2. Nominationsbildung Seite 04
3. Wortbildung und Flexion Seite 05
4. Wortbildung und Wortschöpfung Seite 07
5. Motivation und Lexikalisierung Seite 08
6. Konstituente und unmittelbare Konstituente Seite 10
7. Konstituentenanalyse Seite 11
8. Wortbildungsmodell und Wortbildungsprodukt Seite 13
9. Zusammenfassende Betrachtungen Seite 14
Literaturverzeichnis Seite 15
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Das Funktionieren des Sprachsystems stellt man sich als Kombination und Ineinandergreifen der einzelnen sprachlichen Einheiten vor. Aus Laute setzen sich die Wörter zusammen, aus den Wörtern wiederum die Sätze, und schließlich werden Sätzen zu einem Text zusammengefügt.
Wird das Wort selbst analysiert und, soweit möglich, in seine Bestandteile zerlegt, spricht man von der Morphologie und Wortbildung. Sie umfasst die Formenlehre, das heißt die Flexionslehre und die Wortartenlehre, teilweise auch die Wortbildungslehre. Die Flexionslehre und die Wortbildungslehre unterscheiden sich dabei auf folgende Weise: In der Flexionslehre werden die Formen der Wörter beschrieben. Dagegen untersucht die Wortbildungslehre, wie aus vorhandenen sprachlichen Mitteln neue Wörter hervorgehen, zum Beispiel häuslich, Hausbau. Während also die Flexion verschiedene Formen desselben Wortes konstituiert (also Haus /Haus -es usw.), entstehen durch Wortbildung neue Wörter. 1 Auf die Flexion und die Wortschöpfung soll im Rahmen der Arbeit später darauf eingegangen werden. Sie stellen zwei Themen dar, mit denen ich mich in meiner Arbeit beschäftigen möchte. Ein anderer zu behandelnder Punkt wird die Nominationsbildung, das heißt die Benennungsbildung, sein. Dabei steht besonders die Begriffsdefinition im Vordergrund. Des Weiteren möchte ich auf die Begriffe der Motivation und der Lexikalisierung eingehen und versuchen zu klären, welche Rolle sie für die Wortbildungsmorphologie spiele. Darauf folgen dann Ausführungen zu den Konstituenten, unmittelbaren Konstituenten und die Demonstration einer Konstituentenanalyse an einem selbst gewählten Beispiel. Die arbeit wird dann beschlossen von dem Gliederungspunkt, in dem es mir um Wortbildungsmodelle und Wortbildungsprodukten gehen soll, gefolgt von einigen zusammenfassenden Betrachtungen.
1 Vgl. Bergmann, R./ Pauly, P./Schlaefer, M., Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft, Heidelberg 1981
(Germanische Bibliothek, Neue Folge 5), S. 159f.
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Explizit aufgeführt wird die Nominationsbildung bei Fleischer/Barz und als Synonym für den Begriff der Benennungsbildung verwendet. Man versteht darunter den Prägungsakt einer neuen Benennungseinheit. Dies geschieht mittels verschiedener Verfahren auf semantischer, syntaktischer oder morphologisch-struktureller Ebene. Jeder der drei Prozesse greift dabei auf bereits vorhandenes Sprachmaterial zurück. Ich möchte nun genauer auf die einzelnen Verfahren eingehen: Das semantische Verfahren beinhaltet die Veränderung der Bedeutung eines Ausgangelementes. Dabei können auch Veränderungen in der Orthografie und der Flexion auftreten. In einem neueren Wörterbuch findet man zum Beispiel verschiedene Begriffe anders definiert als in einem Älteren. Es erfolgt eine Homonymisierung, das heißt es existieren zwei gleichlautende Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung. Ursachen dafür liegen in einer Semenveränderung und demzufolge in einem gewandelten Verständnis des Begriffs. Das Ergebnis des semantischen Verfahrens besteht darin, dass es zum Schwund eines Homonyms kommt. Die ältere Begriffsdefinition schwindet und es bleibt eine völlig neue Nominationseinheit bestehen.
Im Rahmen des syntaktischen Verfahrens steht im Vordergrund der Wortartwechsel. Dieser ist verbunden mit der Entstehung neuer Wörter. Die Begriffsklassen verändern sich. Substantiviert man beispielsweise das Adjektiv ‚luftig’, so erhält man das Wort ‚Luft’. Die Begriffsklassenveränderung vollzieht sich in diesem Beispiel durch den Wechsel von einer Eigenschaft zu einer Substanz. 2
Von Wortbildung im eigentlichen Sinne spricht man beim morphologisch-strukturellen Verfahren. Die zentralen Mechanismen sind Kompostion und Derivation. Dabei wird in die formale Struktur eines Wortes eingegriffen. Diese Eingriffe sind gekoppelt an syntaktische und semantische Prozesse.
2 Vgl. Fleischer, W./Barz, I: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache, Tübingen, 1995, S. 7.
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Arbeit zitieren:
Nicole Paschke, 2002, Wortbildung und deren Bedeutung, München, GRIN Verlag GmbH
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