I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis..................................................................................................... I
Abbildungsverzeichnis. II
1. Aufbau und Ziel der Arbeit. 1
2. Theoretische Grundlegung der Transaktionskostentheorie 1
2.1 Erklärungsansatz von Coase 2
2.2 Erklärungsansatz von Williamson 4
3. Transaktionskosten 4
3.1 Definition von Transaktionskosten 5
3.2 Klassifikation von Transaktionskosten 6
3.3 Determinanten von Transaktionskosten. 8
3.3.1 Verhaltensannahmen 8
3.3.2 Umweltbedingungen. 9
3.3.3 Transaktionsatmosphäre 11
4. Bedeutung der Transaktionskosten in der Praxis 12
4.1 Vertragstheoretische Überlegungen 12
4.2 Transaktionskosten im Anwendungsgebiet Marketing 14
4.3 Die effiziente Koordinationsform 16
5. Kritische Beurteilung des Transaktionskostenansatzes 19
Literaturverzeichnis III
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Organizational Failure Framework.
Abbildung 2: Zusammenhang zwischen T,K Spezifität und Integrationsform
1
1. Aufbau und Ziel der Arbeit
Diese Arbeit soll dem Leser einen Einblick über die neoinstitutionale Transaktionskostentheorie verschaffen. Dabei wurde einerseits die theoretische Grundlegung, andererseits der Bezug zur Praxis herausgearbeitet. Im zweiten Kapitel werden dem Leser zunächst Grundzüge der Transaktionskostentheorie vorgestellt, abgerundet durch die Erklärungsansätze von Coase und Williamson. In Kapitel 3 erfolgt eine nähere Definition des Transaktionskostenbegriffs und anschließend eine Klassifikation der verschiedenen Transaktionskostenarten. Dabei werden auch die wesentlichen Einflussgrößen ausführlich dargestellt und erläutert. In Kapitel 4 soll die Bedeutung der Transaktionskosten in der Praxis anhand vertragstheoretischer Überlegungen, dem Anwendungsgebiet Marketing, sowie Organisationslösungen zur effizienten Gestaltung von Transaktionsbeziehungen vorgestellt werden. Das fünfte Kapitel schließt die Arbeit mit einer kritischen Würdigung des Transaktionskostenansatzes ab.
2. Theoretische Grundlegung der Transaktionskostentheorie
Die neoklassische Theorie geht von der Rationalität der Wirtschaftssubjekte und in ihren Grundmodellen zusätzlich von homogenen Gütern, vollständiger Information, vollständiger Transparenz, vollständigen Verträgen, dem Fehlen von Transaktionskosten und einem Verhalten der Wirtschaftssubjekte als Mengenanpasser aus. 1 „In einer solchen Welt vollkommener Information und unbegrenzter Rationalität lassen sich Unternehmungen nicht als Institutionen zur Optimierung von Tausch und Abstimmungsprozessen begreifen.“ 2
Erst im Rahmen der neuen Institutionenökonomik wird diese viel zu enge Sicht der Unternehmung relativiert, indem die Existenz von Unternehmen darauf zurückgeführt wird, dass jegliches Handeln in einer Marktwirtschaft mit Kosten
1 Wikipedia - die freie Enzyklopädie, http://de.wikipedia.org/wiki/Neoklassische_Theorie, abgerufen
am 26.10.05
2 Picot A.; Dietl H.; Franck E. (2002): Organisation, 3. Auflage, Schäfer-Poeschel, Stuttgart 2002, S.
80
2
verbunden ist. Diese neue Sichtweise wird als die Transaktionskostentheorie bzw. der Transaktionskostenansatz (TKA) bezeichnet. Dieser beschäftigt sich mit der Erklärung der effizienten Gestaltung von Austauschbeziehungen zwischen Transaktionspartnern, unter denen einzelne Individuen aber auch Organisationen (z.B. Unternehmen oder Staat) zu verstehen sind. Nicht der stattfindende Güteraustausch selbst, sondern vielmehr die davon ausgehende Übertragung von Verfügungsrechten (z.B. Verträge) ist dabei von Interesse. Die daraus resultierenden Kosten für die Beteiligten (=Transaktionsakteure) bezeichnet man als Transaktionskosten. 3
2.1 Erklärungsansatz von Coase
Ein erster Erklärungsansatz für die Existenz von Unternehmen wurde im Jahr 1937 vom britischen Wissenschaftler Ronald Harry Coase im Artikel “the nature of the firm“ vorgestellt, in welchem er ein Unternehmen als ein Vertragsgeflecht beschreibt. „Vor 1937 war theoretisch völlig ungeklärt, warum in einer Marktwirtschaft ökonomische Aktivitäten dem Preismechanismus entzogen und hierarchisch innerhalb einer Unternehmung koordiniert werden sollten.“ 4 Die wesentlichen Aufgaben der Unternehmensführung liegen in der Entdeckung und Einrichtung von Märkten, dem Ranking von Produkten und Produktionstechniken und der aktiven Koordination der Tätigkeiten der Beschäftigten. Um diese Reihe von Aufgaben mit hohem Unsicherheitsfaktor zu bewältigen, bedarf es also der Investition in Information. 5 In diesem Zusammenhang redet Coase von “marketing costs“ und “costs of organization“, womit er zum Ausdruck bringen möchte, dass der darin beinhaltete Ressourcenverzehr die sogenannten
3 Vgl. Picot A.; Dietl H.; Franck E. (2002), S. 67f
4 Jost P-J. (2001): Der Transaktionskostenansatz in der Betriebswirtschaftslehre, Schäfer-Poeschel,
Ulm 2001, S. 1
5 Vgl. North D. C. (1992): Institutionen, institutioneller Wandel und Wirtschaftsleistung, Mohr Siebek,
Tübingen 1992, S. 92
3
Transaktionskosten darstellt. 6 Er entdeckte, dass man diese unternehmensinternen Kosten zwar nicht vollständig beseitigen kann, jedoch Informationen innerhalb einer Unternehmung kostengünstiger zu erhalten sind als auf den vielen verschiedenen Märkten. Darüber hinaus kann durch einen zentralen Vertrag zwischen Unternehmung und Anbietern eine Vielzahl von Einzelverträgen, die für die Produktion bei einer marktlichen Koordination zwischen Anbietern und Nachfragern notwendig sind, ersetzt werden. 7 Sein Ansatz gilt somit als „Initialzündung für die vertragsorientierte Betrachtung wirtschaftlichen Handelns“ 8 , der später in wichtigen Theorien Niederschlag findet.
Zusammenfassend zeigt Coase, dass es gleichgültig ist, ob die Koordination einer ökonomischen Aktivität über den Markt abgewickelt wird oder in der Unternehmung erfolgt, da sie immer mit Kosten verbunden ist. Von entscheidender Bedeutung für die Vorteilhaftigkeit einer dieser beiden Alternativen ist die Höhe der Transaktionskosten: 9 „Eine Unternehmung wird solange marktliche Transaktionen integrieren, bis die Kosten für die Einbeziehung einer zusätzlichen Transaktion höher sind als die Kosten bei der Koordination durch den Preismechanismus.“ 10 Obwohl seine Arbeit die Theorie der Unternehmung grundlegend revolutionierte, blieb sie bis in die 70er Jahre aus Sicht der wissenschaftlichen Forschung größtenteils unbeachtet. So beklagte Coase selbst seine Arbeit als „much cited but little used“. 11 Erst dadurch, dass in den 70er Jahren die Thematik von anderen Wissenschaftlern neu aufgegriffen und weiter beschrieben wurde, erhielt Coase 54 Jahre nach der Veröffentlichung seines Aufsatzes, im Jahre 1991 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Entdeckung und die Klärung der Bedeutung der sogenannten Transaktionskosten.
6 Vgl. Eisenkopf A. (1994): Just-In-Time-orientierte Fertigungs- und Logistikstrategien, Giessener
Studien zur Transportwirtschaft und Kommunikation Band 7, Deutscher Verkehrs-Verlag, Hamburg
1994, S. 225
7 Vgl. Jost P-J. (2001), S. 2
8 Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_Coase, abgerufen am 3.11.2005
9 Vgl. Jost P-J. (2001), S. 2
10 ebenda, S. 2
11 Eisenkopf A. (1994), S. 225
Arbeit zitieren:
Florian Ziegler, 2005, Transaktionskosten in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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